GeoLife | Das Freizeitportal in Niedersachsen | geolife.de

DWT 2014 - SA 2/20 Mythenweg und Geschichte der Stadt Thale

Rubrik:Wandern, Stadt-/Ortsbesichtigungen, Lehr-/Naturerlebnispfade (für Naturerlebnispunkte), Kurzwanderung
Start:Thale Großparkplatz „An der Hütte“ UTM: 32 U 0640013 5734695
Ziel:Kloster Wendhusen
Länge:ca. 4 km
Dauer:ca. 5 Stunden
Anfahrt:Thale Großparkplatz „An der Hütte“ UTM: 32 U 0640013 5734695
Beschilderung:Die Tour ist ausgeschildert. Harzklub-Schilder und Mythenweg-Symbole
Kontakt:Harzklub e. V., Bahnhofstr. 5a, 38678 Clausthal-Zellerfeld, Tel. 05323-81758, Fax: 05323-81221, Mail: info@harzklub.de, homepage: www.harzklub.de

Tour auf der Karte anzeigen »

Informationen zur Tour

Harzklub-Wanderung zum DWT 2014

Das Rathaus in Thale mit dem Brunnen der Weisheit

Das Rathaus in Thale mit dem Brunnen der Weisheit

Talstation Schwebebahn - Kurpark - Mythenweg durch Thale mit Rathaus, Brunnen der  Weisheit, - Kloster Wendhusen mit Führung - Rückfahrt zum Start mit einem Shuttlebus.

Thale ist eine Stadt im sachsen-anhaltischen Landkreis Harz und liegt am nordöstlichen Rand des steil abfallenden Harz-Gebirges. Oberhalb von Thale beginnt das Bodetal. Die Siedlung Thale entstand wahrscheinlich zu Beginn des 10. Jahrhunderts. Erstmals wurde sie 936 im Zusammenhang mit dem benachbarten Kloster Wendhusen erwähnt, das vor 840 als Kanonissenstift als eines der ersten Klöster auf sächsischem Boden gegründet worden war. Das Kloster geriet in der Folgezeit unter die Schutzherrschaft des Stiftes in Quedlinburg. Das Dorf wurde ab 1231 als Dat Dorp to dem Dale bezeichnet (dessen Geschlecht in latinisierter Form, ab 1288 mit der Ortsbezeichnung de valle, ab 1303 von Thale wiedergegeben wurde). Das Kloster wurde 1525 während des  Bauernkriegs  zerstört.

Seit 1445 lässt sich in Thale eine Eisenhütte nachweisen. Sie wurde nach  Verödung im Dreißigjährigen Krieg 1648 als Berghaus zum Wilden Mann wieder aufgebaut, 1670 jedoch völlig zerstört. 1686 entstand eine kleine Hammerschmiede, aus der sich später eine neue Eisenhütte entwickelte, die besonders durch die Nähe zu Erzvorkommen und Holz begünstigt war. Sie existierte bis 1714. 1740 wurde abermals ein Betrieb eröffnet. Kurzzeitig war die Eisenhütte im Besitz von Friedrich dem Großen. 1831 wurde hier die erste schmiedeeiserne Wagenachse, die in Deutschland bis dato gebaut worden war, hergestellt. 1835 wurde das älteste Blechemaillierwerk Europas in Thale gegründet. Nach dem Anschluss der Stadt an die Eisenbahn 1862 in Richtung Berlin wuchs der Ort und die Zahl der Arbeiter: Während das Eisenhüttenwerk Thale AG im Jahre 1872 nur 350 Personen beschäftigte, waren es 1905 schon 4400. Vor allem die Emailleproduktion trug zum internationalen Ruf Thales bei, immerhin kam aus dem größten europäischen Emaillewerk zu Spitzenzeiten 10 % der weltweiten Produktion. 1910 sprachen Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg und Clara Zetkin zu Thalenser Arbeitern. Ab 1916 wurden im Eisenhüttenwerk Stahlhelme produziert. Ab 1934 besaß das Werk das Monopol für die Stahlhelmfertigung.

Seit dem 19. Jahrhundert blühte der Fremdenverkehr in Verbindung mit dem später als  radonhaltig  eingestuftem Wasser der  Hubertusquelle auf, die 1836 erschlossen worden war. So besuchten verschiedene Literaten wie Heinrich Heine (Die Harzreise) und Theodor Fontane den Ort und besonders das Bodetal. Außerdem genossen vor allem Berliner Touristen die Thalenser Sommerfrische. Dies ermöglichte der Anschluss von Thale 1862 an die Eisenbahn aus Wegeleben. 1909 folgte eine Nebenbahn aus Blankenburg (Harz). 1922 erhielt der Ort das Stadtrecht. Vom 12. bis zum 14. Juni 2009 war Thale unter dem Motto Thale sagenhaft  Veranstaltungsort des  Sachsen-Anhalt-Tages, zu dem etwa 200.000 Besucher kamen.

Ein Brunnen der Weisheit. Ein Reichtum spendender Ring. Ein achtbeiniges Pferd. Zusammen mit mehreren Germanischen Gottheiten und anderen Fabelwesen der Germanischen Mythologie bilden diese Figuren den Mythenweg Thale, der von der Talstation der Seilbahn durch die gesamte Stadt bis zum Kloster Wendhusen führt.

Der Mythenweg Thale ist eine sagenhafte Erfolgsgeschichte, die im Jahr 2004 begann. Mit dem einäugigen Göttervater Wotan, der neben dem Rathaus aus dem Brunnen der Weisheit trinkt, wurde im Juli 2004 das erste Figurenensemble des Mythenweges errichtet. Inzwischen schmücken insgesamt zehn von unterschiedlichen Künstlern gestaltete Skulpturen den einzigartigen Themenweg. Die einzelnen Figuren sind mit in den Fußweg eingelassenen Hufeisen miteinander verbunden. Die gravierten Glücksbringer sind so beliebt, dass der ursprünglich vom Bodetal bis zum Rathaus geplante Mythenweg inzwischen bis zum Kloster Wendhusen in der Thalenser Altstadt führt. Dort symbolisiert die Bronzefigur des Harzgaugrafen Hessi den Übergang von der Germanischen Mythologie zum Christentum. Ursprung der Idee für den Mythenweg waren die hohe Konzentration an Sagen und Mythen in diesem Teil des Harzes sowie das vorhandene einzigartige Potenzial an altheidnischen Kultstätten wie dem Hexentanzplatz und der Rosstrappe. Die auf dem Mythenweg aufgestellten Figuren aus der Germanischen Mythologie machen diesen Mythos für die Gäste und Bürger der Stadt sichtbar und erlebbar. Tauchen auch Sie ein in die Germanische Götterwelt und lernen Sie die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Figuren kennen.

www.bodetal.de

 

Das Kloster Wendhusen, modernisiert auch Wendhausen, in Thale ist das älteste Kloster auf dem Gebiet des heutigen Landes Sachsen-Anhalt. Es ist hier das einzige karolingerzeitliche Bauwerk und das älteste Kanonissenstift im Osten Deutschlands. Das Kloster entstand um 825 als Gründung Giselas, der ältesten Tochter des ostfälischen Grafen Hessi, der 782 das Grafenamt von Karl dem Großen erhalten hatte. Diese war als Ehefrau des Grafen Unwan bereits frühzeitig verwitwet und wurde als Erbauerin mehrerer Klöster bekannt, neben Wendhusen auch in Karsbach in Franken. Ihre beiden Töchter Hruothild und Bilihilt wurden die ersten Äbtissinnen der Klöster Karsbach bzw. Wendhusen. Die aus Solazburg stammende und mit den Fundatoren in enger Beziehung stehende Liutbirg erhielt eine Zelle am zu Wendhusen gehörenden Altmichaelstein/Volkmarskeller, in der sie 30 Jahre lebte. Die Reichsabtei Herford, das älteste und zeitweise bedeutendste sächsische Damenstift, hat auf spätere Stiftungen als Vorbild gedient und auch direkten Einfluss sowohl verfassungsmäßiger als auch personeller und kultureller Art ausgeübt. Nachweisen lässt sich solcher Einfluss in Wendhusen und in Gandersheim. Das Kloster Wendhusen erhielt schon bald nach seiner Gründung Unterstützung aus Herford, vielleicht auch personeller Art. Im fragmentarisch erhaltenen Nekrolog des Klosters aus dem 11. Jahrhundert steht an erster Stelle die Herforder Äbtissin Haduwy. Weiterhin trug das Kloster das nicht eben häufige Patrozinium der hl. Pusinna, der Herforder Stiftspatronin. Pusinnenreliquien gelangten von Herford aus in das Kloster. Mathilde, die Witwe Heinrich I., versuchte 936 den Konvent nach Quedlinburg zu verlegen. Die vollständige Verlegung misslang jedoch aufgrund des Widerstandes der Stiftsdamen und der Äbtissin Diemot und das Kloster bestand in Abhängigkeit zum Quedlinburger Reichsstift fort.1180 wurde das Stift in den Auseinandersetzungen zwischen Kaiser Friedrich I. und Herzog Heinrich dem Löwen verwüstet, aber gleich danach wieder aufgebaut. Während des Bauernkrieges wurde das Kloster 1525 ausgeraubt, zerstört und niedergebrannt. 1540 wurde es säkularisiert. Aus den Grundstücken und Gebäuden des ehemaligen Klosters wurde ein Rittergut, das sich bis zur Enteignung 1945 im Besitz der Familie des Freiherren Axel von dem Bussche befand. Im Februar 2007 übernahm die Nordharzer Altertumsgesellschaft e.V. unter dem ehemaligen Blankenburger Bürgermeister, dem Heimatforscher Heinz A. Behrens von der Stadt Thale den Klosterkomplex. Die Gesellschaft betreibt ein Klostermuseum zum Spezialthema "Kanonissenstifte" und ein Zentrum für lebendige Geschichte. Der heute in Thale vorhandene große Turm ist der beeindruckende Rest eines Westbaus (Sächsischer Westriegel), der spätestens um 1192/96 an eine ältere Kirche angefügt wurde. Wahrscheinlicher ist aber der Umbau bzw. die Erneuerung nach den Verwüstungen von 1180. Archäologische Grabungen haben 1993/94 die Fundamentzüge der Außenmauern des ehemals anschließenden Kirchenschiffs zutage gebracht, so dass die frühere Meinung einiger Forscher, die den Wendhusenturm als karolingisch-ottonischen Wohnturm angesehen hatten, widerlegt wurde.

weitere Quellen: Wikipedia und Privat

Wotans Pferd Sleipnir

Wotans Pferd Sleipnir

Graf Hessi vor dem kloster Wendhusen

Graf Hessi vor dem kloster Wendhusen

PDF-Ausdruck Informationen als PDF herunterladen (0,17 MB)

« zurück zur Übersicht »