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Ilmenau Radtour zu den Mühlen

Rubrik:Regionales Radwandern, Eintagestour
Start:Melbeck
Streckenverlauf:Heiligenthal, Embsen, Barnstedt
Ziel:Melbeck
Länge:28,87 km
Dauer:1 Tag
Kartenmaterial:Kartenmaterial ist erhältlich. Regionalkarte 1 : 100 000 |7|
Nordostniedersachsen

Radwanderkarte 1 : 75 000 |RC7|
Lüneburg/ Elbe
Radwanderkarte 1 : 75 000 |RC12|
Uelzen
Kontakt:Samtgemeinde Ilmenau
Waldemar Höfner,
Am Diemel 6
21406 Melbeck
Tel. 04134/9080
Fax. 04134/90869
hoefner@samtgemeinde-ilmenau.de
www.samtgemeinde-ilmenau.de

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Informationen zur Tour

Rundtour zu sehenswerten Mühlen und Mühlenteichen

Nach Ihrem Start, am Rathaus in Melbeck Am Diemel, besuchen Sie zuerst die Mühle Melbeck am Ortsausgang Richtung Ebstorf, wenige hundert Meter entfernt. Die altdeutsche Fassung der Urkunde über den Verkauf der Melbecker Mühle im Jahre 1265: "Hunerus von Öhme, Ritter und Kriegsmann in Lüneburg, wünschen allen, welchen dies Schreiben wird vorkommen, Glück und Heyll. Bekennen und Bezeugen hier mit und Kraft dieses dass wir neben unser Hausfrauen und mit Wissen und Willen unser Erben verkauft haben unser Erbmühle in Melbeck Frederik Herr in Melbeck und seinen Erben vor sieben Groschen zu besitzen. - Lüneburg, Anno Domini 1265 am Montag vor Himmelfahrt". Das Obereigentum der Mühle verkaufte Huner von Oedeme 1355 an den Abt Ulrich vom St. Michaeliskloster in Lüneburg. Dieser überließ es drei Jahre später dem Kloster "zu bestimmten Zwecken". Seitdem ist die Mühle Klostermühle gewesen und ihm zehntpflichtig bis zur Ablösung des Zehnten im Jahr 1834. Es ist anzunehmen, dass die Nachkommen von Frederik Melbeck den Namen von Brodermann annahmen, denn in einem Schreiben von 1698 betont ein Brodermann "die mir von meinen Vattern angestorbene Erbmühle in so langer Zeit, und also in die 433 Jahre ganz richtig gehabt und besessen haben". 1450 wird ein Vicke Brodermann als Besitzer der Mühle genannt. Ab 1558 die Besitzerfolge Clawes, Clas, Johann und Claus Brodermann bis 1648. Claus Brodermann muss während des 30 jährigen Krieges gescheitert sein. Er übergab 1648 die Mühle an seinen Bruder Hinrich. Doch mehr noch als dieser hat sich Bruder Christoph für den Erhalt der Mühle eingesetzt. Dafür war ihm bis zu seinem Lebensende Nahrung und Unterkunft in der Mühle zu gewähren. Hinrich Brodermann bewirtschaftete 40 Jahre die Mühle und war als gewissenhafter und strebsamer Mann bekannt. Vier Tage vor seinem Tode schrieb er sein Testament und konnte der Familie dadurch die Mühle erhalten. Da er kinderlos geblieben war, versuchte Geselle Hanß Elebeck alles, um die Mühle zu übernehmen. 1702 wurde der Neffe Hinrich Brodermann als rechtmäßiger Erbe von der Großen Kommission des Klosters bestimmt. Als jedoch 1833 Georg Wilhelm Friedrich mit 34 Jahren verstarb, war kein Brodermann mehr als Erbe vorhanden. Die Witwe heiratete nach alter Müllersitte den Altgesellen Franz Wilhelm Hammer, der aus Blücher in Mecklenburg stammte. Dieser ließ die Mühle unter dem 17. Juli 1833 in das Lüneburger Handelsregister eintragen und sie wurde "Hammermühle" genannt. Eine neue Mühle wurde um die Jahrhundertwende erbaut. 1907 wurde sie durch einen Vorbau erweitert und 1923 durch Wilhelm Hammer aufgestockt. Zu dieser Zeit wurden u. a. eine Turbine und ein Dieselmotor eingebaut. Aus der alten Oel- und Schrotmühle wurde eine moderne Mühle, die auch Mehl liefern konnte. Bald war die gute Qualität des Melbecker Mehls bekannt und es entstand ein fester Kreis von Bäckerkundschaft in und um Lüneburg. Als Bürgermeister von Melbeck hat Wilhelm Hammer von 1913 bis 1924 seine Tatkraft auch in den Dienst der Allgemeinheit gestellt. Er starb im besten Mannesalter 1930. Als sein Nachfolger hatte er Herbert Jenckel aus Vinstedt (Kreis Uelzen), den jüngsten Sohn seiner Schwester, bestimmt. Seine Frau Helene, geb. Meyer, und der Altgeselle Hans Paul führten den Betrieb nach besten Kräften weiter bis dieser den Betrieb übernehmen konnte. Nachdem Herbert Jenckel das Müllerhandwerk erlernt hatte und ein Jahr in einem landwirtschaftlichen Betrieb gearbeitet hatte, übernahm er als 25jähriger Mühle und Hof. Nur zwei Jahre konnte er wirken, dann zog es ihn in den Krieg. Heinrich Behr wurde als Verwalter eingesetzt. Als er 1947 aus der Gefangenschaft entlassen wurde, hieß es die Mühle zu modernisieren und zu erweitern. U. a. wurden Futtermittel mit angeboten. "Hammermast" wurde ein Schlagwort. Jedoch mußte die Mühle im Zuge des allgemeinen Mühlensterbens im Jahre 1975 stillgelegt werden. Nachdem es verschiedene Pläne gegeben hatte, wurden Mühle und Landwirtschaft verkauft. Als sich die Gemeinde Melbeck in den 1960er Jahren ein Wappen gab, wurde das Mühlrad mit eingebaut. Nach dem Besuch dieser Mühle fahren Sie zu Ihrem Ausgangspunkt zurück und überqueren in nördliche Richtung die Kreisstraße von Melbeck nach Embsen. Weiter fahren Sie ca. 500 m auf dem ausgebauten Wirtschaftsweg, um dann rechts in einen Sandweg einzubiegen, der Sie zum Kreisel nach Häcklingen bringt. Hier biegen Sie links ab nach Rettmer und fahren von dort aus Richtung Heiligenthal. Beim Ortsausgang Rettmer biegen Sie links zur Ziegelei ab und gelangen zur Mühle nach Heiligenthal. Wie eine Burg erhebt sich die Heiligenthaler Mühle am Ortseingang von Heiligenthal. Auf historischem Grund steht die Mühle tatsächlich, auch wenn das heutige Mühlengebäude erst 1950 erbaut wurde: Prämonstratenser Mönche hatten hier am Hasenburger Bach eine Mühle errichtet, nachdem sie an diesem Ort 1315 ein Kloster errichtet hatten. Nach der Reformation kam sie 1562 in den Besitz des Gutes Heiligenthal, zu dem sie bis 1865 gehörte. Im Gegensatz zu vielen Mühlen scheint die Mühle nach dem zweiten Weltkrieg eine wirtschaftliche Blüte erlebt zu haben. Der eindrucksvolle, im sog. "Heimatstil" errichtete Neubau der Mühle deutet bereits darauf hin. Doch seit 1973 wurde der Mühlenhof allmählich in einen Gastronomiebetrieb umgewandelt. 1981 kam es schließlich zur Einstellung des Mahlbetriebes, und zur Gaststätte am Mühlenteich kamen nun noch ein großer Festsaal und eine Reihe von Hotelzimmern im Mühlengebäude dazu. Seit 1998 dreht sich die Turbine jedoch wieder und erzeugt Strom. Von Heiligenthal fahren Sie über Südergellersen, durch den Ort Oerzen nach Embsen und dann weiter über Heinsen zum Barnstedter Mühlenteich. In den Kirchenbüchern von Embsen wird erstmals ein Müller von Barnstedt erwähnt. Er hieß Johann Ehlbeck und heiratete 1691. Zum damaligen Zeitpunkt gehörte die Mühle zum Rittergut derer von Estorff. Für die Zeit von 1750 bis 1760 wird ein Pächter der Mühle mit dem Namen "Premke" genannt. 1873 geht die Barnstedter Mühle in den Besitz der Familie Premke über, die noch heute Eigentümerin ist. Von 1872 bis 1919 stand auf dem Mühlenberg in Barnstedt eine Windmühle. Man nimmt an, daß schon früher hier eine Windmühle vorhanden war. 1899 wurde die Mühle mit einer Wasserturbine gebaut. 1967 wurde der Mahlbetrieb endgültig eingestellt. 1974/75 wurde das alte Bachbett am Mühlengebäude zugeschüttet und im Zuge einer neuen Brücke ein neues Bachbett angelegt. Zum gleichen Zeitpunkt wurden aus der Mühle die beiden Mahlwerke entfernt. Anschließend fahren Sie zurück, am Sportplatz in Barnstedt vorbei, biegen am Ortsausgang rechts in den Bokenkamp ein und fahren weiter über Kolkhagen nach Melbeck zurück. Waldemar Höfner Mehr Infos über Fahrrad- und Urlaubsregion der Samtgemeinde Ilmenau erhalten Sie hier... www.samtgemeinde-ilmenau.de

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Urheber: © Waldemar Höfner, Samtgemeinde Ilmenau

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