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Erlebnistour 1 - Fuchsbachtal

Rubrik:Wandern, Eintagestour
Start:ehem. jüdischer Friedhof
Streckenverlauf:NFV, Kaiser-Wilhelm-Platz, Unterer Sammanstollen, Klosterbergwerk, Böss-Quelle, Brauns-Denkmal,
Ziel:Rathaus I
Länge:6,60 km
Schwierigkeit:Leichte Wanderung, festes Schuhwerk erforderlich.
Anfahrt:Die Tour ist ausgeschildert.
allgemeine Ausschilderungen im Deister
Kontakt:Stadt Barsinghausen

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Informationen zur Tour

Wanderung zu den ehemaligen Betriebsstätten des
Steinkohlebergbaus im Deister

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Vor etwa 130 Mill. Jahren, es ist die Zeit der Unterkreide, befand sich im Gebiet des heutigen Nordwestdeutschlands ein ausgedehntes Becken. Dieses Niedersächsische Becken hatte über lange Zeit keine Verbindung zum Meer. Der Salzgehalt schwankte, es herrschten Süß- und Brackenwasserverhältnisse vor. In einer einzigartigen Landschaft wuchsen große Bau- und Palmfarne. Schachtelhalm und Grinkgogewächse hatten hier ihren Lebensraum, ebenso Eichen, Pappeln, Birken, Koniferen und Zypressen. Wuchernde Pflanzen mit farbenprächtigen Blüten unterbrachen das monotone Grün. Ammoniten, Muscheln, Schnecken, Fische und Krebse fanden in den Seen hervorragende Bedingungen vor. An den Ufern tummelten sich Schildkröten, Echsen und Krokodile.

Diese Zeit war auch die Zeit der Dinosaurier. Unter anderem hatten hier die Iguanodonten, riesige, 5 m hohe, 11 m lange und fast 5t schwere Riesen, ihre Heimat. Nachfolgende Sedimentation, es wurden Tone und Sande in diese Becken abgelagert. Das führte zur Bildung der Ton- und Sandsteine von mehreren 100 m Mächtigkeit. Durch die Abdeckung der abgestorbenen Wälder mit Sandstein entstanden große Kohlelager.

Tektonische Veränderungen der Erdkruste hoben den Deister auf seine jetzige Höhe und Gestalt empor. So wurde der zutage getretene Sandstein schon im 12. Jh. abgebaut. Die Steinhauerei und der Kohleabbau bestimmten über Jahrhunderte das Leben in Barsinghausen. Erst 1957 wurde der Steinkohleabbau eingestellt.

Der Deister besteht aus Mischwäldern und ist daher als Naherholungsgebiet bei Jung und Alt sehr beliebt.


Unsere Wanderung beginnt

1. Ehemaliger jüdischer Friedhof:

Nachweislich leben seit dem 18. Jh. Juden in Barsinghausen. Der hier in Teilen noch erhalten gebliebene jüdische Friedhof war die Begräbnisstätte der in Barsinghausen ansässigen Juden. Er wurde 1909 geschlossen und in der NS-Zeit zerstört. Zwei wieder aufgestellte Grabsteine erinnern an diese Zeit.

2. NFV Niedersächsischer Fußballverband:

Wo heute der Niedersächsische Fußballverband seine Portstätten und Heime hat, befanden sich bis 1950 die sog. Bergwiesen. Diese Flächen gehörten zum Grundbesitz des Klosters Barsinghausen und wurden an die hiesigen Bauern gegen eine Art Erbpacht zur Nutzung überlassen. Teile der Bergwiesen wurden aber auch schon in früherer Zeit als Spielstätten genutzt. Heute spielt hier wieder die Jugend der Welt.

3. Kaiser-Wilhelm-Platz:


An den Spielstätten des NFV vorbei gelangen wir jetzt zum Kaiser-Wilhelm-Platz und unteren Sammannstollen. Hier können wir auch zum ersten Mal Rats einlegen. Zum 100. Geburtstag von Kaiser Wilhelm I. wurde an dieser Stelle 1897 ein Gedenkstein errichtet und eine Eiche gepflanzt. Um die Jahrhundertwende war der Platz ein beliebter Treffpunkt der Bevölkerung. Rechts am Hang liegt etwas versteckt der untere Sammannstollen, benannt nach seinen Betreibern, den Gebr. Sammann. Dieser Stollen wurde 1831/32 als neuer Grundstollen aufgefahren. Man erhoffte sich, wie in alten Schriften zu lesen ist, eine vorzügliche Brand- und Schmiedkohle zu gewinnen. UNTERER SAMMANNSTOLLEN 1835 war der Stollen bis auf eine Länge von 277 Lachter (540 m) aufgefahren. Der Stollen erreichte seine Endteufe bei 775 m und führt in südlicher Richtung geradeaus in den Deister. Er war Hauptförderstollen des Klosterbergwerks. Auf dem unteren Weg, den Hauptwanderweg, lassen wir links liegen, gehen wir am Teich vorbei und kommen, nachdem ein Hohlweg durchschritten ist, in das Gebiet des ob. Sammannstollen - Klosterbergwerk. Aber raten sie noch ein Weilchen und genießen Sie die Ruhe. Vor vielen, vielen Jahren wurde hier hart gearbeitet, und die Bergleute konnten sich nicht ausruhen.

4. Bergwerk Klosterstollen

An den großen aufgeschütteten Hügeln, den versunkenen Stolleneingängen, den Kohle- und Bergehalden, kann man erkennen, dass hier einmal ein Werk gestanden haben muss, das über lange Jahre vielen Menschen Arbeit und Brot gebracht hat. Das Klosterbergwerk war das erste Steinkohlenbergwerk Barsinghausens. A .W. Blume (ehem. Hofsteinhauermeister in Barsinghausen) fand mit Johann und Georg Egestorff zwei Gesellschafter, die dieses Unternehmen unterstützen und finanzierten. 1831 begann die Kohleförderung. Im gleichen Jahr schloss Blume mit der Klosterkammer einen Pachtvertrag über 12 Jahre ab. Er musste 10% des Wertes der geförderten Kohlen zahlen und gleichzeitig die Verpflichtung übernehmen, den Weg zur Kohleabfuhr von Barsinghausen zur Nenndorfer Chaussee (B 65) in Ordnung zu halten.

Nach dem Tod von Blume übernahmen seine Neffen, die Gebr. Sammann, die seit 1834 Mitpächter waren, das Bergwerk mit dem Klosterstollen untertägig verbunden. 1861 wurden 42.000t Kohlen gefördert, die Belegschaft belief sich auf 225 Mann, die tagein-tagaus mit dem Kohleabbau beschäftigt waren. Das Klosterbergwerk war in dieser Zeit das bedeutenste Steinkohlenbergwerk im Königreich Hannover.

5. Böss-Quelle:

Trennen wir uns mit einem Glückauf vom Bergwerk und gehen weiter, bis wir wieder auf den Hauptweg treffen. Leicht ansteigend, durch einen lichten Hochwald wandernd, kommen wir ins Quellgebiet des Fuchsbachtales und zur Bössquelle. Ein Unterstand und frisches Quellwasser laden zum Rasten ein. Ein Gedenkstein erinnert an das 10. Pionierbataillons. Eine Wasserentnahmestelle wurde 1937/38 gebaut. Sie erhielt den Namen Böss-Quelle, vermutlich nach dem hier tätigen Förster Bössenroth.

6. Braunsdenkmal

Immer leicht bergab geht es durch einen luftigen Mischwald zum Brauns-Denkmal. Hier kann man wunderbar Ausruhen und die Kinder können sich auf dem großen Platz austoben. Das große Sandsteindenkmal wurde 1892 zur Erinnerung an den Gründer des Hannoverschen Touristenvereins, Ernst Brauns, aufgestellt und eingeweiht. (Ihm verdanken wir die Einführung der Wegebezeichnungen im Deister)


Die Wanderroute

Ausgangspunkt unserer Wanderung sind die Parkplätze am Rathaus in der Bergamtstraße. Wir überqueren die Straße und gehen am Ziegenteich vorbei zum Waldrand. Am ehemaligen Jugendfriedhof (1) treffen wir auf den ob. Wasserfallweg, der zu den Spielstätten des NFV (2) führt. Gleich danach kommen wir zum Kaiser-Wilhelm-Platz mit Eiche, Gedenktafel, Forellenteich und zum unteren Sammannstollen (3). Leicht ansteigend, einen Hohlweg durchschreitend, geht es in das Gebiet des Klosterbergwerks (4). Nach Verlassen des alten Bergwerksgeländes treffen wir wieder auf den ob. Wasserfallweg. Diesem folgend kommen wir nach 500 m zur Bössquelle (5). Weiter auf dem Blockhüttenweg, abwärts wandernd, vorbei am Wasserwerk und Brauns-Denkmal (6), kommen wir auf dem Rodelbahnweg zum Rathaus unserem Ausgangspunkt zurück.

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