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Saupark-Tour (Landesforsten)

Rubrik:Wandern, Eintagestour
Start:Waldparkplatz am Wisentgehege
Ziel:Start
Länge:11,38 km
Dauer:3 - 4 Stunden
Schwierigkeit:Knappe Tagestour, weitestgehend eben, mit einem langen Anstieg auf befetigten Wegen
Anfahrt:Auto: Auf der B 217 von Hannover oder Hameln
bis Springe, dann der Ausschilderung »Wisentgehege« folgen.

S-Bahn und Bus: Von Hannover oder Hameln
Linie S 5 bis Springe, weiter mit dem Bus 382
oder 385 bis »Jagdschloss« oder »Wisentgehege«.
Kontakt:Günther Raschle
Forstamt Saupark
Jagdschloss
Springe
Tel 05041-946823

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Informationen zur Tour

Im wunscherschönen Deister erwartet Sie eine Wandertour mit vielen faszinierenden Sationen: Ein Pfad führt Sie zum Jagdschloss, inclusive Jagd- und Naturkundemuseum. Kurz darauf streifen Sie das längste Baudenkmal Niedersachsens , die Sauparkmauer, um schließlich im Wisentgehege 100 einheimische Tierarten bewundern zu können

Eingang zum Wisentgehege

Eingang zum Wisentgehege

Ausgangspunkt der Tour ist der
»Waldparkplatz am Wisentgehege«.
Sie erreichen den Parkplatz auch
mit der Buslinie 382. Alternativ
können Sie auch vom Parkplatz des
Jagdschlosses (Buslinie 382 und
385) starten und wandern dann
zum Schluss vom »Wisentgehege«
durch das »Hallerbruch« zum Auto
zurück.

Vom Gehege-Parkplatz starten Sie am
Waldrand und folgen der Ausschilderung
»Waldlehrpfad« durch das »Hallerbruch
«, einem grundwassernahen
Mischwald aus Eichen, Eschen,
Buchen, Ahorn und anderen Baumarten,
eine grüne Hölle mit hohem
Artenreichtum in der Baum-, Strauchund
Krautschicht. Entlang des Weges
finden Sie alte, eindrucksvolle Baumveteranen,
so zum Beispiel die Böger-
Eiche, benannt nach Forstamtmann
Kurt Böger, der das Revier Mühlenbrink
von 1935 bis 1972 leitete. Die
Tafeln entlang des weiteren Weges
geben Ihnen viele zusätzliche Informationen
zum Thema Wald. Der
Waldlehrpfad führt Sie an die Wiese
»Nagelskamp«. Hier können Sie bei
genauem Hinsehen Reste von Wölbäckern,
einer historischen Ackerbauform
auf nassen Standorten, erkennen.
Erläuterungen dazu finden Sie auf
einer weiteren Info-Tafel.
Im Anschluss folgen Sie einige hundert
Meter der Straße bis zum Jagdschloss.
Es wurde in der Zeit von
1838 bis 1842 unter Beteiligung des
damaligen hannoverschen Hofbaurates
Laves erbaut. Sein heutiges Gesicht
erhielt das Jagdschloss erst zu
preußischer Zeit zwischen 1866 und
1912. Heute nutzt der Jägerlehrhof der
Landesjägerschaft die oberen Etagen
als zentrale Aus- und Fortbildungsstätte.
Im Erdgeschoss können Sie ein
sehr interessantes Museum für Natur
– Jagd – Kultur besichtigen; ein
Besuch lohnt sich! Hier finden Sie
eine natur- und jagdkundliche Dauerausstellung
sowie mehrmals im Jahr
verschiedene Sonderausstellungen.
Das Museum ist im Sommer (April
bis Oktober) dienstags bis sonntags
von 10.00 bis 17.00 Uhr, im Winter
(November bis März) nur bis 16.00
Uhr geöffnet.
Rechts des Jagdschlosses – vorbei am
Parkplatz neben dem Schloss, führt ein Teerweg auf die »Sauparkmauer«
und das »Teetor« zu, durch das Sie in
den »Mauerpark« kommen. Die
Mauer ist etwa zur selben Zeit wie
das Schloss gebaut worden, um für
die Hofjagden viel Wild (insbesondere
Sauen) im Wald zu halten und andererseits
die Bauern der umliegenden
Dörfer vor Wildschaden zu schützen.
Sie ist 16,3 Kilometer lang und
2,20 Meter hoch und besteht aus dem
jeweils anstehenden örtlichen Gestein
(meist Kalkstein). Die Mauer ist als
längstes Baudenkmal Niedersachsens
nicht nur eine Einfriedung, sondern
durch Klüfte, Spalten und Nischen
auch ein wertvoller Lebensraum für
viele seltene, zum Teil gefährdete Tierund
Pflanzenarten. Seit 1954 ist der
Mauerpark zusammen mit den südlich
angrenzenden Wäldern des Nesselberges
Naturschutzgebiet. Das Teetor
hat seinen Namen zusammen mit der
hinter der Mauer liegenden Teewiese
von dem Brauch der Königsfamilie,
im Rahmen der Hofjagden ihre Gäste
dort zum Tee zu empfangen.
An der ersten Abzweigung kurz hinter
der Mauer biegen Sie nach links in
den »Kansteinweg« und an der nächsten
Kreuzung (nach 500 Metern) rechts in Richtung »Hallermundskopf«,
einem Bergkegel, auf dem im 12. Jahrhundert
die ehemalige Burg der Grafen
zu Hallermund stand. Heute ist
von ihr nichts mehr zu sehen, aber
die Info-Tafeln lohnen den Abstecher!
Zurück vom Bergkegel geht es geradeaus
den »Burckhardtsweg« bergan,
der Wegweiser zeigt Richtung »Holzmühle
«. Sie folgen an der nächsten
Abzweigung dem Nordhangweg halblinks
–fast parallel zum Hang. Zwischendurch
bietet sich Ihnen links ein
herrlicher Ausblick in das Deistervorland
Richtung Völksen und bei
günstigem Wetter bis nach Hannover.
Sie wandern nun den Weg bergab bis
an eine Kreuzung mit dem Hinweis
»Jagdschloss«, dem Sie folgen.
Kurz danach können Sie auf einer
Bank links des Weges, die von einer
Kniebuche beschattet wird, verschnaufen.
Von hier aus haben Sie
durch den Waldrand einen freien
Blick auf eine Wildwiese, auf der Sie
mit Glück auch am Tage Wildschweine beobachten können. Der weitere Weg
führt um den »Drakenberg« herum.
Wenn Sie nun eine größere Rast einlegen
möchten, verlassen Sie am besten
an der scharfen Linkskurve den
Wanderweg und machen einen Abstecher
von 600 Metern nach rechts
bergab in Richtung »Holzmühle«, bis
Sie wieder auf die Sauparkmauer
stoßen; dann gehen Sie rechts bis
zum »Forsthaus Jägerhaus«, durch
das Tor auf die Straße, die Sie rechts
herum nach 200 Meter direkt zum
»Gasthaus Holzmühle« führt.
Frisch gestärkt marschieren Sie auf
dem Weg wieder zurück zum eigentlichen
Wanderweg und umrunden
den Drakenberg weiter. Dabei kommen
Sie an einer Hangrutschung vorbei.
Hier können Sie sich mit der Geologie
des Kleinen Deisters vertraut machen:
Entstanden durch tektonische Faltungen,
bildet der Kleine Deister zusammen
mit den benachbarten Höhenzügen
bis zum Weserbergland eine so
genannte »Schichtrippenlandschaft«.
Die nächstfolgende Rippe ist der nur
1,0 Kilometer entfernte »Nesselberg«.
Die Erdkruste hat sich schuppenartig
aufgestellt – am Fuß der Höhenzüge
sind hier auf der Nordostseite (im
Gegensatz zum Deister) die älteren
und reicheren Gesteinsschichten
zutage getreten. Auf diesen »Spitzen«-
Standorten wachsen neben der Buche
Edellaubhölzer, wie zum Beispiel
Esche, Ahorn, Kirsche. Das Relief ist
auf dieser Seite viel steiler und
bewegter als die relativ flach ansteigende
Südwestseite mit ihren deutlich
ärmeren Sandstein-Standorten.
An der kommenden Kreuzung folgen
Sie geradeaus dem Hinweis »Wisentgehege
«, an der folgenden Abzweigung
biegen Sie an der Schutzhütte rechts
ab. Nach knapp 1,0 Kilometer gelangen
Sie leicht bergab an das Tor des
Mauerparks. Die Straße genau gegenüber
führt Sie nach rund 1,0 Kilometer
wieder zu Ihrem Auto am Gehegeparkplatz.
Wenn Sie im Anschluss Ihrer Wanderung
noch Lust und Zeit haben, sollten
Sie einen Besuch in dem seit 1928
bestehenden Wisentgehege einplanen
und sich die knapp 100 einheimischen
Tierarten, wie zum Beispiel Przewalski-
Urwildpferd, Bär, Wolf und natürlich
die namensgebenden Wisente ansehen.
Das Gehege ist ganzjährig täglich
geöffnet.
Diejenigen, die am Jagdschloss gestartet
sind, folgen nun der Beschreibung
vom Anfang, bis sie nach etwa zwei
Kilometern wieder ihr Auto erreicht
haben.

Jagdschloss

Jagdschloss

Blick vom Hallermundskopf

Blick vom Hallermundskopf

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