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Neugraben-Tour (Landesforsten)

Rubrik:Wandern, Kurzwanderung
Start:Waldschänke an der Rosengartenstraße
Ziel:Heidefriedhof Fischbek (oder zurück zum Ausgangspunkt)
Länge:11,28 km
Dauer:2 , bzw. 4 Stunden
Schwierigkeit:Überwiegend eben auf befestigten Forstwegen.
Leichte Anstiege.
Anfahrt:Auto: »Waldschänke« an der Rosengartenstraße:
Über die B 3 zwischen den Ortschaften Elstorf und Mienenbüttel abbiegen in Richtung Tötensen.
Oder: Über die A 261 zur Abfahrt Tötensen in Richtung der B 3 (Eversen/Heide).
Neugraben-Fischbeck: Von der B 73 (Harburg/ Stade) über den Falkerbergsweg, Siedlung »Waldfrieden « zum Parkplatz am »Heidefriedhof«.

Bus und Bahn: Anreise mit S-Bahn/Bus im Netz der HVV bis Fischbeck.

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Informationen zur Tour

Der waldreiche Höhenzug »Die Schwarzen Berge« mit der zentral gelegenen Revierförsterei »Rosengarten« des
Niedersächsischen Forstamtes Sellhorn ist ein beliebtes
Erholungsgebiet südlich von Hamburg. Ein Ausflug lohnt
sich: Auf dem »Neugrabener Weg« wandern Sie durch eine
herrliche Landschaft, die einem Mittelgebirge ähnelt!

Findling

Findling

Sie haben zwei Start-Möglichkeiten:
Entweder beginnen Sie Ihre Wanderung im Norden, in Neugraben-Fischbeck vom Heidefriedhof aus, oder Sie starten Ihre Tour im Süden an der Rosengartenstraße bei der Gaststätte »Waldschänke«, westlich von Sieversen.
»Die Schwarzen Berge« oder auch »Harburger Berge« am Rand des Elbe-Urstromtals sind aus Moränenablagerungen der vorletzten Eiszeit aufgebaut – sie bestehen überwiegend aus Kiesen und Eisschmelzwassersanden.
Sie erreichen im Wandergebiet Höhen von bis zu 150 Meter
über Normalnull. Die hier und da am Wegrand sichtbaren großen Steine – so genannte »Findlinge« – sind Zeugen dieses erdgeschichtlichen Vorganges vor 200.000 bis 100.000 Jahren. Durch den Vergleich mit skandinavischem Gestein lassen sie
Rückschlüsse auf Herkunft und Fließrichtun der damaligen Gletscher zu.
Wer sich für die eiszeitliche Geschichte interessiert, der findet dazu nähere Informationen auf dem Findlingspfad »Große Modder Eiche«, westlich der Siedlung Vahrendorf bei Sottorf.
Ihnen werden auf Ihrer Wanderung immer wieder Hinweise auf die landschaftsgestaltenden Vorgänge der Eiszeit begegnen: So finden Sie in diesem Teil des Waldes zahlreiche, in ihrer Richtung oftmals verwirrend verlaufende, heute trockene (Erosions-)
Schluchten und Täler – die so genannten »Trockentäler«. Ein alter Wanderführer vom Anfang des vergangenen Jahrhunderts empfiehlt daher: »Ein Kompass ist hier unentbehrlich!

Wer etwas über die Siedlungsgeschichte dieser Landschaft erfahren möchte – im Gelände sind stein- und bronzezeitliche Grabhügel, mittelalterliche Ackerfluren, Dorfteiche und Grenz-linien zu erkennen – findet dazu Näheres auf dem »Archäo-logischen Wanderpfad« nördlich der Siedlung Tempelberg bei Neugraben- Fischbeck und im »Museumsdorf Kiekeberg« zwischen Ehestorf und Vahrendorf.
Auf dem südlichen Abschnitt des Weges wandern Sie durch das Naturschutzgebiet »Buchenwälder im Rosengarten«. In ihm wird der heimische Buchenwald mit seinen charakteristischen
Pflanzen- und Tierarten erhalten, gepflegt und weiterentwickelt.
Einzelheiten erläutern Informationstafeln am Weg.

Auf der Wanderung lassen sich größere Waldtiere wie Rehe, Wildschweine, Hasen, Füchse oder Dachse nur mit etwas Glück beobachten. Bequem und lehrreich ist dagegen ein Besuch im Wildpark »Schwarze Berge« bei Ehestorf.
Egal, ob Sie zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind: Der leichteste Weg führt, dem Geländerelief folgend, von Süden nach Norden.
Vom Parkplatz der Gaststätte »Waldschänke « an der Rosengartenstraße führt ein tief eingeschnittener Hohlweg den steilen Buchenwaldhang hinauf. Nach Regenfällen lässt sich hier
die schluchtenbildende Erosionskraft des abfließenden Wassers gut beobachten. Rechts des Weges liegt auf einer kleinen Lichtung ein stiller Waldtümpel, umgeben von alten Eichen und Buchen, Weißtannen und Lärchen.

Nach wenigen hundert Metern treffen Sie auf der Hochfläche auf die von der Rosengartenstraße kommende Betonbahn eines Holzabfuhrweges. Links zweigt der alte »Postweg« nach Schwiederstorf und Elstorf ab. In der Wegegabelung steht hinter einem mächtigen moos- und flechtenbewachsenen Findling (Wegweiser) ein über 30 Jahre alter Mammutbaum.

Auf beiden Seiten des Weges öffnet sich der Blick in die ersten, überwiegend buchenreichen Täler. Im Buchenwald finden Sie nach und nach drei aufrecht stehende Findlinge neben der Betonbahn – sie sind mit einem eingemeißelten Kreuz (»Kreuzstein«) oder mit drei senkrechten Balken gekennzeichnet. In allen drei Fällen handelt es sich um mittelalterliche Grenzsteine, die mittlerweile als Kulturdenkmale geschützt sind.

An der nächsten großen Wegegabelung in Richtung Norden zweigt ein fester Fahrweg nach rechts Richtung Sottorf und Sieversen ab. Auf ihm treffen Sie nach 100 Metern auf die größte Douglasie des Forstamtes. Wer will, kann durch das lang gestreckte Tal weiter zum Parkplatz »Großen Modder Eiche« wandern und dort den »Findlingspfad« besuchen.
Der linke Weg (gekennzeichnet mit »KA«) führt zum »Karlstein«,
einem freistehenden, sagenumwobenen Block von 1,70 Meter Höhe und 6,0 Meter Umfang, und anschließend weiter zum Parkplatz der Gaststätte »Karlsteinschänke« an der Rosengartenstraße.
Der nun folgende Buchenwald östlich vom »Neugrabener Weg« ist nicht nur für Naturschützer und Förster besonders wertvoll. Er steht auf einem der seltenen historisch alten Waldstandorte.
Seit der Nacheiszeit wuchs hier wahrscheinlich immer Wald. Wegen der ungestörten Bodenbildung, der nie unterbrochenen Stoffkreisläufe und dem kaum veränderten Waldinnenklima
haben sich in diesem Gebiet zahlreiche Pflanzen- und Tierarten
erhalten können, die es in den zahlreichen »neuartigen« Wäldern,
die aus den jahrhundertelangen Aufforstungen der baumlosen Heide- und Ackerflächen entstanden sind, noch gar nicht gibt.


Hinter der Bank, an der Abzweigung vom »Daerstorfer Weg«, sind in die glattrindige Buche Jahreszahlen geritzt (1972–1984). Aber weder Autor noch Anlass dieser Inschrift sind überliefert, so dass der heutige Wanderer alle Möglichkeiten einer eigenen Interpretationhat. 

Wenige hundert Meter weiter in nördlicher Richtung, kommen Sie an eine große Wegspinne: Von hier aus verlaufen mehrere Schluchten in alle Himmelsrichtungen. Hier ist das
ausgeprägteste Trockentalgebiet der »Schwarzen Berge« – bekannt unter der Bezeichnung »Diebeskuhlen«.
Einige kurze Abstecher auf den einzelnen Wegen bieten immer neue Tiefblicke in die umliegenden Mischwälder.
Eine Gruppe Bänke unter der »Schulenburgseiche«, einer mächtigen Roteiche, lädt zur Rast ein.
Wer will, kann von hier aus nach Nordwesten über den mit »N« bezeichneten Wanderweg über die Siedlung »Tempelberg« zum »Achäologischen Wanderpfad« und weiter in das Naturschutz-gebiet »Fischbecker Heide« bei Neugraben-Fischbeck wandern.

Nach Osten führt der Wanderweg »A« bis Sottorf. Über den mit »KA« gekennzeichneten Weg Richtung Südwesten
gelangen Sie auch von hier zum »Karlstein«.
Weiter nach Neugraben geht es nun von hier aus abwärts. Der Weg – ebenfalls mit »N« bezeichnet – folgt ständig der alten Schmelzwasserrinne.
Je länger Sie unterwegs sind, je tiefer Sie steigen und je häufiger Sie an einmündenden Seitentälern vorüber kommen, desto besser können Sie sich ein Bild von dem strömenden Wasser machen, das sich hier einst seinen Weg in die Elbe suchte.

Sie sollten auf Ihrer Wanderung auch auf die alten Einzelbäume oder Baumgruppen am Weg achten, die hier das Landschaftsbild prägen: Meist handelt es sich um alte Laubbäume mit großen Kronen. Nicht selten sind sie in einem Alter, in dem bereits der natürliche Zerfall beginnt. Solche Bäume sind überlebenswichtig
für Vögel, Fledermäuse, Käfer, Schnecken, Flechten und Pilze.


Je tiefer Sie in die Schlucht absteigen, desto mehr nimmt das Landschaftsbild Mittelgebirgscharakter an. Die Buchen bleiben zurück und an den steilen Hängen nehmen Fichtenwälder zu. Immer wieder zweigen Seitentäler ab. Streckenweise verengt sich die Schlucht erheblich. Übrigens: Die Findlingsblöcke am Wegesrand dienen in der Regel als Wegweiser – Richtungspfeile, Ortsbezeichnungen und Entfernungsangaben helfen Ihnen, stets auf dem richtigen Weg zu bleiben.


Schon fast am Ende der Wanderung, an der Grenze zwischen Niedersachsen und Hamburg, treffen Sie auf den »Moisburger Stein«. Auch er ist wieder eine Grenzmarkierung. Diesmal
stammt sie aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Die von hier abzweigenden, markierten Wanderwege führen zum einen nach Westen (»N«) über den »Archäologischen Wanderpfad« in
das Naturschutzgebiet »Fischbecker Heide«, zum anderen nach Süden (»Ka«) zum »Karlstein« und nach Südosten (»Ki«) zum Museumsdorf Kiekeberg.


Gut 400 Meter weiter verlassen Sie den geschlossenen Wald. Nach einer kurzen Strecke durch die offene Tallandschaft am Heidefriedhof erreichen Sie wieder Ihren Parkplatz im
»Falkenbergsweg« in Neugraben-Fischbeck

Waldschänke

Waldschänke

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