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Deister-Tour (Landesforsten)

Rubrik:Wandern, Eintagestour
Start:Nienstädter Pass
Ziel:Nienstedter Pass
Länge:13,71 km
Dauer:5,5 Stunden
Schwierigkeit:Überwiegend eben, mit zwei deutlichen Anstiegen
auf befestigten Waldwegen.
Anfahrt:Auto: A 2 bis Abfahrt Bad Nenndorf, dann Richtung
Barsinghausen und weiter bis Ampelkreuzung im
OT Egestorf, dort rechts nach Nienstedt abbiegen
bis zum »Passparkplatz«.
S-Bahn und Bus: Von Hannover »S 2« Richtung
Barsinghausen/Haste bis Egestorf, dann mit dem
Bus 562 bis »Nienstedter Pass«.
Beschilderung:Die Tour ist ausgeschildert.

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Informationen zur Tour

Der »Deister« ist eine wahre Quelle der Erholung: Auf
einer Länge von rund 21 Kilometern und einer Höhe von
405 Metern bietet der Deister alles, was das Herz begehrt.
Da hilft nur noch eines: Auf zur »Deister-Tour«!

Nordmannsturm

Nordmannsturm

Ihre Wanderung beginnt am Nienstedter
»Passparkplatz«, an der höchsten
Stelle der einzigen öffentlichen
Straße, die den Deister von Barsinghausen/
Egestorf nach Nienstedt/Eimbeckhausen
überquert. Diesen Ausgangs-
und Zielpunkt erreichen Sie
auch mit dem Bus, genauer mit der
Linie 562.
Sie starten Ihre Wandertour direkt an
der Straße und gehen gegenüber der
linken Parkplatzausfahrt geradeaus.
Die Route führt Sie bergan auf dem
»Kammweg« (stellenweise mit Kopfsteinpflaster).
Wer es etwas bequemer
mag, wendet sich nach halbrechts und
folgt gegenüber der rechten Ausfahrt
der »Teerstraße«. Nach gut 1,0 Kilometer
treffen sich beide Wege wieder.
Nach weiteren 500 Metern können Sie
bei Bedarf nach dem Anstieg das
erste Mal verschnaufen, immerhin
haben Sie schon die ersten 100 Höhenmeter
überwunden!
Sie erreichen nun den »Nordmannsturm
«, einen Aussichtsturm mit
Restaurant, den der Hannoveraner
Baumeister Constantin Nordmann
1862/1863 erbauen ließ, und zwar aus
dem direkt vor Ort am Deisterkamm
vorzufindenden Wealden-Sandstein.
Wenn Sie ein wenig links und rechts
des Weges schauen, sehen Sie die
Sandsteinblöcke auf dem Boden liegen.
Das Restaurant ist Dienstag bis
Sonntag von 10.00 bis 17.00 Uhr
geöffnet.
Weiter geht es auf dem Kammweg,
der Ausschilderung »Alte Taufe« folgend.
Nach einer rechtwinkligen Linksund
Rechtskurve finden Sie, etwa
50 Meter hinter der Schutzhütte versteckt,
einen großen Sandsteinblock mit einer Mulde, die auch im heißesten
Sommer immer mit Wasser
gefüllt ist. Nach der Sage soll es sich
um ein natürliches Taufbecken und
eine Kultstätte aus der Germanenzeit
handeln.
600 Meter weiter kommt der Scheideweg:
Die passionierten Wanderer
unter Ihnen folgen weiterhin dem
Kammweg und laufen die gesamte
Runde; die weniger Geübten biegen
auf einer Abkürzungsroute nach links
ab und folgen den Serpentinen bergab
bis zum nächsten Querweg. Hier stoßen
Sie wieder auf die »große« Route
und wenden sich auf dem »Seelzerturmer
Weg« nach links, wie unten
beschrieben.
Der Kammweg führt weiter, vorbei an
dem Fernsehturm, den Sie vielleicht
bei Ihrer Anfahrt zum Deister schon
gesehen haben, bis zur »Kreuzbuche«.
Hier in der Schutzhütte, umrahmt von
Eiben, bietet es sich an, zur Halbzeit
eine Pause einzulegen. Die namensgebende
Buche ist an der Wegespinne
nicht mehr vorhanden. Sie finden hier
nunmehr ein Kreuz und einen Gedenkstein
– beides erinnert an die im
Krieg gefallenen Mitarbeiter des alten
Forstamtes Lauenau.
Rechts entlang des Kammweges sahen
Sie bislang ausgedehnte Fichten-,
Buchen- und Lärchenwälder. Auf
Ihrem Rückweg durchstreifen Sie nun
Buchen- und Edellaubholz-Mischbestände.
Die unterschiedliche Vegetation
ist durch die Geologie des Deisters und
des nach Südwesten folgenden Weserberglandes
zu erklären – es handelt
sich um eine so genannte »Schichtrippenlandschaft
«: Im Rahmen einer tektonischen Faltung hat sich die Erdkruste
schuppenartig angehoben – an
den Bruchkanten auf der Südwestseite
sind die älteren und nährstoffreicheren
Gesteinsschichten zutage getreten.
Diese kalkhaltigen Böden gehören zu
den reichsten und leistungsfähigsten
Waldstandorten Niedersachsens, mit
einer Anteilsfläche von nur ca. fünf
Prozent.
Nun aber weiter zu einem anderen
Kapitel der Deistergeschichte. Hinter
dem Gedenk-Kreuz gehen Sie im spitzen
Winkel den »Schraubeweg« bergab
zurück. Nach 500 Metern weist ein
Schild hinunter auf einen Trampelpfad
zum »Feggendorfer Stollen«.Wer mag,
kann einen Exkurs zum Stollen machen
(ca. 300 Meter), muss aber auf
der anderen Seite wieder den »Bergmannsstieg
« hinauf zum Weg klettern.
Im »Feggendorfer Stollen« wurde zwischen
1831 und 1947 mit Unterbrechungen
Kohle abgebaut. 1947 folgte die endgültige Stilllegung und der
Abriss. Seit 20 Jahren ist der Stollen
und das Umfeld von der Sparte Bergbau
des Heimatvereins Lauenau wieder
hergerichtet worden und wird laufend
weiter restauriert. Zurück auf
dem Schraubeweg schlängeln Sie sich
weiter durch junge und mittelalte
Buchen- und Edellaubholzbestände
bergab. In den scharfen Wegekehren
unterqueren mehrere Deisterbäche
den Forstweg.Wegen seiner großen
Bedeutung für die Wasserversorgung
und der Vielzahl biologisch und ökologisch
gesunder Bäche ist der gesamte
Deister als Landschaftsschutzgebiet,
teilweise auch als Wasserschutz- und
Wassergewinnungsgebiet ausgewiesen.

Entlang der Bäche finden Sie immer
wieder kleinflächige Erlen- und
Eschenwälder. Fast unten angekommen,
biegen Sie am »Schraubestein«
nach links ab und haben jetzt auf der
»Lauenauer Allee« auf einer Länge
von 1,2 Kilometern einen 10-prozentigen
Anstieg vor sich. An der nächsten
Wegegabel treffen Sie auf die oben
erwähnte Abkürzungsroute und folgen
weiter dem Seelzerturmer Weg, bis
Sie in einer Linkskurve bergseits eine
Gesteinswand sehen. Hier tritt etwa in
zwei Metern Höhe ein Kohleflöz an
die Oberfläche. Nehmen Sie ruhig einmal
ein Stückchen Steinkohle in die
Hand! Wenn Sie die Wand nach oben
sehen, finden Sie über der Kohle den
Wealden-Sandstein liegen, von dem
bereits am Nordmannsturm die Rede
war. Wenn Sie nun den Stufen hinauf
folgen, können Sie den »Nienstedter
Blick« genießen.
Der Weg führt weiter bis zur »Wallmannhütte
«, benannt nach dem
Oberforstmeister Albrecht Wallmann,
der von 1922 bis 1933 Forstamtsleiter
in Lauenau war. An der Hütte biegen
Sie halblinks ab und folgen dem Weg
bis zum Parkplatz an der Straße. Sie
merken an den vielen Kurven, wie
bewegt die Hänge sind. Links und
rechts sehen Sie ausgedehnte ältere
Buchenwälder, unter denen sich
bereits die neue Waldgeneration eingefunden
hat. Sie wartet darauf, dass
die alten Buchen den jungen Bäumchen
Platz machen. Doch dazu müssen
die älteren Bäume erst einmal
dick genug und anschließend geerntet
werden. Hier wird in den kommenden
Jahren immer wieder geschlagenes
Holz am Wegesrand liegen und auf
seine Abfuhr, beispielsweise in ein
Sägewerk, warten.
An der Straße überquert eine Hochspannungsleitung
den Weg; darunter
muss eine breite Schneise freigehalten
werden, damit der Aufwuchs nicht an
die Leitung heranreicht. Den Ertragsausfall
für diese Fläche muss das
Energieunternehmen den Niedersächsischen
Landesforsten im Rahmen
eines Vertrages ersetzen.
Wer es sich zutraut, geht die letzten
300 Meter bis zum Auto entlang der
Straße, aber vorsichtig: Die Kurven
sind schwer einzusehen! Sicherer
(aber auch beschwerlicher) ist es,
kurz vor der Hochspannungsleitung
nach links 100 Meter bergan zu klettern,
bis Sie wieder auf dem letzten
(ersten) Stück des Kammweges sind,
um dann nach rechts zurück zum
Passparkplatz zu kommen.

Alte Taufe

Alte Taufe

Schöne Aussicht

Schöne Aussicht

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