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DWT 2014 - FR 23 Mythos Wurmberg und die innerdeutsche Grenze

Rubrik:Wandern, Mountainbiking, Eintagestour
Start:Schierke Touristinformation - UTM: 32 U 614450 5736186
Ziel:Schierke
Länge:15,80 km
Dauer:ca. 6 Stunden
Anfahrt:Schierke hat Bahnhöfe am Netz der Harzer Schmalspurbahnen im Zentralort Schierke (Bahnhof Schierke) und in Drei Annen Hohne (Bahnhof Drei Annen Hohne).
Schierke ist über Kreis-, Landes- und Bundesstraßen mit Braunlage und über Kreis- und Landesstraßen mit Wernigerode verbunden.
Beschilderung:Die Tour ist ausgeschildert. Harzklub-Schilder
Kontakt:Harzklub e. V., Bahnhofstr. 5a, 38678 Clausthal-Zellerfeld, Tel. 05323-81758, Fax: 05323-81221, Mail: info@harzklub.de, homepage: www.harzklub.de

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Informationen zur Tour

Harzklub-Wandertipp zum Deutschen Wandertag 2014.
Hinweis: Die Wanderführer behalten sich vor, beim offiziellen DWT-Termin die Tour bei Bedarf zu modifizieren.

Blick vom Wurmberg nach Schierke

Blick vom Wurmberg nach Schierke

Schierke - Wurmbergstieg zum Wurmberg - über Ulmer Weg - Brockenstein zum  „Dreieckigen Pfahl“  -  über Sandbrinkstraße zurück nach Schierke.

Schierke ist ein Stadtteil der Stadt Wernigerode . Der Wintersport- und Luftkurort ist 40,1 km² groß und hatte  ca. 700 Einwohner. Schierke liegt im Harz (Hochharz). Es grenzt etwa im Norden an den Nationalpark Harz und befindet sich im Naturpark Harz/Sachsen-Anhalt südöstlich vom Brocken, südwestlich des Hohnekamms, nördlich des Barenbergs und ostnordöstlich der Berggruppe von Wurmberg, Großem Winterberg und Kleinem Winterberg. Es liegt auf etwa 600 bis 650 m ü. NN im Tal der Kalten Bode, das südlich der Ortschaft Elendstal heißt und als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Das südsüdöstliche Nachbardorf ist Elend.

Die Umgebung von Schierke ist von vielen Wanderwegen durchzogen. Mehrere von ihnen führen zum Brocken. Man kann zwischen längeren oder kürzeren, aber steileren Wegen wählen. Der Wurmbergstieg führt hinauf zum Wurmberg. Vom Bahnhof aus führt ein Weg direkt zur Feuersteinklippe. Für Wintersportler verfügt Schierke über ein umfangreiches Loipennetz und eine Natureisbahn.

Johann Wolfgang von Goethe besuchte Schierke 1784 im Rahmen einer geologischen Exkursion und verlegte eine Szene im Faust in die Gegend. Die Szene „Walpurgisnacht“ trägt den Untertitel: „Harzgebirg, Gegend von Schierke und Elend“.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war Schierke für seine Bobbahn bekannt, auf der zweimal – 1914 und 1934 – Deutsche Meisterschaften ausgetragen wurden. 1950 fanden hier die ersten Wintersportmeisterschaften der DDR statt, wozu ein aus zwei Werten bestehender Sonderbriefmarkensatz der DDR-Post erschien.

Im Schierke gibt es die Sommerrodelbahn „Brockencoaster“ mit einer Sonnenterrasse.

Ab 1923 wurde am Eckerloch eine Skisprungschanze errichtet, die 1949 umgebaut wurde und 1950 den DDR-Meisterschaften im Skispringen diente. Bei diesen Meisterschaften  erhielt sie den Namen „Schanze der Einheit“. Wegen ihrer Lage im Grenzsperrbezirk konnte sie später immer weniger genutzt werden, verfiel und wurde in den 1970er Jahren demontiert. Der von Werner Lesser gehaltene Schanzenrekord beträgt 77,0 m. Schierke war lange Zeit ein nicht für jedermann erreichbarer Wintersportort. In den 1960er bis 1980er Jahren war Schierke wegen der nahen innerdeutschen Grenze nur mit einem besonderen Passierschein zugänglich. Auf dem heutigen Gelände des Schulungszentrums der Maschinenbau- und Metall-Berufsgenossenschaft befand sich der Standort der DDR-Grenztruppen. Die 7. Grenzkompanie im 20. Grenzregiment bewachte den Grenzabschnitt vom Brockenplateau über den Bahnhof Goetheweg und den Grenzstein Dreieckiger Pfahlbis zum Großen Winterberg. Jeweils ein Zug war für eine Woche auf dem Brocken stationiert und im heutigen Bahnhofsgebäude der Brockenbahn untergebracht.

Sehenswürdigkeiten in und um Schierke: Brocken, höchster Berg des Harzes, Wurmberg, Feuersteinklippen, Scherstorklippen, Schnarcherklippen, „Apotheke zum Roten Fingerhut“, Schierker Bergkirche

Der Wurmberg, im Landkreis Goslar ist mit 971,2 m ü. NN der zweithöchste Berg des Mittelgebirges Harz und der höchste Berg Niedersachsens (Deutschland). Der Wurmberg erhebt sich unmittelbar außerhalb des Nationalparks Harz im Naturpark Harz rund 3,3 km nördlich von Braunlage(etwa 560 m) und etwa 3 km westsüdwestlich von Schierke, das im benachbarten Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt liegt. Sein Gipfel befindet sich rund 4,8 km südlich (je Luftlinie) von jenem desBrockens. Beide Berge werden vom Tal der Kalten Bode getrennt, die dort in West-Ost-Richtung verlaufend etwa zwischen 700 und 650 mHöhe fließt. Die Grenze zu Sachsen-Anhalt führt nördlich und östlich am Berg vorbei. Jenseits davon liegen in Richtung Schierke Großer(906,4 m) und Kleiner Winterberg (837 m). Zwischen dem Wurmberg und dem Kleinen Winterberg entspringt die Bremke. Westlich vorbei am Berg fließt die Große Bode als östlicher Quellbach der Warmen Bode, die südlich des Bergs durch Braunlage fließt. Der Wurmberg lag bis Oktober 2006 innerhalb des Naturschutzgebietes „Oberharz“. Seitdem sind nur noch zwei Teilflächen mit zusammen 183 ha Fläche am West- und Südwesthang als Naturschutzgebiet Wurmberg ausgewiesen.

Um 1850 wurde auf dem Gipfel des Wurmbergs das erste Signal zur Vermessung des Harzes errichtet. Es wurde 1890 durch einen Holzturm für trigonometrische  Messungen ersetzt, der bis 1930 bestand.

Im Jahr 1922 wurde eine Skisprungschanze erbaut (siehe Absatz Skisprungschanzen) und in den 1950er Jahren direkt angrenzend eine Gaststätte – die Wurmberg-Alm.

Die Deutsche Teilung führte dazu, dass die innerdeutsche Grenze nördlich und östlich am Wurmberg vorbei verlief. Während des Kalten Krieges befand sich auf dem Gipfelplateau eine Abhörstation: 1972 errichteten US-Geheimdienste auf dem Wurmberg einen 81 m hohen Turm, den North Tower, zur Aufnahme der entsprechenden Abhörgeräte. Diese Station wurde am 22. August 1994 gesprengt und ihre Überreste beseitigt (siehe auch: Aufklärungsturm auf dem Stöberhai). Seit 1963 führt von Braunlage aus die Wurmbergseilbahn auf den Berg.

Der Steinbruch am Wurmberg wurde durch Herrmann Bachstein im Rahmen der Errichtung der Südharz-Eisenbahn1899 angelegt. Seit dem 1. September 1899 befand sich am Fuße des Wurmbergs am Brockenweg der Güterbahnhof Wurmberg (bis 1958). Dort wurden die Roh- und Werksteine aus Wurmberg-Granit verladen. Am Güterbahnhof befand sich seit 1925 das „Knacker“ genannte Schotterwerk.

Die Verladestation Wurmberg war zunächst mittels eines Bremsberges mit der weiter oben am Berg gelegenen unteren Steinbruchsohle verbunden. Auf diesem wurden die Steine in an Seilen befindlichen Loren transportiert. Der Damm, auf dem die Gleise dieser Transportanlage verlegt waren, ist heute noch in voller Länge erkennbar. Später wurde auf dem Damm eine Seilbahn errichtet, deren Pfeilerfundamente noch heute im Wald zu finden sind.

1974 wurde der Steinbruchbetrieb eingestellt. Geblieben ist eine beachtlich hohe Gesteinswand im unteren Teil des Steinbruchs. Der obere Steinbruch wurde mit Abraum gefüllt, der im ersten Bauabschnitt der Umgehungsstraße Braunlage anfiel. Seit 2006 liegt er innerhalb des Naturschutzgebiets Wurmberg.

Die Wurmbergseilbahn führt als Kleinkabinenbahn von Braunlage auf den Wurmberg. Die einstige Zwei-Sektionen-Bahn wurde in zwei Bauabschnitten errichtet: Seit 1963 verlief sie von der heutigen Mittel- zur Bergstation, das untere Stück von der Tal- zur Bergstation wurde erst 1967 eröffnet. 2001 wurde die heutige, komplett durchgängige Bahn eröffnet – mit Aus- und Zustiegsmöglichkeit an der Mittelstation. Die Seilbahn ist 2,8 km lang, überwindet 397,5 m Höhenunterschied, ganzjährig geöffnet und dient zum Beispiel Wintersportlern und Wanderern als Aufstiegshilfe.

Auf dem Wurmberg liegt ein Wintersportgebiet  (etwa 570 bis 971,2 m ü. NN): Das Wintersport- und Skigebiet soll im Rahmen des Konzepts „Wurmberg 2015“ mit einem Investitionsvolumen von 7,5 Millionen Euro ausgebaut werden. Die Rodungsarbeiten für die Verbreiterung der vorhandenen Skipisten und für die zwei neuen Skipisten sind zum größten Teil abgeschlossen. Vorgesehen sind Beschneiungen mit Schneelanzen, die im Pistenbereich oberhalb der Mittelstation der Wurmbergseilbahn und / oder am Kaffeehorst aufgestellt werden könnten. Hierzu benötigtes Wasser soll aus einem speziell dafür angelegten und etwa 5.000 m² großen Speichersee auf der Bergkuppe kommen. Am Kaffeehorst soll als Zusatz zum vorhandenen Doppelankerlift ein neuer 4er-Sessellift gebaut werden, womit sich die Förderkapazität fast verdreifachen würde. Vom Liftausstieg nahe dem Gipfel könnte dann nach allen Seiten abgefahren werden kann. Die parallel dazu entstehende, neue 1,2 km lange Abfahrt soll für Nachtbetrieb eine Beleuchtungsanlage bekommen. Auch sollen sonst vorhandene Abfahrtsmöglichkeiten ausgebaut werden: Es soll Verbindungen vom Südosthang zum Nordhang und zum Südhang geben, der jetzige Snowboardhang erweitert werden und zudem zusätzlich eine weitere Rodelbahn angelegt werden. Etwa ostnordöstlich des Wurmbergs – im Bereich zwischen Großem und Kleinem Winterberg – soll in Richtung des Dorfs Schierke in Sachsen Anhalt eine Liftanlage oder Gondelbahn mit vier neuen Abfahrten entstehen. Des Weiteren soll eine Reifenrodel-Anlage (Snowtubing) mit Lift entstehen. Im Endstadium könnte das Wintersport- und Skigebiet über 13 Abfahrten mit insgesamt rund 30 km Pisten verfügen. Ferner sollen neue Parkplätze entstehen und die Gastronomie ausgebaut werden.

Zu den Wanderzielen auf dem oder nahe dem Wurmberg gehören neben seinem Gipfel mit der Wurmbergschanze (mit Aussichtsplattform und Restaurant) die Gaststätte Rodelhaus, die Kleine und Große Wurmbergklippe, der Wurmbergsteinbruch, die Bärenbrücke an der Warmen Bode sowie die Ortschaften Braunlage, Elend,  Königskrug und Schierke. In der warmen Jahreszeit kann auf dem Berg mit Mountainbikes und  Monsterrollern gefahren werden. Die auf dem Berg stehende Gaststätte Wurmberg-Alm ist als Nr. 156 in das System der Stempelstellen der Harzer Wandernadel einbezogen.

Der Dreieckige Pfahl ist ein historischer, etwa 1,35 m hoher Grenzstein ausGranit südwestlich des Brockens im Nationalpark Harz. Der vor 1866 gesetzte Stein markierte die Grenze zwischen dem Königreich Hannover und demHerzogtum Braunschweig. Ursprünglich markierte diese Stelle ein Dreiländereck. Während der Deutschen Teilung verlief hier die Grenze zwischen der DDR und derBRD. Heute verläuft hier die Grenze zwischen Sachsen-Anhalt undNiedersachsen, wobei der Dreieckige Pfahl knapp auf niedersächsischer Seite liegt und auch im Kalten Krieg (von Westen) zugänglich war.

Der historische Stein steht auf etwa 870 m Höhe rund 2,5 km östlich eines Parkplatzes an der Bundesstraße 4 zwischen Torfhaus und Oderbrück.

Eine erste urkundliche Erwähnung eines hier gesetzten Grenzsteins datiert aus dem Jahr 1727. Auf einer Karte des Oberforstes Braunlage befindet sich der Vermerk „drey Eckjer Pfahl anno 1698“. Aus einer Beschreibung der Harzburger Forsten wird der ursprüngliche Stein wie folgt beschrieben:

„Solcher Pfahl ist auch nach Communion Seite zur linken Hand mit Nr. 1 und einer Wolfsangel, nach Braunlagischer Seite mit drey Hieben und auf Elbingeroder Seite mit Nr. 1 und einem Kreuz ingleichen mit der Jahreszahl 1698 gesetzt und hat dabei seinen Namen erhalten.“

Die Grenzmarkierung wurde später regelmäßig erneuert. 1736 wurde ein Holzpfahl und 1791 ein Stein gesetzt. 1844 folgte eine Ausführung in Eichenholz.

Der heute noch bestehende dreieckige Stein wurde vor 1866 gesetzt. Er trägt die Nr. 1 und auf nordöstlicher und südwestlicher Seite die Buchstaben KH für Königreich Hannover und auf südöstlicher Seite die Buchstaben HB für Herzogtum Braunschweig. Die ursprüngliche dreieckige Gestaltung wurde beibehalten.

1894 war direkt am Dreieckigen Pfahl eine Bahnstation geplant. Ingenieur Louis Degen, der Pläne für eine über braunschweigisches Gebiet verlaufende Harzbahn von Walkenried über Wieda nach Braunlage (spätere Südharz-Eisenbahn) ausgearbeitet hatte, sah eine Weiterführung der Strecke bis zum nördlichsten Punkt dieses braunschweigischen Landesteils – dem Landkreis Blankenburg – vor.

Zuvor war 1892 die von mehreren Gemeinden im Westharz beantragte Schaffung eines Fahrweges, der am Dreieckigen Pfahl von der Fahrstraße Torfhaus/Oderbrück nach Schierke abzweigte und bis zur Brockenstraße führte, von der Fürstlich Stolberg-Wernigerödischen Kammer abgelehnt worden.

Die Station sollte mit einem Umsetzgleis ausgerüstet werden. Die Bahn wurde jedoch nur bis Braunlage gebaut. Ein Gütergleis führte bis in den Norden Braunlages zum Granitsteinbruch am Wurmberg. Den Dreieckigen Pfahl erreichte sie aber nicht.

Bis 1945 befand sich am Dreieckigen Pfahl eine kleine Wirtschaft, die vor allem von Brocken-Wanderern besucht wurde. Das Gebäude wurde durch amerikanische Truppen im April 1945 niedergebrannt, da sich seinerzeit noch SS- und Wehrmachtssoldaten sowie HJ in den Hütten dieses Gebietes versteckt hielten. Die Gaststätte wurde nicht wieder aufgebaut. Heute befindet sich hier in der Nähe des Dreieckigen Pfahles ein Rastplatz für Wanderer und Mountainbiker. Zudem ist der Pfahl als Nr. 168[1] in das System der Stempelstellen der Harzer Wandernadel einbezogen; der Stempelkasten hängt in einer nahe dem Pfahl stehenden Schutzhütte.

Quelle: Wikipedia

Der Dreieckige Pfahl

Der Dreieckige Pfahl

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