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DWT 2014 - DO 25 Alpines Bodetal

Rubrik:Wandern, Eintagestour
Start:Treseburg Parkplatz Hotel Forelle UTM: 32 U 636393 5731279
Ziel:Thale - Wandertreff Tourist-Info
Länge:9,37 km
Dauer:ca. 6 Stunden
Anfahrt:Anreise:
Aus Richtung Norden: Bad Harzburg auf der B 6 bis
Blankenburg, auf der B 81 in Richtung Hasselfelde bis
Cattenstedt, dann Wienrode und Treseburg.
Aus Richtung Osten: Quedlinburg, Thale , Treseburg
Aus Richtung Süden: Braunlage, Hasselfelde, B 81 Richtung
Blankenburg, Abfahrt Altenbrak, Treseburg.
UTM: 32 U 636393 5731279
Beschilderung:Die Tour ist ausgeschildert. Harzklub-Schilder
Kontakt:Harzklub e. V., Bahnhofstr. 5a, 38678 Clausthal-Zellerfeld, Tel. 05323-81758, Fax: 05323-81221, Mail: info@harzklub.de, homepage: www.harzklub.de

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Informationen zur Tour

Harzklub-Wandertipp zum Deutschen Wandertag 2014.
Hinweis: Die Wanderführer behalten sich vor, beim offiziellen DWT-Termin die Tour bei Bedarf zu modifizieren.

Blick vom Hexentanzplatz in das Bodetal

Blick vom Hexentanzplatz in das Bodetal

Treseburg - Bodetal - Thale - Wandertreff Tourist-Info - Rückfahrt zum Start mit einem  Shuttlebus.

Thale ist eine Stadt im sachsen-anhaltischen Landkreis Harz und liegt am nordöstlichen Rand des steil abfallenden Harz-Gebirges. Oberhalb von Thale beginnt das Bodetal. Die Siedlung Thale entstand wahrscheinlich zu Beginn des 10. Jahrhunderts. Erstmals wurde sie 936 im Zusammenhang mit dem benachbarten Kloster Wendhusen erwähnt, das vor 840 als Kanonissenstift als eines der ersten Klöster auf sächsischem Boden gegründet worden war. Das Kloster geriet in der Folgezeit unter die Schutzherrschaft des Stiftes in Quedlinburg. Das Dorf wurde ab 1231 als Dat Dorp to dem Dale bezeichnet (dessen Geschlecht in latinisierter Form, ab 1288 mit der Ortsbezeichnung de valle, ab 1303 von Thale wiedergegeben wurde). Das Kloster wurde 1525 während des  Bauernkriegs  zerstört.

Seit 1445 lässt sich in Thale eine  Eisenhütte nachweisen. Sie wurde nach  Verödung im Dreißigjährigen Krieg 1648 als Berghaus zum Wilden Mann wieder aufgebaut, 1670 jedoch völlig zerstört. 1686 entstand eine kleine Hammerschmiede, aus der sich später eine neue Eisenhütte entwickelte, die besonders durch die Nähe zu Erzvorkommen und Holz begünstigt war. Sie existierte bis 1714. 1740 wurde abermals ein Betrieb eröffnet. Kurzzeitig war die Eisenhütte im Besitz von Friedrich dem Großen. 1831 wurde hier die erste schmiedeeiserne Wagenachse, die in Deutschland bis dato gebaut worden war, hergestellt. 1835 wurde das älteste Blechemaillierwerk Europas in Thale gegründet. Nach dem Anschluss der Stadt an die Eisenbahn 1862 in Richtung Berlin wuchs der Ort und die Zahl der Arbeiter: Während das Eisenhüttenwerk Thale AG im Jahre 1872 nur 350 Personen beschäftigte, waren es 1905 schon 4400. Vor allem die Emailleproduktion trug zum internationalen Ruf Thales bei, immerhin kam aus dem größten europäischen Emaillewerk zu Spitzenzeiten 10 % der weltweiten Produktion. 1910 sprachen Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg und Clara Zetkin zu Thalenser Arbeitern. Ab 1916 wurden im Eisenhüttenwerk Stahlhelme produziert. Ab 1934 besaß das Werk das Monopol für die Stahlhelmfertigung.

Seit dem 19. Jahrhundert blühte der Fremdenverkehr in Verbindung mit dem später als radonhaltig eingestuftem Wasser der Hubertusquelle auf, die 1836 erschlossen worden war. So besuchten verschiedene Literaten wie Heinrich Heine (Die Harzreise) und Theodor Fontane den Ort und besonders das Bodetal. Außerdem genossen vor allem Berliner Touristen die Thalenser Sommerfrische. Dies ermöglichte der Anschluss von Thale 1862 an die Eisenbahn aus Wegeleben. 1909 folgte eine Nebenbahn aus Blankenburg (Harz). 1922 erhielt der Ort das Stadtrecht. Vom 12. bis zum 14. Juni 2009 war Thale unter dem Motto Thale sagenhaft Veranstaltungsort des Sachsen-Anhalt-Tages, zu dem etwa 200.000 Besucher kamen.

Bodetal wird das Tal der Warmen und Kalten Bode im Harz genannt. Im engeren Sinne wird unter Bodetal nur der zehn Kilometer lange, schluchtartige Talabschnitt der  Bode zwischen  Treseburg und  Thale bezeichnet. Die am Brocken, dem höchsten Berg des Harz, entspringende Bode hat sich dort in den morphologisch harten Ramberggranit eingeschnitten. Die Schlucht ist bei Treseburg etwa 140 Meter und am Übergang zum Harzvorland bei Thale etwa 280 Meter tief. Das Bodetal wurde bereits am 5. März 1937 unter Naturschutz gestellt und später erweitert. Mit aktuell 473,78 Hektar Größe gehört es zu den größten Naturschutzgebieten in  Sachsen-Anhalt. Das Bodetal wurde 2006 in die Liste der 77 ausgezeichneten Nationalen Geotope aufgenommen. Außer dem vor 300 Millionen Jahren im Oberkarbon an die Oberfläche gekommenen und erkalteten granitischen Intrusionskörpers des Ramberggranits und den damit verbundenen Quarzgängen, schneidet die Bode in ihrer Schlucht auch durch Kontaktmetamorphose entstandenen Hornfels und Knotenschiefer an, sowie Tonschiefer und Grauwacken mit Quarzeinschaltungen und Diabasgängen aus dem Devon vor 400 bis 370 Millionen Jahren. Der Ramberggranit bildet vor allem den vorderen Teil der Schlucht und prägt die höchsten Felsen. Durch den hohen Anteil an weißem Feldspat wirkt er hell. Der Quarz verleiht ihm eine Grautönung. Der Anteil an schwarzem Glimmer (Biotit) ist gering und fällt farblich nicht ins Gewicht. Der helle Granit hebt sich insgesamt von den dunklen bis schwarzen Gesteinen Hornfels und Tonschiefer ab. Dadurch wirkt der vordere Teil der Schlucht und das Flussbett der Bode in diesem Bereich deutlich heller als der hintere. Die Tonschiefer im hinteren Teil der Schlucht weisen stellenweise eine Bänderung auf, die die ehemalige Schichtung des Meeressediments noch erkennen lässt. Die Bänderschiefer wurden diagenetisch nur wenig umgeformt. Im Bereich des Bodetals nehmen die Jahresmitteltemperaturen von 8 °C auf 6,5 °C ab und die Jahresniederschlagssummen von 600 auf 720 mm zu. Die starken standörtlichen Unterschiede in der Schlucht, zum Beispiel sonnige, warme und trockene Südhänge gegenüber den wenig besonnten, kühlen und luftfeuchten Nordhängen und Talgründen, wirken sich jedoch ebenso stark modifizierend auf das Geländeklima aus. Die Bode hat im Bereich ihrer Schlucht eine Breite von 7 bis 25 m und ein Gefälle von 100 m auf 17 km. Ihr Gewässerlauf und -bett sind innerhalb der Schlucht sehr naturnah. Kessel, Stromschnellen und Auskolkungen im Fels wechseln sich ab mit Schotterinseln und Flachufern. Sagenumwoben ist die namhafteste Stromschnelle der Bode, der Bodekessel unweit südwestlich der Gaststätte Königsruhe, vor der Sprengung im Jahre 1798 ein niedriger Wasserfall. Blöcke und Steine strukturieren das Flussbett. Langsame Gewässerabschnitte treten vor allem im Bereich des Hornfels auf („Zahme Bode“), Stromschnellen („Wilde Bode“) befinden sich vor allem im unteren Teil der Schlucht und wurden durch das Einschneiden des Flusses in die Gesteinspakete des Ramberg-Granit gebildet. Das Gewässerregime innerhalb der Schlucht wird jedoch durch die Stauanlagen des Bodewerks im Oberlauf der Bode bestimmt. Der Abfluss kann stark variieren: Während des verheerenden Silvester-Hochwassers von 1925 wurde ein Abfluss von 350 m³/s festgestellt; im Sommer 1926 lag die Bode fast trocken (0,35 m³/s). Weitere Hochwässer wurden 1667, 1730 und im April 1984 verzeichnet. Die Bode sollte nach einem Plan von 1891 auch in der Bodeschlucht durch einen 150 m hohen Damm am Bodekessel aufgestaut werden. Der Plan wurde verworfen.

Nur wenige Nebenbäche münden im Bereich der Schlucht rechtsseitig in die Bode. Ein lebhaft plätschernder Bach ist die von Allrode kommende Luppbode. Sie geht bei Treseburg in der Bode auf. Ein weiterer Nebenbach ist der Dambach, der in einer Nebenschlucht nordwestlich unterhalb des Rabensteins zur Bode führt.

Die Bodeschlucht kann nur in ihrer gesamten Länge erwandert werden. Eine Rad- oder Reitwegeführung ist auf Grund der Enge der Schlucht nicht möglich. Klettern und Wandern abseits der Wege, Mountain-Biking, Canyoning, Wasserwandern und Wildwasserfahren (Rafting) sind aus Gründen des Arten- und Biotopschutzes untersagt. Touristische Schwerpunkte, Gaststätten und Beherbungsbetriebe befinden sich am Eingang zum Bodetal aus Richtung Thale.

Ein zehn Kilometer langer Wanderweg erschließt die Bodeschlucht zwischen Thale und Treseburg. An Engstellen wird der Weg in steilen Kehren und als Fußpfad über Felsen geführt. Von dort ergeben sich hervorragende Ausblicke in die Schlucht. Zuwegungen ins Tal gehen von den Aussichtsfelsen an Rosstrappe und Hexentanzplatz aus. Von beiden Punkten führen Höhenwege nach Treseburg, wobei der Weg von der Roßtrappe über den Wilhelmsblick führt.

Das Bodetal zählt jährlich Hunderttausende Besucher und gehört zu den touristischen Schwerpunkten in Sachsen-Anhalt.

 Quellen: Wikipedia und privat

Das Bodetal vom Eingang Treseburg zum Naturschutzgebiet Bodetal

Das Bodetal vom Eingang Treseburg zum Naturschutzgebiet Bodetal

Teufelsbrücke

Teufelsbrücke

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