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Hilskamm-Tour (Landesforsten)

Rubrik:Wandern, Eintagestour
Start:Gasthaus "Roter Fuchs"
Ziel:Gasthaus "Roter Fuchs
Länge:8,45 km
Dauer:3 - 4 Stunden
Schwierigkeit:Für den geübten Wanderer; Halbtagestour auf
Wirtschaftswegen und Wanderpfaden.
Anfahrt:Auto: Der Ausgangspunkt »Roter Fuchs« am Hils-
Pass liegt direkt an der Landesstraße L 484 auf
halber Strecke zwischen Grünenplan und Eschershausen;
er ist über die Bundesstraßen 3, 64 bzw.
240 aus Alfeld, Holzminden, Hameln oder Einbeck
kommend bestens erreichbar.
Beschilderung:Die Tour ist ausgeschildert.

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Informationen zur Tour

Der »Hilskammweg« bietet eine abwechslungsreiche
Wandertour und verläuft auf einem der interessantesten
Höhenzüge Norddeutschlands. Auf der 9 Kilometer
langen Route ergeben sich immer wieder wunderbare
Fernblicke.

Blick auf Eschershausen

Blick auf Eschershausen

Rund die Hälfte der Tour erstreckt sich auf festen Wirtschaftswegen, der Rest wird auf Kammpfaden und
anderen Wegen erwandert. Der Weg ist für den geübten Wanderer bei jedem Wetter möglich. Nach dem
Aufstieg zum »Raabeturm« ist derhöchste Punkt der Route erreicht, der weitere Wegeverlauf ist dann ohne nennenswerte Steigungsprobleme zu meistern. Wer will, kann die Wanderroute
unterwegs halbieren und über eine Abkürzung den Rückweg antreten.
Der Kammweg selber ist Teilstrecke des »Fernwanderweges Harz-
Niederlande«.
Ihre Tour beginnt am Gasthaus
»Roter Fuchs«. Der Ausgangspunkt
liegt direkt an der Landesstraße
L 484, auf halber Strecke zwischen
Grünenplan und Eschershausen.
Er ist über die Bundesstraßen 3, 64
beziehungsweise 240 aus Alfeld, Holzminden,
Hameln oder Einbeck kommend
bestens erreichbar. Mehrere
Waldparkplätze und der Parkraum
am Gasthaus ermöglichen gute Parkmöglichkeiten.
Schon vor oder aber spätestens nach der Wanderung lädt
der »Rote Fuchs« zum Verweilen bei
Kaffee und Kuchen oder den bekannten
Bratkartoffeln ein.
Vom Parkplatz aus geht es nun nördlich
der Straße los: Hier münden drei
Waldwege. Sie wählen den linken,
steileren Weg, haben das Gasthaus auf
der anderen Straßenseite im Rücken
und den Aufstieg zum Raabe-Turm
vor sich. Rund 1,5 Kilometer Wanderstrecke
führen Sie mehr oder weniger
bergan zum Aussichtsturm.
130 Höhenmeter sind nunmehr zu
meistern! Im Winter wird dieser
Anstieg gern als Rodelbahn genutzt.
Linker und rechter Hand säumen
überwiegend ältere Fichten den Waldweg.
Auf der Hälfte des Anstieges lädt
eine Sitzbank zum Verschnaufen ein
und erlaubt erste, zaghafte Fernblicke.
Nach kurzer Pause führt Sie der
Forstweg zum Raabe-Turm. Hier
angekommen, ermöglichen Schutzhütte,
Ruhebänke und Tische eine
erste Brotzeit. Auf der umgebenden
großen Wiese können Kinder nach
Herzenslust toben. Währenddessen
können Sie sich ausruhen, das Raabe-
Denkmal erkunden, sich mit der
Geschichte der Region beschäftigen
oder die Besteigung des Raabe-Aussichtsturms
besprechen.
Übrigens: Der Dichter und Schriftsteller
Wilhelm Raabe wurde 1831 in
Eschershausen geboren und starb
1910 in Braunschweig. Ihm zu Ehren
wurde 1909 vom Grünenplaner Hilsverein
dieser Turm errichtet, nachdem
ein bis dato hölzerner Vermessungsturm
baufällig geworden war. Im Jahr
1910 errichteten die »Brüder vom
Großen Sohl« – eine Schülervereinigung
des Kaiser-Wilhelm-Gymnasiums
in Hannover – zusammen mit
dem Hilsverein Grünenplan auf dem
Großen Sohl noch zu Lebzeiten des
Dichters ein Raabe-Denkmal (ein
großer Dolomitblock mit dem Bronzerelief
des Dichters). Die Wanderung
zum Großen Sohl hat ebenfalls eine
über 100-jährige Tradition und geht auf das Jahr 1904 und die Initiative
des Gymnasiums zurück. Traditionell
findet diese »Sohlfeier«, beziehungsweise
»Sohlwanderung« am Vierten
Advent eines jeden Jahres statt.
Weitere Informationen erhalten Sie im
»Raabe-Haus« in Eschershausen,
Telefon 05534 3969.
Die Ersteigung des Raabe-Turmes ist
für alle Wanderer, die nicht unter
Höhenangst leiden, ein unbedingtes
Muss: Fast 60 Stufen und Leitersprossen
führen Sie auf die obere Plattform.
Der sich dort bietende Aus- und
Fernblick sucht seinesgleichen: Wie
ein Rabe in der Luft, beinahe frei
schwebend, fühlt man sich auf dieser
luftigen Plattform. Der Raabe-Turm
bietet Weite und Rundumsicht – im
wahrsten Sinne des Wortes: Hils, Solling,
Vogler, Ith, Sieben Berge, Selter
und andere Höhenzüge liegen Ihnen
zu Füßen und sind zum Greifen nah.
Bei gutem Wetter haben Sie eine
Fernsicht, die bis zum Harz und
Brocken reicht. Achtung: Vorsicht ist
beim Erklimmen des Turms, insbesondere
aber bei nasser Witterung
und bei Frost, geboten! Kinder sollten
den Raabe-Turm bitte immer nur in
Begleitung Erwachsener betreten!
Wenn Sie sich von dieser herrlichen
Aussicht losreißen können und wieder
festen Boden unter den Füßen
haben, folgen Sie einfach dem Kammweg
weiter gen Norden. Ohne große
Steigungen geht es nun voran. Nach
rund 0,6 Kilometern ist mit 480 Metern
über Normalnull die so genannte
»Bloße Zelle« erreicht.
Wenn Sie bereits etwas müde Beine
haben, können Sie sich kurz nach der
Bloßen Zelle für eine kürzere Route
entscheiden und rechts abbiegend den
Hinweisen folgen. Über einen etwas
stärker abfallenden, aber begehbaren
Rückeweg werden Sie auf den unterhalb
liegenden »Tanzbergweg«
geführt. Von hier sind es dann noch
gut 2,0 Kilometer bis zum Gasthaus
und Ausgangspunkt. Die Gesamtlänge
dieser kürzeren Route beträgt rund
5,2 Kilometer.
Wenn Sie jedoch die geplante Route
einschlagen, bleiben Sie ab der Bloßen
Zelle auf dem Forstweg. Er verliert
hier nach und nach seine fahrbare
Eigenschaft, wird immer schmaler
und geht letztendlich in einen Kammpfad
über. Urig, teils romantisch passt
sich der Kammweg nun den Geländebedingungen
an.Wurzeln der nahe
stehenden Bäume streichen über den
Weg. Die Bodenvegetation ist in dieser
Höhe, insbesondere im Schatten der
Bäume, nicht allzu üppig. Bizarre Buchen und andere markante Bäume
säumen Ihren Weg.
Sie befinden sich übrigens auf historischem
Boden: Alte mächtige Grenzsteine
linker Hand zeugen von einem
geschichtsträchtigen Grenzweg. Sorgfältig
und unübersehbar gesetzt, mit
laufender Nummer und den Initialen
»H. B.« für das »Herzogtum Braunschweig
« versehen.
Ohnehin kann man sich im Hils nicht
über mangelnde Geschichte beschweren:
Im Zusammenhang mit der
Untersuchung von ehemaligen »Waldglashütten
« (Wanderhütten) finden
sich in der »Hilsmulde« immer wieder
Klingen und andere prähistorische
Funde aus der Steinzeit. Im Frühmittelalter
gibt es die ersten datierten
Orte in der Hilsmulde.
Besondere Bedeutung bekam der Hils
mit der Glasherstellung. Die frühesten
Hinweise hierzu gehen auf das 12. bis
13. Jahrhundert zurück. Waldglashütten
entstanden aufgrund der naturräumlichen
Gegebenheiten. Holz zur
Ofenfeuerung und zur Pottaschegewinnung
war im Hils ausreichend
vorhanden. Ebenso der Hilssandstein
und Ton für den Ofenbau, beziehungsweise
die Schmelztiegel. Die Rohstoffe
zur Glasherstellung – Quarzsand und
Kalk – gab es in nächster Umgebung.

Spätestens im 17. Jahrhundert nahmen
die Waldglashütten größere Ausmaße
an und gingen dann im 18. Jahrhundert
in ortsfeste Manufakturen über.
Im Jahr 1744 gründete Herzog Karl I.
von Braunschweig die »Fürstliche
Spiegelhütte auf dem Grünen Plan im
Hils«. Die heute ansässige Schott AG
blickt damit auf eine über 250-jährige
Firmengeschichte zurück.
Im Jahr 1748 wurde die Leitung der
Spiegelhütte dem damaligen Hofjägermeister
und Forstmann Johann Georg
von Langen übertragen. Er führte
eine Spezialvermessung der Forsten
durch, die die Grundlage einer geregelten,
nachhaltigen Forstwirtschaft in
diesen Bezirken wurde. Die wahllose
Holznutzung der damaligen Zeit
wurde durch eine geordnete Nutzung
abgelöst: Der für die damalige Zeit
einmalige Gedanke der Nachhaltigkeit
und die damit verbundene Sicherung
der Rohstoffe war geboren.
Zurück zur Wanderung: Ihre Route
geht seicht bergab, immer auf dem
Kammweg entlang. Nach rund
1,0 Kilometer erreichen Sie die Feuerschneisenhütte.
Auch hier haben Sie
einen wunderschönen Ausblick auf
Teile des Hilses, Duingerberg, Külf
und die nähere Umgebung – Ihre
Wanderung bietet Ihnen wahrscheinlich
eine der schönsten Fernsichten in
ganz Niedersachsen!
Während Sie auf dem Raabe-Turm
quasi über der Natur schwebten,
werden Sie sich an dieser Stelle –
besonders bei gutem Wetter – gleich
eins mit der Natur fühlen, so gewaltig
ist der Eindruck, der sich beim Wandern
hier bietet. Nach kurzer oder
auch langer Rast geht es dann nochmals
seicht auf dem Kammweg weiter.
Rund 1,0 Kilometer von der Feuerschneisenhütte
entfernt, führt dann
rechter Hand ein Rückeweg knapp
200 Meter bergab auf den »Tanzbergweg
« und damit zurück zum »Roten
Fuchs«. Leicht schlängelnd, gleichsam
»tanzend«, führt Sie der Tanzbergweg
auf ca. 4,5 Kilometer Länge zum Ausgangspunkt
zurück. Unterwegs können
Sie an einigen Stellen noch einmal
die gute Fernsicht genießen.
Zu dieser Wandertour bieten sich lohnende
Abstecher an: Eschershausen
(Raabe-Museum), Grünenplan (Glasmuseum),
Duingen (Töpfermuseum)
sowie Alfeld (Altstadt, Heimatmuseum,
Gropiusbau mit einem vielseitigen
»FAGUS-Gropius-Museum«
auf dem FAGUS-Werksgelände –
der Gesamtkomplex steht auf der
Anwärterliste zum UNESCO-Weltkulturerbe).

schöner Ausblick

schöner Ausblick

Raabe-Turm

Raabe-Turm

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