| Rubrik: | Regionales Radwandern, Eintagestour |
|---|---|
| Start: | Hauptbahnhof Hannover |
| Streckenverlauf: | Königsworther Platz, Herrenhäuser Gärten |
| Ziel: | Stöcken / VW-Werk |
| Länge: | 7,91 km |
| Dauer: | ca. 2 Stunden |
| Kartenmaterial: | Kartenmaterial ist erhältlich. erhältlich in der Tourist Information Hannover |
| Kontakt: | Tourist Information Hannover Ernst-August-Platz 8 30159 Hannover Tel.: 0511 12345 111 |
Hannover erfahren - schnell und umweltfreundlich mit dem Rad: 7,5 Kilometer
lang ist die ausgeschilderte Herrenhausen-Route zwischen Stöcken und dem
Hauptbahnhof. Eine Tour der Gegensätze, ebenso festtags- wie alltagstauglich.
Dieses Faltblatt beschreibt die Sehenswürdigkeiten am Wegesrand. Radeln Sie los!

1 Hauptbahnhof
Start (oder Ziel) unserer Tour: Der Ernst-August-Platz mit dem Reiterstandbild
des gleichnamigen Königs (enthüllt 1861), dem denkmalgeschützten Bahnhofsgebäude
von Hubert Stier (um1880) und der Tourist-Information an der Ecke
Luisenstraße. Der Platz ist heute weitgehend autofrei.2 Schiller-Denkmal
Zweimal verpflanzt: Friedrich Schiller geriet 1982 zwischen die Kaufhäuser, weil
hier die Schillerstraße auf die Georgstraße trifft. Früher stand die 1863 geschaffene
Statue erst vor dem (im Krieg zerstörten) Ratsgymnasium am Georgsplatz,
dann am Opernhaus.3 Busstops
Zwei der 1992 für Hannover gestalteten Designer-Busstops liegen an dieser Route:
Das poppige Phantasieschloss des Italieners Alessandro Mendini am Steintor und
der ?X-beinige? Busstop des Innsbruckers Ettore Sottsass am Königsworther Platz.4 Steintor
Eingang zum alten Hannover: Benannt nach dem Steintor, dem östlichen Zugang
zur mittelalterlichen Stadt. An die frühere Gänseweide (?Goseriede?) erinnert der
Gänseliesel-Brunnen. Beherrscht wird die Szenerie vom Anzeiger-Hochhaus. Architekt
Fritz Höger hat den Kuppelbau 1927/28 für den Verlag Madsack errichtet.5 Skulpturen-Meile
Rundum moderne Kunst: Mehrere Großplastiken leiten am Königsworther Platz
die Skulpturen-Meile ein, die bis zum Landtag reicht. Unübersehbar Erich Hausers
Plastik ?Stahl 17/87? (genannt ?Stählerner Engel?) und auf der Platzmitte
die rote Monumentalplastik des Amerikaners John Henry. Unser Radweg führt
direkt an Eugène Dodeignes steinernen ?Etude I-V? vorbei.6 Königsworther Platz
Verkehrsdrehscheibe und Eingangstor: Hier endet die City, beginnt die Herrenhäuser
Allee. Das ehemalige Continental-Hochhaus von 1952 beherbergt heute Institute der
Universität. Studenten lernen auch gegenüber im früheren Gebäude der Druckerei
König & Ebhardt. Ruheplatz: Der Neustädter St.-Andreas-Friedhof, 1646 hier neu
angelegt und 1876 geschlossen.
7 Leibniz Universität Hannover
Seit 1856 geplant und zur neuen Residenz der Könige von Hannover bestimmt. Doch
daraus wurde nichts: Als Preußen 1866 Hannover annektierte, war gerade das Äußere
fertig. Ab 1875 Ausbau für die Polytechnische Schule, heute Universität Hannover.
Auf dem Vorplatz springt Niedersachsens Wappentier, das bronzene Sachsenross.8 Wilhelm-Busch-Museum Hannover
Einen Abstecher wert: Das Wilhelm-Busch-Museum im ehemaligen Wallmoden-
Schlösschen. Im Georgengarten präsentiert das Deutsche Museum für Karrikatur und
kritische Grafik Blätter des Altmeisters und in Wechselausstellungen Cartoonisten und
Karikaturisten der Gegenwart. Auch der Palaisgarten ist für Besucher geöffnet.9 Georgengarten
56 Hektar englischer Landschaftspark, so lang wie die Herrenhäuser Allee: Entstanden
ab 1770 aus mehreren Bürgergärten und adeligen Sommersitzen. 1831 wurde
dieser in Georgengarten umbenannt. Teichanlage mit Leibniz-Tempel (1935 vom
heutigen Waterlooplatz hierher versetzt).10 Herrenhäuser Allee
Zwei grüne Kilometer: Rund 1.200 Linden in vier Reihen begleiten unseren Weg zwischen
der Innenstadt und Herrenhausen. Die 1726/27 gepflanzten Originalbäume wurden
1972 durch neue ersetzt. Radler und Fußgänger haben hier viel Platz nebeneinander.11 Großer Garten
Das Glanzstück: Der Große Garten. Ab 1660 in mehreren Etappen angelegt. Einer der
bedeutendsten Barockgärten Europas blieb der Nachwelt erhalten, weil die Kurfürsten
von Hannover 1714 als Könige von England nach London zogen. Im Sommer ist
der Garten glanzvoller Schauplatz von Festen, Feuerwerk und Freilicht-Aufführungen.12 Berggarten
Daher der Name: Als Teil der Sommerresidenz Herrenhausen wurde der Berggarten
auf einer Sanddüne angelegt. Ursprünglich herzöglicher Küchengarten, heute
ein Mekka für Natur- und Pflanzenfreunde. Schauhäuser präsentieren exotische
Pflanzen, darunter eine berühmte Orchideensammlung. Jüngste Attraktion ist das
SEA LIFE Aquarium.13 Herrenhausens ?Neustadt?
Überbleibsel: An der Ecke Schaumburg- und Berggartenstraße, stehen noch einige
niedrige, zum Teil windschiefe Fachwerkhäuser der ?Herrenhäuser Neustadt?. So
nannte der Volksmund bis zur Eingemeindung 1882 die ab 1666 hierher umgesiedelten
Hof- und Kleinbauernstellen.14 Vier Brücken
Vier Brücken, elf Gleise, zwei Tunnel: Am Eisenbahnknotenpunkt Schaumburgstraße
verknüpfen sich die Hauptstrecken nach Hamburg und nach Hamm/Westfalen, die
Hauptgüterbahn sowie zwei S-Bahn-Strecken. Sehenswert: Viadukt und Stellwerk
aus alten Dampflok-Zeiten.15 Bahnhof Herrenhausen
Bahn-Geschichte: Die Bahnstrecke in Richtung Norden wurde 1891 angelegt. Die
Straße heißt am Herrenhäuser Bahnhof. Doch der Bahnhof ist kein Bahnhof mehr. Die
Bahn AG hat das schmucke Empfangsgebäude aus dem Jahr 1915 Ende der 90er
Jahre verkauft. An seine Stelle trat ein nüchterner S-Bahn Haltepunkt: Ledeburg.16 Die Industrie
Geldschränke und mehr: Bis 1998 produzierte die Traditionsfirma Bode-Panzer hier
ihre berühmten Panzerschränke. Der Eilersweg erinnert an die Stahlbau-Firma Louis
Eilers, die in der Nähe ihren Sitz hatte. Eine lange Mauer trennt unseren Weg vom
Areal des Eisenbahn-Ausbesserungswerks Leinhausen.17 Der Entenfang
Gelegenheit zur Einkehr: Gaststätte, Hotel und Biergarten Entenfang. Der Name erinnert
daran, dass an dieser Stelle von 1687 bis 1766 die18 Stöckener Friedhof
Besinnlicher Abstecher: Durch den Nebeneingang
Eichsfelder Straße betreten
Sie den Stöckener Friedhof (Fahrrad
muss draußen bleiben). 1891 als zweiter
großer Kommunalfriedhof nach Engesohde
angelegt, erweitert 1901/02
durch Hannovers ersten Gartendirektor
Julius Trip im Stil eines Parkfriedhofs.
Ein Erlebnis im Mai: die Rhododendronblüte
rund um die Teichanlage.19 Spannriede
Ein bisschen Wald: Durch die Spannriede und das ehemalige Stöckener Gemeindeholz
schlängelt sich der Stöckener Bach. Ein Spiel- und Grillplatz in der
Spannriede lädt zur Pause unter Bäumen.20 Stöcken / VW-Werk
Ziel (oder Start) unserer Tour: Die Stadtbahn-Endhaltestelle Stöcken. Hier haben
Sie Anschluss an die Stadtbahn 5 und an mehrere Buslinien. Sie können
aber auch im Stöckener Bad eine Runde schwimmen oder einen Blick auf den
Giganten jenseits der Mecklenheidestraße werfen: Hier, in Hannovers größtem
Industriewerk, lassen 13.000 Beschäftigte VW-Nutzfahrzeuge vom Band rollen.21 Das alte Dorf
Eine kleine Extra-Runde: Zwischen Stöckener Straße und dem Gemeindeholz
steht die Wiege des 1196 in einer Urkunde des Klosters Marienwerder erstmals
erwähnten Dorfes Stöcken. Mehrfach stoßen Sie auf Zeugen des einstigen Dorfes,
das 1907 nach Hannover eingemeindet wurde.


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Urheber: LH Hannover / HMTG