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Calenberger Land (Landesforsten)

Rubrik:Wandern, Eintagestour
Start:Waldparkplatz am Findling
Ziel:Waldparkplatz am Findling
Länge:6,83 km
Schwierigkeit:Waldwanderung auf größtenteils gut befestigten Wald- und Wirtschaftswegen.
Anfahrt:Auto: A 2 von Hannover in Richtung Dortmund,
Abfahrt Wunstorf/Luthe, nach Dedensen (über den
Mittellandkanal) – 1,2 Kilometer hinter dem Ortsausgang
Dedensen auf der K 253 kommt auf der
rechten Seite ein Wasserwerk – schräg gegenüber
liegt nach ca.100 Metern der Waldparkplatz.
A 2 von Dortmund in Richtung Hannover – Abfahrt Wunstorf/Kohlenfeld – nach Holtensen – auf der K 254 in Richtung Dedensen – an der Kreuzung am Wasserwerk rechts ab – nach ca. 100 Metern liegt links der Waldparkplatz

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Informationen zur Tour

Diese Wandertour führt Sie in ein wunderschönes Laubwaldgebiet im »Calenberger Land«, vor den Toren der
Landeshauptstadt Hannover. Zwischen Mittellandkanal und dem Hügelkamm des Deisters erstreckt sich der 230 Hektar große »Lohnder Wald« inmitten einer landwirtschaftlich intensiv genutzten Landschaft aus Äckern und Wiesen: eine grüne Oase, die schon auf den ersten Blick zum Wandern einlädt!

Blick zum Deister

Blick zum Deister

Am Waldparkplatz, dem Start- und
Zielpunkt der Tour, zieht ein tonnenschwerer
Findling die Aufmerksamkeit
auf sich. Er wurde bei Ackerarbeiten
auf einer angrenzenden
Fläche gefunden und ist ein Relikt der
letzten Eiszeit, bei der gewaltige Eismassen
solche Felsblöcke in der so
genannten Grundmoräne (Aufschüttungslandschaft,
die unter einem
Gletscher entsteht) transportierten.
Die Wanderung führt gleich zu Beginn
durch Eichenwälder, die aufgrund
ihres unterschiedlichen Alters auch
einen Einblick in die Dynamik eines
Waldes vom Keimling bis zum absterbenden
Altbaum geben. Achten Sie
mal bei Ihrer Wanderung auf die
Eigenarten und Besonderheiten, die
jede Altersphase zu bieten hat! Sie
erkennen die Altersunterschiede an
mehreren Punkten, zum Beispiel an
der Höhe und dem Durchmesser der
Bäume, den Abständen zum Nachbarbaum,
dem Beginn der Äste am
Stamm, dem Durchmesser der Kronen
oder an der Vielfalt der Krautund
Strauchschicht.
In diesem Wald sind Hohltauben und
Schwarzspechte am Tage, und Fledermäuse
in der Dämmerung häufige
Gäste. Auch Rehe werden Sie mit
etwas Glück, insbesondere im Winterhalbjahr,
entdecken können. Wundern
Sie sich übrigens nicht, falls Sie ein
pechschwarzes Reh sehen: Schwarzes Rehwild kommt in diesem Gebiet
häufiger vor!
Nach ca. 1,6 Kilometern erreichen
Sie eine besonders imposante, alles
überragende Stieleiche – die »Sängereiche
«. Früher war dieser Baum ein
beliebter Treffpunkt zu Himmelfahrt:
Hier trafen sich Sängergruppen und
Gesangsvereine aus den benachbarten
Ortschaften Dedensen und Almhorst
und sangen unter der ca. 300-jährigen
Eiche ihre Lieder im wunderschönen
Frühlingswald.
Eindrucksvolle alte Eichen und Hainbuchen
begleiten Sie auch weiterhin:
Die 110 Jahre alten Stieleichen mit
ihren geraden Stämmen liefern hervorragendes,
wertvolles Holz für vielfältigste
Ansprüche und finden sich
später zum Beispiel als Furnier-,
Möbel- oder Parkettholz wieder.
Besonders im Frühling locken diese
Eichenwälder viele Besucher an:
Ein Blütenmeer aus Märzenbechern,
Buschwindröschen, Leberblümchen,
Schlüsselblumen und Lungenkraut
bedeckt dann weite Waldflächen.
Leider währt dieses Naturschauspiel
nur für kurze Zeit – wenn sich das
Blätterdach der Eichen und Hainbuchen
schließt, geht es mit der Pracht
zu Ende.
600 Meter hinter der Sängereiche bildet
eine Gruppe von Eiben am Wegesrand
einen deutlichen Kontrast zum
umgebenden Laubwald. Es ist heute
leider nicht mehr bekannt, wer diese
Eiben dort einmal gepflanzt hat. Die
früher aufgrund ihrer Holzeigenschaften
sehr geschätzte Eibe (aus diesem
Holz wurden Stiele und Langbögen
hergestellt) ist heute sehr selten geworden.
Sie sollten aber beachten,
dass alles an der Eibe – mit Ausnahme
des fleischigen scharlachroten
Fruchtfleisches – giftig ist. In früheren
Zeiten mieden die Holzabfuhrleute
mit ihren Pferden die Eiben
sorgsam oder beseitigten sie sogar.
Rehen schaden die Eibenknospen und
-nadeln nicht. Vögel nehmen die
Samen nebst rotem Samenmantel auf

und sorgen so für die natürliche Verbreitung.
Nach weiteren 600 Metern öffnet sich
der dichte Laubwald und ermöglicht
Ihnen einen wunderschönen Ausblick
in das »Calenberger Land« mit dem
Deisterkamm im Hintergrund. Hier
befindet sich der Übergang vom
nördlichen Flachland zu den südlichen
Mittelgebirgen.
Am Waldrand folgen Sie dem Weg bis
zu einer Informationstafel, die Ihnen
noch einmal den jetzigen Standpunkt
und einige weitere Detailinformationen
aufzeigt. Hier biegen Sie nach
links wieder in den Wald ein. Auf der
rechten Seite sehen Sie sehr schön,
wie der Förster die neue Waldgeneration
eingeleitet hat. Mit Hilfe der
Samen der Altbäume und Entnahme
überzähliger Bäume wird die natürliche
Verjüngung des Waldes gesteuert.
An der nächsten Weggabelung biegen
Sie bitte nach links in Richtung des
Ausgangspunktes ab. Sie wandern
jetzt ein Teilstück wieder auf Ihrem
Anmarschweg zurück und erreichen
schließlich den Parkplatz.

wunderschöner Laubwald

wunderschöner Laubwald

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