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Hannover erfahren - Route 4 Mittellandkanal-Route

Rubrik:Regionales Radwandern, Eintagestour
Start:Stadtbahnstation Linie 4
Streckenverlauf:Nordhafen, Mecklenheider Forst, Brinker Hafen, Misburger Hafen
Ziel:Hindenburgschleuse
Länge:24,62 km
Dauer:ca. 5 Stunden
Barrierefreiheit:Die Tour ist nicht barrierefrei.
Kartenmaterial:Kartenmaterial ist erhältlich. erhältlich in der Tourist Information Hannover
Kontakt:Tourist Information
Ernst-August-Platz 8
30159 Hannover

Tel.: 0511 12345 111

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Informationen zur Tour

Hannover erfahren - umweltfreundlich mit dem Rad: Rund 22 Kilometer lang ist die Mittellandkanal-Route von der Stadtbahnstation ?Friedhof Auf der Horst?
bis zur Anderter Schleuse. Die ausgeschilderte Route verläuft mal auf dem Nord-, mal auf dem Südufer. Radeln Sie mit auf Entdeckungsreise in Gegenwart und Vergangenheit des Kanals.

Der Mittellandkanal
Blaues Band mit grünem Rand
Baubeginn für die heute bedeutendste und verkehrsreichste Wasserstraße Niedersachsens
war 1906. 1916 hatten die Kanalbauer Hannover erreicht. Mit der
Fertigstellung der Hindenburgschleuse gelang die Weiterführung nach Peine
(1929) und Braunschweig (1933). 1938 war der Anschluss an die Elbe geschafft.
1965 begann der Ausbau für Großmotorschiffe.
Im Zuge der Verbreiterung auf einen Regelquerschnitt von 42 Metern wurde
die Stadtstrecke Hannover von 1985 bis zur Expo 2000 erneuert. Fast alle 32
Straßen- und Bahnbrücken entstanden neu. Schauen Sie nur genau hin: Keine
ist wie die andere. Stadt- und Wasser- und Schifffahrtsverwaltung haben dem
Mittellandkanal in Hannover damit ein unverwechselbares Gesicht gegeben und die
Uferzonen nach einem Landschaftsplan zu einem ?linearen Stadtpark? umgestaltet.1 Imposant: Der kurze Abstecher in Richtung
Westen lohnt sich: Der Mittellandkanal
überquert auf einem 1.800 Meter
langen Aquädukt das Überschwemmungsgebiet
der Leine, um ein schnelles
Abfließen des Leine-Hochwassers
zu gewährleisten. Die beiden alten Brücken
aus der Zeit um 1928 blieben als
technische Denkmale erhalten.2 Nordhafen West
Blickfang: Ein alter Vorkriegskran am Ufer gegenüber signalisiert: Hier beginnt
schon Hafengebiet. Der Nordhafen ist Hannovers ältester eigener Kanalhafen
(eröffnet 1918).3 Anschlussstelle Herrenhausen
Hier sind alle Brücken gelb: Die Bundesstraße 6 Hannover - Nienburg kreuzt die
Wasserstraße und weiter nördlich die Autobahn A 2 Dortmund-Berlin. Die Farbe
der Brücken weist auf die Bauten der Königlichen Gärten von Herrenhausen hin,
die über diese Abfahrt erreichbar sind. Gelb ist auch das Logo des Continental-
Werks Stöcken (kurz: Conti) im Hintergrund.4 Alte Speicher
Kontraste: Unweit eines modernen Kohle-Entladekrans schieben sich acht alte
Speicher aus der Frühzeit des Nordhafens ins Blickfeld. Die Aufschriften ?Hauptgenossenschaft
Hannover? sind längst verblasst. Die Zukunft gehört der Industrie, die
sich hier angesiedelt hat - am auffälligsten hierbei das seit Mitte der 50-er Jahre
bestehende VW-Werk.5 Ein Bau-Denkmal
Verirrt: Der rostrote Stahlbogen drüben ist ein Kuriosum: eine Spundbohle, die
beim Rammen während der Kanalverbreiterung auf ein Hindernis im Untergrund prallte und eigensinnig wieder an der Oberfläche auftauchte. Die Wasser- und
Schifffahrtsverwaltung entschloss sich, das Unikum stehen zu lassen.6 Gigant und Kinderwald
Zwei Welten: Gegenüber der gigantischen VWGießerei
wächst auf dem anderen Kanalufer
ein Paradies für Kinder - der Kinderwald. Das
acht Hektar große Areal mit einem 70 Meter
hohen Hügel aus Kanalaushub ist ein Beitrag
zur lokalen Agenda 21. Es gibt ein Indianerdorf, ein Amphitheater und eine Schutzhütte. Hunderte von Bäumen und Sträuchern begrünen die einstige Mondlandschaft. Hindurch schlängelt sich der renaturierte Desbrocksriedegraben.7 Mecklenheider Forst
Grüne Oase: Der städtische Forst Mecklenheide lädt mit Bänken, Spielplätzen und einer Liegewiese zur Rast ein. Ein Naturlehrpfad und eine Orientierungstafel informieren über den schönen Mischwaldbestand mit seinen zahlreichen Baumarten. Der Forst selbst stammt aus dem 19. Jahrhundert und ist der grüne Rest einer ausgedehnten Heidelandschaft, die früher von Engelbostel bis zur List reichte.8 Kilometer 159
Kanal-Geheimnisse: Die weißen Schilder am Leinpfad sind Kilometersteine der Wasserstraßen. Dieses markiert den Kanal-Kilometer 159 nach dem Start am Dortmund-
Ems-Kanal bei Bergeshövede. Die Gesamtlänge bis zur Elbe beträgt knapp 320
Kilometer. Binnenschiffe schaffen bis zu zwölf Kilometer in der Stunde. Zahlenkombinationen
an den Schiffsflanken geben Auskunft über Länge, Breite und Tonnage.
Gewusst? Die Schiffsführer fahren nach Drehzahlmesser.9 Rote Moderne
Sehenswert: Nahe der eleganten Kanalbrücke Beneckeallee steht im Stadtteil Vinnhorst
gut sichtbar das frühere Lagerhaus der Textilfabrik Gebr. Meyer. Den expressionistisch
anmutenden Bau schuf 1921/22 der Architekt Hans Poelzig (1869-1936).
Mit Frau Marlene entwarf er auch den Rese-Brunnen am Emmichplatz. Der Klinkerbau
in Vinnhorst gilt als frühestes Beispiel der ?Roten Moderne? in Hannover.10 Brinker Hafen
Krantor: Zwei historische Kräne flankieren
die Einfahrt zum Brinker Hafen. Ein findiger
Bürger des damals selbstständigen
700-Seelen-Dorfes Brink, der Lehrer Reinhold
Schleese, hatte Grundeigentümer und
Industrie-Unternehmen von seiner Idee
überzeugt. 1912 wurde die Brinker Hafen-
Gesellschaft gegründet. 1916 löschten die
ersten Schiffe ihre Ladung. Im Hintergrund
der alte Vahrenwalder Wasserturm.11 Regenwasser-Reservoir
Noch mehr Wasser: Neben dem Kanal dehnt sich eine große Wasserfläche aus. Es
handelt sich um das Regenwasser-Rückhaltebecken ?Im Othfelde?, eines von 47 in Hannover und mit 19.000 Kubikmetern das zweitgrößte seiner Art der Stadtentwässerung. In diesem Becken wird überschüssiges Regenwasser aufgefangen und später in die Vorfluter (Gräben und Rohrsysteme) abgegeben, um Überschwemmungen zu vermeiden.12 Kohle, Kohle, Kohle
Rätselhafte Schienen: Westlich der Brücke Vahrenwalder Straße enden heute Straßenbahngleise im Nichts. In den 20-er Jahren wurde hier Kohle im Auftrag der Conti von Kanalschiffen auf Güterwagen verladen. Dampfloks zogen die Fracht dann über die Straßenbahngleise bis zum Conti-Werk Vahrenwald. Auch nach dem zweiten Weltkrieg wurde hier noch Brennmaterial für das frierende Hannover auf Güterwaggons umgeladen.13 Ordnungshüter zu Wasser
Das Revier: Vor den hohen Bürobauten der Finanzämter hat die Wasserschutzpolizei
in einem roten Backsteinbau ihren Sitz. Ein Mastbaum weist auf die Nutzung durch
die Ordnungshüter hin. Zur nahen Anlegestelle gehören eine Bootseinsatzstelle und
ein Anleger für Fahrgastschiffe. Hier schifft man sich ein zu gemütlichen Kaffeefahrten
auf dem Kanal (Wegen Fahrradmitnahme bitte nachfragen).14 Maritimes: Reste einer alten Hafenanlage und der Yachthafen bei der Brücke Tannenbergallee erinnern daran, dass sich an dieser Stelle früher die Arminiuswerft
befand. Rund um das Hafenbecken ist seit 2003 ein moderner Standort für Wohnen
und Arbeiten entstanden. Am Ufer gegenüber stand früher die Lister Bockwindmühle.15 Lister Bad
Badefreuden: Zwischen Tannenbergallee und Lister Damm liegt das 1928/29 durch
den damaligen Stadtbaurat Karl Elkart errichtete Lister Bad. Es löste die vorher
häufigen wilden Badestellen am Kanal ab und galt als eines der größten Freibäder
Deutschlands. Auf den Liegewiesen fanden 10.000 Menschen Platz. Die Sportbecken
waren 100, die Nichtschwimmerbecken 140 Meter lang. In den 70er Jahren wurde
das Bad gründlich modernisiert.16 Wassersport
Spektakel: Zwischen den Brücken Lister Damm und Am Listholze hat der Kanu-Klub
List sein Vereinshaus. An Wochenenden während der Saison gibt es hier für Zuschauer
eine besondere Attraktion: Der Klub trägt auf dem Wasser Kanu-Polo-Wettbewerbe
aus. Sonst ist der Kanal das Trainingsrevier für die Lister Wassersportler. Aber Achtung:
die Großschifffahrt hat Vorrang.17 Die Super-Brücke
Der große Clou: Die Brücke Podbielskistraße (nach einem früheren Gartenlokal Noltemeyer-
Brücke genannt) ist mit ihrer überdachten Stadtbahnstation (Linien 3,7 und 9),
einer Stützweite von 78,25 m und einer Breite von 41,45 m der aufsehenerregendste
Kreuzungsbau des Kanals in Hannover. Mit dem benachbarten Nordostbad und den
Stützwänden aus Sandstein ein gelungenes architektonisches Ensemble.18 Buchholzer Mühle
Versetzt: Die Buchholzer Windmühle wurde 1868 aus Teilen einer Mühle des 16.
Jahrhunderts hier errichtet. Bis 1931 ließen Bauern aus den heute zur Stadt gehörenden
umliegenden Dörfern hier ihr Korn mahlen. Danach standen die Flügel 40
Jahre still, bis der Holländer 1971 zum Restaurant umgebaut wurde.19 Kunst und Landschaft
Ruhepunkt: Nicht nur die Leine hat ein hohes Ufer. Vom Buchholzer Bogen bis Anderten
steigt auch das des Kanals zu einer imposanten Höhe an. Der japanische Künstler
Tadashi Kawamata hat diese Lage zu einer eigenartigen Brückeninstallation über die
ökologische Flachwasserzone zwischen Pasteurallee und Schierholzstraße genutzt.20 Neues Grün
Umgestaltet: Ein ehemaliges Baustofflager oberhalb des Kanals ist in eine vielgestaltige
Frei- und Erholungsfläche verwandelt worden. Historische Sandsteinelemente
von einer alten Kanalbrücke aus Vinnhorst bilden einen außergewöhnlichen
Blickpunkt in dieser neuen Parklandschaft. In der Nähe befindet sich die
ökologisch ausgerichtete Misburger Regenbogensiedlung.21 Denkmale
Zeichen: Wo die Hannoversche Straße kreuzt, fällt der Blick durch die Straßenachse
auf den hohen Wasserturm, ein Wahrzeichen der bis 1974 selbstständigen Stadt Misburg. Auf der Südostseite, neben der Kanalbrücke, steht das steinerne Mahnmal für die Außenstelle des ehemaligen Konzentrationslagers Neuengamme. Zahlreiche Häftlinge sind hier während der Nazi-Diktatur zu Tode
gekommen.22 Misburger Hafen
Ex-Endpunkt: Neben einem Tanklager zweigt der Seitenkanal zum Misburger Hafen
ab. Der Leinpfad ist auf jener Seite unterbrochen. Am Misburger Hafen endete
1916 für ein gutes Jahrzehnt der Mittellandkanal. Kohle, Sand, Schlacken,
Steine, Zement, Klinker und Kali waren lange die Hauptumschlaggüter des von
der Gemeinde Misburg und Zement-Fabriken betriebenen Hafens.23 Wasserfall
Neuanlage: Früher mündeten die Bäche nüchtern und meist verrohrt in den Kanal.
Heute gluckert hier das Wasser über Stock und Stein munter ins Kanalbett.
Die Landschaftsplaner wollen sogar mehr. Das kalk- und mergelhaltige Wasser
der feuchten Wiesen soll eines Tages wieder wie ehedem durch die Eilenriede in
Richtung Leine abfließen. Durch den Kanalbau war diese uralte Verbindung unterbrochen
worden. Die Breite und die Nasse Wiese sind Teile des von Wettbergen
bis Misburg reichenden Naturbandes, das mit der ?blauen Diagonale? und
dem ?Grünen Ring? das Gerüst des neuen hannoverschen Grünsystems bildet.
Das ehemalige Niedermoor soll durch Aufstauungen Zug um Zug wieder in ein
Feuchtgebiet umgewandelt werden.24 Brücken-Saurier
Überbleibsel: Die letzten beiden alten Brücken über den Mittellandkanal, die
Stahlfachwerkbauten der  üterumgehungsbahn und der Nebenstrecke Hannover - Lehrte aus den 20er Jahren. Die Kanalschiffer stoßen hier auf den letzten Engpass innerhalb der Stadtstrecke. Der Kanal ist hier nur 33 Meter breit. Der Abriss der Brücken und die Verbreiterung des Kanals befinden sich in Planung. Mit Behinderungen oder Umleitungen an dieser Stelle ist zu rechnen.25 Hindenburgschleuse
Das Zukunftsbauwerk: 1928 wurde die Anderter Schleuse eingeweiht. Als Taufpate
dabei war bei der Zeremonie am 20. Juni 1928 der damalige Reichspräsident
und Ex-Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg. Das Bauwerk erwies
sich als zukunftweisend: Die zwölf Meter breiten und 225 Meter langen Schleusenkammern
fassen in ihren Abmessungen auch die heutigen Großmotorschiffe.
Ein genialer Mechanismus sorgt dafür, dass 75 Prozent des Betriebswassers
nicht in den Unterlauf des Kanals abgelassen, sondern für die Bergschleusungen
wieder verwendet werden. Jährlich passieren etwa 20.000 Schiffe die Schleuse,
die als technisches Denkmal ersten Ranges gilt.

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Urheber: LH Hannover / HMTG

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