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DWT 2014 - FR 07 Bergbau und Hüttengeschichte im Bodfeld

Rubrik:Wandern, Kurzwanderung
Start:Parkplatz an der Gaststätte „Hirschbrunnen“ UTM: 32 U 0623556 5737891
Ziel:Parkplatz an der Gaststätte „Hirschbrunnen“ UTM: 32 U 0623556 5737891
Länge:8,54 km
Dauer:ca. 3 1/2 Stunden
Anfahrt:Elbingerode ist über die Bundesstraßen 244 (aus Richtung Wernigerode) und 27 (aus Richtung Braunlage und Blankenburg) zu erreichen. In Elbingerode biegt man in die Brockenstraße und dann gegenüber vom Diakonie-Krankenhaus zum Parkplatz Hirschbrunnen ab.
Beschilderung:Die Tour ist ausgeschildert. Harzklub-Schilder und Dennert-Tannen
Kontakt:Harzklub e. V., Bahnhofstr. 5a, 38678 Clausthal-Zellerfeld, Tel. 05323-81758, Fax: 05323-81221, Mail: info@harzklub.de, homepage: www.harzklub.de

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Informationen zur Tour

Harzklub-Wanderung zum DWT 2014

Elbingerode

Elbingerode

Hirschbrunnen - Büchenberg – Bergbaulehrpfad und zurück.

Elbingerode (Harz) ist ein Ortsteil der Stadt Oberharz am Brocken im Landkreis Harz. Elbingerode wurde vermutlich 1206 als Alvelingeroth in einer von Papst Innozenz III. für das Stift Gandersheim ausgestellten Urkunde erwähnt. Die Region gehörte zum Jagdhof Bodfeld und hatte im Laufe der Jahrhunderte wechselnde Besitzer. Zum Beispiel belehnte der Herzog Erich von Braunschweig-Grubenhagen 1427 Graf Botho zu Stolberg und Graf Heinrich von Schwarzburg mit dem Schloss und dem Flecken Elbingerode nebst den dazugehörigen Hütten und Wäldern, der Fischerei und dem Wildbann. Elbingerode befand sich erst seit 1422 im welfischen Besitz und gehörte zuvor dem Stift Gandersheim.1438 setzte Graf Botho zu Stolberg, der sich die meiste Zeit in Thüringen aufhielt, seinen Anteil an Elbingerode als Pfandobjekt ein. Er verpfändete diesen dem mit seiner Ehefrau verwandten Grafen Heinrich von Schwarzburg und dessen gleichnamigen Sohn auf 12 Jahre. Noch vor dem Einlösen dieses Pfandes wurde die Höhe der Pfandsumme im Jahre 1443 im gegenseitigen Einvernehmen verändert. Mehr als 100 Jahre konnte das Pfand durch die Stolberger nicht eingelöst werden. Eine Berechnung der gesamten Pfandschulden führte 1561 auf das Ergebnis von rund 26.000 Taler, die die Grafen zu Stolberg nicht aufzubringen vermochten, obwohl Elbingerode durch die Einnahmen aus dem Eisensteinbergbau, die bedeutsamen Eisenhütten an der Bode und die ausgedehnten Waldgebiete mittlerweile auch für sie sehr lukrativ geworden war. Der braunschweigische Lehnsherr wurde 1564 aktiv. Für ein vorgestrecktes Kapital nahm er Elbingerode unter dubiosen Vorwänden in Besitz und verteilte mehrere Hypotheken an die Gläubiger der Stolberger Grafen. Letztere erreichten zwar die Rückgabe, aber aufgrund ihres immensen Geldbedarfs mussten die Stolberger Elbingerode 1574 erneut an Asche von Holle und 1584 für die Summe von 91.303 Taler an Statius von Münchhausen verpfänden. Dieser hatte 1600 bzw. 1604 durch Hintergehen der Grafen zu Stolberg bei den Herzögen von Braunschweig die Afterbelehnung mit Elbingerode erreicht. Der letzte braunschweigische Lehnsbrief für die Grafen zu Stolberg über das Amt Elbingerode, zu dem neben dem im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Schloss[1] und dem inzwischen mit Stadtrechten privilegierten gleichnamigen Flecken, einige Meiereien und mehrere bedeutsame Hüttenwerke an der Bode gehörten, war von Herzog Wolfgang zu Braunschweig-Lüneburg 1590 für die Stolberger Grafen ausgestellt worden. HerzogGeorg von Braunschweig-Calenberg weigerte sich im Jahre 1635 endgültig, die Grafen zu Stolberg erneut mit Elbingerode zu belehnen. Die braunschweigischen Oberlehnsherrn nutzten die Schwäche des Hauses Stolberg, um sich den Besitz selbst anzueignen. Im Verlauf des von den Grafen zu Stolberg 1642 erwirkten Reichskammergerichtsprozesses ließ sich Herzog Christian Ludwig von Braunschweig im Jahre 1653 von den Gläubigern des von Münchhausen ihre Rechte gegen Zahlung der Summe von 25.000 Talern abtreten. Seitdem befand sich Elbingerode durchgängig im Besitz des Kurhauses Braunschweig. Es ging 1705 an Hannover über und gelangte 1866 an das Königreich Preußen. In der Nacht vom 8. zum 9. Januar 1858 brannte ein Großteil der Stadt mit allen öffentlichen Gebäuden ab. Der Regierungspräsident der preußischen Provinz Hannover verfügte am 22. Mai 1928, dass die Stadt Elbingerode fortan die amtliche Bezeichnung Elbingerode-Harz trägt.[2] Ungeachtet dessen setzte sich später der Ortsnamenszusatz (Harz) in Klammern durch. 1932 wurde Elbingerode gemeinsam mit Ilfeld in die preußische Provinz Sachsen integriert und gelangte nach der Auflösung Preußens in den Kreis Wernigerode des Bezirks Magdeburg. Der Ortsteil Eggeröder Brunnen wurde 1946 nach dem im KZ Bergen-Belsen ermordeten Ministerpräsident des Freistaates Braunschweig, Heinrich Jasper, Jasperode benannt. 1990 wurde der alte Name wiedereingeführt. Als Erinnerung an den bis 1990 betriebenen Bergbau werden in der Nähe von Elbingerode das Besucherbergwerk „Drei Kronen & Ehrt“ sowie das Schaubergwerk Büchenberg betrieben.Am 1. Januar 2004 wurden Königshütte (Harz) und Rübeland eingegliedert. m 1. Januar 2010 schloss sich die Stadt Elbingerode (Harz) mit den Gemeinden  Elend,  Sorge,  Stiege und  Tanne sowie den Städten  Hasselfelde und  Benneckenstein (Harz) zur Stadt Oberharz am Brocken zusammen.

Im Territorium Elbingerodes sind viele Zeugnisse einer über tausendjährigen Bergbaugeschichte erhalten geblieben. Wenn der hier auf Eisenerz betriebene Bergbau auch nicht so spektakulär wie der Silbererzbergbau im Oberharz war und daher schriftliche Zeugnisse nur spärlich aufzufinden sind, so hat er doch überall seine Spuren in Form von bergbaulichen Anlagen hinterlassen. Durch viele Umstände bedingt, konnte sich im Territorium Elbingerodes auf kleinem Raum ein einmaliges Ensemble an Denkmalen zur Bergbaugeschichte erhalten, welches dem interessierten Besucher nach und nach in Form von Lehrpfaden erschlossen wird. Im Juni 1992 wurde der "Bergbaugeschichtliche Lehrpfad" der Öffentlichkeit übergeben.        

Dieser Lehrpfad ist als Rundwanderweg mit einer Länge von etwa sieben Kilometer angelegt und erschließt dem Wanderer und Bergbauinteressierten gut 400 Jahre Eisenerzbergbau im Harz. Seinen Ausgangspunkt nimmt der Lehrpfad am Schaubergwerk Büchenberg. Er führt dann, vorbei an den ehemaligen Zechengebäuden (Privatbesitz) dieser Grube, auf die Eisensteinstraße. An diesem alten Verbindungsweg zwischen Gruben und Hüttenwerken sind alte Pingen (übertägige Abbaufelder), Bergbauhalden und Bergemühlen gelegen. Nach etwa zwei Kilometern Fußweg gelangt man zum "Hermannsschacht". Der Schacht wurde um 1830 errichtet und diente als Hauptschacht für die am Büchenberg und am Weißkopf gelegenen Wernigerödischen Eisensteingruben. Die Schachthalde und der trockensteingesetzte Schachtkopf sind heute noch vollständig erhalten. Talwärts fällt dem Betrachter eine große Hämatithalde (Hämatit a. d. grie. = blutendes, blutrotes Gestein) ins Auge, die an den Resten des "Franzstollens" endet. Der "Franzstollen" ist ein Wasserlösungsstollen, der in einer Karte von 1783 schon als "verbrochen" (eingestürzt) eingetragen ist. Seine Entstehung ist sicher noch vor dem Dreißigjährigen Krieg zu datieren. Bei Säuberungsarbeiten wurde hier das alte Röschensystem (Röschen = Graben, Rinne) wiederentdeckt. In diesem Zusammenhang ist auch die noch vorhandene Radkammer interessant. Vorbei an alten Verladerampen erreicht man dann eines der Schmuckstücke des Lehrpfades, den 1783 als Entwässerungsstollen aufgefahrenen "Augustenstollen". Nach 500 Meter Wegstrecke liegt rechter Hand ein Tagebau, der um 1870 zur Gewinnung Porphyrits (ein Ergußgestein) als Straßenbaumaterial (Katzenköpfe) angelegt wurde. In ihm sind interessante Aufschlüsse zur Geologie des Gebietes zu betrachten. Wenn der Betrachter auf Höhe dieses Tagebaus die B 244 gequert hat, führt ihn sein Weg durch alte Hohlwegformen, am "Eierbergstollen", Schachthalden am Hartenberg und das Pingengelände am Rothenberg zurück zum Schaubergwerk.

Quellen: Wikipedia und  www.schaubergwerk-elbingerode.de

Waldgaststätte Hirschbrunnen

Waldgaststätte Hirschbrunnen

Einstieg Bergbaulehrpfad am Schaubergwerk Büchenberg

Einstieg Bergbaulehrpfad am Schaubergwerk Büchenberg

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