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DWT 2014 - SA 2/18 Klippenwanderung zu Steinen, an die schon Goethe klopfte

Rubrik:Wandern, Stadt-/Ortsbesichtigungen, Lehr-/Naturerlebnispfade (für Naturerlebnispunkte), Eintagestour
Start:Schierke - Touristinformation UTM: 32 U 614450 5736186
Ziel:Schierke
Länge:11,83 km
Dauer:ca. 5 Stunden
Anfahrt:Schierke - Touristinformation UTM: 32 U 614450 5736186.

Schierke hat Bahnhöfe am Netz der Harzer Schmalspurbahnen im Zentralort Schierke (Bahnhof Schierke) und in Drei Annen Hohne (Bahnhof Drei Annen Hohne).
Schierke ist über Kreis-, Landes- und Bundesstraßen mit Braunlage und über Kreis- und Landesstraßen mit Wernigerode verbunden.
Beschilderung:Die Tour ist ausgeschildert. Harzklub-Schilder
Kontakt:Harzklub e. V., Bahnhofstr. 5a, 38678 Clausthal-Zellerfeld, Tel. 05323-81758, Fax: 05323-81221, Mail: info@harzklub.de, homepage: www.harzklub.de

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Informationen zur Tour

Harzklub-Wanderung zum DWT 2014

Mäuseklippen bei  Schierke

Mäuseklippen bei Schierke

Schierke -  Ahrensklint - Feuersteinklippen - Schnarcherklippen -  Schierke.

Schierke ist ein Stadtteil der Stadt Wernigerode . Der Wintersport- und Luftkurort ist 40,1 km² groß und hatte  ca. 700 Einwohner. Schierke liegt im Harz (Hochharz). Es grenzt etwa im Norden an den Nationalpark Harz und befindet sich im Naturpark Harz/Sachsen-Anhalt südöstlich vom Brocken, südwestlich des Hohnekamms, nördlich des Barenbergs und ostnordöstlich der Berggruppe von Wurmberg, Großem Winterberg und Kleinem Winterberg. Es liegt auf etwa 600 bis 650 m ü. NN im Tal der Kalten Bode, das südlich der Ortschaft Elendstal heißt und als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Das südsüdöstliche Nachbardorf ist Elend.

Die Umgebung von Schierke ist von vielen Wanderwegen durchzogen. Mehrere von ihnen führen zum Brocken. Man kann zwischen längeren oder kürzeren, aber steileren Wegen wählen. Der Wurmbergstieg führt hinauf zum Wurmberg. Vom Bahnhof aus führt ein Weg direkt zur Feuersteinklippe. Für Wintersportler verfügt Schierke über ein umfangreiches Loipennetz und eine Natureisbahn.

Johann Wolfgang von Goethe besuchte Schierke 1784 im Rahmen einer geologischen Exkursion und verlegte eine Szene im Faust in die Gegend. Die Szene „Walpurgisnacht“ trägt den Untertitel: „Harzgebirg, Gegend von Schierke und Elend“.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war Schierke für seine Bobbahn bekannt, auf der zweimal – 1914 und 1934 – Deutsche Meisterschaften ausgetragen wurden. 1950 fanden hier die ersten Wintersportmeisterschaften der DDR statt, wozu ein aus zwei Werten bestehender Sonderbriefmarkensatz der DDR-Post erschien.

Im Schierke gibt es die  Sommerrodelbahn  „Brockencoaster“ mit einer Sonnenterrasse.

Ab 1923 wurde am Eckerloch eine Skisprungschanze errichtet, die 1949 umgebaut wurde und 1950 den DDR-Meisterschaften im Skispringen diente. Bei diesen Meisterschaften  erhielt sie den Namen „Schanze der Einheit“. Wegen ihrer Lage im Grenzsperrbezirk konnte sie später immer weniger genutzt werden, verfiel und wurde in den 1970er Jahren demontiert. Der von Werner Lesser gehaltene Schanzenrekord beträgt 77,0 m. Schierke war lange Zeit ein nicht für jedermann erreichbarer Wintersportort. In den 1960er bis 1980er Jahren war Schierke wegen der nahen innerdeutschen Grenze nur mit einem besonderen Passierschein zugänglich. Auf dem heutigen Gelände des Schulungszentrums der Maschinenbau- und Metall-Berufsgenossenschaft befand sich der Standort der DDR-Grenztruppen. Die 7. Grenzkompanie im 20. Grenzregiment bewachte den Grenzabschnitt vom Brockenplateau über den Bahnhof Goetheweg und den Grenzstein Dreieckiger Pfahlbis zum Großen Winterberg. Jeweils ein Zug war für eine Woche auf dem Brocken stationiert und im heutigen Bahnhofsgebäude der Brockenbahn untergebracht.

Sehenswürdigkeiten in und um Schierke: Brocken, höchster Berg des Harzes, Wurmberg, Feuersteinklippen, Scherstorklippen, Schnarcherklippen, „Apotheke zum Roten Fingerhut“, Schierker Bergkirche.

Der Ahrensklint im Harz ist eine 822,4 m ü.  NN hohe Granit-Felsformation am Erdbeerkopf.  Er befindet sich nördlich von Schierke (zu Wernigerode) etwa 800 m westlich des Erdbeerkopfs (847,7 m ü. NN) auf der Südwestflanke des  Hohnekamms  (900,6 m ü. NN). Südwestlich vorbei an der Bergflanke fließt – jenseits der auf dem Berghang verlaufenden  Brockenbahn (mit nahem Bahnhof Schierke) – durch Schierke die Kalte Bode. „Der Ahrentsklint war unter der Bezeichnung "Arneklint" (Adlerfels) die älteste Bezeichnung eines Forstortes im Schierker Gebiet. Vor 1411 gehörte er der Wernigeröder Bürgergemeinde. Am 28.1.1411 tauschte der Graf zu Stolberg Wernigerode den Forstort aus, um sein Wald- und Jagdgebiet abzurunden. Von da an zählte der Ahrensklint zum gräflichen Forst und wurde Schauplatz repräsentativer Gesellschaftsjagden der feudalen Harzgrafen. Der Ahrentsklint ist nur auf Waldwegen zu erreichen. Vorbei an der Felsformation verläuft der  Glashüttenweg. Hinauf führen einige Eisenleitern. Von der höchsten Stelle fällt der Blick unter anderem zum Brocken, zum Hohnekamm mit den Leisten- und Grenzklippen, zum Erdbeerkopf, zum Wurmberg und auf das nahe Schierke. Etwa 2 km weiter östlich, in Richtung Drei Annen Hohne, liegt jenseits des Erdbeerkopfs ebenfalls am Glashüttenweg der Trudenstein.

Die Feuersteinklippe ist eine Klippe im Nationalpark Harz und ein Wahrzeichen des Ortes Schierke. Die Feuersteinklippe ist, anders als der Name vermuten lässt, ein aus Granit bestehender Härtling. Sie weist ein für den Granit typisches orthogonales Kluftsystem und die charakteristische Wollsackverwitterung auf. Die auffällige Felsenformation befindet sich in einer Höhe von 690 ü. NHN von Wald umgeben etwas nördlich des Bahnhofs Schierke. Der Name Feuersteinklippe ist vergleichbar mit dem Namen der südöstlich gelegenen Schierker Feuersteinwiesen, die sich ebenfalls im Nationalpark Harz befinden. Oft wird die Namensherkunft "Feuer" von dort möglicherweise entfachten kultischen Feuern bzw. Signalfeuern abgeleitet, doch das ist mit großer Wahrscheinlichkeit nur eine Legende. Walther Grosse schreibt in seiner "Geschichte der Stadt und Grafschaft Wernigerode in ihren Forst, Flur- und Straßennamen" (Wernigerode 1929) zur Namensherkunft, dass der Granit dort sehr hart sei und mit dem Stahl Funken gebe. Trotzdem bleibt die Namensherkunft bisher unklar. Eine am Felsen angebrachte Tafel erinnert an den Besuch Goethes und des Malers Georg Melchior Kraus, die hier am 4. September 1784 zu geologischen Studien weilten. Nach der Klippe ist der in Schierke begründete Kräuterlikör Schierker Feuerstein benannt, auf dessen Flaschenetikett sie abgebildet ist. Der Schierker Feuerstein  wurde vom Apotheker Willy Drube in der „Apotheke zum roten Fingerhut“ entwickelt und 1924 zum Patent angemeldet. Der Likör sollte Kurgäste in Schierke von Magenbeschwerden befreien. Er ist nach den bei Schierke gelegenen Feuersteinklippen benannt. Willy Drube hat in den 1930er Jahren mit einem Zeitungswettbewerb folgenden Grabspruch für sich finden lassen: In dieser Erdengrube ruht Apotheker Drube. Oh' Wandrer, eile fort von hier, sonst kommt er raus und trinkt mit Dir!

Die Schnarcherklippen sind eine eindrucksvolle zweitürmige Granitfelsformation (bis 671 m ü. NN). Die Schnarcherklippen befinden zwischen den Ortschaften Schierke im Norden und Elend im Südosten auf der Nordwestflanke des bewaldeten  Barenbergs (695,5 m ü. NN), der sich westlich des Tals der Kalten Bode erhebt. In der Nachbarschaft liegen die Mäuseklippe im Nordwesten und die  Scherstorklippen im Südwesten. Die beiden rund 20 m voneinander entfernt stehenden und etwa 25 m bis 28 m hohen Felstürme der Schnarcherklippen gehören zum Brockengranitstock und weisen eine deutliche Wollsackverwitterung auf. Eine Besonderheit der Klippen ist die Ablenkung der Kompassnadel aus ihrer Nordrichtung aufgrund des Vorkommens von Magnetit im Gestein. Bei Wind aus südöstlicher Richtung erzeugen die Klippen eigenartige Geräusche, welche bei der Namensgebung Pate standen. Die Schnarcherklippen sind am kürzesten über einen Wanderweg von Schierke erreichen. Sie sind als Nr. 14 in das System der Stempelstellen der Harzer Wandernadel einbezogen. Die Stempelstelle  Schnarcherklippen befindet sich in einer nahe den Klippen stehenden Schutzhütte. Der nordöstliche Felsen ist über eine Eisenleiter besteigbar, der südwestliche bleibt Kletterern vorbehalten.

Auf seiner dritten Harzreise im September 1784 besuchte Johann Wolfgang von Goethe unter anderem auch die Schnarcherklippen. Diese fanden in Faust I und Faust II Erwähnung:

Seh die Bäume hinter Bäumen,
wie sie schnell vorüberrücken,
und die Klippen, die sich bücken,
und die langen Felsennasen,
wie sie schnarchen, wie sie blasen!

Goethe (Faust I)

Der Blocksberg bleibt ein gar bequem Lokal,
Wo man auch sei, man findet sich zumal.
Frau Ilse wacht für uns auf ihrem Stein,
Auf seiner Höh wird Heinrich munter sein,
Die Schnarcher schnauzen zwar das Elend an,
Doch alles ist für tausend Jahr getan.

Goethe (Faust II)

Die Scherstorklippen sind eine durch Wollsackverwitterung entstandene Granitfelsformation (bis 694 m ü. NN). Sie befinden sich in bewaldetem Gebiet rund 1,6 km südsüdwestlich von Schierke, etwa 2 km westnordwestlich von Elend, zirka 1 km westsüdwestlich vom Gipfel des Barenbergs (695,5 m ü. NN) und etwa 2,2 km ostsüdöstlich der an der niedersächsischen Grenze gelegenen Berggruppe von Wurmberg, Großem Winterberg und Kleinem Winterberg. Jeweils ungefähr in nordöstlicher Nachbarschaft befinden sich die Mäuseklippe und die Schnarcherklippen. Die Scherstorklippen sind auf Wald- und Wanderwegen zu erreichen. Der etwa 1,5 km westlich von Elend von der Bundesstraße 27 nach Norden abzweigende Weg ist auch für Fahrräder geeignet. Der etwas beschwerlichere Weg von Schierke zu den Klippen, auch Gelber Weg genannt, führt an der Mäuseklippe vorbei, und die Schnarcherklippen sind etwa 1 km von diesem Weg entfernt.

Quellen: Wikipedia und privat 

Schnarcherklippen

Schnarcherklippen

Hütte an den Schnarcherklippen

Hütte an den Schnarcherklippen

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