GeoLife | Das Freizeitportal in Niedersachsen | geolife.de

DWT 2014 - FR 14 Durch die Rüdigsdorfer Schweiz

Rubrik:Wandern, Lehr-/Naturerlebnispfade (für Naturerlebnispunkte), Mountainbiking, Eintagestour
Start:Nordhausen – Endstelle Nord der Nordhäuser Straßenbahn an der Stolberger Straße (L 1038) in Richtung Petersdorf UTM: 32 U 0625250 5708700
Ziel:Nordhausen – Endstelle Nord der Nordhäuser Straßenbahn an der Stolberger Straße (L 1038) in Richtung Petersdorf UTM: 32 U 0625250 5708700
Länge:10,11 km
Dauer:6 Stunden
Anfahrt:Nordhausen – Endstelle Nord der Nordhäuser Straßenbahn an der Stolberger Straße (L 1038) in Richtung Petersdorf
UTM: 32 U 0625250 5708700
Beschilderung:Die Tour ist ausgeschildert. Harzklub-Schilder
Kontakt:Harzklub e. V., Bahnhofstr. 5a, 38678 Clausthal-Zellerfeld, Tel. 05323-81758, Fax: 05323-81221, Mail: info@harzklub.de, homepage: www.harzklub.de

Tour auf der Karte anzeigen »

Informationen zur Tour

Harzklub-Wanderung zum DWT 2014

Rüdigsdorfer Schweiz

Rüdigsdorfer Schweiz

Peterdorf – Richtung Neustadt – Einkehr in Rüdigsdorf – durch die Rüdigsdorfer Schweiz.

Die Rüdigsdorfer Schweiz bei Nordhausen genießt aufgrund ihrer hervorragenden Naturausstattung und Artenvielfalt weltweite Bedeutung. Sie liegt im Zechsteingürtel des Südharzes und zeichnet sich durch einen hohen Strukturreichtum des Bodenreliefs aus. Den geologischen Untergrund bildet Gipsgestein, welches stellenweise oberflächlich ansteht. Der Wanderer trifft auf bizarre, weiße Felsen, glasklare Quellen, im Boden verschwindende Bäche und trichterförmige Vertiefungen. Diese, die Landschaft prägende Karsterscheinungen, entstanden durch Lösungsprozesse im anstehenden Gestein. Die Böden auf dem Gipsstein sind sehr flachgründig. Das Klima in diesem Gebiet ist überwiegend kontinental und überdurchschnittlich trocken und warm. Die Landschaft "Rüdigsdorfer Schweiz" weist eine starke Gliederung von klimatischen Verhältnissen auf. In diesem strukturreichen Gebiet der Gipskarstlandschaft kommt eine Vielzahl verschiedener Biotoptypen auf kleinstem Raum vor. So findet man Trockenrasen, Halbtrockenrasen, Wirtschaftswiesen, krautreiche Laubmischwälder, wärmeliebende Trockenwälder, Streuobstwiesen, Äcker, Steinbrüche, Erdfälle und Hohlwege. Die Buchenwälder in der Karstlandschaft sind besonders im Frühjahr mit prächtigen Bodenblühern geschmückt. Ganze Flächen von Buschwindröschen und Leberblümchen bedecken den Boden. Die Gipskarstlandschaft in der "Rüdigsdorfer Schweiz" entstand durch Meeresablagerungen im Zechstein. Sie zeichnet sich durch ein reich strukturiertes Mosaik von Biotopen aus. Der Südharz stellt pflanzengeografisch eine Übergangslandschaft dar. Hier treffen die Verbreitungsgebiete kontinentaler und euroasiatischer-subatlantischer Arten aufeinander. So gibt es Kalkbuchenwälder, Gipssteilhänge, Felsflure und Sümpfe. Der Wechsel von genutztem Grünland, Hecken, Magerrasen und Waldflächen auf kleinster Fläche, bietet den unterschiedlichsten Arten von Flora und Fauna, und damit einer Vielzahl seltener Pflanzen und Tiere, die vom Aussterben bedroht sind, einen Lebensraum. Ein kühles, schattiges und feuchtes Kleinklima herrscht das ganze Jahr über an den zahlreichen Erdfällen und Dolinen. Hier gedeihen auf nacktem Gips üppige Moospolster, Flechten und seltene Hirschfarne. Die Dolinen und Erdfälle zeigen am Ende des Winters mit Bärlauchteppichen oftmals das erste Grün in der Landschaft. Orchideen zählen zu den farbenprächtigsten Pflanzen, die uns auf unseren Wiesen oder am Waldesrand wachsen. Sie sind oft klein und unscheinbar. Viele Menschen sind von ihrer ungeheuren Vielfalt fasziniert. Es gibt ca. 25 Arten von Orchideen in der Gipskarstlandschaft. Viele dieser Arten sind vom Aussterben bedroht.

Blütezeit: Mai - Juli,
in lichten Wäldern, feuchten Wiesen und Flachmooren.

Im Naturschutzgebiet "Rüdigsdorfer Schweiz" wurden über 400 Falterarten registriert, von denen mehr als 39 Arten auf der Liste der gefährdeten Arten stehen. Eine besondere Aufmerksamkeit, auf Grund der geologischen Struktur der Landschaft des Gipskarstgebietes verdienen die Fledermäuse. Es gibt 14 verschiedene Arten. Ideale Überwinterungsquartiere finden die Fledermäuse hier in den Gipskarsthöhlen. Die Höhlen besitzen eine sehr ausgeglichene Temperatur und Feuchtigkeit. Unter diesen Fledermäusen sind einige seltene und gefährdete Arten anzutreffen. Die Mopsfledermaus und das Große Mausohr genießen den besonderen Schutz der europäischen Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie.           

 

Lebensraum: Bevorzugen klimatisch begünstigte Täler und leben im Sommer in Baumhöhlen, im Winter in Gruppen an zugfreien Plätzen und in Höhlen.        

 

 

Der Gipskarst als spezieller Lebensraum ist Heimat einer vielfältigen Tierwelt. In feuchten Karsthohlformen ist der Feuersalamander weit verbreitet. In den Sümpfen und wassergefüllten Erdfällen sind Gelbbauchunken, Geburtshelferkröten und Fadenmolche anzutreffen.

 

Die Rüdigsdorfer Schweiz ist das letzte zusammenhängende Gipskarstgebiet in Thüringen. Sie befindet sich nördlich von Nordhausen. Ihr zentraler Ort, Rüdigsdorf, liegt malerisch in die Landschaft eingebettet. Die kegelförmigen Gipsberge Winkelberg (306 m) und Kirchberg (300 m) sowie der Bomberg, Danielskopf, Großer und Kleiner Otternkopf und der Kuhberg schließen den Ort in einen Talkessel ein. Von ihren Gipskuppen bieten sich vielfältige Ausblicke in die weite Umgebung. Die abwechslungsreiche, parkartige Landschaft lädt zum Wandern und Verweilen ein. Der idyllisch ruhig gelegene , von Wald- und Wiesenflächen umgebene Ort, ohne Durchgangsstraße, bietet ideale Voraussetzungen für Erholung und Entspannung. Besonders sehenswert ist die aus dem 12. Jahrhundert stammende kleine Kirche des Ortes. Sie war vermutlich ein Teil einer Wehrkirche. Das Kirchenschiff ist mit einem hohen Bruchsteinsockel und Fachwerkoberteil ausgestattet. Im Inneren befindet sich der Chor mit spitzbogigem Kreuzgratgewölbe und Triumphbogen.

Das "Café Kerwitz" ist als "Geheimtipp" bei Kennern der Region bekannt und beliebt. Unter alten Bäumen sitzend, kann man selbstgebackenen Kuchen genießen und mit der Wirtin über das Leben reden. Telefon (0 36 31) 98 40 91.

Die neue, komfortable Pension "Rüdigsdorfer Schweiz" ist geschmackvoll in das Ortsbild eingebunden. Acht Zimmer, Aufenthaltsraum, Veranstaltungssaal, großer Hausgarten und vieles mehr bietet die Pension. Gern ist man behilflich bei der Planung von Wanderungen und Ausflügen. Telefon (0 36 31) 90 03 71

Der Karstwanderweg

Er ist ein thematischer Weg, der den Landkreis Nordhausen auf einer Länge von 56 km in Ost-West-Richtung durchquert und ein Bindeglied zwischen den Karstwanderwegen der Kreise Osterode und Sangerhausen darstellt. Ein roter Balken auf weißem Hintergrund markiert den Wegeverlauf. An vielen Stellen stehen Erläuterungstafeln, die Informationen zu Geologie und Landschaft, Naturschutz und Umwelt, Siedlungs- und Frühgeschichte enthalten. Im Osten beginnt der Karstwanderweg bei der Heimkehle. Sie ist eine der größten Karsthöhlen Deutschlands. Ein kleines Museum gibt Aufschluss über den historischen Kupferschieferbergbau in dieser Region. Vom Gelände der Höhle aus steigt der Wanderweg steil bergan und am Ende des Steilhanges betritt man das Gebiet des "Alten Stolbergs". Der Weg mündet in einen Fahrweg der zur Kalkhütte, einer Ausflugsgaststätte, führt. Über die Gemeinde Steigerthal, die Pfaffenköpfe, die Rüdigsdorfer Schweiz geht er weiter in Richtung Krimderode. Hier überquert er die B4 und führt an den östlichsten Bereich des Kohnsteins heran. Dort befindet sich auch der Zugang zur Gedenkstätte des KZ Mittelbau Dora. Weiter verläuft er über den Salzaspring in westlicher Richtung durch das Hirschental, den Kohnstein, die Hörninger Klippen bis zur Mündung des Lochmühlenbaches. Hier teilt sich der Karstwanderweg. Eine Teilstrecke führt vorbei an der Lochmühle zu den Steilabfällen nach Ellrich und trifft dort auf den Osteröder Weg. Die andere Wegstrecke führt von Gudersleben über Steinsee, Liebenrode, Klettenberg nach Mackenrode, wo er etwa 400 m auf der B243 in Richtung Nüxei führt und dann links von der Straße in den Wald abbiegt und sich hier mit dem zweiten Arm des Osteröder Weges vereint. Zahlreiche Ruhebänke und Schutzhütten laden zum Verweilen ein.

Quellen: Wikipedia und Lokale Agenda 21 - Stadt Nordhausen - und privat

Kirche in Rüdigsdorf

Kirche in Rüdigsdorf

Petersdorf

Petersdorf

PDF-Ausdruck Informationen als PDF herunterladen (1,52 MB)

« zurück zur Übersicht »