GeoLife | Das Freizeitportal in Niedersachsen | geolife.de

DWT 2014 - MI 11 Von Braunlage ins Oberharzer Wasserregal

Rubrik:Wandern, Eintagestour
Start:Parkplatz am Oderteich
Ziel:Ortskern Sankt Andreasberg
Länge:11 km
Dauer:ca. 6 Stunden
Anfahrt:Braunlage - Heinrich-Jasper-Platz - UTM: UTM: 32 U 611163 5731847.

Parkplatz Oderteich - UTM: 32 U 606048 5735951
Beschilderung:Die Tour ist ausgeschildert. Harzklub-Schilder und Wegweiser des nationalparks Harz
Kontakt:Harzklub e. V., Bahnhofstr. 5a, 38678 Clausthal-Zellerfeld, Tel. 05323-81758, Fax: 05323-81221, Mail: info@harzklub.de, homepage: www.harzklub.de

Tour auf der Karte anzeigen »

Informationen zur Tour

Harzklub-Wandertipp zum Deutschen Wandertag 2014.
Hinweis: Die Wanderführer behalten sich vor, beim offiziellen DWT-Termin die Tour bei Bedarf zu modifizieren.

Rehberger Graben mit Grabenweg

Rehberger Graben mit Grabenweg

Busfahrt von Braunlage - Heinrich-Jasper-Platz - bis zum Oderteich. Wanderung: Vom Oderteich entlang des Rehberger Grabens mit Rehberger Grabenhaus (Einkehrmöglichkeit) bis Sankt Andreasberg. Rückfahrt von Sankt Andreasberg nach Braunlage mit dem Linienbus.

Der Rehberger Graben (auch Neuer Rehberger Graben) ist ein von den Sankt Andreasberger Bergleuten erbauter Wassergraben und ein wichtiger Bestandteil desOberharzer Wasserregals. Der Rehberger Graben ist 7,25 km lang und verläuft vom Oderteich entlang der Ostseite des 893 m ü. NN hohen Rehbergs bis zur Jordanshöhe kurz vor Sankt Andreasberg. Von dort verläuft er unterirdisch durch den 760 m langen Tiefen Gesehr Wasserlauf(Fertigstellung 1699, Gefälle von ca. 8 m) nach Sankt Andreasberg, wo er sich dann in zwei Stränge unterteilt. Zunächst gelangt das Wasser über Rohrleitungen zum Kraftwerk Grundstrasse, weiter über das Kraftwerk Teichtal in den Hilfe Gottes Teich und von dort in die Grube Samson, wo sich die Stränge teilen. In 130 m Teufe befindet sich das KraftwerkGrüner Hirsch, dessen Wasser durch den 1,4 km langen Grünhirschler Stollen(Gesamtlänge 10,2 km) zur Sperrlutter abgeleitet wird. Die Sperrlutter fließt durch das Sperrluttertal in Richtung Bad Lauterberg, wo sie auf halber Strecke noch die Turbinen der Firma Eckold speist. Sie mündet in die Oder kurz unterhalb der Odertalsperre. Der zweite Strang gelangt in ein weiteres Kraftwerk der Grube Samson. Das Kraftwerk Sieberstollen liegt auf einer Teufe von 190 m und wird über den 3,1 km langen Sieberstollen (Gesamtlänge 13,1 km) in die Sieber entwässert. Neben der eigentlichen Quelle - dem Oderteich - wird der Rehberger Graben noch von weiteren Bächen gespeist, von denen die größten die Hühnerbrühe und der Rehbach nahe dem Oderteich und der 4,2 km lange Sonnenberger Graben (erbaut im 16. Jahrhundert) unterhalb des Internationalen Haus Sonnenberg sind. Bereits von 1602 bis 1604 wurde eine erste Version des Rehberger Grabens etwa 30 m oberhalb des heutigen Grabens errichtet. Es handelte sich um eine reine Holzrinnenkonstruktionen, die aus 9,6 m (5 Lachter) langen und 68 cm (28 Zoll) breiten Segmenten gefertigt wurde. Da das Holz ständig erneuert werden musste, der Graben im Sommer oftmals austrocknete und im Winter zufror, begann man entsprechend den Vermessungen von Christian Zacharias Koch[1] im Jahre 1699 mit dem Bau des heutigen Grabens. Richter Meyer schlug 1694 vor, den Tiefen Wasserlauf endlich durchzutreiben, um auch die Wasser der Oder zu erreichen. Der (neue) Rehberger Graben wurde am 11. Oktober 1703 vollendet, jedoch wurden auch später ständig Änderungen und Verbesserungen vorgenommen. Der Graben wurde systematisch ausgemauert und teilweise durch Felsblöcke, die bei den Sprengarbeiten gewonnen wurden, überdeckt und so vor Verschüttung und winterlichem Frost geschützt. Der Rehberger Graben ist ein sehr dauerhaftes Bauwerk, das auch heute noch mit nur sehr geringer Wartung unverändert funktioniert. Er ist eines der ältesten in Deutschland noch erhaltenen und benutzten Wasserbauwerke. Das Grabenbauwerk wurde über Kilometer hinweg mit einem einheitlichen Gefälle von ca. 4,5 ‰ versehen und hat damit auf seiner gesamten Länge von 7,2 km einen Höhenunterschied von 31,9 m. Ursprünglich wurde der Rehberger Graben und sein Vorgänger angelegt, um das Wasser an der Ostseite des Rehberges zu sammeln und von dort zu den Bergwerken in Sankt Andreasberg zu leiten, wo es dem Antrieb der Wasserräder diente. Nach Fertigstellung des Oderteiches erhöhte sich die Wassermenge durch Zuflüsse von der Ostseite desBruchbergs und der Westseite des Brockens deutlich. Auch gab es durch die Wasserstauung in Trockenzeiten praktisch keine Stillstände im Bergbau mehr. Der Graben hat eine Durchflusskapazität von ungefähr 400 l/s. Insgesamt war der Rehberger Graben von zentraler Bedeutung für den Bergbau in Sankt Andreasberg. Heute treibt das Wasser des Rehberger Grabens noch sechs kleinere Wasserkraftwerke an und liefert dabei jährlich 6,5 GWh. Entlang des Graben wurde ein ziemlich breiter Inspektionsweg angelegt, der heute unter dem Namen Rehberger Grabenweg als beliebter Rad- und Wanderweg bekannt ist. Auch Goethe spazierte 1783 (2. Harzreise) und 1784 (3. Harzreise) auf diesem Weg und machte dabei an der heute Goetheplatz genannten Stelle eine berühmte gesteinskundliche Entdeckung. Er beobachtete am durch die Sprengungen der Bergleute freigelegten Felsen, wie sich durch das Eindringen glutflüssigen Granites in das ältere Schiefer- und Grauwackengestein der sehr harte Hornfels gebildet hatte, blieb aber trotzdem im damaligen Basaltstreit bei seiner irrigen Annahme, dass der Granit ein Sediment und das "neptunische Urgestein" sei, das alle anderen Gesteine unterlagere. Erst kurz vor seinem Tod korrigierte Goethe seine Ansicht, die nicht mehr zu halten war. Heute ist der Goetheplatz ein beliebter Rastplatz für Wanderer mit Bänken und Tischen. Im Mai 2010 wurde der Goetheplatz als Harzer Geotop des Jahres ausgewiesen. Oberhalb des Rehberger Grabenweges verläuft der Rehberger Planweg. Er dient im Winter als ziemlich schneesichere Loipe (Rundkurs Sonnenberg) und im Sommer als Wanderweg mit herrlichen Aussichtspunkten. Der Rehberger Grabenweg hingegen ist praktisch ständig von dichtem Wald umgeben und bietet deshalb nur sehr wenige interessante Aussichten. In jüngster Zeit hat allerdings der Orkan Kyrill auch am Rehberger Grabenweg einige schöne Aussichten freigelegt. Der Rehberger Grabenweg ist Teil der südlichen Brockenumgehung des Harzer Hexenstieges. Entlang des Rehberger Grabenweges sind zahlreiche Informationstafeln angebracht, die über den Graben und die ihn umgebende Natur informieren (Wasser Wander Wege). Ziemlich am Ende des Rehberger Grabenweges steht schließlich das Rehberger Grabenhaus. Es ist heute ein gern besuchtes Ausflugslokal, von dem man an Winterabenden die Wildfütterung aus nächster Nähe beobachten kann.

Das Rehberger Grabenhaus im Mittelgebirge Harz ist eine Waldgaststätte am Rehberger Graben auf der Südflanke des Rehbergs, der sich im Nationalpark Harz nahe Sankt Andreasberg im niedersächsischen Landkreis Goslar erhebt. Es steht auf etwa 680 m ü. NN Das Rehberger Grabenhaus ist heute Wandergaststätte und Ausflugslokal, von dem man an Winterabenden die Wildfütterung aus nächster Nähe beobachten kann. Es kann auf dem Rehberger Grabenweg nach einem etwa 1.000 m langen Fußmarsch vom Parkplatz Dreibrode nördlich der Jordanshöhe aus erreicht werden. Die Gaststätte ist als Nr. 155 in das System der Stempelstellen der Harzer Wandernadel einbezogen.

Quelle:Wikipedia

Am Goetheplatz

Am Goetheplatz

Waldgaststätte Rehberger Grabenhaus

Waldgaststätte Rehberger Grabenhaus

PDF-Ausdruck Informationen als PDF herunterladen (2,18 MB)

Urheber: Harzklub e. V.

« zurück zur Übersicht »