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Erlebnistour 2 - Bullerbachtal

Rubrik:Wandern, Eintagestour
Start:Naturfreundehaus
Streckenverlauf:Naturfreundehaus, Bullerbachschacht, Ministerstollen
Länge:3,38 km
Dauer:2 Stunden
Schwierigkeit:Festes Schuhwerk erforderlich.
Anfahrt:Anfahrt über die Kaltenbornstraße
Kontakt:Stadt Barsinghausen

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Informationen zur Tour

Wanderung zu den ehemaligen Betriebsstätten des Steinkohlebergbaus im Deister.

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Es war einmal:
Vor etwa 130 Mill. Jahren, es ist die Zeit der Unterkreide, befand sich im Gebiet des heutigen Nordwestdeutschlands ein ausgedehntes Becken. Dieses Niedersächsische Becken hatte über lange Zeit keine Verbindung zum Meer. Der Salzgehalt schwankte, es herrschten Süß- und Brackenwasserverhältnisse vor. In einer einzigartigen Landschaft wuchsen große Bau- und Palmfarne. Schachtelhalm und Grinkgogewächse hatten hier ihren Lebensraum, ebenso Eichen, Pappeln, Birken, Koniferen und Zypressen. Wuchernde Pflanzen mit farbenprächtigen Blüten unterbrachen das monotone Grün. Ammoniten, Muscheln, Schnecken, Fische und Krebse fanden in den Seen hervorragende Bedingungen vor. An den Ufern tummelten sich Schildkröten, Echsen und Krokodile.

Diese Zeit war auch die Zeit der Dinosaurier. Unter anderem hatten hier die Iguanodonten, riesige, 5 m hohe, 11 m lange und fast 5t schwere Riesen, ihre Heimat. Nachfolgende Sedimentation, es wurden Tone und Sande in diese Becken abgelagert. Das führte zur Bildung der Ton- und Sandsteine von mehreren 100 m Mächtigkeit. Durch die Abdeckung der abgestorbenen Wälder mit Sandstein entstanden große Kohlelager.

Tektonische Veränderungen der Erdkruste hoben den Deister auf seine jetzige Höhe und Gestalt empor. So wurde der zutage getretene Sandstein schon im 12. Jh. abgebaut. Die Steinhauerei und der Kohleabbau bestimmten über Jahrhunderte das Leben in Barsinghausen. Erst 1957 wurde der Steinkohleabbau eingestellt.

Der Deister besteht aus Mischwäldern und ist daher als Naherholungsgebiet bei Jung und Alt sehr beliebt.


Unsere Wanderung beginnt

1. Naturfreundehaus

Das Naturfreundehaus, direkt am Eingang des Bullerbachtales, eines der schönsten Waldtäler des Deisters, gelegen, seit 1955 auch Ausflugslokal, ist der Ausgangspunkt unserer Wanderung. Ein herrlicher Blick ins Calenberger Land, über Wiesen und Weiden in eine unendliche Weite bringt uns so richtig in Schwung für die nächsten Stunden. Wir wandern durch einen schattigen Mischwald, die Bullerbachwiesen bleiben links liegen, bis wir den Fahrweg erreichen. Alte Buchenbestände säumen unseren Weg bis zum Berliner Platz. Am Berliner Platz gabelt sich der Weg. Rechts kann man auf der Königsallee zur Kreuzbuche und zum Kamm gelangen. Unser Weg führt uns immer am Bullerbach entlang. Wer schon jetzt genug hat, kann nach 30 m den Hauptweg verlassen, die Bullerbachwiesen queren und zum Ausgangspunkt zurückkehren. Aber wir wollen ja noch etwas sehen. Ganz leicht ansteigend kommen wir ins Bergbaugebiet des Bullerbachschachtes. Viel ist von der "Guten alten Zeit", als hier noch über 100 Bergleute Kohlen förderten, nicht mehr zu sehen. Wir können uns aber von den noch vorhandenen Relikten ein Bild machen, wie es einmal ausgesehen haben muss.

3. Bullerbachschacht

Mit dem Bau der Schachtanlage wurde 1890 begonnen, 1892 erreicht man das Kohleflöz und konnte 1893 die ersten Kohlen fördern. Die Bergleute fuhren damals über 11 Leitern 83 m in die Tiefe, um an das Kohleflöz zu kommen. 1897 wurden die untertägigen Wetteröfen abgeschafft und ein Hauptgrubenlüfter in Betrieb genommen. Dieser versorgte jetzt die Grubenbaue mit frischer Luft.

1910 geschah auf dem Bullerbachschacht ein großes Unglück. 23 Bergleute wurden eingeschlossen, konnten aber nach 27 Stunden unversehrt wieder geborgen werden. 1922/23 wurde die Kohlegewinnung eingestellt. Als Wetterschacht für den Klosterstollen blieb die Anlage bis 1930 in Betrieb. Dann erfolgte die totale Stilllegung.

Wir wandern weiter: Der Bullerbach ändert seine Richtung und verläuft jetzt rechts des Weges. Gleich hinter dem Durchlass sehen wir links eine steile Schneise. Das ist der Bremsberg des Ministerstollens. Hier wurden die vollen Förderwagen vom Stollen ins Bullerbachtal befördert, gleichzeitig wurde ein leerer Wagen wieder hochgezogen. Rechts des Weges sind im Talgrund noch Schürfgräben und Mauerreste des Betriebes zu sehen. Ein Stück weiter, auf der linken Seite, sehen wir einen kleinen Unterstand. Hier zweigt der Weg zum Ministerstollen ab.

6. Der Ministerstollen

Benannt nach dem Hofbesitzer Giesecke. "Er hat seinen Namen bei der Anwesenheit eines Ministers, welcher zur Regelung einer Streitfrage zugegen war, dadurch erworben, dass er aus der Mitte der Anwesenden dem Minister entgegentrat und alle nötigen Mitteilungen über die Regulierung erteilte. Er erzielte damit, dass der Minister sich sofort mit den Vorschlägen einverstanden erklärte." Der Stollen wurde 1845 aufgefahren und bis 1875 betrieben. Die Förderung betrug 1864 21.800t Kohle. Vom Stollenmundloch wurde 1860 eine Schienenbahn angelegt, die die Kohlen bis zur Rehrbrinkstraße brachte. Die Bahn war bis 1896 in Betrieb. Heute sieht man von diesem Werk nicht mehr viel, aber man kann in der Sitzgrotte, wie die Bergleute damals, ein wenig über den Sinn des Daseins meditieren.


Die Wanderroute:

Wir beginnen unsere Wanderung am Naturfreundehaus (1). Auf dem Waldweg, links liegen die Bullerbachwiesen, gehen wir, bis wir auf einen Fahrweg treffen. Diesem folgend kommen wir zum Berliner Platz (2). Rechts kann man auf der Königsallee in Richtung Kreuzbuche - Kamm wandern. Wir halten uns an der Wegkreuzung jedoch links. Nach 30 m geht ein Pfad über die Wiesen. Dieser führt dann auf der anderen Seit4e, am Wiesenrand entlang, wieder zurück. Wir gehen jedoch weiter. Bald erkennen wir links eine Halde und rechts eine Sandsteinmauer. Das Gebiet des Bullerbachschachtes ist erreicht (3). Auf den Halden kann man, mit etwas Glück, auch noch ein Stück Kohle finden. Bald quert der Bullerbach den Weg und fließt nun auf der Rechten Seite weiter. Nach 20 m sieht man links eine steile Schneise. Das ist der Bremsberg des ehemaligen Ministerstollens (4). Rechts kann man im Bachgrund noch spärliche Mauerreste des Betriebes erkennen. eine Jagdhütte bietet bei schlechtem Wetter Unterschlupf. Wir gehen auf dem Hauptweg weiter und erreichen einen kleinen offenen Unterstand (5). Den kleinen Weg links folgend kommen wir, leicht ansteigend, zu einem großen Platz. Dies ist der Bereich des ehem. Ministerstollens. Eine Sitzgrotte und Bänke laden zum Verweisen ein (6). Auf dem breiten Weg, links die Schneides des Bremsberges, geht es wieder zurück. Der Waldweg wird etwas schmaler und trifft bald auf einen breiten Fahrweg. Abwärts geht es jetzt, bis links ein kleiner Weg ins Tal herunterführt. Wir bleiben auf diesem, bis rechts ein neuer Weg abbiegt. Jetzt sind wir auf dem Weg, der uns immer am Bach und Wiesen entlang zum Ausgangspunkt zurückbringt. 

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