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DWT 2014 - SA 2/24 Marmor - Höhlen - Altbergbau

Rubrik:Wandern, Eintagestour
Start:Parkplatz am Freibad in Rübeland UTM:32 U 627606 5735741
Ziel:Rübeland
Länge:8,76 km
Dauer:ca. 5 Stunden
Anfahrt:Rübeland liegt im Harz an der Bode. Durch den Ort führt die Rübelandbahn und die Bundesstraße 27, von der in der Ortsmitte eine Verbindungsstraße zur Bundesstraße 81 abzweigt. UTM:32 U 627606 5735741
Beschilderung:Die Tour ist ausgeschildert. Harzklub-Schilder
Kontakt:Harzklub e. V., Bahnhofstr. 5a, 38678 Clausthal-Zellerfeld, Tel. 05323-81758, Fax: 05323-81221, Mail: info@harzklub.de, homepage: www.harzklub.de

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Informationen zur Tour

Harzklub-Wanderung zum DWT 2014

Blick vom Schornsteinberg auf Rübeland

Blick vom Schornsteinberg auf Rübeland

Rund um Rübeland - von Rübeland über den Schornsteinberg zum Blauen See - weiter über  den Krockstein (einstiger Marmorabbau) und Neuwerk (alter Hüttenort) zurück nach  Rübeland. Hier Möglichkeit des Besuchs einer Tropfsteinhöhle oder/und des Besucher- / Schaubergwerks Drei Kronen und Ehrt.

Rübeland ist eine Ortschaft der Stadt Oberharz am Brocken im Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt und trägt seit 2004 den Zusatznamen „Höhlenort“. Zu Rübeland gehören die Ortsteile Susenburg, Kaltes Tal, Kreuztal und Neuwerk. Der Ort zählt etwa 1400 Einwohner (2011). Rübeland liegt im Mittelgebirge Harz an der  Bode. Durch den Ort führt die Rübelandbahn und die Bundesstraße 27, von der in der Ortsmitte eine Verbindungsstraße zur Bundesstraße 81 abzweigt. Südlich des Ortes erstreckt sich die Rappbode-Talsperre. Zunehmende Bekanntheit erlangte der Ort im einstigen Herzogtum Braunschweig-Lüneburg durch die Baumannshöhle. Die Harzer Sagenwelt schreibt die Höhlenentdeckung einem Bergmann namens Friedrich Baumann zu, der sie auf der Suche nach Erzvorkommen gefunden habe. Ein Bergmann dieses Namens ist nicht nachweisbar. Es dürfte sich wie beim Ritter Ramm am Goslarer Rammelsberg um eine Sagenfigur handeln. Der Ruf des Naturwunders der nach dem sagenhaften Baumann benannten Tropfsteinhöhle verbreitete sich schnell und zog schon im 16. Jahrhundert Besucher aus Nah und Fern an. Erste Höhlenführungen boten Rübeländer Einwohner, Hirten und Waldarbeiter an, die sich so ein Zubrot verdienten. Im 17. Jahrhundert wirkte sich der Dreißigjährige Krieg auch auf den Harz aus. 1626 brannten die Truppen des kaiserlichen Generals Tilly den Ort Neuwerk nieder. Nach dem Krieg erlebte Rübeland eine erste Blüte. 1649 erhielten der Rübeländer Valentin Wagner und seine Familie, die das Haus in der heutigen Blankenfelder Straße 37 besaß, das Privileg für offizielle Höhlenführungen. (Dieses Vorrecht, beurkundet in einer Akte des fürstlichen Archivs Wolfenbüttel, übte Familie Wagner bis zu ihrem Aussterben Ende des 19. Jahrhunderts aus.) Der Tourismus zur Baumannshöhle nahm stetig Aufschwung; binnen kurzer Zeit wurden mehrere Beschreibungen der Höhle verfasst. Um 1650 entstand durch Matthäus Merian ein Kupferstich des Ortes Rubelandt und der Buhmans Höhle (Topographia Germaniae). Am 10. April 1668 stellte Herzog Rudolf August von Braunschweig-Lüneburg die Baumannshöhle als erste Tropfsteinhöhle weltweit unter seinen Schutz. Im Juli 1672 verursachte ein Köhler einen Waldbrand auf dem Bielstein; bei den Aufräumungsarbeiten wurde eine weitere Höhle – die Bielshöhle – entdeckt. Die Baumannshöhle wurde 1688 auf Initiative der Familie Wagner mit einer verschließbaren Tür, Stufen, Leitern und Holzbrücken versehen. Um 1700 waren darin bereits fünf Höhlenabteilungen zugänglich sowie 33 Schaufiguren ausgewiesen. 1702 zeichnete Professor Hardt den ersten Höhlenplan, 1703 veröffentlichte Georg Henning Behrens seine Reisebeschreibung Hercynia Curiosa oder Curiöser Hartz-Wald..., in der er die Baumannshöhle zur „Königin aller Höhlen“ erhob und sehr viele Besucher erwähnte. Ab 1717 siedelte sich auch Industrie in Rübeland an; Mönche des nahen Klosters Michaelstein betrieben eine Marmormühle (1889 stillgelegt) im Kreuztal; ein Sägewerk und eine Pulvermühle (später Pappenfabrik, 1936 stillgelegt) nahmen ihren Betrieb auf. 1788 begannen regelmäßige Führungen auch in der kleineren Bielshöhle.  Etwa um 1800 wurde der letzte Wolf der Region erlegt. 1848 errichtete man das Stauts´sche Haus. Dieses ehemalige Gutshaus der Stuterei im Nachbarort Hüttenrode wurde nach Ende der Pferdezucht und Verkauf des Grundstücks von einem Rübeländer Bürger erworben. Er trug es ab und baute es in der Burgstraße wieder auf, wo es als das Amt bekannt wurde. Die Dorfkirche Rübeland wurde 1868 geweiht. 1866 entdeckte der Straßenarbeiter Wilhelm Angerstein die Hermannshöhle.

 

Die Industrialisierung des späten 19. Jahrhunderts forderte neue Transportwege; die Halberstadt-Blankenburger Eisenbahn bezog auch Rübeland in ihr Netz ein – ab 1. November 1885 verband die Harzbahn (heute Rübelandbahn) den Ort mit  Halberstadt und  Tanne. Der Aussichtspavillon auf dem Hohen Kleef wurde 1892 erbaut. 1896 erhielt Rübeland ein weiteres Wahrzeichen durch die Bärenplastik auf der Herzklippe. In Erinnerung an die Knochenfunde des Höhlenbären (Ursus spelaeus) in der Hermannshöhle lautet die Inschrift Dem letzten seines Stammes. Das Kunstwerk aus Eisenbeton besteht aus sechs Hohlteilen, wobei in den Sockel eine Flasche mit den Namen der Künstler eingelassen wurde. 1928 wurde die Eingangszone der Baumannshöhle umgestaltet und das Museum eröffnet. 1938 begann der Bau der Rappbode-Talsperre, wurde aber 1942 wegen des Zweiten Weltkriegs abgebrochen. Während des Krieges verrichteten zahlreiche sowjetische Kriegsgefangene  im Kalkwerk Zwangsarbeit. In den Jahren 1948 – 1950 befiel der Borkenkäfer die Wälder um Rübeland so stark, dass große Flächen des Fichtenbestandes  gerodet werden mussten. 1950 wurde der südöstliche Nachbarort Neuwerk nach Rübeland eingemeindet. Um den Ostharz vor Hochwasser zu schützen und gleichzeitig die Versorgung mit Trinkwasser zu gewährleisten, wurde der Bau der Rappbode-Talsperre wieder aufgenommen; am 1. September 1952 konnte der Grundstein der Staumauer gelegt werden. In den Jahren 1952 und 1953 gelang es Rübeländer Jugendlichen, unter ihnen Adelbert Schmiedeknecht, ein völlig vermülltes Mundloch in der Märtensstraße (im Volksmund Kamerun genannt) frei zu legen. Dadurch entdeckten sie eine neue Schmiedeknechthöhle getauften Naturhöhle. In deren Berggeisthalle findet sich der spektakulärste aller Rübeländer Stalagmiten.

 

Seit 1957 ist das einen Kilometer entfernte Susenburg ein Ortsteil Rübelands. Mitte der 1960er Jahre wurde die Rübelandbahn erweitert, um mehr Transportkapazitäten für das Kalkwerk zu schaffen; das steilste Teilstück überwindet 6,2 % Steigung. 1999 betrat Rübeland politisches Neuland: Deutschlands erste Koalition aus CDU und PDS nahm ihre Arbeit auf. Am 3. Dezember 2001 wurde Bernhard Langes Heimatstück "Die vom rauhen Lande" im Rahmen der Rübeländer Höhlenfestspiele von der Laienspielgruppe Rübeland aufgeführt. Das Jahr 2004 brachte kommunalpolitische Veränderungen; der Name des Ortes wurde in „Höhlenort Rübeland“ geändert und trägt damit der wirtschaftlichen und touristischen Bedeutung der umliegenden Kalkhöhlen Rechnung. Zusätzlich wurde die Einheitsgemeinde Stadt Elbingerode (Harz) gebildet, zu der neben Höhlenort Rübeland auch Elbingerode und Königshütte gehören. Im Zuge weiterer Kreisgebietsreformen wurde am 1. Januar 2010 die Stadt Oberharz am Brocken gegründet, deren Ortsteil Höhlenort Rübeland ist.

 

Besondere Bedeutung in der Verkehrstechnik erlangte die Bahnstrecke von Blankenburg (Harz) über Rübeland nach Tanne. Die nur noch bis Elbingerode betriebene Rübelandbahn besitzt heute noch ökonomische Bedeutung, der Personenverkehr ruht derzeit. In Rübeland befand sich eine Ausbildungseinrichtung der Volkspolizei, die Schulungen und Weiterbildungen sowie einfache Übungen durchführte. Das Gelände würde durch die Polizei Sachsen-Anhalt nach der Wende von 1989 übernommen und bis zum Jahr 2006 betrieben, bis 2003 als externes Objekt der Fachhochschule Polizei Sachsen-Anhalt. Danach wurde das Objekt aufgrund verschiedener Polizeistrukturreformen aufgegeben und ist seither eine Pension mit kleinem Polizeimuseum.

Der Blaue See ist ein künstlicher See zwischen Hüttenrode und Rübeland im Harz. Der See ist im Rahmen der Bergbauaktivitäten in dieser Region entstanden. Der hier betriebene Kalksteinbruch Garkenholz wurde nach dem Zweiten Weltkrieg stillgelegt. Aufgrund des hohen Kalkgehalts erscheint der See im Frühjahr leuchtend blau. Im Sommer färbt sich das Wasser infolge von Schwebstoffen und Algen grün. In Sommer und Herbst versickert das Wasser durch Risse im Kalkuntergrund, so dass der See zum Winter hin austrocknet, im Frühjahr füllt er sich dann wieder mit Wasser und der Zyklus beginnt von vorn.

Auf dem Krockstein im Kreuztal wurde recht intensiv Marmorabbau und -aufbereitung betrieben. In Neuwerk wurde vom 15.Jahrhundert bis 1889 (mit Unterbrechung) hochwertiger Marmor gebrochen, welcher auch Verwendung in vielen Prunkbauten der preußischen Könige fand. In den Halden auf dem Krockstein finden Sie noch heute schöne Belegstücke für diesen Marmor.

Hinweis: Drei Kronen & Ehrt  ist ein ehemaliges  Bergwerk , in dem Schwefelkies (Pyrit) abgebaut wurde. Seit 1992 wird es mit Unterbrechungen als Besucherbergwerk genutzt. Das Bergwerk  liegt  zwischen Elbingerode und Rübeland  an der Bundesstraße 27. Es befindet sich an der Nordostflanke des Bodenbergs (491,1 m ü. NN) auf etwa 445 m ü. NN. Nördlich der Straße erstreckt sich in Richtung des Galgenbergs der Kalksteintagebau der Fels-Werke. Unmittelbar am Werksgelände vorbei verläuft, parallel zur B 27, die Strecke der Rübelandbahn, von der ein Gleis in vorgenanntes Fels-Werk abzweigt. Eine erste Idee, Teile der damals noch als volkseigener Betrieb Schwefelkiesgrube Einheit in Betrieb befindlichen Grube auch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, bestand bereits Anfang 1989. Der Technische Leiter der Grube schlug vor, die erste Sohle der Anlage für Besucher zugänglich zu machen. Die Idee wurde jedoch nicht verwirklicht. Bereits im Februar 1990 hatten sieben Bergleute den Förderverein Besucherbergwerk Drei Kronen & Ehrt e.V. gegründet. Die Zahl der Mitglieder stieg bis zum Jahr 2001 auf 45 Personen. Im Jahr 1990 wurde eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme bewilligt, in der 21 ehemalige Werksangehörige am Aufbau des Besucherbergwerks arbeiteten. Für das Schaubergwerk benötigte Gebäude wurden saniert, andere abgerissen. Aus den tieferen Sohlen wurden geeignete Maschinen in den Schaubereich transportiert. Es wurden neue Gleise verlegt, alte Strecken befahrbar gemacht und eine Beleuchtung installiert. Hunte wurden zur Personenbeförderung umgebaut. Eine erste Besichtigungsmöglichkeit bestand dann am 22. Mai 1992, eingeschränkte Führungen wurden ab Juli 1993 durchgeführt. Die Eröffnung des Besucherbergwerks erfolgte am 1. Juli 1994. Die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen liefen zugleich aus, es waren nun 13, später nur noch 9 festangestellte Mitarbeiter für das Besucherbergwerk tätig. Mit Fördermitteln wurde das Umfeld aufgewertet, so konnte der Betriebshof gepflastert werden. Die Zahl der Besucher stieg von 21.000 Personen im Jahr 1994 auf 35.000 im Jahr 2001. Im Jahr 2009 wurde der Betrieb des Besucherbergwerks eingestellt. Der Schauteil des Bergwerks wurde an eine Arbeitsfördergesellschaft verpachtet. Am 19. Dezember 2011 erfolgte die Wiedereröffnung des Besucherbergwerks. Der Gräfliche bzw. Fürstliche Stollen stellt den Beginn des heutigen Besucherbergwerks dar, der Obere Mühlentalstollen dient seit 1993 als Einfahrt zum Besucherbergwerk. Drei Kronen und Ehrt ist als Nr. 61 in das System der Stempelstellen der Harzer Wandernadel einbezogen. Die Stempelstelle befindet sich wenige Meter südöstlich vor dem Eingangstor des Besucherbergwerks.

Quelle: wikipedia

 

 

 

 

Der Blaue See im Frühjahr

Der Blaue See im Frühjahr

Besucherbergwerk Drei Kronen und Ehrt

Besucherbergwerk Drei Kronen und Ehrt

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