GeoLife | Das Freizeitportal in Niedersachsen | geolife.de

DWT 2014 - SO 05 Wildemann und Bergbau

Rubrik:Wandern
Start:Wildemann, Lesehalle
Ziel:Wildemann, Lesehalle
Länge:6 km
Dauer:Wandern und Tscherper 6 Stunden
Anfahrt:Wildemann, Hindenburgstr. 2 Touristinfo/Lesehalle UTM: 32 U 588441 5742639
Beschilderung:Die Tour ist ausgeschildert. Harzklub-Schilder und Dennert-Tannen
Kontakt:Harzklub e. V., Bahnhofstr. 5a, 38678 Clausthal-Zellerfeld, Tel. 05323-81758, Fax: 05323-81221, Mail: info@harzklub.de, homepage: www.harzklub.de

Tour auf der Karte anzeigen »

Informationen zur Tour

Harzklub-Wanderung zum DWT 2014

Blick auf Wildemann vom Halbe Höhen Weg

Blick auf Wildemann vom Halbe Höhen Weg

Klein Tirol Blick - Halber Höhen Weg - 19 Lachter Stollen mit Tscherper.

Klein-Tirol-Blick am Hüttenberg: Ausgangspunkt ist die Schützenstraße. Gegenüber dem Hotel Hafermarkt steigt der Weg, gekennzeichnet 2M mit rotem Punkt, auf zur Georgenhöhe. Von der Georgenhöhe geht es westlich die Forststraße hinauf, gleich darauf -gegenüber der Försterei - links auf den "Panoramaweg". Dieser zieht sich am Waldrand entlang und bietet herrliche Ausblicke über die Wiesenhänge in den Ort hinein. Nach 400 Metern mit leichtem Anstieg erreichen wir den "Klein-Tirol-Blick" mit dem schönsten Panorama. Auf dem Halbe Höhen Weg wandern wir zum 19-Lachter-Stollen.

Der 19-Lachter-Stollen war eine der wichtigsten Anlagen des alten Oberharzer Silberbergbaus. Er war ein Wasserlösungsstollen, der dazu diente, aus höher gelegenen Gruben das Wasser abzuleiten. Über Jahrhunderte machte er damit den Betrieb vieler Gruben im Zellerfelder und Clausthaler Revier erst möglich. Begonnen wurde er schon im Jahr 1551. Erst 1690 hatte er nach mühseliger Arbeit allein mit Schlägel und Eisen mit 8,8 km Länge sein Ziel erreicht. Rund 500m beträgt die Strecke die wieder für den Besucher begehbar gemacht wurde. Verschiedene Stollenausbaue in Eisen, Holz und Mauerwerk sind zu sehen. Weiter hinten steht der Stollen in fester Grauwacke. Zu allen Zeiten wurden vom Stollen aus auch Erze aufgeschlossen und abgebaut. 1845 wurde vom Stollen aus der insgesamt 261m tiefe Schacht "Ernst-August" abgeteuft. Mit ihm ist ein herausragendes Beispiel eines sogenannten Blindschachtes erhalten geblieben.Von einer stählernen Brücke aus kann der Besucher einen Wasserschwall verfolgen auf seinem Weg in die gähnende Tiefe. 15 Jahre benötigten die Bergleute, bis sie die Sohle des tiefsten Wasserlösungsstollen im Harz, den "Ernst-August-Stollen" erreicht hatten. Dieser erfuhr von hier aus 1864 seinen letzten Durchschlag und galt zu dieser Zeit mit einer Länge von 32,7 km als das größte Tunnelbauwerk der Welt. Der Weg führt vorbei an einer untertägigen Radstube, in der die beeindruckenden Reste eines über hundert Jahre alten Kehrrades von 9m Durchmesser und 2m Breite noch vorhanden sind. Über eine Treppe führt der Weg weiter hinab, bis in 100m Tiefe unter der Erdoberfläche die Kunstradstube erreicht wird, die später zum Turbinen- und Kompressorenraum umgebaut wurde. Hier kann das im Harz einzigartige Maschinenensemble aus dem Jahre 1914 in Funktion besichtigt werden. Auf dem Rückweg besichtigt der Besucher dann den neuen Maschinenraum mit der 1914 installierten elektrischen Fördermaschine. Sie war bis zur Stillegung der Anlage im Jahr 1924 in Betrieb. Das Besucherbergwerk gibt mit dem 19-Lachter-Stollen (Wasserlösung), dem 19-Lachter-Adolph-Stollen (Transport) und der Grube Ernst-August einen einzigartigen Eindruck über drei Bergbauepochen des Oberharzer Bergbaus mit ihren dazugehörigen Maschinen und damit über einen Zeitraum von 1551 - 1924.

Das Tscherperessen, auch Tzscherperfrühstück oder auch einfach Schärper genannt, ist eine bergmännische Tradition und Essensspezialität insbesondere im Harz, verbunden mit dem Harzer Bergbau auf Silber, Eisen und Kupfer seit dem 16. Jahrhundert. Namensgeber ist der Tscherper (Scherper, Schärper, Tschärper oder auch Tzscherper), ein in der Sprache der Bergleute feststehendes Berufsmesser mit kurzer gerader, starker Klinge, das die Harzer (Erz-) Bergleute stets in der Seitentasche an der Hose oder neben der Tasche am Gürtel mit sich tragen mussten. Mit dem Tscherper wurde das Gezimmer in der Grube (dazu gehörten Tragestempel, Joche, Einstriche, Spreitzen, etc.) untersucht, um heraus zu finden, ob diese noch tragfähig sind oder etwa durch Fäulnis schon gelitten hatten.Jeder Bergmann hatte die Pflicht, gebrochene oder beschädigte Sprossen in den hölzernen „Fahrten" (Leitern im Schacht, auf denen der Bergmann in das Bergwerk „einfuhr"; siehe auch Fahrkunst) umgehend zu reparieren. Die Verordnung des Bergamtes zu Clausthal (1850) sagt: „...Da aber nicht jeder Bergmann eine Axt oder Barte führt, so hat sich jedoch ohne Ausnahme jeder einfahrende Bergmann mit seinem Tzscherper in guter Scheide zu versehen, um bei augenblicklicher Entbehrung einer Axt oder einer Barte mit Hülfe dieses Messers die Einziehung einer Sprosse doch wohl bewerkstelligen zu können." Es diente in den früheren Jahren dem Bergmann als Werkzeug und einziges Essbesteck, mit dem er sein Brot „über den Daumen" aß. Hiermit schnitt er, wie es kam, Tauwerk, Gezimmer und auch seine Mahlzeiten in den Pausen. Das traditionelle Tscherperessen (heute oft als Tscherperfrühstück) ist eine rustikale Bergmannsmahlzeit, bestehend aus Harzer Schmorwurst, Hausschlachtewurst, Thüringer Mett mit Zwiebeln, Käse (Harzer Käse),Schmalz, Gurken, Brot sowie Bier und einem Bergmannsschnaps, dem sogenannten Fahrschnaps.

Quellen: www.wildemann.de www.19-Lachter-Stollen.de und Wikipedia

Eingang 19-Lachter-Stollen

Eingang 19-Lachter-Stollen

Im Museum

Im Museum

PDF-Ausdruck Informationen als PDF herunterladen (1,39 MB)

Urheber: Harzklub e. V.

« zurück zur Übersicht »