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Breeser Grund - Ruhe einer historischen Heidelandschaft (Landesforsten)

Rubrik:Wandern, Eintagestour
Start:Waldparkplatz an L253 zwischen Göhrde und Himbergen
Ziel:Waldparkplatz an L253 zwischen Göhrde und Himbergen
Länge:5,11 km
Schwierigkeit:Bequeme Halbtageswanderung auf Wirtschaftswegen,
familienfreundlich.
Anfahrt:Auto: Von Lüneburg über die B 216 Richtung
Dannenberg nach Göhrde, dort rechts ab,
Richtung Himbergen/Bad Bevensen, bei Kilometerstein
18 erreichen Sie den Waldparkplatz
(direkt am Wildwarnschild).
Kontakt:Niedersächsisches Forstamt Saupark
Joachim Hansmann
Regionaler Pressesprecher Niedersachsen Mitte
Jagdschloss
31832 Springe

Tel.: 05041 9468-14
www.landesforsten.de

Tour auf der Karte anzeigen »

Informationen zur Tour

und sorgen so für die natürliche Verbreitung.
Nach weiteren 600 Metern öffnet sich
der dichte Laubwald und ermöglicht
Ihnen einen wunderschönen Ausblick
in das »Calenberger Land« mit dem
Deisterkamm im Hintergrund. Hier
befindet sich der Übergang vom
nördlichen Flachland zu den südlichen
Mittelgebirgen.
Am Waldrand folgen Sie dem Weg bis
zu einer Informationstafel, die Ihnen
noch einmal den jetzigen Standpunkt
und einige weitere Detailinformationen
aufzeigt. Hier biegen Sie nach
links wieder in den Wald ein. Auf der
rechten Seite sehen Sie sehr schön,
wie der Förster die neue Waldgeneration
eingeleitet hat. Mit Hilfe der
Samen der Altbäume und Entnahme
überzähliger Bäume wird die natürliche
Verjüngung des Waldes gesteuert.
An der nächsten Weggabelung biegen
Sie bitte nach links in Richtung des
Ausgangspunktes ab. Sie wandern
jetzt ein Teilstück wieder auf Ihrem
Anmarschweg zurück und erreichen
schließlich den Parkplatz.

breeser_grund_im_sommer.jpg

breeser_grund_im_sommer.jpg

Ausgangspunkt Ihrer Wanderung ist
ein kleiner Waldparkplatz an der
Abzweigung der so genannten »Kaiserstraße
« von der Landstraße 253.
Die L 253 verläuft vom Ort Göhrde
Richtung Himbergen/Bad Bevensen.
Ortsunkundige sollten hier aufpassen:
Die Einfahrt zum Parkplatz liegt zwischen
Kilometerstein 17,9 und 18 an
einem Wildwarnschild.
Nachdem Sie Ihr Auto abgestellt
haben, folgen Sie der seinerzeit für
Kaiser Wilhelm II. gut ausgebauten
Kaiserstraße, die zur Linken von
mächtigen Fichten und zur Rechten
von einem Mischwald aus Buchen,
Eichen, Fichten und Kiefern gesäumt
wird. Diese Wälder entsprechen dem
Ziel des heutigen Waldbaus: Altes,
reifes Holz wird geerntet, junge Bäume
warten darauf, Platz und Licht zu bekommen
– alle Stockwerke des Waldes
sind ausgefüllt.
Die Mischung macht’s also: Unterschiedliche
Baumarten streuen das
Risiko gegenüber möglichen Gefahren
und bieten vielen Tieren einen
Lebensraum. Doch der Weg zu einem
modernen, ökologischen Waldbau ist
weit. Hinter der ersten Kurve wandelt
sich bereits das Bild: Junge Kiefern
erscheinen – auf sie wurde nach dem
verheerenden Sturm 1972 zurückgegriffen,
als es darum ging, die verwüsteten
Flächen schnell wieder mit
Bäumen zu bepflanzen. Die Kiefer ist
genügsam und kommt auf großen
Kahlflächen als Pionierbaumart (das sind Bäume, die nach einem Kahlschlag
oder einem Brand Freiflächen
besiedeln) am besten zurecht.
Weiter geht es: Nach rund 500 Metern
erreichen Sie eine Kreuzung und
biegen hier nach links, auf den von
mächtigen Eichen und Heide gesäumten
Weg. Nach und nach tauchen
neben Eichen nun auch Buchen auf,
teilweise abgestorben und abgebrochen
– »Totholz voller Leben«.
Die alten Laubbäume bilden einen
Lebensraum für zahlreiche, auf altes
und totes Holz angewiesene Lebewesen.
Aber auch junge Buchen haben
sich bereits entwickelt.
Nach weiteren 500 Metern überqueren
Sie den »Königsweg«. Dieser 1844
gebaute Weg war nur dem hannoverschen
König bei seiner Fahrt von Hannover
und Celle zur Jagd in das Hofjagdrevier
Göhrde vorbehalten – Sie
wandern also auf königlichen Pfaden!
Kurz darauf biegen Sie halb rechts ab
in das Naturschutzgebiet »Breeser
Grund«. Vor Ihnen öffnet sich eine
Heidelandschaft mit zerzausten alten Huteeichen. Viele dieser Bäume sind
innen schon morsch oder hohl, dennoch
bieten sie vielen seltenen Lebewesen
ein Zuhause: Fast 400 Käferarten
kommen hier vor! Die meisten
von ihnen sind auf die Zersetzung
von Totholz spezialisiert.Weil es hier
schon immer Eichen gab, konnten
sich diese Arten über lange Zeiträume
an den Lebensraum anpassen. Doch
mit Käfern nicht genug: Der Breeser
Grund mit seinem Umfeld beherbergt
auch ein bedeutendes Brutvorkommen
des seltenen Mittelspechtes.
Bis ins 18. Jahrhundert war der überwiegend
aus Traubeneichen und
Buchen bestehende Göhrdewald
durch Waldweide und Streunutzung
geprägt: Die Bauern der angrenzenden
Dörfer durften hier ihr Vieh zum
Weiden in den Wald treiben und
außerdem die Laubblätter und Nadeln
aus dem Wald zum Einstreuen in ihre
Viehställe nutzen. Erst 1885 wurden
die letzten Weideberechtigungen in
der Göhrde abgelöst. Aufgrund des
steigenden Holzbedarfs wurden ab
dem Ende des 18. Jahrhunderts viele
ehemalige Wälder und Weiden, die
mittlerweile zu Heide verödet waren,
mit Nadelholz aufgeforstet. Die Forstverwaltung
hat die Besonderheit des
Breeser Grundes schon frühzeitig
erkannt und diesen Landschaftsteil
als einzigartigen Lebensraum und
geschichtliches Kulturgut erhalten.
Seit 1985 steht das Gebiet mit seinen
angrenzenden Waldflächen unter
Naturschutz. Auf Informationstafeln
erläutert das Forstamt Göhrde, wie
der verheidete Traubeneichen-Hutewald
gepflegt und entwickelt wird.
Heute bedeckt die Kiefer etwa 60 Prozent
des Göhrdewaldes, während der
Laubholzanteil etwa 25 Prozent beträgt.
Ein Ziel der Niedersächsischen
Landesforsten ist es, diesen Anteil langfristig zu erhöhen und die Nadelwälder
mit Laubholz zu mischen.
Dadurch sollen naturnahe, ökologisch
stabile und leistungsstarke Wälder
aufgebaut werden, die vielen Pflanzen
und Tieren einen Lebensraum bieten,
die Menschen zur Erholung einladen,
das Grundwasser schützen und nachhaltig
den Rohstoff Holz liefern.
Hinter der Heidefläche folgen Sie dem
Weg nach rechts. Hier sehen Sie zur
Linken ein schönes Beispiel für einen
Kiefern-Eichen-Mischwald. Durch
Eichelhäher wurden Eicheln aus dem
Breeser Grund unter die alten Kiefern
getragen und haben dort gekeimt.
Auch zur Rechten wird der Wald nun
dichter. Unter den alten Traubeneichen
hat sich eine üppige Eichenverjüngung
entwickelt.
Achtung: An der kommenden Kreuzung
biegen Sie wieder rechts ab und
folgen nun diesem Weg immer geradeaus.
In der Senke hinter dem Hochsitz
finden Sie eine künstliche Wasserstelle
– ein deutliches Zeichen für
den Wassermangel der Göhrde: Im
gesamten Gebiet finden sich keine
natürlichen Wasserstellen. Deswegen
wurden aus jagdlichen Gründen im
ehemaligen Hofjagdrevier der hannoverschen
und später der preußischen
Herrscher künstliche Tränken angelegt.
Schon bald verlassen Sie den Hutewald
und tauchen in einen Buchen-
Traubeneichenwald mit Birken und
Kiefern ein. So angenehm der Schatten
der Buchen für den Wanderer ist,
so sehr erschwert er den dortigen
Eichen sich zu verjüngen – es wird
deutlich, dass die Buchen in diesem Wald die Vorherrschaft übernehmen
werden. Für Sie geht der Weg weiter:
Sie überqueren wieder den Königsweg,
und schon bald tauchen an der
linken Seite die »Riebrauer Köthen«
auf: Die Schutzhütten, die im Stile
alter Köhlerhütten errichtet wurden,
laden Sie zu einer kleinen Pause ein!
Von hier gelangen Sie wieder automatisch
auf die Kaiserstraße, der Sie
nach rechts zu Ihrem Ausgangspunkt
folgen. Nach einem knappen Kilometer
sind Sie wieder bei Ihrem Auto

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