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Wanderweg Plesse (Landesforsten)

Rubrik:Wandern, Eintagestour
Start:Parkplatz an der Plesseburg
Ziel:Parkplatz an der Plesseburg
Länge:13,78 km
Dauer:3 Stunden
Schwierigkeit:Breiter, gut ausgebauter Waldwirtschaftsweg, mit Kinderwagen befahrbar
Anfahrt:Auto: A 7, Abfahrt Nörten-Hardenberg, auf der L 446 über Angerstein und Reyershausen folgen Sie den Wegweisern zum Parkplatz an der »Plesseburg«.
Von Göttingen kommend fahren Sie auf der B 3 bis nach Bovenden. Am Ortsausgang von Bovenden rechts Richtung Reyershausen abbiegen und den Wegweisern zur »Plesseburg« folgen.

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Informationen zur Tour

Sie möchten rund ums Jahr Freude an der Natur haben?
Dann ist der »Wanderweg Plesse« genau das Richtige für Sie: Im Winter können Sie bei Schnee diese schöne Tour auch auf Langlaufskiern zurücklegen! Lohnenswert ist ein Abstecher in den »Plessforst« jedoch bei jedem Wetter.

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Ihr Weg führt Sie auf der »Plessestraße «, einem gut ausge-bauten Waldwirtschaftsweg, durch die Buchenwälder des Pless-forstes im Göttinger Wald bis zum »Hünstollen« und zurück.

Die Plessestraße liegt auf einer Höhe von rund 400 Metern über dem Meeresspiegel. Je nach Jahreszeit können Sie am Wegesrand im Frühjahr Frühblüher wie Lärchensporn und Leberblümchen
bewundern. Im Sommer erfreuen Sie die Blüten der Akelei oder später die des Eisenhutes und der Mondviole. Seltene Baumarten
wie Eiben und Elsbeeren säumen den Weg; in der Nähe der Plessestraße befindet sich der größte Eibenwald Nordeuropas.


Bereits nach 500 Metern können Sie einen Abstecher zu den Wallresten der Fliehburg »Wittenburg« und zum »Krummen Altar« machen. Der Krumme Altar ist eine Abbruchkante aus der geologischen Formation des »Unteren Muschelkalkes«. Unterhalb
der Abbrüche wachsen auf sehr nährstoffreichen Böden wunderschöne schlanke Buchen in den Himmel.
Die Abbruchkanten des 205 bis 215 Millionen Jahre alten Gesteins entstanden durch Höhenunterschiede in den Schichten des Zechsteins, die den Untergrund des Plessforstes bilden. Darüber liegen aus der Zeit des Erdmittelalters (vor 245 bis 65 Millionen
Jahren) Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper. Aus dem Erdinneren kommende tektonische Kräfte verändern durch Hebung und Senkung oder durch Zusammenschiebung von
Gesteinsmassen die Erdoberfläche – natürlich in langen Zeiträumen und für uns unmerklich.

Zurück auf der Plessestraße wandern Sie durch Buchenwälder des Niedersächsischen Forstamtes Reinhausen. Die Buche ist hier die Hauptwirtschaftsbaumart: 56 Prozent aller Bäume sind Buchen. Weitere wichtige Baumarten sind Eichen, Ahorne, Eschen, Fichten, Lärchen, Kiefern und Douglasien. Insgesamt nutzt das
Forstamt jährlich rund 65.000 Kubikmeter Holz. Der umwelt-freundlich nachwachsende Rohstoff Holz ist wertvoll: Er wird zu Möbeln, Furnieren, Parkettholz und zu Bauholz verarbeitet. Dabei wird nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit gewirtschaftet:
Es werden 9 Kubikmeter Holz pro Jahr und Hektar geerntet, es
wachsen aber 12 Kubikmeter Holz nach, so dass sich ein beständiger Holzvorrat aufbauen kann und keine Übernutzung stattfindet.

Nach knapp der Hälfte der Strecke können Sie einen wunderschönen Blick auf das Dorf Billingshausen genießen – eine Bank lädt Sie hier zu einer kleinen Pause ein. Die Waldgebiete
um den »Hünstollenturm« sind seit über 30 Jahren Naturwaldflächen – die dauerhaft aus der Nutzung genommenen, ehemals bewirtschafteten Wälder dürfen verwildern. Sie sind die Urwälder von morgen. Wie die Bäume wachsen, alt werden und
schließlich absterben, wird mit Hilfe von Messungen, Vegetations-aufnahmen und Inventuren dokumentiert. Die gewonnenen Erkenntnisse sind Grundlage für den Waldbau und den
Waldnaturschutz – alle Daten und Erfahrungen werden stets an die nächsten Förstergenerationen weitergegeben. Die bisherigen 30 Jahre Naturwaldforschung sind eine kurze Zeitspanne für den Wald, denn die Lebensspanne eines Buchenwaldes beträgt ungefähr 300 Jahre. Reine Urwälder, die nie mit Menschenhand
in Berührung kamen, gibt es in Deutschland nicht mehr. Bitte verlassen Sie während Ihrer Wanderung hier nicht die Wege – auch auf die etwas erhöhte Astbruchgefahr sollten Sie achten

Kurz vor dem Hünstollenturm, der eine fantastische Aussicht auf die Wälder, Dörfer und landwirtschaftlichen Flächen von Harz, Eichsfeld und Leinebergland bietet, sehen Sie in Abständen von 100 Metern die Überreste der drei Wälle einer alten Fliehburg (Fluchtburg, die nur gelegentlich in Zeiten der Not von der Bevölkerung aufgesucht wurde). Die Anfänge der Befestigung dieser Anlage liegen in der Eisenzeit (700 v. Chr. bis zur Zeitwende).
Die Bezeichnung »Hünstollen« für diese Bergkuppe ist bis in die Zeit des Mittelalters zurückzuverfolgen und wird mit der Sage vom Hünen Gerold von Imbshausen in Zusammenhang gebracht, der im Kampf mit dem Grafen von Gleichen hier den Tod gefunden haben soll. Vom Turm aus sehen Sie die Orte Bösinghausen, Holzerodeund Billingshausen.


Nach der Turmbesteigung lädt Sie ein gemütlicher Rastplatz mit Tisch und Bänken zu einem Picknick ein, bevor es auf dem gleichen Weg zurück zum Parkplatz und zur »Plesseburg« geht.
Die Burg der Herren von Plesse wurde urkundlich erstmals im Jahr 1015 erwähnt und war jahrhundertelang Zentrum einer eigenständigen Herrschaft mit zahlreichen Lehen bis ins Eichsfeld und nach Thüringen hinein. Falls Sie in der Gaststätte auf der Plesseburg einkehren, haben Sie auch hier noch einmal die Möglichkeit, eine wunderschöne Aussicht von der Burganlage zu genießen.

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