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Kulturschleife im Raum Elze

Rubrik:Wandern, Eintagestour
Start:Parkplatz Elzer Freibad
Streckenverlauf:Sehlde, Esbeck, Eime
Ziel:Parkplatz Freibad Elze
Länge:15,04 km
Schwierigkeit:Keine wesentlichen Höhenunterschiede.
Auch für Kinder geeignet.
Barrierefreiheit:Die Tour ist barrierefrei.
Anfahrt:Von Hannover und Göttingen über die B 3.
Von Hameln und Hildesheim über die B 1.
Mit dem Zug von Hannover Richtung Göttigen.
Kontakt:Stadt Elze
Hauptstr. 61
31008 Elze
Telefon: 05068/464-0
Telefax: 05068/464-77
Mail: stadtverwaltung@elze.de

und Friedrich Dreyer, Elze

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Informationen zur Tour

Kuturschleife im Raum Elze - Gronau (Leine)
Parkplatz Freibad Elze,Sehlde,Esbeck, Eime
Parkplatz Freibad Elze

Vom Königsstuhl zum Sonnenberg

Der Rundweg beginnt am Parkplatz des Elzer Freibades. Dort steht eine Tafel mit Erklärungen zum Königsstuhl. Der Königsstuhl befand sich südlich von Elze, neben der ehemaligen Bundesstraße 3. Von der Eisenbahnbrücke aus ist die Masch (Vor dem Nord Thale), in der einmal der Königsstuhl stand, gut einzusehen. Von dem Königsstuhl ist nichts mehr zu sehen. Ein beschrifteter Findling neben der Straße erinnert aber daran.

Der Rundweg biegt kurz hinter der Eisenbahnbrücke nach Westen ab auf einen schnurgeraden asphaltierten Feldweg. Südlich des Feldweges liegt die Asbost, ein höchstwahrscheinlich vor rund 2000 Jahren durch einen Erdfall entstandener über 10m tiefer See.Der ältere Name Asborst weist auch deutlich darauf hin (geborstene Erde = Erdfall).

As könnte für die Wüstung Assum, südlich des Sees gelegen, stehen (Erdfall bei Assum = Asborst). Solch ein Naturereignis könnten die Cherusker aber auch mit ihren Göttern (Asen) in Verbindung gebracht haben.

Gespeist wird der See durch Grundwasser, nicht durch eine Quelle. Früher floss wohl auch einmal der Glockenborngraben durch den See. Sowohl botanisch als auch faunistisch sind See und Uferzone sehr interessant.

Die Saale, die heute ihr Bett nördlich des Feldweges hat, mäandrierte einst dort, wo heute der schnurgerade Feldweg verläuft, wie die Herren Doebel & Huck 1953 heraus fanden.

Der Weg überquert nun die Ake, auch Akebeke genannt (die Wörter Ake und Beke haben die gleiche Bedeutung). Dieser Fluss hat sein Bett ganz offensichtlich menschlicher Entwässerungsarbeit zu verdanken. Ursprünglich ergoss sich die Ake einmal kurz hinter Eime in das Sehlder Bruch, eine flache Senke mit Niedermoorbildung, die durch eine flächige Erdabsenkung entstanden ist. Ein besonders feuchter Teil der Senke wird “Römische Wiesen“ genannt. Vielleicht gab es einmal einen Eigentümer namens Römer, vielleicht erinnert der Name aber auch an die Römer. Denkbar ist auch eine Wandlung des Wortes Rüümwisch = von Gestrüpp o.ä. gereinigte Wiese.

Richtet man nun den Blick nach Norden, so erkennt man im Vordergrund die Saale und im Hintergrund die Stadt Elze. Auf der Anhöhe zwischen Saale und Elze befand sich einmal die wüst gefallene Siedlung Gudingen, Hauptort des Gudingaus.

Westlich der Wüstung befindet sich die Saalemühle, 1321 erstmals erwähnt in einem Güterverzeichnis des Hildesheimer St. Michaelklosters. Für das anschließende Saaletal sind Flurnamen wie “Das Meer“ und “Die Maasch“ überliefert, was zeigt, dass auch dieser Bereich einst von der stark mäandrierenden Saale feucht gehalten wurde.

Kiesablagerungen im Bereich Benstorf – Mehle lassen vermuten, dass auch einmal die Ur-Weser ihren Weg durch das Saale- und Leinetal genommen hat.

Folgt man dem Rundweg, kommt man an eine große Quelle. Die beiden nebeneinander liegenden Quelltöpfe haben einen Durchmesser von jeweils gut 5 Metern. Der Wellbrunnen (Well = Quelle) daneben liefert sauberes und mineralstoffreiches Wasser, das als Trinkwasser genutzt wird. Pro Jahr sprudeln durchschnittlich 920.000 Kubikmeter Wasser aus der Quelle. Das überschüssige Wasser wird durch den Wellgraben abgeleitet. Die ersten rund 300 Meter nach der Quelle wurden einst aufgestaut. Die Sehlder hatten dort Rottekuhlen angelegt.

Südöstlich der Quelle, bei den alten Eichen, befand sich einmal die Sehlder Badeanstalt.

Der Weg führt durch ein Landschaftsschutzgebiet (Feuchtgrünland) nach Sehlde.

Ein Abstecher durch den Ort führt vorbei an einem 1662 erbauten Edelhof in einem Park. Den Torbogen an der Wellbornstraße ziert ebenfalls das Wappen der Familie von Grapendorf und die Jahreszahl 1667. Der Edelhof wurde 2015 wegen Pilzbefalls abgerissen.

Geht man die Wellbornstraße ein Stück herauf so kommt man zur Liebfrauenkirche, einem Bruchstein-Bauwerk. Der Turm ist wahrscheinlich aus dem 12. Jahrhundert, das Schiff im gotischen Stil vermutlich aus dem 14. oder 15. Jahrhundert. Unter einem Absis-Fenster befindet sich die Jahreszahl 1471.

Über die Eimer Straße erreicht man nun den Ortsausgang und den Feldweg, der nach Esbeck führt. Am Ortsausgang erinnern Flurnamen wie Wolfskuhle und Wolfsacker daran, dass die Menschen einst ihr Vieh vor große Beutegreifer schützen mussten.

Der Flurname Steinlaher Feld (auch Steinlader Feld und die Steinlade) zeigt an, dass sich südlich von Sehlde auf steinigem Grund einmal ein lichter Wald (Hain) befand.

Ein teilweise umgepflügter, exakt nach Süden zum Sonnenberg verlaufender Feldweg wird in alten Karten mit Pöttscherstieg bezeichnet. Der wurde wohl gern von Duinger Töpfern auf dem Weg nach Elze und weiter benutzt.

 

Der Rundweg führt nun in den Ort Esbeck. In Corveyer Urkunden von 1012 /1013 wird ein Ort Asbike genannt, der als erste Erwähnung Esbecks gilt.

Berühmtester Sohn Esbecks ist Justus Gesenius ((1601 – 1673), Generalsuperintendent der Hannoverschen Landeskirche. Gesenius hat insbesondere die Schulen / Schulpflicht voran gebracht. Das Geburts-/Wohnhaus von Gesenius steht nicht mehr.

Die St. Gallus Kirche an der Geseniusstraße wurde 1730 neu erbaut. Ein Vorgängerbau wird in das 13. Jh. datiert.

Sehenswert ist auch der Dreiseit(en)hof von 1830, Geseniusstraße 7.

Diese Bauweise, bei der Mensch, Vieh und Feldfrüchte in getrennten Gebäuden untergebracht sind, löste das Hallenhaus ab, bei dem sich alles unter einem Dach befand.

Über die Straßen Zum Silberacker und Sonnenbergstraße gelangt man nun auf den Feldweg zum Sonnenberg. Sonnenberg wurde ein spärlich bewachsener, steiniger Hügel genannt, der das Sonnenlicht gut reflektierte. Auch haben die Germanen an solch exponierten Stellen wohl einst Sonnenwendfeuer entzündet.

Auf dem Sonnenberg wurde 1935 ein Gräberfeld aus der Zeit der Völkerwanderungen (ca. 600 n. Chr.) entdeckt. Heute fallen auf dem Berg vor allem die Windräder auf, mit denen Öko-Strom erzeugt wird.

Etwas versteckt zwischen Bäumen steht das Kaiser-Wilhelm-Denkmal. Hergestellt aus Granit-Findlingen der Umgebung wurde es 1913 errichtet und erinnert an ein Kaisermanöver.

Wilhelm II hat 1889 von dort das 1. Manöver seiner Amtszeit beobachtet (geleitet). Mit dem Bau des Denkmals wurde der einst kahle Sonnenberg aufgeforstet.

Tillylinde und Hunnenschanzen in der Nähe des Sonnenberges weisen auf frühere kriegerische Auseinandersetzungen hin, berichtete die Elzer Zeitung am 10.09.1913.

Der Rundweg führt über den Sonnenberg, an Dunsen und Eime vorbei, und gelangt hinter der Eimer Badeanstalt und den Sportplätzen wieder in die Feldmark. Heute werden dort Feldfrüchte angebaut. In früheren Zeiten lagen zwischen Akebeke und Bundestrasse 3 die Siedlungen Assum, Dedensen und Bikem, sowie das Krähenholz und der Glockenborn.

Krähenholz und Glockenborn stehen in Verbindung mit dem Königsstuhl. Anfangs wohl Kultstätte mit heiligem Hain könnte daraus ein Bannbezirk und später dann die dokumentierte Gerichtsstätte geworden sein.

Zurück zum Ausgangspunkt gelangt man nun wieder auf dem bekannten Weg an der Asbost vorbei,wieder zum Parkplatz.

 

 

 

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