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Sellhorn-Tour (Landesforsten)

Rubrik:Wandern, Eintagestour
Start:Parkplatz am Walderlebnis
Ziel:Parkplatz am Walderlebnis
Länge:16,38 km
Dauer:4,5 Stunden
Schwierigkeit:Überwiegend eben auf erdfesten Forst- und Wanderwegen.
Leichter Anstieg zum »Wilseder Berg«.
Anfahrt:Auto: Über die B 3 bis Wintermoor und weiter über die Landesstraße Richtung Bispingen oder über die BAB 7 bis zur Abfahrt Bispingen und weiter über Behringen Richtung Wintermoor bis zum »Walderlebniszentrum Ehrhorn« oder bis zum Parkplatz in Niederhaverbeck, wenn Sie Ihre Tour dort beginnen wollen.
Bus und Bahn: Über die Bahnstrecke Buchholz
i. d. N. – Soltau bis zur Haltestelle »Wintermoor«;
von dort zu Fuß oder per Fahrrad zum Startpunkt
(ca. 4 km).

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Informationen zur Tour

Eine Gipfeltour im Tiefland
Die Lüneburger Heide rund um den »Wilseder Berg« und die Wälder des Forstamtes »Sellhorn« gehören wohl zu den beliebtesten Wandergebieten im Städtedreieck von Hamburg, Bremen und Hannover. Kein Wunder: Sie marschieren und radeln hier durch eine wunderschöne Natur!

Überall herrliche Ausblicke!

Überall herrliche Ausblicke!

Mit Höhen über 100 Meter ist die »Hohe Heide« für das nordwestdeutsche Tiefland ein typisches »Niedergebirge«. Immerhin erreicht der »Wilseder Berg« auf diesem, durch die Saaleeiszeit gestalteten Endmoränenzug zwischen Elbe und Aller eine Höhe von 169 Meter über Normal-Null. Die Findlinge am Wegesrand sind sichtbare Zeugen dieses erdgeschichtlichen
Vorganges vor 200.000 bis 100.000 Jahren. Wundern Sie sich übrigens nicht über das hier vorherrschende »kleine Berglandklima «: Je nach Höhenlage fallen an den Hängen jährlich bis zu 1.000 Millimeter Niederschlag – frostfreie Monate sind oft nur der Juli und August.


Informationen über die Landschafts- und Siedlungsgeschichte dieses alten Kulturraumes mit seinen stein- und bronzezeitlichen Grabhügeln, mittelalterlichen Wegstrecken, Grenzmarkierungen, alten Bauernhöfen und Kirchen finden Sie auf den verschiedenen
Themenlehrpfaden und in den Informationshäusern der Niedersächsischen Landesforsten, des Niedersächsischen
Forstamtes Sellhorn (»Walderlebnis Ehrhorn«), des Vereins Naturschutzpark e.V., im »Haus der Natur« in Döhle, Niederhaverbeck und Undeloh oder im Museum »Dat ole Hus« in Wilsede.

Dem Besucher des Naturschutzgebietes »Lüneburger Heide« wird hier das Bild einer einzigartigen Landschaft geboten, wie sie über Jahrhunderte in ganz Norddeutschland vorherrschend war und durch Anpassung an die Naturgegebenheiten land- und forstwirt-schaftlich genutzt wurde. Ebenso interessant ist es, wie hier charakteristische Lebensräume mit ihren Pflanzen- und Tierarten erhalten, gepflegt und weiterentwickelt werden.

Nun aber zu Ihrer Wanderroute: Am leichtesten – da ohne große Steigungen – ist der Weg, wenn Sie in Ehrhorn starten und den Abstieg vom »Wilseder Berg« durch das »Heidetal« nach Niederhaverbeck nehmen. Wer sich nicht nach der Karte orientiert, sollte auf die Wegebezeichnungen achten – hölzerne Wegweiser stehen im Wald, Findlinge mit Richtungsangaben liegen auf der Heide.
Vom »Walderlebnis Ehrhorn« in Ehrhorn (Waldparkplatz an der
Landesstraße) mit seinen ehemaligen Bauernhäuser aus der Mitte des 17. Jahrhunderts führt Sie Ihre Wanderung unter den alten Eichen am Rande der Wiesen und Ackerflächen auf eine, für Autos gesperrte Kopfsteinpflaster- Straße nach Undeloh.
Auf dieser Straße kommen Sie am Holzlagerplatz des Forstamtes Sellhorn vorbei. Hier werden die im Winterhalbjahr in den umliegenden Waldbeständen gefällten Bäume bis zum Abtransport in das Sägewerk »gepoltert«: Die Hölzer werden hier mit geländegängigen Forstmaschinen – so genannten »Rückeschleppern« –abfuhrgerecht zusammen gefahren und gestapelt.
Der Wald, den Sie durchwandern, ist übrigens erst 150 Jahre alt. Vorher gab es hier nur Heide. Aufforsten konnte man die nährstoff- und wasserarmen Böden daher überwiegend nur mit der Kiefer: Sie ist gegen Sommertrockenheit und Frost unempfindlich. Die wenigen Eichenkulturen gediehen mit viel Mühe nur auf den Ackerflächen ehemaliger Bauernhöfe.

Das einsame Forsthaus Heimbuch – früher einmal ein Heidehof – steht auf einem bereits 1271 urkundlich nachgewiesenen und seither wohl bewohnten Siedlungsplatz.
Die Buchenwälder in seiner Umgebung sind historisch alte Waldstandorte. Hier gab es an einer der wenigen Stellen in der Lüneburger Heide seit der Wiederbewaldung in der Nacheiszeit
auf eng begrenztem Raum wahrscheinlich immer Wald.


An der Abzweigung zum Wilseder Berg stoßen Sie neben dem Weg auf eine alte Schaftränke. Diese tiefe Grube, die einzige ständige Wasserstelle im weiten Umkreis, wurde während
der Heidezeit von den in der offenen Landschaft gehüteten Heidschnuckenherden genutzt.


Nach etwa einstündiger Wanderung treten Sie aus dem geschlossenen Wald auf die offene Heide: Nun haben Sie den Wilseder Berg vor sich. Wer sich zu einer verdienten Rast locken
lässt, sollte noch die kurze Strecke – vorbei am Forstort »Hainköpen«, ebenfalls ein historisch alter Waldstandort – nach Wilsede auf sich nehmen.
Wilsede ist mit einer Höhe von 120 Meter über Normalnull der
höchstgelegene Ort im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide. Nach den zahlreichen Hügelgräbern in der Umgebung zu urteilen, war Wilsede wohl schon zwischen der Jungsteinzeit und der vorchristlicher Eisenzeit ein Siedlungsplatz.Wilsede bietet mit
seinem alten Hofanlagen, Häusern, Treppenspeichern, Zäunen und Mauern viele sehenswerte Ortsbilder. Wie es in den Heidedörfern früher üblich war, sind die einzelnen Hofstellen
von altem Baumbestand umgeben. Diese Hofgehölze schützten vor Wind und Wetter, lieferten Holz und Viehfutter und verhinderten bei Feuer den Funkenflug der mit Reet gedeckten
Dächer auf die Nachbarhäuser.
Ebenfalls zur Abwehr von Bränden dient der Feuerwachtturm, an dem Sie auf Ihrem weiteren Weg zwischen dem südlichen Dorfausgang und dem Wilseder Berg vorbeikommen. Seine
Beobachtungskanzel über den Baumkronen ist in der Zeit der Wald- und Heidebrände ständig von einer Wache besetzt.

Wenige Schritte weiter ist das Gipfelglück endlich vollkommen: Der Wilseder Berg ist erklommen! Weit reicht nun Ihr Blick vom Gipfelplateau über die Heiden und Wälder in alle Himmels-richtungen. Nur wenige Bauten stören das ruhige Landschaftsbild.
Ein Stein erinnert hier oben an die 1822 von Carl Friedrich Gauß durchgeführte Landesvermessung.
Der für das nordwestdeutsche Tiefland steile Abstieg führt Sie durch ein Trockental mit weiten Heideflächen und den typischen Wacholdern. Ein Bienenzaun am Fuß des Berges erinnert an die alte Bedeutung des Honigs, der vor der Erfindung von Rohr- und Rübenzucker die einzige Möglichkeit zum Süßen von Speisen
bot.

Im Umkreis des Wilseder Berges entspringen fast alle ostnieder-sächsischen Flüsse. Den Quellarm der in die Weser entwässernden Wümme, die Haverbecke, überqueren Sie unterhalb vom Gasthof »Heidetal«. Das Wiesental mit seinen Grasflächen entstand erst nach Beseitigung des ursprünglichen
Erlenwaldes. In der Vergangenheit war es für die Heidebauern zur
Heugewinnung und als Viehfutter für den Winter ein wichtiges Standbein ihrer Wirtschaft.
Die Gaststätten im alten Dorf Niederhaverbeck an der Landesstraße laden Sie noch einmal zum Verweilen ein.
Wer hier gestartet ist, findet jetzt sein Auto auf dem Großparkplatz am Ortseingang wieder. Für alle anderen gilt
es, auf dem Fuß- und Radweg parallel zur Landesstraße zum Waldparkplatz in Ehrhorn zurückzukehren

Heideblüte

Heideblüte

Haus Ehrhorn

Haus Ehrhorn

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