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DWT 2014 - SO 12 Oberharzer Wasserregal - Weltkulturerbe - Oberer Rosenhöher Fall - über und unter Tage

Rubrik:Wandern, Lehr-/Naturerlebnispfade (für Naturerlebnispunkte)
Start:Bärenbrucher Teich, Überlaufbauwerk
Ziel:Rosenhof, B 242 Abfahrt: Otiliaeschacht
Länge:5,9 km davon 4,6 km unter Tage
Dauer:4 Stunden
Anfahrt:Parken in Buntenbock (UTM: 32 U 591744 5737155), an der Pixhaier Mühle (UTM: 32 U 592538 5737869) oder am Campingplatz „Prahljust“ (UTM: 32 U 593158 5737986).
Treffpunkt - Bärenbrucher Teich, Überlaufbauwerk
Ziel Rosenhof, B 242 Abfahrt: Otiliaeschacht
Beschilderung:Die Tour ist ausgeschildert. Harzklub-Schilder und Dennert-Tannen sowie Hinweisschilder der Harzwasserwerke
Kontakt:Harzklub e. V., Bahnhofstr. 5a, 38678 Clausthal-Zellerfeld, Tel. 05323-81758, Fax: 05323-81221, Mail: info@harzklub.de, homepage: www.harzklub.de und Harzwasserwerke Clausthal-Zellerfeld - Tel. 05323-93920

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Informationen zur Tour

Harzklub-Wanderung zum DWT 2014

Oberharzer Teiche und Wasserläufe - die Exkursion wird überwiegend in untertägigen    Wasserläufen durchgeführt. Die Teilnehmer müssen in der Lage sein, auch längere Strecken  gebückt zu gehen, Leitern zu steigen und durch angestautes Wasser zu waten. Schutzhelme, Grubenlampen und Gummistiefel  in gängigen Erwachsenengrößen können zur Verfügung gestellt werden.

Das Oberharzer Wasserregal, ein System von Teichen, Gräben und Wasserläufen, war ein Kraftwerk des mittelalterlichen Bergbaus. Noch heute prägt die Harzer Wasserwirtschaft die Region um Clausthal-Zellerfeld. Im Sommer 2010 adelte die UNESCO sie als Weltkulturerbe - höchste Zeit für einen Besuch. Es ist frisch an diesem Herbstmorgen am Bärenbrucher Teich. Letzte Nebelschwaden wabern über das Wasser, der Fichtenwald reicht bis ans Ufer. "Es ist wunderbar hier", sagt ein Wanderer, der gemeinsam mit seiner Frau die Nacht in einer kleinen Schutzhütte verbracht hat. "So still". Der Bärenbrucher Teich wirkt heute wie ein Stück urwüchsige Natur, doch einst wurde er als Teil des Oberharzer Wasserregals angelegt, um Energie für den Bergbau zu liefern. Seit die UNESCO das System aus Teichen und Wasserläufen im Sommer zum Weltkulturerbe erhoben hat, strömen immer mehr Wanderer wie das Ehepaar aus Hannover in den Harz. "Es herrscht ein richtiger Run", sagt Justus Teike von den Harzwasserwerken, die für die Erhaltung des alten Wasserkraftsystems zuständig sind. Ein guter Ausgangspunkt für eine Wanderung am Wasserregal ist der kleine Ferienort Buntenbock bei Clausthal-Zellerfeld. Kaskaden gleich reihen sich auf beiden Seiten des Ortes die künstlich angelegten Stauseen aneinander. Über Bergwiesen geht es am Sumpfteich entlang zum Ziegenberger Teich, wo in heißen Sommern Badegäste Abkühlung suchen, ebenso wie im Bärenbrucher oder im Nassewieser Teich. Genau 143 Teiche haben die Harzer Bergleute zwischen 1536 und 1870 angelegt, erklärt Teike. Zu dem ausgeklügelten System gehörten außerdem mehr als 500 Kilometer Gräben, 18 Kilometer hölzerne Rinnen, 30 Kilometer unterirdische Wasserläufe sowie 100 Kilometer Stollen. Der Grund für den gigantischen Aufwand: "Die Bergleute brauchten Energie, um das Sickerwasser aus den Silbergruben zu befördern." Wasserkraft musste her für Räder und Pumpen, und zwar auch in Trockenzeiten. "Da es im Oberharz keine größeren natürlichen Wasserläufe gibt, haben die Bergleute das künstliche System angelegt", sagt Teike. In den Teichen wurde das Wasser gesammelt und dann durch Gräben und Rinnen zu den Bergwerken geleitet, wo es Pumpen und Räder antrieb. Die größten Wasserräder maßen zwölf Meter im Durchmesser. Solche Giganten sind noch heute in der Grube Samson in St. Andreasberg zu sehen. Für Wanderer erschlossen ist das Wasserregal durch ein Netz von 22 Wasserwanderwegen mit einer Gesamtlänge von 112 Kilometern. Sie sind durch ein blaues Schild mit Wasserrad gekennzeichnet.

Die Grube Rosenhof, wegen der Vielzahl der Anlagen auch Rosenhöfer Revier genannt, war ein Erzbergwerk westlich von Clausthal im Oberharz. Sie wurde ab dem 16. Jahrhundert betrieben. Die Stilllegung erfolgte im Jahre 1930 und die Grube gilt damit als eines der am längsten betriebenen Bergwerke des Oberharzes. Die Hauptabbauprodukte waren Blei, Kupfer und Silber, wobei das Silber die Haupteinnahmequelle darstellte. Die Grube baute das Erz einer Ganglagerstätte, dem so genannten Rosenhöfer Gangzug ab. Die Kraftwasserversorgung erfolgte über mehrere Anlagen des Oberharzer Wasserregals, insbesondere über den Oberen und den Unteren Rosenhöfer Fall und den Bremerhöher Graben. Die Stilllegung im Jahre 1930 erfolgte auf dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise aufgrund niedriger Metallpreise und aufwendiger Förderung im Rahmen mehrerer Bergwerksschließungen im Oberharz. Heute sind die Bergwerke weitgehend verfüllt, von den meisten Schächten nur noch Pingen sichtbar. Zu sehen sind noch die übertägigen Anlagen des Ottiliaeschachtes sowie beeindruckende Radstuben des Schachtes Thurm Rosenhof. Die Besichtigung beider Anlagen ist über das Oberharzer Bergwerksmuseum in Clausthal-Zellerfeld möglich.

Quellen: Wikipedia, Bergwerksmuseum und Harzwasserwerke

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Urheber: Harzklub e. V.

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