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Sandkrug (Landesforsten)

Rubrik:Wandern, Eintagestour
Start:Forsthaus Sandkrug
Ziel:Forsthaus Sandkrug
Länge:8,42 km
Dauer:2,5 Stunden
Schwierigkeit:Bequeme ebene Wanderung, Fahrradtour möglich.
Anfahrt:Auto: A 29 Abfahrt Sandkrug in Richtung Sandkrug,
dann durch den Ort in Richtung Kirchhatten.
Ca. 30 m vor dem Ortsausgangsschild rechts den »Barneführerholzweg« in Richtung Wasserwerk.
Nach ca. 2,5 km auf dem Wanderparkplatz am Forsthaus parken.
Bahn: Wenn Sie die Tour direkt am Bahnhof starten, so verlängert sich die Wanderung um weitere
7 km auf 15 km.
Tipp: Mieten Sie sich ein Fahrrad am Bahnhof Sandkrug und machen Sie diese Tour als »Fietsentour « (Auskunft gibt die Gemeinde Hatten).

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Informationen zur Tour

Diese Wanderroute entführt Sie in das Jahr 1842! Hier hielten sich seinerzeit die Landesherren der großherzoglichen Familie aus Oldenburg mit ihren Gästen gerne auf. Die am Wegesrand gelegene »Alte Jagdhütte« diente damals den Adligen als Ausgangs- und Zielpunkt für zahlreiche Ausflüge. Außerdem zu sehen: die älteste Douglasie Europas.

Hunte

Hunte

Den Startpunkt der Tour erreichen Sie
ganz bequem mit Ihrem Auto: Am
Ende des Barneführerholzweges, vor
der Wegeschranke, können Sie Ihr
Auto auf dem Parkplatz stehen lassen.
Sie gehen durch die Wegeschranke und
lassen das Forsthaus Sandkrug rechts
liegen. Das Forsthaus Sandkrug gehörte
bis zum Jahr 1867 einem Forstarbeiter.
Als dieser nach Amerika auswanderte,
kaufte die Forstverwaltung
ihm die Hofstelle ab – später, 1921,
wurde das Forsthaus in den heutigen
Zustand umgebaut. Gleich hinter dem
Gartenzaun des Forsthauses geht
rechts der »Hüttenpatt« ab – folgen
Sie diesem Weg, um auf »großherzoglichen
Pfaden« zu wandern!
Nach nur einem Kilometer erreichen
Sie die im Jahr 1842 von Großherzog
Paul Friedrich August errichtete »Alte
Jagdhütte« im Barneführerholz. Sie
diente seinerzeit der großherzoglichen
Familie aus Oldenburg als Aufenthaltsort
bei Ausflügen und Jagden mit
Gästen und Gefolge. Im Jahr 1982
renovierte die Forstverwaltung die
Hütte umfangreich – und nicht ohne
Schwierigkeiten: Die Forstarbeiter
mussten altes Handwerk neu erlernen;
in das Fachwerk wurde Heide eingeflochten
und dann beschnitten. Heute
dient das Gebäude als Arbeitsstützpunkt
für Aufnahmen und Beobachtungen
im Naturschutzgebiet »Barneführer
Holz – Schreensmoor«.

Richten Sie den Blick auf den Weg
zurück, so sehen Sie einen beeindruckenden
Baum: Es ist die älteste
Douglasie auf dem europäischen
Festland, die mit der Errichtung der
Jagdhütte 1842 gepflanzt wurde. Die
Baumart »Douglasie« wurde Ende des
18. Jahrhunderts in Amerika entdeckt.
Aus dem ersten Samen, der nach
Europa kam, also aus dem »Ur-
Samen«, wurde dann dieser Baum
gezogen. Generationen von Forstleuten,
die im Revier ihren Dienst verrichteten,
haben die alte Douglasie
gepflegt und erhalten.
Jetzt wandern Sie weiter in Richtung
»Hunte«. Hier im Naturschutzgebiet
gibt es seltene Insekten und Vögel.
An den Steilufern der Hunte brütet
sogar der Eisvogel: Wenn Sie Glück
haben, können Sie ihn beim Fischen
beobachten! Ein besonderer Naturgenuss
ist es, die Hunte zu freigegebenen
Zeiten mit einem Kanu zu
bewandern. Auskünfte dazu erteilt
Ihnen die Gemeinde Hatten gerne.
Nach rund 4,0 Kilometern verlassen
Sie den Wald und treffen links auf
eine schöne Waldwiese, die »Püttenwiese«. Hier kann man sehr oft Rehe
beim Äsen beobachten. Nur noch ein
paar Schritte weiter und Sie erreichen
die »Püttenhütte«: Hier können Sie
wunderbar rasten und eine Brotzeit
aus dem Rucksack zu sich nehmen!
Ordentlich gestärkt, erreichen Sie
nach kurzer Wanderung einige Freiflächen
– die so genannten »Schlatts«
im Naturschutzgebiet »Tannersand-
Gierenberg«. »Schlatts« sind Kleinsthochmoore,
die nur von Regenwasser
gespeist werden. Das Betreten dieser
Moore ist untersagt, denn die typischen
Pflanzen eines Moores – wie
Sonnentau, Moosbeere, Wollgras oder
auch Torfmoos – müssen gut gehütet
werden. Um diese typische Pflanzengesellschaft
zu erhalten, werden die
Schlatts von den Niedersächsischen
Landesforsten gepflegt.
Nun durchwandern Sie ein leicht
hügeliges Gelände – die so genannten
»Osenberge«. Sie sind geprägt von
Dünen und Schlatts. Noch vor
200 Jahren waren die Osenberge eine
baumlose Wüste – es handelte sich
um eine »traurige Gegend« (Georg
Christian von Oeder, 07. Januar 1786).
Da die Wanderdünen landwirtschaftlich genutzte Flächen und sogar Siedlungen
bedrohten, entschloss sich die
großherzogliche Kammer in Oldenburg,
die Gemeinflächen zu kaufen
und aufzuforsten. Der Beginn dieser
Aufforstungen liegt um 1800. Allein
zwischen 1830 und 1837 sind 1,5 Millionen
Kiefern gesetzt worden, das sind
etwa 215.000 Stück pro Jahr! Ausnahmsweise
diktierte hier nicht die
Sucht nach Reichtum den Entschluss
des Menschen zur Umgestaltung des
Landschaftsbildes, sondern die Sorge
um die Lebensgrundlagen. Das Ergebnis
war dann auch nicht Zerstörung,
sondern neues Leben für Pflanzen,
Tiere und die Menschen. Starke Schäden
richtete allerdings der Orkan vom
13. November 1972 an, der 75 Prozent
des Waldes zerstörte. Die Aufräumarbeiten
und die erneute Aufforstung
dauerten zehn Jahre. Die tiefen Narben
in der Landschaft der Osenberge
sind mittlerweile jedoch verheilt und
die Trostlosigkeit der ersten Jahre
nach dem Sturm damit vergessen.

Übrigens: Im Wald befinden sich
19 Brunnen des Sandkruger Wasserwerkes
– sie sorgen für ein gutes und
geschätztes Trinkwasser für die
Bevölkerung Oldenburgs. Es wird im
Volksmund auch »Hatter Sprudel«
genannt. Jeder dieser Brunnen ist
rund 35 Meter tief. Der Landeswald
in diesem Wassergewinnungsgebiet
wird von den Niedersächsischen Landesforsten
so bewirtschaftet, dass die
Qualität des Trinkwassers auch langfristig
gesichert ist. Entlang dieser
Brunnenreihe, die wie eine Kette von
Nord nach Süd angelegt ist, führt Sie
der Weg weiter bis zum Brunnen
Nr. 11. Kurz danach biegen Sie links
vom breiten Weg ab und gelangen so
nach 400 Metern wieder zum Parkplatz
am Forsthaus.

Püttenhütte

Püttenhütte

Forsthaus Sandkrug

Forsthaus Sandkrug

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