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DWT 2014 - MI 22 Die Oberharzer Glück Auf Tour - Wald, Wasser und Bergbau (Landesforsten)

Rubrik:Wandern, Lehr-/Naturerlebnispfade (für Naturerlebnispunkte)
Start:Parkplatz in Festenburg - Schulenberg/ OT. Festenburg
Ziel:Festenburg
Länge:10 km
Dauer:ca. 4 Stunden
Anfahrt:Über die L 517 von Clausthal-Zellerfeld in Richtung Schulenberg. Ca. 1 km hinter dem Ortausgang Zellerfeld links ab in Richtung Festenburg.
UTM: 32 U 595731 5743852
Beschilderung:Die Tour ist ausgeschildert. Harzklub-Schilder, Dennert-Tannen und Hinweisschilder der Harzwasserwerke an den Wasserwanderwegen
Kontakt:Harzklub e. V., Bahnhofstr. 5a, 38678 Clausthal-Zellerfeld, Tel. 05323-81758, Fax: 05323-81221, Mail: info@harzklub.de, homepage: www.harzklub.de

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Informationen zur Tour

Harzklub-Wandertipp zum Deutschen Wandertag 2014.
Hinweis: Die Wanderführer behalten sich vor, beim offiziellen DWT-Termin die Tour bei Bedarf zu modifizieren.

Schalker Teich

Schalker Teich

Überwiegend eben, entlang von Wassergräben und Teichen, besonders für    bergbaugeschichtlich Interessierte geeignet. Anstiege im Schalker Tal und zum Aussichtspunkt Schalke.

Eine schmale Straße führt uns nach Festenburg und lässt erahnen, dass wir uns hier wirklich im Herzen der Natur befinden. Endpunkt der Sackgasse ist das Hotel „Haus Festenburg" - hier finden wir auch einen Parkplatz für unser Auto.  Die Wanderroute „Glück Auf" beginnt an der Infotafel und führt durch einen hohen Fichtenwald zum „Unteren Schalker Teich". Der „Schalker Teich" ist einer der vielen alten Bergbauteiche im Oberharz. 1729 entstand er in der heutigen Form mit einem 11 Meter hohen Damm. Nachdem wir den Damm überquert haben, biegen wir links auf einen Teerweg, den „Goslarer Stadtweg". Linkerhand fallen sehr  alte hohe und schlanke Fichten ins Auge. Diese säulenförmigen Fichten vom „Harzer Urtyp" mit ihren kurzen, eng anliegenden und abwärts zeigenden Zweigen lassen im Winter den Schnee gut abrutschen.  Das ist ein großer Vorteil, denn dadurch brechen die Zweige nicht so leicht ab wie bei Flachlandfichten mit ihren breiteren Kronen. Der Harzer Urtyp ist also optimal an das raue Klima im Harz angepasst.  Kurz vor der nächsten Kreuzung, dem so genannten „Hubertusplatz" ist eine Quelle unterhalb des Weges gefasst.  Wir wollen einmal das köstliche, erfrischende  Wasser probieren und uns  von der hervorragenden Trinkwasserqualität überzeugen, die der Harzwald liefert. Am Hubertusplatz biegen wir dann vom Teerweg links ab und gehen am ehemaligen Mittleren Schalker Teich vorbei. Eine Hinweistafel erläutert die Geschichte dieser ehemaligen Stauanlage. An der nächsten scharfen Linkskurve geht es aus dem Schalker Tal recht bergauf. Das Tal am Fuße des Klingebielkopfes (671 m), das wir nun durchwandern, wurde rechterhand 1986 mit Douglasien, einer nordamerikanischen Nadelbaumart, aufgeforstet. Die Douglasie wurde im 18. Jahrhundert von dem schottischen Botaniker Douglas nach Europe eingeführt.  Riecht Ihr den Duft nach Orangen? Machen wir einfach die Nagelprobe. und zerreiben ein paar Nadeln. Am charakteristischen Duft erkennen wir die Douglasie. Die ökologisch gut verträgliche Baumartergänzt die Harzer Fichten- und Mischwälder und ist wegen ihres raschen Wachstums wirtschaftlich interessant. Das Erlenwäldchen links des malerischen Weges ist sehr naturnah und typisch für die Harzer Bachtäler. Auf diesen Metern ist unsere Wandertour jetzt etwas anspruchsvoller: Das Tal wird jetzt immer enger, die Hänge steiler. Am Hinweisschild des Harzklubs biegen wir nach links ab auf den „Oberen Schalker Grabenweg". Nun gehen wir eine längere Strecke immer am Graben entlang. Der Weg ist jetzt ganz eben, während linksseitig der Hang steil abfällt. Unsere Beine können sich hier gut erholen: In den schattigen, farnreichen Fichtenwäldern und auf dem weichen Untergrund lässt es sich sehr angenehm laufen! Wir stoßen auf eine Brücke. Hier geht es rechts einen Stichweg bergan bis zur Schalke, einen lohnenden Aussichtspunkt auf 762 Meter Höhe (ca. 15000 Meter einfache Entfernung). Hier steht der älteste Stahlgitterturm des Harzes. Er ist vom Harzklub restauriert und lädt - wie auch die Schutzhütte an seinem Fuß - zum Verweilen ein. Nach einer stärkenden Pause auf der Schalke geht es wieder bergab zurück bis zurm Brücke. Dort folgen wir einfach dem Graben nach rechts. Schon befinden wir uns mitten in einem jungen Buchenwald. Hier wächst eine neue Baumgeneration heran; die einzelnen alten Fichten sind bald reif zur Ernte. Der Weg ist etwas zugewachsen, Brombeeren ranken üppich. An der nächsten Holzbrücke gibt es links eine Abkürzungsmöglichkeit nach Festengburg. Wir folgen dem Graben bis zum „Zellerfelder Stadtweg", überqueren diese Forststraße und folgen weiter dem „Oberen Schalker Graben". Nach einigen Metern überqueren wir einen Fahlschlag, - das ist ein mit einem Holzgeländer  gesicherter Wasserlauf des Schalker Grabens, der den „Zankwieser Teich" speist. Linkerhand taucht zwischen den Bäumen auch schon der Zankwieser Teich auf.  Nach wenigen Metern erreichen wir den Zankwieser Teich - umrunden ihn einfach halb auf dem Damm - bis wir recht am Zellerfelder Stadtweg (einem geschotterten Forstweg) ankommen.  Dort gehen wir rechts bis zu einer geteerten Straße.  Ein kleiner Tipp am Rande: Eine sommerliche Erfrischung zum Baden bietet der „Kiefhölzer Teich". Wir finden ihn ein kurzes Stückchen weiter rechts die Straße entlang. Unser eigentlicher Wanderweg knickt an der Teerstraße links ab. Wir bleiben ca. 40 Meter auf der Straße und verlassen sie nach rechts und gehen weiter auf dem Wanderweg des „Unteren Schalker Grabens". Der Weg führt durch einen Mischwald aus Fichten, Douglasien, Buchen und Lärchen.  Bald überqueren wir erneut die Straße und folgen weiter dem Graben.  an der Gabelung folgen wir dem linken Abzweig und bleiben neben dem Graben bis zur nächsten Wegekreuzung.  Wir folgen dem kleinen Schild des Wasserwanderwegs nach rechts und gehen steil bergab durch einen jungen Buchenwald. Wir kommen direkt an der Waldgaststätte „Grüne Tanne" an. Wer hier nicht einkehren möchte, geht ein paar Schritte weiter bis zum Parkplatz,. Dort besteht im „Haus Festenburg" eine weitere Möglichkeit zur Stärkung.

Übrigens: Die Teiche und Gräben auf unserer Tour sind künstlich angelegt, sie stammen aus der Zeit des Bergbaus im Harz. In den Teichen wurde Wasser gespeichert, so dass auch in regenarmen und abflussschwachen Zeiten die Wasserräder der  Bergwerke angetrieben werden konnten. In einem ausgeklügelten System leiteten die Gräben das Wasser zu den bergbaulichen Einrichtungen. Die Kraft des Wassers trieb Holzräder an, die das eindringende Wasser aus den tiefen Stollen förderten.  Die so genannten Kunsträder hoben das Wasser,  mit Kehrrädern wurde das Erz zutage gefördert. Über die ebenfalls vom Wasser betriebene „Fahrkunst" fuhren die Bergleute in die Schächte ein. Heute gehören die Teiche und Gräben zum international bekannten Kulturdenkmal „Oberharzer Wasserregal", das von den  Harzwasserwerken erhalten wird. Unsere Tour gehört teilweise zum Netz der Wasserwanderwege der Harzwasserwerke. Dazu erhalten wir auf deren Schildern einige Informationen. Zu empfehlen ist ein Besuch der Dauerausstellung der Harzwasserwerke in der Erzstraße (Kaiser-Wilhelm-Schacht)  und des Oberharzer Bergwerksmuseums in Clausthal-Zellerfeld.

Quelle: „Raus ins Grüne" der Niedersächsischen Landesforsten.

Schalke mit Aussichturm und Schutzhütte des Harzklubs

Schalke mit Aussichturm und Schutzhütte des Harzklubs

Schalker Graben

Schalker Graben

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Urheber: Harzklub e. V. und Niedersächsische Landesforsten

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