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DWT 2014 - DO 30 Wasserkraft - Höhlen - Altbergbau

Rubrik:Wandern, Eintagestour
Start:Parkplatz am Freibad in Rübeland UTM: 32 U 627606 5735741
Ziel:Rübeland
Länge:15,65 km
Dauer:ca. 5 Stunden
Anfahrt:Rübeland liegt im Mittelgebirge Harz an der Bode. Durch den Ort führt die Rübelandbahn und die Bundesstraße 27, von der in der Ortsmitte eine Verbindungsstraße zur Bundesstraße 81 abzweigt. UTM: 32 U 627606 5735741
Beschilderung:Die Tour ist ausgeschildert. Harzklub-Schilder
Kontakt:Harzklub e. V., Bahnhofstr. 5a, 38678 Clausthal-Zellerfeld, Tel. 05323-81758, Fax: 05323-81221, Mail: info@harzklub.de, homepage: www.harzklub.de

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Informationen zur Tour

Harzklub-Wanderung zum DWT 2014

Die Bode bei Rübeland

Die Bode bei Rübeland

Rund um die Talsperre Wendefurth - von Rübeland über Neuwerk (alter Hüttenort,  Wasserkraftanlage mit Wasserrad) auf dem Harzer-Hexen-Stieg bis Wendefurth (Pumpspeicherkraftwerk) mit Einkehrmöglichkeit -  zurück über die Rappbodetalsperre nach  Rübeland. Hier Möglichkeit des Besuchs einer Tropfsteinhöhle.

Rübeland ist eine Ortschaft der Stadt Oberharz am Brocken im Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt und trägt seit 2004 den Zusatznamen „Höhlenort“. Zu Rübeland gehören die Ortsteile Susenburg, Kaltes Tal, Kreuztal und Neuwerk. Der Ort zählt etwa 1400 Einwohner (2011). Rübeland liegt im Mittelgebirge Harz an der Bode. Durch den Ort führt die Rübelandbahn und die Bundesstraße 27, von der in der Ortsmitte eine Verbindungsstraße zur Bundesstraße 81 abzweigt. Südlich des Ortes erstreckt sich die Rappbode-Talsperre. Zunehmende Bekanntheit erlangte der Ort im einstigen Herzogtum Braunschweig-Lüneburg durch die Baumannshöhle. Die Harzer Sagenwelt schreibt die Höhlenentdeckung einem Bergmann namens Friedrich Baumann zu, der sie auf der Suche nach Erzvorkommen gefunden habe. Ein Bergmann dieses Namens ist nicht nachweisbar. Es dürfte sich wie beim Ritter Ramm am Goslarer Rammelsberg um eine Sagenfigur handeln. Der Ruf des Naturwunders der nach dem sagenhaften Baumann benannten Tropfsteinhöhle verbreitete sich schnell und zog schon im 16. Jahrhundert Besucher aus Nah und Fern an. Erste Höhlenführungen boten Rübeländer Einwohner, Hirten und Waldarbeiter an, die sich so ein Zubrot verdienten. Im 17. Jahrhundert wirkte sich der Dreißigjährige Krieg auch auf den Harz aus. 1626 brannten die Truppen des kaiserlichen Generals Tilly den Ort Neuwerk nieder. Nach dem Krieg erlebte Rübeland eine erste Blüte. 1649 erhielten der Rübeländer Valentin Wagner und seine Familie, die das Haus in der heutigen Blankenfelder Straße 37 besaß, das Privileg für offizielle Höhlenführungen. (Dieses Vorrecht, beurkundet in einer Akte des fürstlichen Archivs Wolfenbüttel, übte Familie Wagner bis zu ihrem Aussterben Ende des 19. Jahrhunderts aus.) Der Tourismus zur Baumannshöhle nahm stetig Aufschwung; binnen kurzer Zeit wurden mehrere Beschreibungen der Höhle verfasst. Um 1650 entstand durch Matthäus Merian ein Kupferstich des Ortes Rubelandt und der Buhmans Höhle (Topographia Germaniae). Am 10. April 1668 stellte Herzog Rudolf August von Braunschweig-Lüneburg die Baumannshöhle als erste Tropfsteinhöhle weltweit unter seinen Schutz. Im Juli 1672 verursachte ein Köhler einen Waldbrand auf dem Bielstein; bei den Aufräumungsarbeiten wurde eine weitere Höhle – die Bielshöhle – entdeckt. Die Baumannshöhle wurde 1688 auf Initiative der Familie Wagner mit einer verschließbaren Tür, Stufen, Leitern und Holzbrücken versehen. Um 1700 waren darin bereits fünf Höhlenabteilungen zugänglich sowie 33 Schaufiguren ausgewiesen. 1702 zeichnete Professor Hardt den ersten Höhlenplan, 1703 veröffentlichte Georg Henning Behrens seine Reisebeschreibung Hercynia Curiosa oder Curiöser Hartz-Wald..., in der er die Baumannshöhle zur „Königin aller Höhlen“ erhob und sehr viele Besucher erwähnte. Ab 1717 siedelte sich auch Industrie in Rübeland an; Mönche des nahen Klosters Michaelstein betrieben eine Marmormühle (1889 stillgelegt) im Kreuztal; ein Sägewerk und eine Pulvermühle (später Pappenfabrik, 1936 stillgelegt) nahmen ihren Betrieb auf. 1788 begannen regelmäßige Führungen auch in der kleineren Bielshöhle. Etwa um 1800 wurde der letzte Wolf der Region erlegt. 1848 errichtete man das Stauts´sche Haus. Dieses ehemalige Gutshaus der Stuterei im Nachbarort Hüttenrode wurde nach Ende der Pferdezucht und Verkauf des Grundstücks von einem Rübeländer Bürger erworben. Er trug es ab und baute es in der Burgstraße wieder auf, wo es als das Amt bekannt wurde. Die Dorfkirche Rübeland wurde 1868 geweiht. 1866 entdeckte der Straßenarbeiter Wilhelm Angerstein die Hermannshöhle. 

Die Industrialisierung des späten 19. Jahrhunderts forderte neue Transportwege; die Halberstadt-Blankenburger Eisenbahn bezog auch Rübeland in ihr Netz ein – ab 1. November 1885 verband die Harzbahn (heuteRübelandbahn) den Ort mit Halberstadt und Tanne. Der Aussichtspavillon auf dem Hohen Kleef wurde 1892 erbaut. 1896 erhielt Rübeland ein weiteres Wahrzeichen durch die Bärenplastik auf der Herzklippe. In Erinnerung an die Knochenfunde des Höhlenbären (Ursus spelaeus) in der Hermannshöhle lautet die Inschrift Dem letzten seines Stammes. Das Kunstwerk aus Eisenbeton besteht aus sechs Hohlteilen, wobei in den Sockel eine Flasche mit den Namen der Künstler eingelassen wurde.  1928 wurde die Eingangszone der Baumannshöhle umgestaltet und das Museum eröffnet. 1938 begann der Bau der Rappbode-Talsperre, wurde aber 1942 wegen des Zweiten Weltkriegs abgebrochen. Während des Krieges verrichteten zahlreiche sowjetische  Kriegsgefangene im Kalkwerk Zwangsarbeit. In den Jahren 1948 – 1950 befiel der Borkenkäfer die Wälder um Rübeland so stark, dass große Flächen des Fichtenbestandes gerodet werden mussten. 1950 wurde der südöstliche Nachbarort Neuwerk nach Rübeland eingemeindet. Um den Ostharz vor Hochwasser zu schützen und gleichzeitig die Versorgung mit Trinkwasser zu gewährleisten, wurde der Bau der Rappbode-Talsperre wieder aufgenommen; am 1. September 1952 konnte der Grundstein der Staumauer gelegt werden. In den Jahren 1952 und 1953 gelang es Rübeländer Jugendlichen, unter ihnen Adelbert Schmiedeknecht, ein völlig vermülltes  Mundloch in der Märtensstraße (im Volksmund Kamerun genannt) frei zu legen. Dadurch entdeckten sie eine neue Schmiedeknechthöhle getauften Naturhöhle. In deren Berggeisthalle findet sich der spektakulärste aller Rübeländer Stalagmiten.

Seit 1957 ist das einen Kilometer entfernte Susenburg ein Ortsteil Rübelands. Mitte der 1960er Jahre wurde die Rübelandbahn erweitert, um mehr Transportkapazitäten für das Kalkwerk zu schaffen; das steilste Teilstück überwindet 6,2 % Steigung. 1999 betrat Rübeland politisches Neuland: Deutschlands erste Koalition aus CDU und PDS nahm ihre Arbeit auf. Am 3. Dezember 2001 wurde Bernhard Langes Heimatstück "Die vom rauhen Lande" im Rahmen der Rübeländer Höhlenfestspiele von der Laienspielgruppe Rübeland aufgeführt. Das Jahr 2004 brachte kommunalpolitische Veränderungen; der Name des Ortes wurde in „Höhlenort Rübeland“ geändert und trägt damit der wirtschaftlichen und touristischen Bedeutung der umliegenden Kalkhöhlen Rechnung. Zusätzlich wurde die Einheitsgemeinde Stadt Elbingerode (Harz) gebildet, zu der neben Höhlenort Rübeland auch Elbingerode und Königshütte gehören. Im Zuge weiterer Kreisgebietsreformen wurde am 1. Januar 2010 die Stadt Oberharz am Brocken gegründet, deren Ortsteil Höhlenort Rübeland ist.

Besondere Bedeutung in der Verkehrstechnik erlangte die Bahnstrecke von Blankenburg (Harz) über Rübeland nach Tanne. Die nur noch bis Elbingerode betriebene Rübelandbahn besitzt heute noch ökonomische Bedeutung, der Personenverkehr ruht derzeit. In Rübeland befand sich eine Ausbildungseinrichtung der Volkspolizei, die Schulungen und Weiterbildungen sowie einfache Übungen durchführte. Das Gelände würde durch die Polizei Sachsen-Anhalt nach der Wende von 1989 übernommen und bis zum Jahr 2006 betrieben, bis 2003 als externes Objekt der Fachhochschule Polizei Sachsen-Anhalt. Danach wurde das Objekt aufgrund verschiedener Polizeistrukturreformen aufgegeben und ist seither eine Pension mit kleinem Polizeimuseum.

Die Baumannshöhle ist neben der Hermannshöhle eine Schauhöhle in Rübeland   im Landkreis Harz und gilt als älteste Schauhöhle Deutschlands. Die Höhle entstand im Devon-Kalk des Elbingeröder Komplexes in Verbindung mit der Ausbildung des Bodetals. Einer Sage nach erfolgte die Entdeckung um 1536 durch den Bergmann Friedrich Baumann, worauf auch der Name der Höhle zurückgeht. Baumann soll auf der Suche nach einer Erzlagerstätte in die Höhle gelangt sein und sich dort nach verlöschen seines Grubenlichts verlaufen haben. Nach drei Tagen gelang es ihm, den Ausgang wiederzufinden. Er konnte zwar noch von der Höhle berichten, verstarb dann jedoch an den Folgen der Entbehrungen in der Höhle. Vermutlich seit dem 16. Jahrhundert fanden Besuche in der Höhle statt. 1649 erteilten die Herzöge von Braunschweig einem Rübeländer das Privileg, Besucher durch die Höhle zu führen. Dieser Zeitpunkt gilt als Beginn regulärer Führungen. Aufgrund der Zerstörung von Tropfsteinen erließ der Braunschweiger Herzog Rudolf August eine Verordnung zum Schutz der Baumannshöhle. Die Höhle gilt daher auch als erstes rechtlich unter Schutz gestelltes Naturdenkmal in Deutschland. Um unbefugte Zutritte zu verhindern, sicherte man den Zugang 1688 durch eine Tür, so dass der Tropfsteinschmuck bis heute erhalten blieb. Zu den bekanntesten Besuchern zählte Johann Wolfgang von Goethe, der die Höhle 1777, 1783 und 1784 besuchte. Weitere bekannte Besucher waren 1656 der Theologe Gottfried Olearius und 1690 der Wissenschaftler Gottfried Wilhelm Leibniz. Die älteste Darstellung über das Höhleninnere ist für das Jahr 1654 durch Merian überliefert. Die Höhle wurde, neben dem Brocken, eine bekannte Harzer Sehenswürdigkeit und gewann somit für Rübeland Bedeutung als wichtiger Wirtschaftsfaktor. Damals wurde auch die in der Nähe gelegene Bielshöhle besucht.  Der Zugang zur Baumannshöhle befand sich hoch am westlichen Hang des Bodetals. Die Begehung der Höhle war schwierig. Eine gründlichere Erforschung der Höhle folgte dann ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der Höhlenführer Streitberg fand dabei am 1. Juli 1888 den Zugang zu bis dahin nicht bekannten Teilen der Höhle, die als Neue Baumannshöhlebezeichnet werden. Durch Oberforstmeister Nehring wurde 1888 ein wissenschaftlich exakter Plan der Höhle erstellt. Als am 1. Mai 1890 der reguläre Führungsbetrieb in der Hermannshöhle aufgenommen wurde, die zudem noch mit elektrischem Licht ausgestattet war, gingen die Besucherzahlen der Baumannshöhle zurück. Dazu trug sicher auch ihr schlechter Zustand bei; verrußte Höhlenwände und glanzlose Tropfsteine zeugten vom Gebrauch der Pechfackeln, zahlreiche Tropfsteine waren als Souvenir oder zum Verkauf entfernt worden, bengalische Feuer sollten Besucher unterhalten. Im heutigen Goethesaal der Höhle wurden 1901 Untersuchungen zur natürlichen Radioaktivität durch die Wolfenbütteler Forscher Elster und Geitel vorgenommen. 1928/1929 führte Stolberg eine teilweise Neuvermessung der Baumannshöhle durch. 1928 schuf man auch einen neuen Eingang zur Höhle. Aus der mitten im Ort gelegenen, damals neu errichteten Eingangshalle, gelangt man nun durch einen 74 Meter langen, 1927 angelegten, steil aufführenden Stollen komfortabel zur Höhle. Der alte Eingang wurde geschlossen und dient nur noch als Zugang für betriebliche Zwecke. Auch innerhalb der Höhle wurden neue Wege angelegt, wobei jedoch nicht alle Teile der Höhle für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Bei Grabungen in der Baumannshöhle 1965 gelangten neue steinzeitliche Funde ans Tageslicht. In den 1990er Jahren fanden Untersuchungen und Vermessungen durch die Arbeitsgemeinschaft für Karstkunde e.V. statt. Seit dem Jahr 2000 können Brautpaare in der Baumannshöhle heiraten. Die Baumannshöhle besteht aus mehreren miteinander verbundenen Hohlräumen. Zu nennen ist hier die von ein Meter hohen  Stalagmiten geprägte Leuchterschlucht. Größter Raum ist der Goethesaal mit etwa 2500 m², in dem auch Konzerte und während der Schulferien gelegentlich Theaterstücke aufgeführt werden. In diesem Saal bestehen zwei Bühnen und Plätze für bis zu 300 Zuschauer. Der Goethesaal ist zugleich Außenstelle des örtlichen Standesamts. Die Benennung als Goethesaal erfolgte erst 1928, zuvor hieß die Halle Tanzsaal. Im Goethesaal befindet sich der künstlich angelegte Wolfgangsee, dessen maximale Tiefe 0,80 Meter beträgt. Der höchste Punkt der Höhle, das Himmelreich, liegt bei 440 Meter über Normalnull. Die tiefste Punkt, der Wassergang 61 Meter tiefer bei 379 Metern über Normalnull. In einer als Hamburger Wappenbezeichneten Höhle besteht eine Gesteinsformation, die Goethe an das Hamburger Wappen erinnerte. Da diese kleinere Höhle zunächst Goethesaal hieß, musste sie nach der Umbenennung des Tanzsaals einen neuen Namen erhalten, wobei man auf die Äußerung Goethes zurückgriff. Im Hamburger Wappen gibt es darüber hinaus einen künstlich veränderten, etwa einen Meter hohen Stalagmit, den Mönch. Vom Hamburger Wappen gelangt man zu den 1888 entdeckten Teilen der sogenannten Neuen Baumannshöhle, so zur Schildkrötenschlucht. Der Name rührt von einerSinter- und Bruchformation her, die an eine Schildkröte erinnert. Oberhalb der Schlucht befindet sich die für Gruppenfotos genutzte Treppenanlage. Weitere Räume sind das Hängende Gebirge und die Palmengrotte, die ihren Namen von einer Sinterformation hat, die an eine Palme erinnert. Als besonders schöner Raum gilt die Säulenhalle, die von einer Vielzahl von Stalaktiten, Stalagmiten, Sinterfahnen und kleinen Sinterröhrchen, sogenannten Makkaronis, geprägt wird. In dieser Halle befindet sich auch der als Lebensbaum bezeichnete Stalagmit. Bekannt geworden ist die Höhle unter anderem wegen der zahlreichen Knochenfunde des heute ausgestorbenen Höhlenbären. Sie sind auf einem als Großes Knochenfeld bezeichneten Areal zusammengetragen. Hier befindet sich auch ein zusammengefügtes Skelett eines Höhlenbären. In der Baumannshöhle überwintern Fledermäuse. Als problematisch stellt sich das Auftreten sogenannter Lampenflora dar. Der Bewuchs von Moosen und anderen Pflanzen tritt in der Umgebung von künstlichen Lichtquellen auf und kann das Erscheinungsbild der Höhle verändern bzw die Steine schädigen. Mit Beleuchtungskonzepten und Reinigungsarbeiten im Winter wird die Erscheinung entgegengewirkt.

Die Hermannshöhle ist neben der Baumannshöhle  eine weitere  Schauhöhle in  Rübeland bei  Wernigerode. Die Höhle entstand im Devon-Kalk des Elbingeröder Komplexes in Verbindung mit der Ausbildung des Bodetals. Sie wurde am 28. Juni 1866 durch den aus Neuwerk stammenden Wegeaufseher Wilhelm Angerstein (Spitzname: Sechserding) beim Räumen von Schutt- und Geröllmassen auf der Bergseite der Hasselfelder Straße entdeckt. Der freigelegte Eingang war schon am darauf folgenden Tag mit einer Tür versehen. Am 1. Mai 1890 wurde die Höhle für den Besucherverkehr freigegeben. Durch ihren frühen Verschluss ist der reiche Tropfsteinschmuck noch weitgehend erhalten. Bekannt geworden ist die Höhle unter anderem wegen der zahlreichen Knochenfunde des Höhlenbären. Umfangreich erforscht wurde die Höhle von J. H. Klooß, Robert Nehring (1888) und Friedrich Stolberg (1932). Bei andauernden Forschungen seit 1970 wurden viele bis dahin unbekannte Hohlräume entdeckt und vermessen. Die Hermannshöhle ist für ihre Grottenolme bekannt. Insgesamt 18 aus Istrien stammende Exemplare wurden dort in den Jahren 1932 (fünf Stück) vom Geologen Walter Biese und 1956 (13 Stück) zu Schauzwecken in einem künstlichen Höhlengewässer („Olmensee“) ausgesetzt, das eine Tiefe von rund 80 Zentimetern und eine permanente Wassertemperatur von 7 °C aufweist. Die Tiere stammten aus der Adelsberger Grotte im slowenischen Postojna. Im Jahr 1978 wurde ein Zuchtbecken gebaut und bei der Gelegenheit festgestellt, dass es sich bei den auffindbaren Olmen ausschließlich um Männchen handelte. 1985 wurden bei einer Säuberung des Olmensees 13 männliche Tiere herausgefangen, die vermutlich alle aus dem Import von 1956 stammen. Über den aktuellen Bestand liegen keine Informationen vor; die Grottenolme der Hermannshöhle sind aber immer noch eine Touristenattraktion.

 

Charakteristisch für das Bild des Ortes Neuwerk sind sowohl die an den Hang des Bodetals gebauten Häuser, als auch der markante Turm der ehemaligen Dorfschule mit historischem Uhrwerk. Von der einstigen Bedeutung des Bergbauortes zeugen heute der Hüttenplatz mit alten Hüttengebäuden und die vielen Gräben zur Nutzung der Wasserkraft. Diese Gräben wurden teilweise in jüngster Vergangenheit wieder nutzbar gemacht und werden nun erneut zur Erzeugung von Strom mit Hilfe von Wasserkraft eingesetzt. Eine weitere Besonderheit ist das höchste Eisenbahnviadukt Norddeutschlands im Kreuztal. Neuwerk wird erstmals 1448 im Zusammenhang einer auf dem linken Ufer der Bode gelegenen Hütte im Teilungsrezess der Grafen Ulrich und Bernhard von Regenstein genannt. Die von Mönchen des Klosters Michaelstein im Kreuztal gegründete  Marmormühle  wurde 1715 wieder in Betrieb genommen und arbeitete bis 1889. Die hohe Qualität des Marmors führte zu einer Verwendung in einigen Prunkbauten der preußischen Könige. Am 1. Juli 1950 wurde Neuwerk in das benachbarte Rübeland eingemeindet, welches am 1. Januar 2004 ein Ortsteil von Elbingerode (Harz) wurde]. Seit der Auflösung der Stadt Elbingerode (Harz) am 1. Januar 2010 gehört es als Ortsteil von Rübeland zur neu gegründeten Stadt Oberharz am Brocken.

Die Talsperre Wendefurth im Harz ist eine zwischen 1957 bis 1964 errichtete, aus Talsperre,  Wasserkraftwerk und Stausee bestehende  Stauanlage bei Wendefurth im Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt, die der Hauptsperre Rappbodetalsperre nachgeschaltet ist. Ihre 43,5 m hohe Staumauer staut besonders die Bode und deren Zufluss Rappbode zum etwa 78 ha großen Stausee Wendefurth auf. Mit weiteren Stauanlagen, wie der Rappbodetalsperre, dient die Talsperre im Rappbode-Talsperrensystem dem Hochwasserschutz im Ostharz, wobei sie die unterhalb ihrer Staumauer besonders an der Bode gelegenen Ortschaften schützt. Außerdem dient sie als Unterbecken für das Pumpspeicherwerk Wendefurth. Zusätzlich wird ihr Stausee als Badesee und zur Fischzucht genutzt.

Das Absperrbauwerk der Talsperre steht als Gewichtsstaumauer direkt westlich des Thaler Ortsteils Wendefurth. Auf der Mauerkrone verläuft ein in Wendefurth beginnender Fahrweg, der auch von Besuchern betreten werden darf. Die Bauarbeiten an der Talsperre Wendefurth begannen im April 1957 und wurden im November 1957 unterbrochen, weil zuerst die Talsperre Pöhl (1958–1964; bei Pöhl, Vogtlandkreis, Sachsen) und dann die Rappbodetalsperre (besonders 1952–1959) fertiggestellt werden mussten. Die Arbeiten wurden im Oktober 1959 fortgesetzt und im Dezember 1964[1] abgeschlossen. Der Einstau begann aber erst 1967, da noch andauernde Arbeiten am an die Talsperre angeschlossenen Pumpspeicherwerk Wendefurth keinen früheren Einstau zuließen. Die gekrümmte Gewichtsstaumauer, die durch ihr Eigengewicht die Bode aufstaut, ist etwa 230 m[1] lang und an ihrer Krone 3 m und an der Basis rund 30 m breit. Über der Talsohle ist sie 33,8 m und über der Gründungssohle43,5 m hoch. Die Mauerkrone liegt auf 355,63 m ü. NN. Das Bauwerksvolumen enthält zirka 115.000 m³ Stahlbeton. Die Mauer besteht aus 16 Segmenten, die zur Wasserseite hin durch in den Beton eingelegte Kupferbleche abgedichtet sind. Zusätzlich sind die Fugen mit  Teer und  Hanf  verschlossen. Zur Hochwasserentlastung ist die Mauer mit einem freien Kronenüberlauf versehen, der 55,2 m lang ist. Am Grund sind 2 Grundablässe  eingebaut, deren Ringkolbenschieber mit 4,2 m Durchmesser bis zu 75 m³ Wasser pro Sekunde abgeben können. Das anliegende Gestein besteht aus nicht besonders wasserdichtem Mangan-Schiefer. Damit nicht von unten anliegender Sohlenwasserdruck die Mauer anhebt, wird die Sohle durch über 40 Glocken mit Steigleitungen entlastet. Der sich aufbauende Wasserdruck wird in Abständen nachgemessen. Anhand eines toten Stollens wird das Langzeitverhalten des Berggesteins untersucht. Zudem ist die Mauer von mehreren Kontrollgängen zu Revisionszwecken durchzogen. Zwischen 2007 und 2009 wurde in die Staumauer der Talsperre Wendefurth eine Kaplan-Turbine (doppelt regulierte Spiralturbine) eingebaut, die seitdem im Rahmen eines kleinen Wasserkraftwerks  mit einer installierten Leistung von 837 kW Strom  erzeugt. Hinzu kommt die Stromerzeugung des angegliederten Pumpspeicherwerks Wendefurth.  

Das Pumpspeicherwerk Wendefurth liegt in der Nähe des gleichnamigen Stadtteils von Thale im Bodetal und ist das einzige Pumpspeicherkraftwerk in Sachsen-Anhalt. Das Kraftwerk Wendefurth wird als Spitzenlastkraftwerk von Vattenfall betrieben und verwendet nicht benötigte elektrische Energie aus Grundlastkraftwerken, um Wasser aus der Talsperre Wendefurth über zwei Rohrleitungen mit einem Durchmesser von je 3,4 m in ein Speicherbecken oberhalb des Kraftwerks zu pumpen. Dieses hat bei einem Gesamtstauraum von 1,97 Mio. m³ ein Arbeitsvermögen von 523 MWh. Im Maschinenhaus des Kraftwerks sind zwei Francis-Pumpturbinen eingebaut, die im Turbinenbetrieb bei einer Durchflussmenge von 39 m³/s und einer Fallhöhe von 126 m eine Leistung von je 40 MW entwickeln. Sie sind direkt mit Drehstrom-Synchrongeneratoren gekoppelt, die für den Pumpbetrieb als Elektromotor betrieben werden können. In dieser Betriebsart beträgt die Nennleistung 36 MW. Der Stausee Wendefurth liegt beim Dorf  Wendefurth  größtenteils im Gebiet der Stadt  Thale; nur sein nahe der Staumauer des benachbarten  Rappbodestausees  befindlicher Teil und sein Westausläufer in Richtung des Einflusses der Bode gehört zur Stadt Oberharz am Brocken. Er befindet sich zwischen der nahen  Bundesstraße 81 (Wendefurth–Hasselfelde) im Südosten und der etwas entfernten Bundesstraße 27 (Blankenburg–Elbingerode) im Nordwesten, wobei die Landesstraße 96 (etwa Wendefurth–Rübeland) im Südwesten und die L 94 (Almsfeld–Hüttenrode) im Nordosten zwischen beiden Bundesstraßen verlaufen. Das gestaute Fließgewässer ist die Bode, ein Zufluss der Saale im Einzugsgebiet der Elbe; zudem münden die Rappbode, die zuvor den Rappbodestausee durchfließt, und ein paar kleine Bäche in den Stausee. Flussabwärts entlang des nun mit Wasser angestauten Bodetals liegen linksseits des von Wald gesäumten Stausees der Schieferberg (456,2 m ü. NN), der etwas entfernte Kuhberg (469,2 m ü. NN) und der Wendefurther Berg (446,1 m ü. NN) und rechtsseits der Nickelsberg (488,2 m ü. NN), der Kohlenberg (ca. 495 m ü. NN) und der  Kirchhofsberg  (452,3 m ü. NN). Der Stausee ist etwa 78 ha (0,78 km²) groß. Er erstreckt sich etwa in West-Ost-Richtung auf rund 3,5 km Länge und ist nahe der Staumauer etwa 200 m breit. Er hat rund 8,54 Mio. m³ Speicherraum und 9,22 Mio. m³ Gesamtstauraum. Sein Stauziel liegt auf 351,9 m ü. NN. Das Einzugsgebiet ist 309,20 km² groß. Der Hochwasserschutzraum beträgt in der kalten Jahreszeit 5,67 Mio. m³. Der mittlere Zufluss liegt bei 5,02 m³/s und das Bemessungshochwasser bei 191,7 m³/s. Der Betreiber, der Talsperrenbetrieb Sachsen-Anhalt, stellt die Staumauer Wendefurth auch für die Begehung durch Besucher zur Verfügung. In einem anschließenden Maschinenpark können Besucher ausgediente Baugruppen besichtigen.Ein im Wald nahe der Staumauer oberhalb des Stausees befindlicher Aussichtspunkt (ca. 370 m ü. N) ist als Nr. 62 mit Namen Talsperre Wendefurth (Bergseite) in das System der Stempelstellen der Harzer Wandernadel   einbezogen.

Quelle: Wikipedia

 

 

 

 

 

 

Talsperre Wendefurth

Talsperre Wendefurth

Pumpspeicherkraftwerk Wendefurth

Pumpspeicherkraftwerk Wendefurth

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