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DWT 2014 - DO 08 Bergbau und Hüttengeschichte im Bodfeld

Rubrik:Wandern, Fahrrad-Touren, Mountainbiking, Eintagestour
Start:Parkplatz am Schaubergwerk Büchenberg UTM: 32 U 0625351 5739051
Ziel:Parkplatz am Schaubergwerk Büchenberg
Länge:17,69 km
Dauer:4 bis 5 Stunden
Anfahrt:Elbingerode ist über die Bundesstraßen 244 (aus Richtung
Wernigerode) und 27 (aus Richtung Braunlage und
Blankenburg) zu erreichen. Zwischen Wernigerode und Elbingerode, an der B 244, liegt die ehemalige Eisenerzgrube Büchenberg. Vom kostenlosen Großparkplatz, auch bestens für Busse geeignet, sind es ca. 300 m bis zum Eingang in das heutige Schaubergwerk.
Beschilderung:Die Tour ist ausgeschildert. Harzklub-Schilder und Dennert-Tannen
Kontakt:Harzklub e. V., Bahnhofstr. 5a, 38678 Clausthal-Zellerfeld, Tel. 05323-81758, Fax: 05323-81221, Mail: info@harzklub.de, homepage: www.harzklub.de

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Informationen zur Tour

Harzklub-Wanderung zum DWT 2014

Schaubergwerk Büchenberg

Schaubergwerk Büchenberg

Schaubergwerk Büchenberg - Büchenberg - Elbingerode - Hornberg - Königshütte - Überleitungssperre - Andreaskirche und zurück.

Die Erzgrube Büchenberg ist ein heute als Schaubergwerk betriebenes ehemaliges Eisenerzbergwerk in Büchenberg, Gemeinde Oberharz am Brocken in Sachsen-Anhalt. Die Förderung von Eisenerz in der Region ist schon aus der Zeit des Mittelalters belegt, wobei der Abbau zunächst in Form des Tagebaus in sogenannten Pingen erfolgte. Nach einer Blütezeit des Elbingeröder Erzabbaus im 16. Jahrhundert wurde die Förderung in unterschiedlicher Intensität bis 1925 fortgeführt, dann jedoch zunächst gänzlich eingestellt. In den 1930er Jahren nahm man in der Region die Förderung jedoch wieder auf. Die Eisenerzförderung in der Erzgrube Büchenberg begann 1936, insbesondere wurde der Bedarf der Rüstungsindustrie gedeckt. Die Grube war von Mannesmann übernommen worden. Der Abbau konzentrierte sich nur auf die Erzvorkommen der Grube, deren Eisenanteil mehr als 35 % betrug. Von 1937 bis 1940 entstand vom Rothenberg (Schacht I), dem heutigen Eingang zum Schaubergwerk eine 8650 Meter lange Seilbahn, mit der das Eisenerz bis nach Minsleben transportiert wurde, wo es auf Eisenbahnwaggons verladen wurde. Die Materialseilbahn vom Typ Zenith verfügte über 33 zunächst in Holz ausgeführte Stützen. Die maximale Spannweite zwischen zwei Stützen betrug 1262 Meter, der Durchmesser des Tragseils 3,5 Zentimeter. Vier Spannvorrichtungen und drei Straßensicherungsvorrichtungen gehörten zur Seilbahn. Die Anlage verfügte über 74 Loren und wurde mit einer Geschwindigkeit von 2,66 Metern pro Sekunde betrieben. 45 Arbeiter waren mit der Abwicklung des Transports befasst. Bauausführendes Unternehmen war die Firma Bleichert Transportanlagen GmbH Leipzig. Bauherrin der Seilbahn in den Jahren 1940/41 war die zu den Mannesmann Röhrenwerken gehörende Gewerkschaft Constanze aus Düsseldorf mit Verwaltungssitz in Gießen. Mit der Seilbahn wurden täglich 840 Tonnen Eisenerz abtransportiert. Die Weiterverarbeitung des Erzes erfolgte im Raum Salzgitter. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Grube zunächst stillgelegt. 1946 nahm man die Produktion jedoch wieder auf. Die Grube war verstaatlicht. Zur Verarbeitung des Erzes, Salzgitter lag nun in Westdeutschland und kam als Verarbeitungsort nicht mehr in Frage, wurde in Calbe (Saale) Niederschachtofenwerk Calbe (Saale) ein speziell auf das Büchenberger Erz ausgelegtes Niederschachtofenwerk errichtet. Es kam Braunkohle-Hochtemperaturkoks zur Anwendung. 1958/1959 wurde die Seilbahn modernisiert. Die alten Holzstützen wurden, bei laufendem Betrieb, gegen Stahlstützen ausgetauscht. Neue Schutznetzanlagen ersetzten die alten hölzernen Straßenschutzbrücken. Nachdem die DDR besseres Eisenerz aus der Sowjetunion beziehen konnte lohnte sich der Weiterbetrieb der Erzgrube nicht mehr und der Betrieb wurde am 30. April 1970 eingestellt. Die Übertage gelegenen Betriebsanlagen wurden zunächst als Ferienobjekt weiter genutzt. Die Seilbahn wurde 1971/1972 demontiert und verschrottet. Nur die Stütze Nummer 1 und der noch heute funktionsfähige Antrieb blieben erhalten. Noch in der Zeit der DDR entstanden Pläne, das Bergwerk zum Schaubergwerk umzugestalten. 1984 war die erste Sohle des Bergwerks wieder so hergerichtet, dass eine Verwirklichung der Pläne möglich war. Die Eröffnung des Schaubergwerks erfolgte dann am 7. Oktober 1989, dem 40. Jahrestag der Republik, dem Nationalfeiertag der DDR. Der Zugang zum Bergwerk erfolgt nicht über den alten Förderschacht, sondern über eine Treppe entlang der Einfahrt der alten Industrieseilbahn in das Bergwerk, mit der früher das gebrochene Eisenerz aus dem Bergwerk gefördert wurde. Seit 1993 ist das Bergwerk auch für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte befahrbar. Der Führungsweg durch das Bergwerk hat eine Länge von 600 Metern. Insgesamt umfasst das Bergwerk ein Streckennetz von mehr als 40 Kilometern auf sechs Sohlen, die überwiegend für Besucher nicht zugänglich sind. Im Schaubergwerk sind noch die Bergbaumaschinen vorhanden, die in den 1950er und 1960er Jahren im DDR-Bergbau eingesetzt wurden. Die Maschinen und das Gezähe sind funktionstüchtig und werden bei Führungen vorgeführt, so ein Überkopflader, ein Erzschrapper und mehrere Bohrhämmer. Bis zum 1. Juli 2006 wurde das Schaubergwerk in Trägerschaft der Gemeinde Elbingerode betrieben. Seitdem ist die Anlage verpachtet.

Die Fels-Werke GmbH sind ein Industrieunternehmen mit Hauptsitz im niedersächsischen Goslar, das an vier Standorten in Sachsen-Anhalt gebrannte und ungebrannte Kalk- und Gipsprodukte sowie Mineralstoff-Gemische herstellt. Die Fels-Werke sind einer der führenden Anbieter von Kalk und Kalksteinen in Europa. Ende der 1930er Jahre wurde für den Bau der Hütten- und Stahlwerke in der Gegend von Salzgitter in Niedersachsen die Steine und Erden GmbH gegründet. Die Hauptverwaltung befindet sich seit 1950 in Goslar. Seit 1971 firmiert das Unternehmen, das damals eine Tochter der Preussag AG war, unter Fels-Werke GmbH. 1991 erwarben die Fels-Werke von der Treuhand die Harz-Kalk GmbH mit den Werken Kaltes Tal, Rübeland und Hornberg bei Elbingerode (Harz) sowie Schraplau im Saalekreis und Oberrohn in Thüringen. Durch weitere Zukäufe stiegen die Fels-Werke 1999 zum zweitgrößten Kalkproduzenten in Deutschland auf. Heute gehören die Fels-Werke als Geschäftseinheit zur Unternehmengruppe Xella, einem Bau- und Rohstoffkonzern aus Duisburg-Huckingen, der über 6700 Mitarbeiter in mehr als 30 Ländern beschäftigt. Die Fels-Werke als Teil der Xella-Gruppe beschäftigen insgesamt rund 1000 Mitarbeiter und erwirtschaften einen Umsatz von über 200 Millionen Euro.

Am Standort Kaltes Tal wird in 2 Steinbrüchen jährlich ca. 1,5 Mio t devonischer Kalkstein gewonnen, aus dem in Kalkschachtöfen ca. 500.000 t hochreaktiver Branntkalk für den Einsatz in der Stahl- und Eisenindustrie, in der Baustoffindustrie, im Umweltschutz und Chemie hergestellt werden. In Rübeland werden ca. 600.000 Tonnen Kalkprodukte pro Jahr hergestellt.

Königshütte liegt an der Bundesstraße 27 im Harz, von der mitten im Ort eine Landstraße nach Tanne (Harz) abzweigt. Unmittelbar unterhalb des Ortes erfolgt unter der Königsburg der Zusammenfluss von Kalter und Warmer Bode, die ab hier gemeinsam die Bode bilden, die zunächst in die Talsperre Königshütte und weiter nach Rübeland fließt. Königshütte ist eine der Stationen auf dem Harzer Hexenstieg. Dieser führt u.a. vorbei am früheren Standort der Trogfurther Brücke. Der einst selbständige Ort entstand durch die Zusammenlegung von Königshof und Rothehütte am 1. April 1936. Rothehütte war insbesondere als Standort mehrerer Eisenhüttenwerke bekannt, so der Neuen Hütte und von Lüdershof. Königshütte hatte Eisenbahnanschluss bis Blankenburg (Harz). Nachdem zuerst nur der Personenverkehr auf dem elektrifizierten Abschnitt Elbingerode–Königshütte am 30. Mai 1999 eingestellt wurde, erfolgte am 31. August 2000 die endgültige Stilllegung des Streckenabschnitts bis Königshütte. Die bis dahin selbstständige Gemeinde wurde am 1. Januar 2004 in die Stadt Elbingerode (Harz) eingemeindet.[1] Mit der Auflösung der Stadt Elbingerode (Harz) und Gründung der Stadt Oberharz am Brocken am 1. Januar 2010 wurde Königshütte ein Ortsteil der Stadt Oberharz am Brocken. 

Die Talsperre Königshütte ist eine  Talsperre in  Sachsen-Anhalt im Harz. Sie staut die Bode und liegt zwischen Königshütte und Susenburg (beides Ortsteile von Oberharz am Brocken). Sie ist als sogenannte Überleitungssperre ein Teil des Rappbode-Talsperrensystems. Die Staumauer wurde mit einer kriegsbedingten Unterbrechung von 1939–1943 und 1952–1956 an der Bode als 18 m hohe  Gewichtsstaumauer aus Beton zur Trinkwasserversorgung und zum Hochwasserschutz gebaut, dient aber auch der Niedrigwasseraufhöhung und der Stromerzeugung. Die Wasserkraftanlage hat eine Nennleistung von 60 kW und erzeugt im Jahr 0,18 GWh. Die leicht gekrümmte Mauer ist 108 m lang und hat ein Volumen von 13.500 m³. Sie ist fast auf der gesamten Breite überströmbar. In einem Feld ist eine Fischbauchklappe angebracht, die zur Hochwasserentlastung um 1,5 m abgesenkt werden kann. Der Stausee hat eine Kapazität von 1,2 Mio. m³ und nimmt eine Fläche von 32 ha ein. Ein Teil des Wasser wird von hier aus durch einen 1.795 m langen Stollen zur Rappbode-Talsperre geleitet. Der andere Teil fließt in die Bode weiter zur Talsperre Wendefurth, wo er sich wieder mit dem Wasser aus der Rappbode-Talsperre vereinigt. An der Nordseite entlang verläuft eine kaum befahrene Betonstraße von Königshütte bis hin zur Staumauer. In den Böschungswänden ist ein ausgezeichnetes geologisches Profil durch das  unterkarbonische Hüttenröder  Olisthostrom aufgeschlossen. Auf der Südseite kann man dann auf einem breiten Wanderweg wieder zurück nach Königshütte gelangen. Dabei kommt man auch am Zusammenfluss von Kalter und Warmer Bode vorbei. Von der Staumauer führen zahlreiche weitere Wanderwege in fast alle Himmelsrichtungen. An Freizeitaktivitäten sind Angeln und Wandern möglich.

Bei Grabungen um 1870 wurden auf dem Papenberg wurden die Grundmauern der St. Andreaskirche freigelegt. Der Standort dieser Wüstung liegt etwa 2,5 km südöstlich von Elbingerode, auf beiden Seiten des Papenbaches, der der Bode zufließt. Der östliche Hang des Tales, auf dem sich im vorigen Jahrhundert noch Wiesen befanden, ist jetzt von Fichtenwald bedeckt. In einer Lichtung liegt der abgerundet trapezförmige Steinwall von etwa 40-45 m Durchmesser mit der darin befindlichen Kirchenruine. Im Wall befinden sich zwei Tore. Die Kirche hatte eine Länge von ca. 25 m und eine Breite von ca. 9 m, das Kirchenschiff war ca. 18 m lang und hatte eine Mauerstärke von 0,87 m. Die Maße des Chors betrugen etwa 7,45 m x 6,86 m. Im Chor befindet sich das Altarfundament von quadratischer Form mit einer Seitenlänge von 1,46 m. Am Übergang zum erhöht liegenden Chor soll sich ein Triumphbogen befunden haben. Der Eingang ist an der Nordseite des Hauptraumes, ein anderer an der Südseite des Chores. Die Mauer besteht aus Kalk- und Granitsteinen und aus bearbeitetem Blankenburger Sandstein.

Quellen: Wikipedia und privat

 

Überleitungssperre Königshütte

Überleitungssperre Königshütte

Tagebau Elbingerode

Tagebau Elbingerode

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