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Freeden-Wanderung (Landesforsten)

Rubrik:Wandern, Eintagestour
Start:Wanderparkplatz Kleiner Freeden (Wassertretstelle)
Länge:8,53 km
Dauer:3 Stunden
Schwierigkeit:Bequeme Wanderung auf Forstwegen und Wanderpfaden.
Anfahrt:Auto: A 30 Abfahrt Nahne, dann auf der B 51
nach Bad Iburg. Beim Uhrmachermuseum links
halten, bis Sie den Wanderparkplatz »Kleiner
Freeden« erreichen.
Beschilderung:Die Tour ist ausgeschildert. Beschilderung »Hermannsweg«,
Kennzeichnung durch ein weißes »H«, später »Weg Nr. 6«.

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Informationen zur Tour

Diese Wanderung führt Sie durch das Naturschutzgebiet
»Freeden« im Teutoburger Wald, östlich der Stadt
Bad Iburg gelegen. Das idyllisch gelegene Schutzgebiet
gehört zum größten zusammenhängenden Buchenwaldgebiet
im westlichen Niedersachsen. Auf der Tour erleben
Sie »Natur pur« – und das im wahrsten Sinne des Wortes,
denn Ihre Wanderung führt Sie entlang eines echten
»Naturwaldes«.

Hermannsweg

Hermannsweg

Startpunkt der Wanderung ist der
Wanderparkplatz »Kleiner Freeden«,
der von den Einheimischen auch als
Parkplatz »Wassertretstelle« bezeichnet
wird. Dieser Parkplatz ist Ausgangspunkt
einer Vielzahl von gut
gekennzeichneten Wanderwegen. Die
Infotafeln am Parkplatz informieren
Sie über Sehenswürdigkeiten und
markante Plätze in diesem Gebiet.
Orientieren Sie sich zu Beginn Ihrer
Wanderung rechts und folgen Sie dem
»Hermannsweg«.
Dieser Weg, gekennzeichnet durch ein
weißes »H«, führt Sie zunächst über
den Rücken des »Kleinen Freedens«.
Als »Kleiner Freeden« und »Großer
Freeden« werden die herausragenden
Erhebungen des Teutoburger Waldes
östlich von Bad Iburg bezeichnet.
Der geologische Kern des Freedens
besteht aus Kalkgestein. Diese Tatsache
ist unschwer zu erkennen:
Aus dem Wanderweg ragen viele
weiße, teilweise scharfkantige Steine
heraus. Das Kalkgestein bildet an seiner
Oberfläche einen sehr fruchtbaren
Boden – hier gedeihen prachtvolle
Buchenmischwälder mit Esche, Bergahorn,
Bergulme und Kirsche. Außerdem
ist der Freeden für die Pracht
seiner Lerchenspornblüte bekannt:
Jedes Frühjahr verwandelt sich vor
allem die Nordflanke des »Großen
Freedens« in ein riesiges, violettweißes
Blütenmeer. Übrigens: Der
»Hohle Lerchensporn« gehört wie das

»Waldbingelkraut«, das »Waldveilchen«,
der »Aronstab« oder der »Waldmeister
« zu den Frühblühern. Diese Pflanzen
absolvieren den größten Teil ihres
alljährlichen Lebenszyklus’ von der
Blätterbildung über die Blüte bis hin
zur Fruchtreife im zeitigen Frühjahr.
Der Grund dafür liegt auf der Hand:
Später, nach dem Laubaustrieb der
Buche, ist es auf dem Boden des Waldes
für diese Pflanzen zu dunkel.
Weiter geht die Wanderung: Nach
etwa zwei Kilometern macht der
»Hermannsweg« einen Schlenker auf
den Südhang des Höhenzuges und
umgeht so den Naturwald. Wundern
Sie sich übrigens nicht: Der »Hermannsweg
« ist fortan auch als »Ahornweg
« oder »Weg Nr. 6« gekennzeichnet.
Nun können Sie einmal richtig
tief durchatmen, denn Ihre Route
führt Sie abwechselnd durch wundervolle
Buchen- und Fichtenwälder.
Vorbei an der »Freedenhütte« marschieren
Sie entlang des Waldrandes
und erreichen letztlich eine asphaltierte
Straße. Hier folgen Sie dem Hinweis zum »Georgsplatz«. Nach
gut 500 Metern erreichen Sie wieder
den Wald – später, an der nächsten
Gabelung, halten Sie sich rechts. Nach
etwa einem Kilometer erreichen Sie
nun den Georgsplatz. Dieser Platz
wurde nach König Georg V. benannt,
dem letzten König von Hannover
(1851–1866).
Folgen Sie weiter der asphaltierten
Straße (»Waldchaussee«) in Richtung
Westen (Weg Nr. 6) – dann sehen Sie
hangaufwärts neben sich den Naturwald
»Großen Freeden«. 1972 wurde
dieses Gebiet aus der normalen
Bewirtschaftung herausgenommen
und im Anschluss als Naturwald ausgewiesen
– einer der ersten in Niedersachsen.
Doch was genau bedeutet
»Naturwald«? Ganz einfach: Es werden
keine Bäume geschlagen und
auch keine mehr gepflanzt. Hier findet
eine vom Menschen völlig unbeeinflusste
Waldentwicklung statt.
Mittlerweile finden seltene Käfer- und
Pilzarten, die sich auf die Zersetzung
von absterbendem Holz spezialisiert
haben, hier wieder einen neuen Lebensraum.
Das Ziel ist es, den Wald sich selbst
entwickeln zu lassen: Das Altern,
Absterben und Zersetzen der Bäume
wird hier wieder Teil des natürlichen
Waldkreislaufs. Der Naturwald »Großer
Freeden« dient damit auch der
Forschung: Forstleute, Naturschützer
und Wissenschaftler beobachten
gespannt, wie sich der »Große Freeden« ohne menschliche Beeinflussung
weiterentwickelt.
Nachdem Sie etwa 1,5 Kilometer am
Naturwald entlang marschiert sind,
biegen Sie nun in Richtung Norden,
zum »Glaner Weg«, ab. Bevor Sie den
»Glaner Weg« erreichen, überqueren
Sie den »Freedenbach«, der hier
unweit des Quellgebietes in der Regel
nur wenig Wasser führt. Beim »Glaner
Weg« angekommen, biegen Sie
nach links (Westen) ab, Richtung
»Haasesee«.Wer mit offenen Augen
diese Wege beschreitet, merkt, dass
das Waldbild sich im Laufe der Tour
gewandelt hat: Dominierten entlang
des »Kleinen« und »Großen Freedens
« Buchenwälder, so sind es jetzt
etwa 60-jährige Fichtenwälder, die
vorherrschen. Die Übernutzung der
Wälder während des Krieges und der
große Holzbedarf für den Wiederaufbau
unmittelbar nach dem Krieg veranlassten
Forstleute und Waldbesitzer,
kahl geschlagene Waldflächen mit
schnell wachsenden Nadelbäumen
wieder aufzuforsten. Aus diesen Beständen
wird einzelstammweise Holz
geerntet und gleichzeitig mit jungen Laubbäumen ergänzt. Auf diese Weise
werden die Fichtenwälder allmählich
in naturnahe Laubmischbestände
umgewandelt. Doch so schnell vergeht
die Zeit: Mittlerweile haben Sie den
»Haasesee« erreicht.
Sie folgen weiter dem »Glaner Weg«
in Richtung Westen. Auf den letzten
1,5 Kilometern des Rückweges werden
Sie vom »Freedenbach« begleitet
– ein wunderschöner Bach, der sich
durch den Waldbestand windet – der
mal schmaler, mal etwas breiter, mal
unruhig über Steine, dann aber wieder
gemächlich über Sandablagerungen
dahin fließt. Der Bach befindet
sich in einem, vom Menschen unbeeinflussten,
natürlichen Zustand.
Hier entwickeln sich die Larven von
Eintags-, Stein- und Köcherfliegen,
hier durchlaufen Libellenlarven zum
Teil eine mehrjährige Entwicklung,
auch die Larven des Feuersalamanders
nutzen die gute Wasserqualität
für ihre Entwicklung. Selbst Fischarten
wie Bachforelle und Mühlkoppe
leben in diesem Fließgewässer! Der
schöne Weg entlang des »Freedenbaches
« führt Sie automatisch zum
Parkplatz zurück.

Fredenbach

Fredenbach

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