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Walderlebnis Ehrhorn (Landesforsten)

Rubrik:Wandern, Eintagestour
Start:Parkplatz Walderlebnis Ehrhorn
Ziel:Parkplatz Walderlebnis Ehrhorn
Länge:2,94 km
Schwierigkeit:Leichter Spaziergang auf Wirtschafts- und Wanderwegen.
Anfahrt:Auto: Von der A 7, Abfahrt Bispingen über Behringen die L 211 nach Ehrhorn.

Bahn: Bahnhof Wintermoor, ca. 4 km von Ehrhorn entfernt.
Beschilderung:Die Tour ist ausgeschildert. Ameisenlöwe aus Holz
Kontakt:Niedersächsisches Forstamt Saupark
Joachim Hansmann
Regionaler Pressesprecher Niedersachsen Mitte
Jagdschloss
31832 Springe

Tel.: 05041 9468-14
Joachim.Hansmann@nfa-saupark.niedersachsen.de
www.landesforsten.de

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Informationen zur Tour

Auf dieser Wanderung besuchen Sie das »Walderlebnis
Ehrhorn«, eine Ausstellung der ganz besonderen Art: Erleben Sie den Wald hautnah! Folgen Sie dem Ameisenlöwen, vergleichen Sie sich im Weitsprung mit Hase oder Eichhörnchen, messen Sie sich im Gewichtheben
mit den Waldameisen. Legen Sie das Handy beiseite und
probieren Sie das Baumtelefon aus!
Versprochen: Hier lernen Sie nicht nur eine Menge über
den Wald – hier erholen Sie sich fantastisch!

Haus Ehrhorn

Haus Ehrhorn

Der Großteil des Weges führt Sie entlang des Naturwaldes »Ehrhorner Dünen«, einem der ältesten Naturwälder
Deutschlands. Der liebevoll restaurierte, ehemalige Heidebauernhof aus der Mitte des 17. Jahrhunderts
beherbergt als EXPO-Projekt eine Dauerausstellung zu Heide-, Wald- und Menschgeschichten. Genauer: Die Ausstellung zeigt, wie und warum der Mensch im Laufe der vergangenen
Jahrhunderte das Erscheinungsbild dieser Landschaft mehrfach einschneidend verändert hat.
So konnten Reisende vor rund 100 Jahren schon von weitem die
Hofgehölze von Ehrhorn erblicken. Heute fahren Sie dagegen durch ausgedehnte Waldgebiete. Vor den Hofgehölzen rings um die Gebäude lagen noch zur Jahrhundertwende Erhebungen aus schneeweißem Sand, nichts anderes als inzwischen wieder
bewachsene Wanderdünen.
Erleben Sie in den weiten Heideflächen blökende Heidschnucken-herden oder beobachten Sie zwischen dem rosa blühenden Heidekraut die honigtrunkenen, emsigen Bienenvölker!

Von April bis Oktober hat die
Ausstellung täglich von 10.00 bis
18.00 Uhr geöffnet.
Näheres erfahren Sie auch im Internet,
unter www.ehrhorn-heide.de.

Die idyllische Lage des Walderlebnis, umgeben von uralten Hofeichen, ist schon ein lohnendes Ausflugsziel für sich allein.Wer jedoch noch auf Schusters Rappen die Natur erleben möchte, für den bietet sich die Wandertour »Walderlebnis
Ehrhorn« an: Sie beginnt und endet an einer alten Wiesenfläche,
dem Quellgebiet der Este. Auf der Tour rund um das Walderlebnis kommen Sie definitiv nicht vom Weg ab: Wegweiser mit dem Ameisenlöwen, einem charakteristischen Tier der Ehrhorner Dünen als Logo, übernehmen die Führung.
Zwischendurch gibt es immer wieder Stationen, an denen Sie alte Formen der Wald- und Heidenutzung hautnah erfahren können. Kurzum: Diese Route ist nicht nur für Familien mit Kindern ein Hit!

Ein im Walderlebnis Ehrhorn erhältliches Begleitheft gibt detaillierte Auskunft zu den insgesamt 17 Stationen des
Erlebnispfades. Die reizvolle Route führt Sie zum
Beispiel zu den Ehrhorner Dünen:

Diese Landschaft hat eine spannende, wechselvolle Geschichte hinter sich. Die letzte Eiszeit hat dieser Gegend einen nährstoffarmen, sandigen Boden hinterlassen, der sich nach
dem Rückzug des Eises bewaldete. Seit dem ersten Jahrtausend siedelten hier Bauern – meist bauten sie Roggen an.


Dieser einseitige Anbau entzog dem Boden viele Nährstoffe, so dass als Ausgleich gedüngt werden musste. Als es noch Wald gab, holten die Bauern Reisig und Laub von dort, um es
mit Stallmist vermengt auf ihre Felder zu bringen. Oft wurde aber auch gleich die ganze obere Humusschicht abgeschält. Die Waldfläche verringerte sich weiter. Stattdessen breitete sich die genügsame Heide aus. Auch diese ließ sich als Dünger verwenden. Dieses »Plaggmaterial« (die Heidepflanze
wurde dabei samt oberem Wurzelwerk mit einem speziellen Werkzeug, der so genannten »Plagge« abgezogen)
war allerdings nicht so nährstoffreich wie die Waldstreu; der Mengenbedarf an Heide stieg so erheblich an.
Abgeplaggte Heideflächen benötigen aber zum Teil 20 Jahre und mehr, um sich zu regenerieren. In der Folge wurde die Vegetation karger und karger, bis zum Teil nur noch offene Sandstellen blieben.

Dieser zunächst schleichende Prozess nahm im 19. Jahrhundert dramatische Züge an: So wurde der Sand um den Hof Ehrhorn
herum zu riesigen Wanderdünen aufgetürmt, die letztendlich selbst die Hofstelle mit ihren Äckern und Gebäuden bedrohten.

Eine weitere Station auf Ihrer Wanderung führt Sie zu einem tollen Besucherhochsitz – hier erwartet Sie ein herrlicher Anblick: Sie sehen von einer Aussichtsplattform direkt auf
eine Waldlichtung mit offener Heidelandschaft, die sogar ein Feuchtgebiet beherbergt. Hier können Sie einmal zur Ruhe kommen und diesen Ausblick einfach nur genießen. Lauschen
Sie den Vogelgesängen und beobachten Sie das Leben am Wasser, mit all seinen Wasservögeln und den Libellen, die über dem Tümpel ihre Flugkunst unter Beweis stellen!

Weite Strecken des Erlebnispfades führen Sie übrigens durch den Naturwald Ehrhorner Dünen. Die Ehrhorner Dünen wurden bereits 1972 als Naturwald ausgewiesen und gehören in Niedersachsen zu einem Netz von insgesamt 104 Gebieten mit einer
Gesamtfläche von 4400 Hektar. Naturwälder werden forstlich nicht mehr bewirtschaftet. Hier soll sich vielmehr der Wald ungestört vom wirtschaftenden Menschen entwickeln. Zur
»Naturwaldphilosophie« gehört auch, dass man bei natürlichen Störungen wie Stürmen oder Borkenkäferbefall nicht eingreift, sondern vielmehr schaut, wie sich der Wald selbst regeneriert.
Wegen der Gefährdung durch absterbende Totäste und umstürzende morsche Bäume, die in Naturwäldern häufig sind, besteht ein gesetzliches Betretungsverbot der Naturwaldfläche.
Genießen Sie dieses besondere Walderlebnis deshalb bitte vom ausgewiesenen Pfad aus.
Während Ihrer Tour werden Sie übrigens unter ausladenden Eichen unvermittelt hölzerne Schweine- Skulpturen erkennen. Für unsere Vorfahren waren Schweine ein freudiger Anblick: Gerne gönnten sie den Tieren die Eicheln. Man sagte damals: »Auf den Eichen wachsen die besten Schinken«.

Folgen Sie dem Ameisenlöwen weiter, dann werden Sie immer wieder alte Zeugnisse menschlichen Schaffens entdecken. Eine nachgestellte Sägegrube zeigt zum Beispiel, wie mühsam
früher Baumstämme zu Balken und Bretter geschnitten wurden. Zwischen Bäumen versteckt finden Sie einen betagten Leiter-wagen, der an die »gute alte Zeit« erinnert. Daneben liegt ein großer Haufen Waldstreu (Nadeln, Reisig, Laub) der offensichtlich
noch aufgeladen werden muss, um als Einstreu in die Viehställe zu dienen. Dieser massenhafte Entzug von Nährstoffen aus dem Wald war neben der »Waldweide« (Eintrieb von Haustieren zur Nahrungssuche in den Wald) mit ein Grund für den allmählichen
Rückgang des Waldes.
Übrigens: Den Einfluss von Haustieren auf den Wald können Sie an einer Station beim Walderlebnis mit allen Sinnen bestaunen und erleben!


Kurzum: Der Erlebnispfad behandelt immer wieder Themen der Waldgeschichte der Lüneburger Heide. Dezent, landschaftsan-gepasst, informativ und manchmal auch künstlerisch
sind die einzelnen Stationen angelegt. Den Pfad begleitende Installationen, nicht nur gedacht für Kinder und Jugendliche, runden die Wanderung ab. Nach dem »Jahrring-Spiel«,
der letzten Station des Erlebnispfades, findet Ihre ereignisreiche Wandertour rund um Ehrhorn langsam aber sicher ihr Ende.

Nach gut 4,0 Kilometern haben Sie nun das Walderlebnis
wieder erreicht – hier können Sie sich in der Cafeteria erfrischen
oder noch einmal die Ausstellung besuchen.

Weitere Informationen als PDF herunterladen Angebote des Walderlebnis

PDF-Ausdruck Informationen als PDF herunterladen (1,86 MB)

Urheber: Niedersächsisches Forstamt Saupark 2013

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