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Elbtour bei Junkerwerder (Landesforsten)

Rubrik:Wandern, Kurzwanderung
Start:Wanderparkplatz an der Elbuferstraße
Länge:5,19 km
Dauer:2 Stunden
Schwierigkeit:Bequeme Halbtageswanderung auf Wirtschafts- und
Wanderwegen, leichte Steigungen.
Anfahrt:Auto: Von Lüneburg über die B 216 Richtung
Dannenberg, in Metzingen auf die L 255 nach
Hitzacker, dort die Elbuferstraße (K 36) Richtung
Tießau. Ca. 3 km hinter Hitzacker liegt an der
linken Seite ein ausgeschilderter Wanderparkplatz.

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Informationen zur Tour

Wald und Wasser, ebene Wiesen und steil abfallende
Höhenzüge, enge Täler und weite Ausblicke. Dies alles
können Sie auf der Wanderung entlang der Elbe durch
das Waldgebiet Junkerwerder erleben. Lassen Sie sich
entführen in das Biosphärenreservat »Niedersächsische
Elbtalaue«!

Blick auf die Elbe

Blick auf die Elbe

Die Wanderroute beginnt an einem ausgeschilderten Wanderparkplatz, der an der Elbuferstraße Richtung Hitzacker, rund 1,5 Kilometer hinter der Ortschaft Tießau, an der rechten
Seite liegt. Hier finden Sie auch eine kleine Schutzhütte – der richtige Ort für eine letzte Stärkung, denn nun geht es los: Zuerst überqueren Sie die Kreisstraße und biegen in das gegenüberl-iegende Elbvorland ein. Bereits hier spüren Sie den Einfluss der nahen Elbe, Deutschlands drittgrößtem Strom.

Nach kurzer Strecke durch üppige Vegetation biegt der mit einem weißen »E« markierte Elb-Höhenweg nach rechts ab. Der zwischen den Bäumen verlaufende Spülsaum zeigt an, dass die Elbe ein lebendiger Fluss ist. Der Spülsaum kennzeichnet jene
Linie, bis zu der Treibgut wie Gras, Holz und Müll bei Hochwasser angespült und abgelagert wurde. An den Ufern der Elbe sowie deren Altarmen und Bracks haben sich Säume von
Weidenauwald, Röhrichte und Hochstauden gebildet. Ein genauer Blickkann sich übrigens lohnen: In der Elbtalaue leben heute auch wieder Biber und Fischotter!
Der Elb-Höhenweg selbst liegt anfangs im Bereich eines Waldes mit Auwaldcharakter. Hier finden Sie Stieleichen,
Eschen und Ulmen. Der Weg gewinnt nun langsam an Höhe, und es tauchen die ersten Nadelbäume auf. Von dieser höheren Position aus eröffnen sich immer wieder Ausblicke auf die Elbe
und in das dahinter liegende Amt Neuhaus, der einzigen rechtselbischen Samtgemeinde Niedersachsens. Nach rund 1,5 Kilometern, nachdem  Sie das Klärwerk von Hitzacker passiert
haben, erreichen Sie einen Rastplatz mit einer Schutzhütte. Von nun an geht es langsam wieder bergab, und Sie erreichen erneut eine Schutzhütte. Sie folgen dem Elb-Höhenwegund biegen rechts ab in die »Wolfsschlucht«, ein enges, durch Schmelzwasser
entstandenes Tal. Auch an heißen Tagen spenden die dortigen
Buchen eine angenehme Kühle. Am Schild »Wolfsschlucht« verlassen Sie den Elb-Höhenweg, folgen dem rechten Seitenarm der Schlucht und erreichen die Elbuferstraße. Am Straßenrand geht es zunächst 50 Meter bergauf und dann in dennächsten Waldweg nach rechts ab. Sie befinden sich auf dem »Tießauer
Kirchweg« und gehen rund 2,0 Kilometer immer geradeaus. Sie passierendie Feldflächen des »Gut Meudelfitz« und kommen an einer kleinen Waldwiesevorbei. Der mit Gras bewachsene
Weg geht etwas bergauf und bergab, um dann stetig anzusteigen. Baldsehen Sie auf der rechten Seite am
Abteilungsstein 515/516 die Resteeines abgesperrten alten Bunkers. Das Gebiet, das Sie gerade durchqueren,
gehört zu einem ehemaligen»WiFo-Gelände«. »WiFo« steht für
»Wirtschaftliche Forschungsgesellschaft«. Auf rund 400 Hektar wurdehier ab 1935 mit zeitweise 2.000 Arbeitskräftenin kurzer Zeit ein unterirdisches Öl- und Benzintanklagerangelegt. Die An- und Abfuhr des Mineralöls erfolgte mit Tankschiffen
über die Elbe sowie mit der Bahn.1945 wurden in diesem Gebiet 105 Bunker völlig intakt von den Briten übernommen. Nachdem die Tanksgeleert und verwertbare Rohstoffeausgelagert worden waren, wurdendie riesigen Bunker gesprengt.
Die letzten verwertbaren Reste wurdendann von einer Hamburger Baufirma geborgen, die anschließend die gewaltigen Löcher wieder eingeebnet hat. Hierbei wurden über 240.000 Kubikmeter Sand bewegt! Am Ende blieb auf weiten Flächen eine Sandwüste
übrig, so dass rund 150 Hektar Wald wieder aufgeforstet werden
mussten. Die ehemaligen Aufforstungsflächen sind mittlerweile vielfach mit Buchen unterbaut und entwickeln sich
zu einem vielfältigen Mischwald. Auch auf den alten Betonresten hat der Wald wieder Fuß gefasst.
Ein paar hundert Meter weiter erkennen Sie auf der linken Seite eine riesige alte Baugrube eines damals nicht fertig gestellten Bunkers. Auch hier entwickelt sich von selbst ein Wald
aus den Pionierbaumarten Kiefer,Aspe und Birke. Der Weg geht nun etwas bergab. Sie biegen an der nächsten Abzweigung in ein kleines Tal scharf rechts ab und gelangen auf dem Elb-
Höhenweg wieder zum Ausgangspunkt Ihrer Wanderung zurück.

Tipp: Von hier aus sollten Sie in jedemFall einen Abstecher in die alte FachwerkstadtHitzacker machen. Sehenswert ist der historische Stadtkern aufeiner Insel zwischen Elbe und Jeetzel.
Auch Deutschlands nördlichstem Weinberg sollten Sie einen Besuch abstatten: Er bietet einen herrlichen Blick über die Elbe und das jenseitige Elbvorland. Einen Abstecher ist auch das »Archäologische Zentrum Hitzacker« wert, ein Freilichtmuseum
über die Bronzezeit

Bunkerreste

Bunkerreste

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