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Lakenteich und Neuer Teich (Landesforsten)

Rubrik:Wandern, Eintagestour
Start:Neuer Teich
Ziel:Neuer Teich
Länge:6,20 km
Schwierigkeit:Einfache Wandertour auf Wirtschaftswegen, bei
Bedarf kurze Strecken auf Pfaden.
Anfahrt:Auto: Von der A 7, Abfahrt Nörten-Hardenberg, auf der B 446 und B 241 nach »Uslar«. Anschließend auf der Kreisstraße über Eschershausen zum Neuen Teich.

Von Hameln auf der B 83 bis Holzminden, auf der B 497 nach Silberborn. Von der Straße nach Dassel rechts auf die Nebenstrecke zum Neuen Teich abbiegen.
Bus/Bahn: Bus- und Bahnverbindungen sind nur bis Uslar und Neuhaus möglich.

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Informationen zur Tour

Der Transport großer Holzmengen bereitete den
Menschen bis in das letzte Jahrhundert hinein viele Schwierigkeiten. Einfacher als der Transport mit Pferdewagen war die Flößerei. Die Wanderung führt Sie entlang der alten Transportwege, die sich die Kraft des Wassers zu Nutze machten.

Lakenteich

Lakenteich

Der Rundwanderweg beginnt an dem bereits 1737 angelegten »NeuenTeich«. Um den jährlichen Transport
von bis zu 4000 Klaftern Buchenholz
(rund 16.000 m3) bewältigen zu können,
machte man sich hier die Wasserkraft
zu nutzen. Jahrhunderte lang
spielte die Flößerei in dieser Gegend
als preiswertes Transportmittel eine
wichtige Rolle: Bis in die Residenz
nach Hannover wurde das Holz
geflößt!
Um den Raubbau des Waldes nicht
noch weiter voranzutreiben, wurde
unter Forstmann Christian von Seebach
die Holzflößerei zu Beginn des
19. Jahrhunderts eingestellt. Heute
können Sie sich an der künstlich
geschaffenen Idylle des mitten im
Wald gelegenen Teiches erfreuen. In
seiner breiten Verlandungszone fällt
vor allem die Wasser-Schwertlilie mit
ihren gelben Blüten auf.
Der Rundwanderweg folgt nach der
Überquerung des Dammes dem Verlauf
der »Ilme«, und trifft nach einer
Weile auf einen geschotterten Forstweg.
Unter hohen Fichtenbäumen,
vermischt mit jungen Birken und
Vogelbeeren, fließt der Bach zeitweise
nur noch als Rinnsal das schmale
Tal hinunter. Das wenige Wasser im
Bach erschwert die Vorstellung, dass
hier in der Vergangenheit die Holzscheite
Tal abwärts geflößt wurden.
Doch mit dem Ziehen der Schotten (Holzabsperrungen in Wehren) beförderte
die Wasserwelle das Holz in
Richtung Leine. Eine zusätzliche
Erleichterung des Transports brachte
eine Sandsteineinfassung des Baches.
An einigen Stellen können Sie noch
Reste der Sandsteinblöcke entdecken.
Im Tal angekommen, weisen zwei
Erlen wie ein Tor den Weg über eine
Brücke auf die andere Straßenseite.
Der schmale Trampelpfad parallel zur
Straße führt Sie um einen ehemaligen
Steinbruch herum. Links und rechts
des schmalen Pfades und entlang der
Landstraße können Sie alle »Bäume
des Jahres« bewundern, die seit 1989
gekürt wurden: von der Stieleiche
(1989) bis zur Walnuss (2008). Teilweise
durch dichtes Gestrüpp aus
Himbeeren, Brombeeren, Holunder
und vielen Gräsern gelangen Sie zum
»Lakenbach«.
Beim Anblick des weitläufigen Bachtales
kann man nachvollziehen, dass
auch hier jährlich mehrere tausend
Klafter Holz befördert wurden. Der
Lakenbach wurde von einem zweiten
Floßteich, dem »Lakenteich« gespeist.
Um ihn zu erreichen, folgen Sie dem
Bachverlauf bergauf, vorbei am »Großen
Mittelberg«. Traubeneichen säumen
den leicht ansteigenden Weg und
nach kurzer Zeit erreichen Sie den
»Bartram-Gedenkstein«, der einem
verunglückten Förster gewidmet ist.
Am 3. 8.1904 wollte der Förster
Bartram mit seinem Gewehrkolben
den gelockerten Pflock eines Wasserfasses
einschlagen, durch die Erschütterung
löste sich der tödliche Schuss. Ihr Weg verläuft weiter entlang des
Lakenbachs, der ein bevorzugtes
Laichgebiet der heimischen Bachforelle
ist. Sie gelangen bald in ein
breites Wiesental – im Frühjahr tummeln
sich die kleinen Fische in diesem
Bachabschnitt zu Hunderten! Die
verstärkte Sonneneinstrahlung führt
dazu, dass sich Wasserinsekten und
wirbellose Tiere gut entwickeln können.
Einzelne Erlen begleiten auch
hier den Bach. Kühe auf den Weiden
runden das Bild einer reizvollen
Landschaft ab.
Am Lakenbach entlang erreichen
Sie nun den Lakenteich, der bereits
1680 als Floßteich angelegt wurde.
Hier haben Sie die Gelegenheit, sich
am Seeufer von der vorherigen Steigung
zu erholen. In der direkten Umgebung
des Lakenteichs gibt es viele
Feuchtwiesen, im Juni blüht hier die
»Kuckuckslichtnelke« und das »Breitblättrige
Knabenkraut«. In kleinen
Wiesen-Tümpeln erscheinen im Sommer
die großen Blüten der »Gelben
Teichrose«. Viele Libellen finden hier
ihren Lebensraum.
Eine kleine Scheune steht hier noch
als Überbleibsel eines ehemaligen
Forsthauses. Ende der 60er-Jahr ordnete
das Landwirtschaftsministrium
an, die Dienstgehöfte im Außenbereich
aus Kostengründen nach der
Pensionierung der jeweiligen Förster
abzureißen. Als 1975 Forstamtmann
Bartels in Pension ging, erfolgte die
Sprengung des Laken-hauses, das
sich unmittelbar neben der Scheune
befand. Um zum »Neuen Teich« zurückzugelangen,
müssen Sie nach
links etwa 800 Meter entlang einer
asphaltierten, schmalen Waldstraße
gehen. Hinter den dunklen Fichtenaufforstungen
schimmern ab und an
noch Feuchtwiesen durch. Hochmoorartige
Bereiche machen sich durch das
Vorkommen des Wollgrases bemerkbar.
Ein schmaler Trampelpfad parallel
zur Straße führt Sie durch hohe
Fichtenwälder. Schon bald glitzert das
Wasser des Neuen Teiches durch die
Stämme der Bäume. Das Ende Ihrer
Rundwanderung ist erreicht.

Breitblättriges Knabenkraut

Breitblättriges Knabenkraut

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