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Rund um das Jagdschloss Göhrde (Landesforsten)

Rubrik:Wandern, Eintagestour
Start:Parkplatz am Jagdschloss
Ziel:Parkplatz am Jagdschloss
Länge:7,10 km
Dauer:3 Strunden
Schwierigkeit:Bequeme Wanderung auf Wirtschaftswegen,
familienfreundlich.
Anfahrt:Auto: Von Lüneburg über die B 216 Richtung
Dannenberg oder von Bad Bevensen die L 253
über Himbergen nach Göhrde. Dort der Ausschilderung
Waldmuseum folgen, Parkmöglichkeiten finden Sie nach dem Abbiegen von der B 216 nach 50 Metern auf der linken Seite.

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Informationen zur Tour

Erwandern Sie sich ein Stück niedersächsischer
Geschichte! Lassen Sie sich in die Eiszeit zurückversetzen,
und spüren Sie die herrschaftliche Atmosphäre und den
Glanz höfischer Jagd: Dieser Rundweg bietet von allem
etwas!

Waldmuseum

Waldmuseum

Der Ort Göhrde liegt an der B 216 zwischen Dahlenburg und Dannenberg. Von Süden kommend erreichen Sie Göhrde auf der L 253 über Bad Bevensen und Himbergen. In Göhrde folgen Sie der Ausschilderung »Waldmuseum«. Gleich nachdem Sie von der B 216 abgebogen sind, finden Sie nach 50 Metern auf der linken Seite der »König-Georg-Allee« Parkmöglichkeiten.


Hier beginnt der Rundweg. Bevor Sie der König-Georg-Allee Richtung »Waldmuseum« folgen, lohnt sich ein Blick zurück zum Anfang der Allee: Auf der gegenüberliegenden Seite sehen Sie das älteste Gebäude Göhrdes, das 1652 im Auftrag von Herzog
August dem Jüngeren von Braunschweig- Lüneburg gebaute »Jagdhaus «. Im Hintergrund sehen Sie auch das Jagdschloss Göhrde – doch dazu später mehr.


Nun geht es erstmal los Richtung Waldmuseum. Schauen Sie einmal nach rechts: Hier haben Sie einen schönen Blick ins Tal des »Kateminer Mühlenbaches«, dessen Lauf einer zur Weichsel-eiszeit entstandenen Schmelzwasserrinne zum Urstromtal der Elbe folgt. Vorher flossen noch alle Bäche nach Süden zur Aller hin.
Links vor Ihnen liegt der Sitz des Niedersächsischen Forstamtes Göhrde. Der Name »Göhrde« bezeichnet zum einen die gleich-namige Ortschaft, zum anderen aber den ca. 6.000 Hektar großen Kernbereich des umliegenden Waldgebietes. Das Forstamt Göhrde bewirtschaftet heute ca. 20.000 Hektar Landeswald in den Landkreisen Luüneburg und Lüchow-Dannenberg.
Das Besondere am Waldgebiet Göhrde ist, dass es seit rund 350 Jahren durchgehend von Forstleuten betreut wird und gleichzeitig natürlich auch herrschaftliches Jagdrevier war. Der oben erwähnte »Herzog August der Jüngere« ließ bereits 1652 infolge der Holznot nach dem Dreißigjährigen Krieg ein »Forstambt« in Göhrde errichten. 1654 trat eine umfangreiche Forstordnung für die Wälder des Fürstenhauses Dannenberg in Kraft, »dass Uns eine immerwährende beständige Holznutzung und dem Lande eine beharrliche Feuerung von Jahren zu Jahren jetziger und künftiger Zeit den Nachkommen bleiben und folgen möge«: Ein erster Nachweis nachhaltiger Forstwirtschaft in der Region.

Vorbei am Forstamt gelangen Sie zum Waldmuseum. Es ist in den Resten des ehemaligen »Celler Stalles« (1672 erbaut) unter- gebracht und informiert über Landschaftsentwicklung, Jagdgeschichte und Forstwirtschaft in der Göhrde. Ein Besuch lohnt sich immer, egal, ob zu Beginn oder am Ende Ihrer Wanderung.
Kurz nach Ende der Ortsbebauung fällt auf der rechten Seite ein Straßenschild für einen Wiesenweg auf. Der Weg ist nach Oscar L. Tesdorpf benannt, einem Hamburger Kaufmann, der 1903 als Geschenk an den Kaiser Muffelwild aus Sardinien in der Göhrde einbürgerte. Das Muffelwild kommt seitdem in einem kleinen
stabilen Bestand hier vor. Weiter geht es in Richtung der Ortschaft Dübbekold. In der Linkskurve der Straße biegen Sie rechts ab und überqueren den »Kateminer Mühlenbach«. Zur Rechten liegt der ehemalige Waschteich des Göhrder Schlosses.

Sie folgen dem Weg immer geradeaus, vorbei an Wiesen und Feldern, durch vielfältige Waldbestände. Diese Feld- und Waldflächen wurden erst 1895 von der Forstverwaltung angekauft.
Rund 1,0 Kilometer hinter dem Waschteich erreichen Sie eine größere Ackerfläche. Sie bleiben weiter auf Ihrem Weg, der in einer lang gestreckten Rechtskurve langsam ansteigt.
Nach dem vorsichtigen Überqueren der Bundesstraße gelangen Sie ins Naturschutzgebiet »Wälder am Jagdschloss Göhrde«. Sie tauchen ein in einen vielfältigen, alten Laubwald mit riesigen, über 300-jährigen Traubeneichen. Diese Eichen begründeten den
Ruf der Göhrder Furniereichen, die wegen ihres langsam gewachsenen Holzes Spitzenpreise bei Versteigerungen erzielten.

Aus Naturschutzgründen wird im Forstamt Göhrde heute überwiegend auf die Nutzung dieser alten Eichen und damit verbundener Einnahmen verzichtet. An der nächsten Kreuzung
ändert sich das Bild: Rechts vor Ihnen liegt der Kollaser Grund, ein lichter alter Wald mit Traubeneichen, Fichten und Kiefern, wie er früher für weite Teile der Göhrde typisch war. Sie gehen weiter geradeaus und lassen den Kollaser Grund rechts liegen.
Nach wenigen hundert Metern macht der Weg eine leichte Linkskurve. An der linken Seite fällt nun ein dunkler Buchenwald ins Auge. Es handelt sich um den 40 Hektar großen Naturwald
»Ewige Route«, in dem seit 1996 keine forstliche Nutzung mehr erfolgt. Die natürliche Entwicklung dieses naturnahen Draht-schmielen-Buchenwaldes wird wissenschaftlich begleitet

Die Namen gebende, bereits im 17. Jahrhundert angelegte »Ewige Route« verläuft einmal rund durch die Göhrde und geht auch durch den Naturwald. An der nächsten Kreuzung biegen Sie rechts und gleich wieder scharf rechts in einen kleinen Hohlweg
ab, dem »Zienitzer Weg«. In diesem Bereich hat sich im Mittelalter der Ort Wickow befunden, der aber bereits in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts wieder verlassen
war. Heute erinnert hieran noch die »Wickauer Kuhle«, eine kleine Wasserstelle in der Nähe. Aus Mangel an Wasser, guten Wiesen und fruchtbarem Ackerboden waren vermutlich bereits Ende des 15. Jahrhunderts keine Ortschaften mehr in der Göhrde
vorhanden. Späteren Neuansiedlungen stand dann das herrschaftliche Interesse an einem ungestörten Jagdgebiet
entgegen.
Am Ende des Zienitzer Weges biegen Sie links auf den Hauptweg ab. Hier finden Sie auch eine Bank, die zu einer erholsamen Rast einlädt. Der Weg schlängelt sich nun etwas bergab durch ältere Fichten, in denen sich alte, teilweise abgestorbene Eichen als
Zeugen einer vergangenen Zeit befinden. Diese, überall im Göhrdewald anzutreffenden Relikte sind ein Grund dafür, dass der Hirschkäfer hier noch weit verbreitet ist.
An der nächsten Kreuzung geht es rechts ab. Der Weg wird nun von Buchen beschattet, an der linken Seite befindet sich ein Eichenjungwuchs. Hinter den Eichen biegen Sie links auf eine kleine Allee ab, deren verschiedene Baumarten mit Infotafeln versehen sind.
Nach 150 Metern, am Ende dieses Lehrpfades, halten Sie sich links und kommen wieder auf einen Hauptweg, dem Sie bergab bis zur Landstraße folgen. Sie überqueren die Straße am Ende des dortigen Parkplatzes und folgen ein kurzes Stück der »von
Unruh Straße« bis zur nächsten Abzweigung; hier biegen Sie rechts ab.
Nun geht es auf der »Schlossroute« immer geradeaus bis zum »Jagdschloss Göhrde«. Diese für die Parforcejagd angelegten Routen zeugen noch heute von den Jagden vergangener
Zeiten. An der Front des Jagdschlosses steht das Hubertusdenkmal. Das heutige Jagdschloss war ursprünglich
der Marstall der eigentlichen Schlossanlage, die hier Anfang des
18. Jahrhunderts entstanden war. Als »Marstall« bezeichnet man in fürstlichen Hofhaltungen die Gebäude für Pferde und Kutschen, beziehungsweise die Gesamtheit aller Pferde eines Fürsten. 1709 war das neue Jagdschloss fertig gestellt – es war der stilvollste und größte Barockbau im Lüneburger Land: Es gab ein Theater
und Ställe für fast 500 Pferde! In diese Zeit fällt auch die Blüte des höfischen Lebens in der Göhrde.Wichtig bei den
abgehaltenen Parforcejagden war das Zeremoniell, nicht die Jagdstrecke. Diese mit unvorstellbarem Aufwand betriebenen Jagdlager dauerten rund zwei Monate.
Bedingt durch die politischen Veränderungen am Ende des 18. Jahrhunderts schwand das Interesse an der Göhrde, viele Gebäude verfielen.Am 16. September 1813 wurden die Franzosen
von den verbündeten Russen, Deutschen, Briten und Schweden, in deren Reihen auch hannoversche Truppen standen, besiegt. Unweit Ihrer Wanderroute, Richtung Lüneburg, finden Sie ein Denkmal zur Erinnerung an die Schlacht an der Göhrde. Nach dem Krieg gegen Napoleon wurde das Schloss 1827 wegen
Baufälligkeit abgerissen. 1866 wurde die Göhrde Hofjagdrevier
des Preußischen Königs, und der Marstall wurde zum Schloss ausgebaut. Kaiser Wilhelm I. jagte hier bis1883, Kaiser Wilhelm II. von 1888 bis 1913. Heute befindet sich im Schloss eine Heimvolkshochschule.
Ihre Wanderung neigt sich nun dem Ende: Sie müssen nur noch die Bundesstraße überqueren und befinden sich wieder am Ausgangspunkt Ihrer Wanderung.

Alte Eichen

Alte Eichen

Hubertus-Denkmal vor dem Jagdschloss

Hubertus-Denkmal vor dem Jagdschloss

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