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Quer durch das Burgdorfer Holz (Landesforsten)

Rubrik:Wandern
Start:Parkplatz Beerbusch
Ziel:Parkplatz Beerbusch
Länge:7,53 km
Schwierigkeit:einfach
Anfahrt:Von Burgdorf auf der B 188 in Richtung Gifhorn bis zur Kreuzung Hänigsen/Schwüblingsen, hier rechts ab Richtung Schwüblingsen bis zum ausgeschilderten Parkplatz im Beerbusch.
Kontakt:Joachim.Hansmann@nfa-saupark.niedersachsen.de

www.landesforsten.de/index.php?id=2048

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Informationen zur Tour

Die rund 7 Kilomater lange Strecke verläuft vollständig im Waldgebiet "Beerbusch/Burgdorfer Holz" vor den Toren der Stadt Burgdorf. Aufgrund der guten, ebenen Wege und der abwechslungsreichen Landschaft wird dieses schöne Naherholungsgebiet gleichermaßen von Wanderern, Reitern und Radfahrern genutzt.

Die Wanderung beginnt und endet
am Parkplatz »Beerbusch«. Zunächst
führt Sie der Weg durch reizvolle alte
Kiefernwälder, die mit zahlreichen
anderen Baumarten wie Fichte, Eiche,
Eberesche und Faulbaum gemischt
sind – ein harmonisches Bild zu allen
Jahreszeiten.
Nach 700 Metern erreichen Sie die
beiden so genannten »Seerosenteiche«.
Diese Teichanlage wurde vor Jahren
vom Förster als Nahrungsbiotop für
Eisvogel, Graureiher und Schwarzstorch
künstlich angelegt. Im Sommer
bieten die Seerosenteppiche auf den
Teichen ein faszinierendes Bild. Mit
etwas Geduld können Sie den Graureiher
beim Fischfang beobachten. Eine
kleine Bank am Ufer lädt zum Verweilen
an diesem idyllischen Platz ein.
Weiter führt die Tour durch einen
wunderschönen Schwarzerlenwald am
Rande des Bachtales der »Seebecke«.
Im Frühjahr blühen hier Tausende
von Buschwindröschen und verwandeln
den Wald für kurze Zeit in ein
Blütenmeer. Bei einer Wanderung
im Spätsommer wird Ihnen vielleicht
der frühe Abwurf der noch grünen Erlenblätter auffallen: Dies ist ganz
normal für die Erle. Sie wird aufgrund
einer Lebensgemeinschaft mit
Stickstoff produzierenden Bakterien
so gut mit Nährstoffen versorgt, dass
sie auf eine Nährstoffzufuhr aus den
Blättern nicht mehr angewiesen ist.
400 Meter nach den Erlen öffnet sich
der Wald und gibt den Blick auf eine
bachbegleitende Waldwiese frei. Sie
wird aufgrund ihrer reichhaltigen
Artenzusammensetzung sehr extensiv
von den örtlichen Landwirten bewirtschaftet.
Sind Sie morgens leise unterwegs,
können Sie mit etwas Glück
Rehe auf den Wiesen beobachten.
Weiter geht es eine kurze Strecke am
Wiesenrand entlang, um dann in
einen ca. 50-jährigen Kiefernwald
einzubiegen. Die Entstehung dieses
Kiefernwaldes hat ihren Ursprung
in den Nachwirkungen des Zweiten
Weltkrieges. Die englische Besatzungsmacht
nutzte auch im Beerbusch große Flächen mit starken alten Bäumen,
um das Holz als Entschädigung
für erlittene Verluste einzufordern.
Dadurch entstanden große Kahlflächen,
die die Förster mit den ihnen
nach dem Krieg zur Verfügung stehenden
Arbeitskräften und Pflanzen
schnellstmöglich wieder aufforsteten.
Diese reinen Kiefernwälder werden
nun mittelfristig in stabilere Mischwälder
(Erhöhung des Laubbaumanteils)
umgewandelt.
Die großen Grünflächen am Weg
wurden als vorbeugende Schutzstreifen
gegen die im Frühjahr und
Sommer immer wieder auftretende
Waldbrandgefahr angelegt. Natürlich
nutzen auch Rehe und Wildschweine
die Wiesen für die Nahrungsaufnahme.
An der grün-weißen Wegschranke
angekommen, können Sie nach links
abbiegen und der weiteren Route
folgen oder sich für einen Abstecher
zum 500 Meter entfernten Naturfreundehaus
Grafhorn entscheiden.
Hier besteht die Möglichkeit, während
der Öffnungszeiten (Dienstag–Freitag
von 10.00–21.00 Uhr; Samstag und
Sonntag von 9.00–21.00 Uhr) eine
Kleinigkeit zu sich zu nehmen oder
den Rucksack mit einigen Snacks für
den weiteren Weg zu füllen.
Folgen Sie der vorgegebenen Route,
so führt der Weg in Sichtweite zu
Feldern und Wiesen durch typische
Kiefernwälder. Nach dem Passieren
einer kleinen Waldwiese müssen Sie
in den nächsten kleinen Waldweg
links abbiegen. Nach rund 600 Metern
erreichen Sie eine Wegkreuzung, an
der drei alte Eichen einen Eindruck
von den früheren Waldverhältnissen
im Beerbusch geben.
300 Meter weiter verschwinden
plötzlich die hohen Bäume und Sie
befinden sich mitten im »Wald von
morgen«: Junge Buchen- und Eichenpflanzungen
wachsen hier heran.
Ursache für diesen abrupten Altersund
Höhenunterschied der Bäume ist
der Sommersturm von 1997, der
große Waldflächen im Beerbusch vernichtet
hat. Die Förster haben dieses
Naturereignis mit Blick in die Zukunft
als Chance genutzt, um einen neuen,
stabilen, gesunden Mischwald aufzubauen.
Kurz vor dem Ende Ihrer Wanderung
durch den »Beerbusch« können Sie
noch einmal einen wunderschönen
Mischwald aus Eichen, Buchen und
Kiefern auf sich wirken lassen. Nun ist
es geschafft, der Parkplatz kommt wieder
in Sicht und Sie haben hoffentlich
herrliche Eindrücke gesammelt.

seerosenteich.jpg

seerosenteich.jpg

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Urheber: © Joachim Hansmann, Niedersächsisches Forstamt Saupark, 09.02.2012

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