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DWT 2014 - SA 02/7 Auf den Spuren des Eisenerzbergbaus

Rubrik:Wandern, Lehr-/Naturerlebnispfade (für Naturerlebnispunkte), Mountainbiking, Eintagestour
Start:Wernigerode Mühlental oberhalb der Bushaltestelle Bolmke an der B 244 - UTM: 32 U 624568 5739857
Ziel:Wernigerode
Länge:13,89 km
Dauer:ca. 5 Stunden
Anfahrt:Wernigerode, Marktplatz (Wohltäterbrunnen) - UTM: 32 U 622938 5744014
Beschilderung:Die Tour ist ausgeschildert. Harzklub-Schilder, Dennert-Tannen und Hinweistafeln zum Bergbaulehrpfad
Kontakt:Harzklub e. V., Bahnhofstr. 5a, 38678 Clausthal-Zellerfeld, Tel. 05323-81758, Fax: 05323-81221, Mail: info@harzklub.de, homepage: www.harzklub.de

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Informationen zur Tour

Harzklub-Wanderung zum DWT 2014

Schlosswasserhäuschen an der B 244

Schlosswasserhäuschen an der B 244

Treffpunkt: Wernigerode – Marktplatz (Wohltäterbrunnen) anschließend gemeinsame Busfahrt. 

Wanderung: Mühlental – durch das ehemalige Bergbaurevier zurück nach Wernigerode.

Die Erzgrube Büchenberg ist ein heute als Schaubergwerk betriebenes ehemaliges Eisenerzbergwerk in Büchenberg, Gemeinde Oberharz am Brocken in Sachsen-Anhalt. Die Förderung von Eisenerz in der Region ist schon aus der Zeit des Mittelalters belegt, wobei der Abbau zunächst in Form des Tagebaus in sogenannten Pingen erfolgte. Nach einer Blütezeit des Elbingeröder Erzabbaus im 16. Jahrhundert wurde die Förderung in unterschiedlicher Intensität bis 1925 fortgeführt, dann jedoch zunächst gänzlich eingestellt. In den 1930er Jahren nahm man in der Region die Förderung jedoch wieder auf. Die Eisenerzförderung in der Erzgrube Büchenberg begann 1936, insbesondere wurde der Bedarf der Rüstungsindustrie gedeckt. Die Grube war von Mannesmann übernommen worden. Der Abbau konzentrierte sich nur auf die Erzvorkommen der Grube, deren Eisenanteil mehr als 35 % betrug. Von 1937 bis 1940 entstand vom Rothenberg (Schacht I), dem heutigen Eingang zum Schaubergwerk eine 8650 Meter lange Seilbahn, mit der das Eisenerz bis nach Minsleben transportiert wurde, wo es auf Eisenbahnwaggons verladen wurde. Die Materialseilbahn vom Typ Zenith verfügte über 33 zunächst in Holz ausgeführte Stützen. Die maximale Spannweite zwischen zwei Stützen betrug 1262 Meter, der Durchmesser des Tragseils 3,5 Zentimeter. Vier Spannvorrichtungen und drei Straßensicherungsvorrichtungen gehörten zur Seilbahn. Die Anlage verfügte über 74 Loren und wurde mit einer Geschwindigkeit von 2,66 Metern pro Sekunde betrieben. 45 Arbeiter waren mit der Abwicklung des Transports befasst. Bauausführendes Unternehmen war die Firma Bleichert Transportanlagen GmbH Leipzig. Bauherrin der Seilbahn in den Jahren 1940/41 war die zu den Mannesmann Röhrenwerken gehörende Gewerkschaft Constanze aus Düsseldorf mit Verwaltungssitz in Gießen. Mit der Seilbahn wurden täglich 840 Tonnen Eisenerz abtransportiert. Die Weiterverarbeitung des Erzes erfolgte im Raum Salzgitter. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Grube zunächst stillgelegt. 1946 nahm man die Produktion jedoch wieder auf. Die Grube war verstaatlicht. Zur Verarbeitung des Erzes, Salzgitter lag nun in Westdeutschland und kam als Verarbeitungsort nicht mehr in Frage, wurde in Calbe (Saale) Niederschachtofenwerk Calbe (Saale) ein speziell auf das Büchenberger Erz ausgelegtes Niederschachtofenwerk errichtet. Es kam Braunkohle-Hochtemperaturkoks zur Anwendung. 1958/1959 wurde die Seilbahn modernisiert. Die alten Holzstützen wurden, bei laufendem Betrieb, gegen Stahlstützen ausgetauscht. Neue Schutznetzanlagen ersetzten die alten hölzernen Straßenschutzbrücken. Nachdem die DDR besseres Eisenerz aus der Sowjetunion beziehen konnte lohnte sich der Weiterbetrieb der Erzgrube nicht mehr und der Betrieb wurde am 30. April 1970 eingestellt. Die Übertage gelegenen Betriebsanlagen wurden zunächst als Ferienobjekt weiter genutzt. Die Seilbahn wurde 1971/1972 demontiert und verschrottet. Nur die Stütze Nummer 1 und der noch heute funktionsfähige Antrieb blieben erhalten. Noch in der Zeit der DDR entstanden Pläne, das Bergwerk zum Schaubergwerk umzugestalten. 1984 war die erste Sohle des Bergwerks wieder so hergerichtet, dass eine Verwirklichung der Pläne möglich war. Die Eröffnung des Schaubergwerks erfolgte dann am 7. Oktober 1989, dem 40. Jahrestag der Republik, dem Nationalfeiertag der DDR. Der Zugang zum Bergwerk erfolgt nicht über den alten Förderschacht, sondern über eine Treppe entlang der Einfahrt der alten Industrieseilbahn in das Bergwerk, mit der früher das gebrochene Eisenerz aus dem Bergwerk gefördert wurde. Seit 1993 ist das Bergwerk auch für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte befahrbar. Der Führungsweg durch das Bergwerk hat eine Länge von 600 Metern. Insgesamt umfasst das Bergwerk ein Streckennetz von mehr als 40 Kilometern auf sechs Sohlen, die überwiegend für Besucher nicht zugänglich sind. Im Schaubergwerk sind noch die Bergbaumaschinen vorhanden, die in den 1950er und 1960er Jahren im DDR-Bergbau eingesetzt wurden. Die Maschinen und das Gezähe sind funktionstüchtig und werden bei Führungen vorgeführt, so ein Überkopflader, ein Erzschrapper und mehrere Bohrhämmer. Bis zum 1. Juli 2006 wurde das Schaubergwerk in Trägerschaft der Gemeinde Elbingerode betrieben. Seitdem ist die Anlage verpachtet.

Im Territorium Elbingerodes sind viele Zeugnisse einer über tausendjährigen Bergbaugeschichte erhalten geblieben. Wenn der hier auf Eisenerz betriebene Bergbau auch nicht so spektakulär wie der Silbererzbergbau im Oberharz war und daher schriftliche Zeugnisse nur spärlich aufzufinden sind, so hat er doch überall seine Spuren in Form von bergbaulichen Anlagen hinterlassen. Durch viele Umstände bedingt, konnte sich im Territorium Elbingerodes auf kleinem Raum ein einmaliges Ensemble an Denkmalen zur Bergbaugeschichte erhalten, welches dem interessierten Besucher nach und nach in Form von Lehrpfaden erschlossen wird. Im Juni 1992 wurde der "Bergbaugeschichtliche Lehrpfad"der Öffentlichkeit übergeben.  Dieser Lehrpfad ist als Rundwanderweg mit einer Länge von etwa sieben Kilometer angelegt und erschließt dem Wanderer und Bergbauinteressierten gut 400 Jahre Eisenerzbergbau im Harz. Seinen Ausgangspunkt nimmt der Lehrpfad am Schaubergwerk Büchenberg. Er führt dann, vorbei an den ehemaligen Zechengebäuden (Privatbesitz) dieser Grube, auf die Eisensteinstraße. An diesem alten Verbindungsweg zwischen Gruben und Hüttenwerken sind alte Pingen (übertägige Abbaufelder), Bergbauhalden und Bergemühlen gelegen. Nach etwa zwei Kilometern Fußweg gelangt man zum "Hermannsschacht". Der Schacht wurde um 1830 errichtet und diente als Hauptschacht für die am Büchenberg und am Weißkopf gelegenen Wernigerödischen Eisensteingruben. Die Schachthalde und der trockensteingesetzte Schachtkopf sind heute noch vollständig erhalten. Talwärts fällt dem Betrachter eine große Hämatithalde (Hämatit a. d. grie. = blutendes, blutrotes Gestein) ins Auge, die an den Resten des "Franzstollens" endet. Der "Franzstollen" ist ein Wasserlösungsstollen, der in einer Karte von 1783 schon als "verbrochen" (eingestürzt) eingetragen ist. Seine Entstehung ist sicher noch vor dem Dreißigjährigen Krieg zu datieren. Bei Säuberungsarbeiten wurde hier das alte Röschensystem (Röschen = Graben, Rinne) wiederentdeckt. In diesem Zusammenhang ist auch die noch vorhandene Radkammer interessant. Vorbei an alten Verladerampen erreicht man dann eines der Schmuckstücke des Lehrpfades, den 1783 als Entwässerungsstollen aufgefahrenen "Augustenstollen".Nach 500 Meter Wegstrecke liegt rechter Hand ein Tagebau, der um 1870 zur Gewinnung Porphyrits (ein Ergußgestein) als Straßenbaumaterial (Katzenköpfe) angelegt wurde. In ihm sind interessante Aufschlüsse zur Geologie des Gebietes zu betrachten. Wenn der Betrachter auf Höhe dieses Tagebaus die B 244 gequert hat, führt ihn sein Weg durch alte Hohlwegformen, am "Eierbergstollen", Schachthalden am Hartenberg und das Pingengelände am Rothenberg zurück zum Schaubergwerk.

Die Zillierbachtalsperre  ist eine 1934 bis 1936 errichtete, aus  Talsperre,  Wasserwerk und  Stausee bestehende Stauanlage  zwischen Oberharz am Brocken und Wernigerode.  Ihre rund 45 m hohe Staumauer staut den Zillierbach zum etwa 24 ha großen Zillierbachstausee auf. Die Talsperre dient dem Hochwasserschutz der unterhalb ihrer Staumauer unter anderem am Zillierbach gelegenen Ortschaften und mit ihrem Wasserwerk der Trinkwasserversorgung vieler naher Ortschaften, weshalb sie mit den umliegenden Wäldern in einem großflächigen  Trinkwasserschutzgebiet liegt. Die Zillierbachtalsperre liegt im Naturpark Harz/Sachsen-Anhalt. Sie erstreckt sich zwischen Drei Annen Hohne im Südwesten und Nöschenrode im Nordnordosten, die am Zillierbach liegen und zur Stadt Wernigerode gehören, sowie Elbingerode im Südosten, das abseits von Stausee und Bach gelegen zur Stadt Oberharz am Brocken zählt. Das Absperrbauwerk der Talsperre steht etwa 3 km südwestlich von der an der Bundesstraße 244 gelegenen Siedlung Voigtstieg (zu Wernigerode) direkt südwestlich des Petersteins (498 m ü. NN. Mittig auf der Mauer befindet sich das Schieberhaus mit den Bedieneinrichtungen. Die Gewichtsstaumauer wurde von 1934 bis 1936 erbaut. Der Plan, am Zillierbach eine Talsperre zu errichten, entstand 1931. Bei Baubeginn, 1934, wurden Kultgegenstände aus der Zeitenwende ausgegraben. Im Kostenvoranschlag waren 3,31 Millionen Reichsmark vorgesehen. Die Hauptarbeiten endeten im Juni 1936. Bei Ausschachtungsarbeiten für die Staumauer bargen Arbeiter im Jahr 1935 unterhalb des Petersteins einen Weihefund aus der Bronzezeit um 1000 v. Chr., der im Heimatmuseum in Wernigerode ausgestellt ist. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs (1939–1945) plante die SS die Zerstörung der Staumauer, was nach Hinweis des Staumeisters von den Alliierten verhindert werden konnte. 62 Jahre nach Fertigstellung der Staumauer war ihre Standsicherheit nicht mehr gewährleistet. Ebenso entsprach die technische Einrichtung nicht mehr dem Stand der Zeit. Daher wurde von November 1998 bis Mai 2000 mit einem finanziellen Volumen von etwa 7 Millionen DM instand gesetzt und modernisiert. Die Mauerkrone wurde um 1 m erhöht und auf 3,50 m verbreitert. Die Brüstungsmauern wurden durch ein Geländer ersetzt. Das Schieberhaus auf der Krone bekam einen 1,5 m breiten Umgang. Im Haus mussten bis dahin alle Einstellungen durch Handarbeit erfolgen. Bei ihrer Errichtung wurden in der Mauer zwischen den Mauersegmenten Entwässerungskanäle (Drainage) gelegt, die allmählich versinterten. Senkrechte Bohrungen in der Mauer dienen jetzt der Entwässerung. Die Mauerkrone darf seit Ende der Instandsetzung von Fußgängern überquert werden. Etwa 150 m unterhalb der Staumauer steht im Tal des Zillierbachs das Wasserwerk, das 1937 seinen Betrieb aufnahm. Während der Talsperrenmodernisierung (1998–2002) wurde es modernisiert. Bis dahin wurden die Messdaten nur vor Ort kontrolliert; daher wurde eine Automatisierung eingebaut. Das Wasserwerk dient der Trinkwasserversorgung von Elbingerode, Elend, Schierke, teilweise Rübeland sowie Wernigerode. Das saubere Stauseewasser wird im Wasserwerk aufbereitet. Der Zillierbachstausee liegt im Rahmen seines Südwestteils auf der Grenze der Städte Oberharz am Brocken und Wernigerode, sein Nordostteil gehört gänzlich zu Wernigerode. Er befindet sich mittig zwischen der Bundesstraße 244 (Nöschenrode–Elbingerode) im Osten und der Landesstraße 100 (Drei Annen Hohne–Hasserode) im Westen, die in einiger Entfernung vom Stausee verlaufen. Nordwestlich liegt der  Wellbornskopf (555,1 m ü. NN), südöstlich der Ortberg (550,1 m ü. NN) und nordöstlich der Peterstein (498 m ü. NN. Das gestaute Fließgewässer ist der Zillierbach, ein südöstlicher Zufluss der Holtemme ; zudem münden sechs kleine Bäche, von denen manche aber nicht ganzjährig Wasser führen, in den Stausee. Im schmalen Südteil des Stausees erhebt sich in Ostufernähe ein Eiland, auf dem Sträucher und Bäume wachsen und das bei niedrigem Wasserstand zu einer erwanderbaren Halbinsel wird. Die mittlere jährliche Trinkwasserabgabe beträgt etwa 2,92 Mio. m³[. Wegen des Trinkwasserschutzgebiets darf im Stausee nicht gebadet werden. Der umwaldete Stausee kann zum Beispiel von Drei Annen Hohne, Elbingerode und Wernigerode kommend erwandert und in Ufernähe auf einem etwa 4,5 km langen Rundwanderweg, der auch über die Staumauer führt, umwandert werden. Ein Seitenweg führt auf den nahe der Staumauer gelegenen Peterstein, von dessen Aussichtspunkt der Blick auf Staumauer und Stausee möglich ist. Auf der felsigen Bergkuppe wurden im Zeitraum der Talsperrenmodernisierung von der ansässigen Forstverwaltung sichtbehindernde Bäume entfernt.

Quellen: Wikipedia und  www.schaubergwerk-elbingerode.de

 

Am Schaubergwerk Büchenbwerg

Am Schaubergwerk Büchenbwerg

Blick vom Peterstein zur Staumauer und zum Stausee

Blick vom Peterstein zur Staumauer und zum Stausee

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