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Rein- und Sieboldstal (Landesforsten)

Rubrik:Wandern, Kurzwanderung
Start:Parkplatz Reintalstraße (Schützenhaus)
Ziel:Parkplatz Reintalstraße (Schützenhaus)
Länge:10,84 km
Dauer:2,5 Stunden
Schwierigkeit:Überwiegend breiter, gut ausgebauter Waldwirtschaftsweg,
einige kleinere Steigungen, kleine Fußwege zu den Sandsteinfelsen »Hurkutstein« und »Jägerstein«. Feste Schuhe mitnehmen!
Anfahrt:Auto: A 7, Abfahrt Dreieck Drammetal auf der L 564 über Dramfeld, Obernjesa und Stockhausen (B 27), weiter auf der
K 21 nach Ballenhausen und Reinhausen.
Von Göttingen auf der B 27 bis kurz hinter Stockhausen, dann nach Ballenhausen und Reinhausen abbiegen. Der Parkplatz befindet sich in der Reintalstraße in Reinhausen. Bitte folgen
Sie den Wegweisern zum »Schützenhaus«.

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Informationen zur Tour

Die Wanderung führt Sie durch die wunderschöne Landschaft
des südlichen Niedersachsens mit Buchen- und Fichtenwäldern und beeindruckenden Felsformationen des Buntsandsteins.

Köhlerhütte

Köhlerhütte

Sie wandern zunächst auf einer geteerten Straße und später auf einem gut ausgebauten und gut beschilderten Waldwirt-schaftsweg leicht ansteigend zunächst das »Reintal« und dann
das »Sieboldstal« hinauf.
Ihre erste Rast können Sie nach ca. 1,0 Kilometer an der »Köhlerhütte« machen. Bänke und Tische aus Holz laden Sie bei gutem Wetter auch vor der Hütte zu einer gemütlichen Pause
ein. Heute sind die Hütten mit ihren bekannten spitzen Dächern als Rastplatz für Wanderer gedacht, früher dienten sie den Köhlern als Schutz-und Schlafraum.

200 Jahre alte Buchen gegenüber der Köhlerhütte und 80-jährige Douglasien, Lebensbäume, Fichten und Lärchen zeugen von einem alten Forstkamp und dem Bemühen der Forstleute, die besten Wuchsbedingungen für verschiedene Baumarten
zu erforschen.

Kurz nach der Köhlerhütte führt Sie ein Wegweiser zum 100 Meter entfernt gelegenen Naturdenkmal »Hurkutstein«. »Hurkut« oder »hurkuzen« kommt aus dem Niederdeutschen und bedeutet so viel wie »niederhocken« oder sich »verkriechen«. Nach überl-ieferter Sage gehörten die beiden Burgen, die früher auf den Gleichengipfeln standen, einst zwei Brüdern. Der Herr von Altengleichen war kinderlos, so dass nach seinem Tode das
Erbe dem Bruder zugefallen wäre. Da geschah es aber, dass doch noch ein Sohn und Erbe geboren wurde, was den Herrn von Neuengleichen so sehr aufbrachte, dass er einem seiner Knechte befahl, den verhassten Neffen aus der Welt zu schaffen. Der Knecht hatte keine andere Wahl, verkleidete sich als Mönch und lockte den Knaben zu sich. Er trug ihn in den Wald und überließ ihn seinem Schicksal. Der Knecht selbst zog in die weite Welt.
Eines Tages beichtete er, von Gewissensbissen geplagt, dem Prior des Klosters Reinhausen seine Sünde und bat darum, ins Kloster aufgenommen zu werden. Dieser hingegen wählte für den Knecht dasselbe Schicksal, welches jener dem Jungen auferlegte: Auch er sollte fern ab der Zivilisation im Wald unter Tieren leben. So suchte sich der Knecht im Klosterwald einen Felsen, von dem aus er die Gleichen sehen konnte. Er erweiterte eine Felsenspalte
zu einer kleinen kammerartigen Höhle, die ihm bei Nacht, Kälte, Regen und Schnee Schutz bieten sollte – dem »Hurkutstein«. Mit Hilfe der heute angebrachten Leiter können Sie sich selbst davon überzeugen, wie eng und ungastlich so ein Höhlenleben war!


Ihr Weg führt Sie auf den Hauptwirtschaftsweg zurück, weiter zu den Buntsandsteinfelsen »Jägersteine«, die ebenfalls als Natur-denkmal ausgewiesen sind. Aufgeschichtete Baumstämme entlang Ihres Weges zeugen zu jeder Jahreszeit von den Arbeiten
der Niedersächsischen Landesforsten. In regelmäßigen Abständen werden die Waldbestände »durchforstet«:
Schwache und qualitativ schlechte Bäume werden entnommen, um denjenigen, die bessere Qualitäten erwarten lassen, optimale Wachstumsbedingungen zu geben. Bis diese Bäume wiederum erntereif sind, vergehen bei der Fichte insgesamt rund 100 Jahre,
bei der Buche sogar 140 Jahre! Für diese langen Zeiträume müssen Förster also planen, um für Sie und künftige Genera-tionen Holz zum Bauen und Wohnen umweltfreundlich zu produzieren.

Vorbei an der »Schradersrottwiese«, an deren Stelle sich die erste Siedlung befand, bevor Lichtenhagen besiedelt wurde, gelangen Sie nun zur wohlverdienten Ruhepause in der Gaststätte
»Wollenweber« bei Lichtenhagen, die für ihre besonders schmackhaften Rippchen bekannt ist. Allerdings laden auch die rustikalen Bänke und Tische in der Nähe der Wiese kurz vorher
zum Verweilen ein: Hier haben Sie einen tollen Blick auf prächtige Mammutbäume!
Wenn Sie Lichtenhagen gestärkt verlassen, können Sie auf dem Rückweg ins Reintal eine weiteres Naturdenkmal, den Sandstein-felsen »Taufstein« bewundern oder 1,5 Kilometer vor dem Ziel in einer Wanderschutzhütte die letzte Pause dieser Tour einlegen

Hurkutstein

Hurkutstein

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