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DWT 2014 - FR 15 In und um den Rammelsberg

Rubrik:Wandern, Stadt-/Ortsbesichtigungen
Start:Goslar - Rammelsberg Parkplatz
Ziel:Goslar - Rammelsberg Parkplatz
Länge:6 km
Dauer:ca. 5 Stunden
Anfahrt:Goslar, Rammelsberger Straße/Bergtal nach ausschilderung UTM: 32 U 597592 5749773
Beschilderung:Die Tour ist ausgeschildert. Harzklub-Schilder und Dennert-Tannen
Kontakt:Harzklub e. V., Bahnhofstr. 5a, 38678 Clausthal-Zellerfeld, Tel. 05323-81758, Fax: 05323-81221, Mail: info@harzklub.de, homepage: www.harzklub.de

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Informationen zur Tour

Harzklub-Wandertipp zum Deutschen Wandertag 2014.
Hinweis: Die Wanderführer behalten sich vor, beim offiziellen DWT-Termin die Tour bei Bedarf zu modifizieren.

Rammelsbergschacht

Rammelsbergschacht

Exkursion in und um das Weltkulturerbe Rammelsberg (Besuch des Museums - Roeder Stollen - Maltermeister Turm) Achtung: Eintritt für Museumsbesuch und Roeder Stollen.

Der Rammelsberg ist ein 635 m hoher Berg am Nordrand des Harzes im Landkreis Goslar, südlich der Stadt Goslar in Niedersachsen. In ihm befindet sich ein bekanntes Bergwerk. 1988 wurde nach über 1000 Jahren nahezu ununterbrochenen Bergbaus die Erzförderung eingestellt; seit 1992 gehört das BesucherbergwerkRammelsberg zum UNESCO-Weltkulturerbe. Einer Sage zufolge soll der Berg seinen Namen von einem Ritter namens „Ramm" erhalten haben: Auf einem Jagdausflug band der Ritter, ein Gefolgsmann Kaiser Ottos des Großen, sein Pferd an einen Baum, um dem Wild im unwegsamen Gelände zu Fuß nachzustellen. Das Ross scharrte in ungeduldiger Erwartung seines Herren mit den Hufen und legte so eine Erzader frei. Im Unterschied zu den Ganglagerstätten des Oberharzes entstanden die Erzlager des Rammelsbergs durch den Austritt heißer metallhaltiger Thermen am Meeresboden im Devon. Am Boden des Devonmeeres bildeten sich zwei große Erzlinsen, die während der Karbonzeit in die Faltung der Gesteine mit einbezogen wurden und deshalb schräg im Berg liegen. Der Erzabbau begann im Alten Lager, das an der Erdoberfläche durch Erosion freigelegt wurde. Das Neue Lager wurde erst im 19. Jahrhundert durch gezielte Erkundung entdeckt.

Schlacken und unverhüttete Erzbrocken, die bei archäologischen Ausgrabungen zwischen 1981 und 1985 am Herrensitz Düna am Südharz gefunden wurden, deuten nach Analysen auf eine Bergbautätigkeit am Rammelsberg bereits im 3. Jahrhundert hin. Der Bergbau am Rammelsberg wurde erstmals um 968 von Widukind von Corvey in seinerRes gestae Saxonicae erwähnt. Demnach habe Otto der Große "im Sachsenland Silberadern eröffnet" ("in Saxonia venas argenti aperuit"). Im Jahre 1376 passierte ein Grubenunglück, bei dem mindestens 100 Bergleute durch hereinbrechende Gesteinsmassen verschüttet wurden und ums Leben kamen. Am Rammelsberg wurden hauptsächlich die Erzarten Blei-Zink-Erz, Kupfererz, Schwefelerz, Melierterz, Braunerz, Grauerz, Banderz und Kniest mit den Hauptmineralien Bleiglanz, Kupferkies, Zinkblende, Schwerspat sowie Vitriole gefördert. Aus den Erzen wurde unter anderem Silber, Blei, Kupfer und Zink gewonnen, worauf der Reichtum Goslars im Mittelalter beruhte. Ab dem 18. Jahrhundert wurde auch Gold gewonnen. Ursprünglich kaiserlicher Besitz (die Pfalz wurde deshalb von Werla nachGoslar verlegt), gelangte in der Zeit zwischen 1360 und 1460 die Stadt in den Besitz der Gruben. Im 16. Jahrhundert erlangten - nach kriegerischen Auseinandersetzungen - die Braunschweiger Herzöge den Grubenbesitz (Riechenberger Vertrag).

Da die Nationalsozialisten den Rammelsberg mit seinen Metallerzen als kriegswichtig ansahen und die schwierige Aufbereitung der Erze technisch gelöst war (Flotation), wurde das Bergwerk im Rahmen des Vierjahresplanes stark ausgebaut. So entstanden im Zuge des Rammelsbergprojekts bis 1936/1937 die heutigen Tagesanlagen mit der Hangaufbereitung und dem Rammelsbergschacht. Architekten waren Fritz Schupp und Martin Kremmer, von denen auch andere bedeutende Industriebauten entworfen wurden (u. a. die Zeche Zollverein im Ruhrgebiet; heute ebenfalls UNESCO-Weltkulturerbe). Neben den bereits genannten Hauptmineralien, die im Rammelsberg abgebaut wurden, konnten an dieser Fundstätte noch viele weitere Minerale nachgewiesen werden, so unter anderem Azurit, Calcit, Hemimorphit, Hydrozinkit, Smithsonit und verschiedene Turmaline. Für die Minerale Goslarit und Römerit ist Rammelsberg zudem Typlokalität. Insgesamt wurden hier rund 100 Minerale und ihre Varietäten identifiziert.[2] Nach weit über 1000 Jahren, in denen fast 30 Millionen Tonnen Erz gefördert wurden, wurde die Förderung am 30. Juni 1988 wegen weitgehender Erschöpfung der Lagerstätte eingestellt. Ein Bürgerverein setzte sich vehement gegen den geplanten Abriss der Übertageanlagen und die Verfüllung der historischenGrubenräume ein, so dass aus dem stillgelegten Bergwerk ein einzigartiges Museum wurde. Durch den Einsatz und die hohe wissenschaftliche Reputation des damaligen Bezirkskonservators Reinhard Roseneck gelang es, einen Antrag bei der UNESCO einzubringen, das Bergwerk zusammen mit der Goslarer Altstadt als UNESCO-Weltkulturerbe anzuerkennen. Dieser Antrag wurde 1992 vom Welterbekomitee akzeptiert. Im Jahre 2010 wurde die Welterbestätte um das Oberharzer Wasserregal, das Klosters Walkenried und das historische Bergwerk Grube Samson in St. Andreasberg erweitert. Museum und Besucherbergwerk Rammelsberg sind Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur (ERIH). Besondere Sehenswürdigkeiten des historischen Bergbaus sind unter anderem:der Roeder-Stollen (mit mehreren Wasserrädern, die der Entwässerung der Grube und der Erzförderung dienten; ein Nachbau befindet sich im Deutschen Museum München), das Feuergezäher Gewölbe (ältester ausgemauerter Grubenraum Mitteleuropas), der Rathstiefste Stollen (Entwässerungsstollen aus dem Mittelalter; mit farbigen Vitriolkrusten ausgekleidet), das Anfahrhäuschen (18. Jahrhundert), der Maltermeisterturm (ältestes Industriebauwerk Deutschlands), alte Halden (älteste aus dem 11. und 12. Jahrhundert). Im Februar 2009 veröffentlichte die Firma Scandinavian Highlands Holding A/S die Ergebnisse von geophysikalischen Untersuchungen ihrer Tochterfirma Harz Minerals GmbH, nach denen zwei Kilometer westlich der Rammelsberg-Erzvorkommen unbekannte Lagerstätten in der Größe der Rammelsberg-Lagerstätten vorhanden sein könnten. Im Herbst 2009 wurden im Bereich des Hessenkopfes und des Gosetales mehrere Explorationsbohrungen bis in 500-600 Meter Teufe abgeteuft. Ende Januar 2010 gab das Unternehmen nach einer Nachrichtensperre von mehreren Monaten bekannt, dass demnächst bis auf eine Teufe von 800 Metern weiter gebohrt werden solle, wo man ergiebige Erzlagerstätten vermute, diese weiteren Bohrarbeiten wurden im November 2010 in Angriff genommen. Der Maltermeisterturm ist die älteste erhaltene Tagesanlage des Rammelsberges und - wahrscheinlich - auch Deutschlands. Er wurde um 1500 auf einer Halde am Hang des Rammelsberges errichtet. Anfangs diente der Turm zur Überwachung der Gruben, ab 1578 wurde er als Anläuteturm genutzt. Seit Mitte des 18. Jahrhunderts wohnte der Maltermeister in dem Turm. Er verwaltete das für den Bergbaubetrieb benötigte Holz, welches in Maltern gemessen wurde. Daher rührt der Name des Turmes. Um in trockenen Zeiten genügend Aufschlagwasser für die Wasserräder zu haben, wurde 1561 der Herzberger Teich angelegt. Seit 1926 wird dieser als Waldbad betrieben. Bis zur Stilllegung des Bergwerks wurde das Wasser zur Kühlung genutzt, das warme Wasser wurde in den Teich zurückgepumpt und heizte das Schwimmbecken im Waldbad. Bedingt durch das Wirtschaftswunder und die 1950 stark gestiegenen Blei- undZinkpreise unternahm man im selben Jahr Untersuchungen in den Banderzvorkommen. Nach erfolgreichen Versuchen, diese Armerze (verwertbarer Metallgehalt ca. 25 %) aufzubereiten, wurde 1953 die Banderzaufbereitung am Bollrich oberhalb von Oker in Betrieb genommen. Für die Planung der Anlage war - wie auch bei den heutigen Tagesanlagen am Rammelsberg - der Zechenarchitekt Fritz Schupp verantwortlich. Die Anbindung der Anlage an das Erzbergwerk Rammelsberg erfolgte über die Grubenbahn durch den Gelenbeeker Stollen, die Abfuhr der Konzentrate zur Bleihütte nach Oker und zur Zinkhütte Harlingerode über eine normalspurige Bahnstrecke. Die Altstadt von Goslar und das Bergwerk Rammelsberg bildeten 2008 das Motiv der jährlich ausgegebenen 100-Euro-Goldmünzen aus der Reihe UNESCO-Welterbe. Eine Museumsregistrierung des Bergbaumuseums scheiterte 2010 im ersten Anlauf. Das Weltkulturerbe Rammelsberg ist als Nr. 91 in das System der Stempelstellen der Harzer Wandernadel einbezogen.

Quelle: Wikipedia

Kunstrad im Beregwerksmuseum

Kunstrad im Beregwerksmuseum

Im Museum

Im Museum

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Urheber: Harzklub e. V.

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