| Rubrik: | Regionales Radwandern, Eintagestour |
|---|---|
| Start: | Schliekum (Sarstedt) |
| Streckenverlauf: | Giesen, Hildesheim, Bad Salzdethfurth |
| Ziel: | Bad Gandersheim |
| Länge: | 55,64 km |
| Dauer: | 1 Tag |
| Kartenmaterial: | Kartenmaterial ist erhältlich. Radwanderkarten 1 : 75 000 | RC23| Hannovers Süden Radwanderkarten 1 : 75 000 | RC24| Braunschweig Radwanderkarten 1 : 75 000 | RC26| Solling und Umgebung Radwanderkarten 1 : 75 000 | RC27| Oberharz - Unteres Eichsfeld Regionalkarte 1 : 100 000 |13| Großraum Hannover Regionalkarte 1 : 100 000 |15| Leinetal |
| Kontakt: | Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hildesheim Region (HI-REG) mbH Bischof-Janssen-Straße 31 31134 Hildesheim Internet: www.radweg-zur-kunst.de E-Mail: info@hi-reg.de |
Mit dem Fahrrad von der Romanik in die Gegenwart

Die reizvolle Landschaft in den Flusstälern von Innerste, Lamme und Gande ist seit der Christianisierung um 800 eine an Kulturschätzen reiche Region. Am besten lässt sie sich erwandern oder mit dem Rad erfahren, und so griff der Landkreis die Anregung des Ideengebers auf, den landesweiten Leineradweg durch einen "Radweg zur Kunst" zu ergänzen. Dieser hervorragend ausgeschilderte Weg setzt sich aus vier Teilwegen mit den Namen "Romanik-Weg, "Kontakt-Kunst-Weg", "Kunst-beWEGt" und "Skulpturenweg" zusammen. An ihnen lässt sich die Entwicklung der Kunst dieses Raumes hautnah erleben. Die an dem Projekt beteiligten Gemeinden, Städte und Institutionen bergen aber nicht nur direkt am Wege liegend hervorragende Kunstschätze der unterschiedlichsten Epochen, sondern weisen mit zusätzlichen Hinweiszeichen auf die "am Rande liegenden" Kleinode der Region hin. Somit wurde ein Radweg geschaffen, der in einer gewachsenen Kulturlandschaft die Zeugnisse der Vergangenheit und Gegenwart in harmonischer Weise miteinander verschmelzen lässt und wie an einer Perlenschnur aufgereiht Orte miteinander verknüpft, die auf eine bewegte ca. tausendjährige Geschichte zurückblicken können. Romanik-Weg Ruthe - Sarstedt - Hildesheim - Domäne Marienburg - Bad Salzdetfurth - Bodenburg Nur 5 km vom Abzweig Schliekum am Leine-Radweg gelegen, erreicht der Radwanderer auf dem Radweg zur Kunst Sarstedt, das 1339 die Stadtrechte erhielt. Sarstedt beherbergt in der Innenstadt die St. Nikolaikirche, eine gotische Bruchsteinkirche von 1457 mit Schablonenmalereien und einem Renaissancealtar, sowie dem Sakramentshäuschen von 1457. In der historischen Wassermühle aus dem 14. Jahrh., die sich im Besitz der Familie Malzfeld befindet und seit 1965 stillgelegt ist, kann heute ein Mühlenmuseum mit einem Wasserkraftwerk besichtigt werden. Zeitgenössische Kunst und Kleinkunst zeigt die Kulturgemeinschaft Sarstedt im "Haus am Junkernhof". Außerdem sind wechselnde Ausstellungen in der "Alten Apotheke" und in der "Seilerwerkstatt" zu sehen. Das Bild der Gemeinde Giesen ist geprägt durch den Lauf der Innerste und die von ihr bewässerte Auenlandschaft. Die Hartholz-Auenwälder "Haseder Busch", "Ahrberger Holz" und "Groß Förster Holz" mit ihren Blütenteppichen im Frühling bieten einer vielfältigen Vogelwelt einen natürlichen Lebensraum und stehen unter Naturschutz. Die "Giesener Teiche", am Fuße der Giesener Berge gelegen, runden das Bild der abwechslungsreichen Landschaft ab. An diesem Platz mit seinen seltenen Pflanzen und Tieren entstand die Schilderung von Hermann Löns "Die Teiche". Weithin sichtbares "Landschafts-Kunstobjekt" ist die 70 Meter hohe Abraumhalde des Kalisalzwerkes "Friedrich", die durch ihre hygroskopischen Eigenschaften ihr Aussehen verändert und mal weiß leuchtend in die Ferne strahlt oder grau und düster erscheint. Als weiteres "Kunst"-Objekt wäre die Hügelgräbergruppe mit ihren 43 Hügeln im Giesener Forst zu nennen. Sie stammt aus der älteren Bronzezeit (1600 - 1200 v. Chr.). Die Toten wurden damals in Baumsärgen begraben. Eine zum Gräberfeld gehörende Siedlung dürfte erfahrungsgemäß in der Nähe gelegen haben. An der Innerste gelegen, ist der alte Bischofssitz Hildesheim ein kulturelles Kleinod am Rande der Hildesheimer Börde. 815 gründete Ludwig der Fromme das Bistum mit Domburg und um 1000 erhielt die Stadt ihr Marktrecht. Ihr bekanntestes Baudenkmal ist die ottonische Kirche St. Michael (1010-1033). Die gemalte hölzerne Mittelschiffdecke gilt als ein Hauptwerk mittelalterlicher Monumentalmalerei. Seit 1985 gehört St. Michael zum UNESCO-Weltkulturerbe. Ihr folgt der Dom, eine flachgedeckte, romanische Basilika mit sächsischem Stützenwechsel, hervorragenden Kunstschätzen, wie den "Bernwardstüren", der "Bernwardssäule", einem Radleuchter und einem reichen Domschatz. Die Basilika St. Godehard minor ist eine der wenigen romanischen Kirchen in Deutschland die in ihrer ursprünglichen Form fast unverändert erhalten ist. Auch der romanische Kreuzgang von St. Mauritius ist vollständig erhalten und sehr sehenswert. Nur drei Minuten vom Domhof entfernt befindet sich das im Jahre 2000 neu erbaute Roemer- und Pelizaeus Museum mit einer der bedeutensten Altägypten- und Alt-Peru-Sammlungen. Hier werden auch Ausstellungen zeitgenössischer Kunst gezeigt. Im Herzen der Stadt liegt der originalgetreu wieder aufgebaute historische Marktplatz mit dem Knochenhaueramtshaus mit dem Stadtmuseum. Davor steht der im Renaissancestil erbaute Marktbrunnen. Bei der "Mühle" führt der "Radweg zur Kunst" an Skulpturen aus Stein und Stahl vorbei, und im einzigen noch erhaltenen Turm der Stadtmauer, dem Kehrwiederturm (15. Jahrh.), zeigt der Kunstverein Hildesheim seine Ausstellungen. Das Stadttheater erregt durch außergewöhnliche Aufführungen immer wieder überregionales Interesse und die Hildesheimer Jazztage locken jedes Jahr zu Pfingsten zahlreiche Besucher in die open-air-Konzerte. In der Domäne Marienburg, direkt am "Radweg zur Kunst" und an der Innerste gelegen, hat die Universität Hildesheim mit dem Institut für Bildende Kunst und Kunstwissenschaften ihre Dépendance. Studiobühne, Mal- und Bildhauerateliers, Fotografielabors und weitere Aktivitäten heutigen künstlerischen Schaffens bieten den Studierenden und Radwanderern aufschlussreiche und überraschende Einblicke in die Kunstströmungen unserer Zeit. Kontakt-Kunst-Weg Domäne Marienburg - Bad Salzdetfurth - Bodenburg Im Tal der Lamme führt der "Radweg zur Kunst" von der noch zu errichtenden Innerstebrücke des Hofbaumeisters Georg Ludwig Wilhelm Laves (1829) durch sieben Ortsteile der Kurstadt. Nach Errichtung dieser Brücke wird man zum an die Innerste reichenden Park des Gutes Walshausen gelangen, der in den Sommermonaten für Besucher geöffnet ist. Das hier beginnende Teilstück führt den Namen "Kontakt-Kunst-Weg". Kontakt-Kunst ist eine seit 1970 bestehende Form der Bildhauerei in der Öffentlichkeit. Zwischen Saarbrücken und Danzig stehen in verschiedenen Städten ca. 45 Skulpturen, davon allein in Bad Salzdetfurth 5, von denen eine "Soltmann" heißt. Alle 13 Ortsteile sollen im Laufe der kommenden Jahre eine Skulptur erhalten, die während einer Kontakt-Kunst-Aktion mit den Bürgern gemeinsam erstellt wird. Im Stadtzentrum steht die St. Georgskirche, an deren Westwand sich das 1623 in Stein gehauene "Soltmänniken" befindet. Gleich dahinter ist im alten Rathaus das "Bergbaumuseum" zu besichtigen. Im Ortsteil Bodenburg, auf dem Schlossgelände der Familie von Cramm, steht ein außergewöhnliches Baudenkmal mit einem Sattelschwingdach, das von 1992-1998 zum Kunstgebäude umgebaut wurde. In ihm finden internationale Kunstausstellungen, Konzerte etc. statt, die über Niedersachsen hinaus Beachtung finden. An der Gemarkungsgrenze zwischen dem Flecken Bodenburg und Sehlem beginnt das Teilstück "Kunst beWEGt" des Radweges zur Kunst mit der Skulptur "Grenzstein". Drei weitere Skulpturen von Künstlern mit internationalem Rang sind für die Standorte Sehlem, Harbansen und Graste in Vorbereitung. Kunst-beWEGt Bodenburg - Lamspringe An der Quelle der Lamme (die jetzt im mauerumgebenen, aber öffentlich zugänglichen Klosterpark liegt) gründete 847 Graf Ricdag das Kloster Lamspringe. Der jetzige Klosterbau wurde 1670 von englischen Benediktinern gegründet. Die dazugehörige Klosterkirche mit ihrem weithin sichtbaren großen Dach und der barocken Ausstattung zählt zu den herausragenden Sehenswürdigkeiten der Region. Das aufwendig ausgestattete Refektorium und der Abtsaal werden von der Gemeinde für Ratssitzungen, kulturelle Veranstaltungen im Rahmen des "Lamspringer Septembers" und Empfänge genutzt. Am Rande des Klosterparks steht auch die ehemalige Klostermühle, für Künstlerinnen oder Künstler, die ein Arbeitsstipendium erhalten. Im Klosterpark befinden sich sechs Skulpturen, die im Rahmen eines Bildhauersymposions im Jahre 1984 entstanden sind. Der "Radweg zur Kunst" berührt den Ortsrand des Fleckens im Westen, da sich dort die ehemalige Eisenbahntrasse von Hildesheim nach Bad Gandersheim befindet. In der Nähe des ehemaligen Bahnhofes beginnt das Radwegteilstück "Skulpturenweg", das nach Bad Gandersheim führt. Die stillgelegte Trasse wurde, wie schon das Teilstück zwischen Bodenburg und Lamspringe 1990, im Jahre 1999 zu einem Rad- und Wanderweg ausgebaut, an dem inzwischen neun Skulpturen aufgestellt wurden. Fertiggestellt soll der Pfad einmal 12 Skulpturen Platz bieten. An diesem Teilstück des Radweges liegen die Ortschaften Gehrenrode (mit seiner, der Hl. Cäcilie gewidmeten Kirche) und Altgandersheim, in denen man durstig oder hungrig vom Radeln eine ausgezeichnete Pizza, Pasta etc. oder gute deutsche Küche genießen kann. Skulpturenweg Lamspringe - Bad Gandersheim Eingebettet in die sanften Hügel zwischen Harz und Weserbergland liegt das an Kunst- und Kulturschätzen reiche Bad Gandersheim. Seine Gründung geht auf das 783 von der begüterten sächsischen Adelsfamilie der Liudolfinger Kloster Brunshausen (mit seinem reich ausgemalten Äbtissinnensaal) zurück, welches inzwischen als Kulturzentrum ausgebaut wurde und die Städtische Galerie beherbergt, in der Wechselausstellungen stattfinden. Das direkt am Radweg zur Kunst liegende Zentrum lädt zu einem Aufenthalt ein, besteht hier doch auch die Möglichkeit, im Klosterkeller einzukehren oder auf der sonnigen Terrasse das jährlich stattfindende Jazzfestival zu erleben. Das Zentrum der Stadt mit seinen reichverzierten Fachwerkhäusern, seinem Renaissancerathaus und der Burg, wird beherrscht von der Stiftskirche, vor deren Westwerk die jährlichen Bad Gandersheimer Domfestspiele stattfinden. In dem im Jahre 2000 restaurierten Dom ottonischen Baustils befinden sich nicht nur die Gebeine des Stifters, sondern auch die nördlichsten Papstgräber von Innozenz und Anastasius, den Namensgebern des Domes. Die kulturellen Wurzeln der Stadt an der Gande gehen bis ins 10. Jahrhundert auf Hrotsvith von Gandersheim zurück, die erste bekannte deutsche Dichterin. Sie verfasste ein in drei Büchern chronologisch geordnetes Werk mit Heiligenlegenden, Texten zur Jungfräulichkeit und der Entstehungsgeschichte ihres Klosters.
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Urheber: © Text und Bild: Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hildesheim Region (HI-REG) mbH