| Rubrik: | Regionales Radwandern, Mehrtagestour |
|---|---|
| Start: | Neustadt |
| Streckenverlauf: | Leine, Aller, Weser, Steinhuder Meer |
| Ziel: | Neustadt |
| Länge: | 224,52 km |
| Dauer: | 5-6 Tage |
| Kartenmaterial: | Kartenmaterial ist erhältlich. Radwanderkarte 1:75.000, R11 |
| Kontakt: | www.mittelweser-tourismus.de |
Abwechslungsreiches Radelprogramm mit komfortablen Hotels und Gepäcktransfer

In fünf Tagen Radurlaub lernen Sie mitten in Niedersachsen 3 Flüsse und 1 Meer kennen. Leine, Aller, Weser und Steinhuder Meer garantieren Ihnen ein abwechslungsreiches Radelprogramm. Sie übernachten in komfortablen 3-Sterne-Hotels. Vier unterschiedliche aber typisch niedersächsische Orte erwarten Sie: die Leinestadt Neustadt am Rübenberge, die Aller-Leine-Dörfer Schwarmstedt und Hodenhagen, die Reiterstadt Verden an der Aller und Nienburg, das Zentrum an der Mittelweser. Um Ihr Gepäck brauchen Sie sich nicht zu kümmern - dafür sorgen wir. Highlight: Diese Tour gibt es auch mit einem satellitengeführten Navigationssystem am Fahrradlenker. Wenn Sie schon ein GARMIN-GPS besitzen, schicken wir Ihnen gern die Tracks per E-Mail. 1.Tag: Neustadt - Steinhuder Meer- Neustadt Rundweg Steinhuder Meer Ihr erster Tag beginnt mit einer Tour zum Aufwärmen. Einmal um den größten Binnensee Norddeutschlands. Auf einem 30 km langen Rundweg können Sie das Herzstück des Naturparks umrunden und dabei viel mehr erleben als "nur Meer". Sie starten von Neustadt aus in westlicher Richtung entlang der Kreisstraße 347 durch das eindrucksvolle "Tote Moor" Richtung Mardorf. Den Duft von Harz und Kiefernnadeln in der Nase erreicht man den Ferienort Mardorf, der sich mit einer Ausdehnung von 6 km fast über das gesamte Nordufer erstreckt. Ob man nun segeln oder surfen, paddeln oder treten möchte - in Mardorf gibt es viele Möglichkeiten, in See zu stechen. Links des Weges ragen lange Bootsstege in das leicht gekräuselte Wasser, der Wind treibt mit den Wanten sein klirrendes Spiel und Teichhühner verschwinden kopfnickend in dem schmalen Röhrichtstreifen. Rechts liegen Ferienhäuser und Campingplätze sowie zahlreiche Cafés und Restaurants, die alle mit dem gleichen Slogan werben könnten: Platz am Fenster, Blick aufs Meer! Spätestens auf Höhe der Weißen Düne fühlt man sich vollends an die Küste versetzt: Ein Badestrand mit feinkörnigem Sand lockt zum Barfußlaufen und Wildrosen verströmen ihren süßlichen Duft. Der historische Ortskern liegt etwas abseits der Route, ist aber immer einen Besuch wert. Um den Dorfplatz gruppieren sich mehrere Fachwerkhäuser, in denen das Heimatmuseum, das Haus des Gastes, ein Café und die Informationsstelle des Naturparks untergebracht sind. Das älteste Gebäude ist eine kleine, schmucke Fachwerkkapelle mit achteckigem Grundriss, die aus dem Jahr 1721 stammt und von Ostern bis Erntedank auch innen zu besichtigen ist. Kurz hinter Mardorf können Sie von einem Beobachtungsturm am Nordrand des Meerbruchs einen Blick über die ausgedehnte Wiesenlandschaft schweifen lassen - bis hin zu den sanft geschwungenen Rehburger Bergen, die sich in der Ferne als letzter Ausläufer der Mittelgebirge erheben. Weiter geht es in Richtung Meerbach, dem einzigen Abfluss des Steinhuder Meeres, der bei Nienburg in die Weser fließt. Sie fahren durch eine offene, weiträumige Wiesenlandschaft, die sich über den gesamten Südwesten und Westen des Steinhuder Meeres erstreckt und größtenteils unter Naturschutz steht. Dieser von Feuchtwiesen geprägte Naturraum hat zu jeder Jahreszeit seinen ganz besonderen Reiz. Im Frühjahr führen Kiebitze ihre akrobatischen Balzflüge vor, Brachvögel lassen ihr melodisches Flöten ertönen und über dem Erlenbruch schraubt sich ein Rotmilanpaar in das weißbetupfte Blau. Im Sommer liegt Heuduft in der Luft, auf frisch gemähten Wiesen warten Graureiher und Weißstörche regungslos auf Beute und am Wegesrand stehen Rainfarn, Blut-Weiderich und Weidenröschen in voller Blüte. Im Herbst, wenn die meisten Wiesenvögel ihr Brutgebiet bereits verlassen haben, ziehen Kraniche und Gänse in Keilformation über das Land oder fallen zum Rasten auf den ausgedehnten Grünländereien ein. Auch im Winter ist das Geschnatter von Grau-, Saat- und Blässgänsen zu hören und Kornweihen segeln schwankend über ihr Jagdgebiet. Nur 1,5 km hinter dem Meerbach liegt das Vogelbiotop, ein einzigartiger Lebensraum, der durch seine Schlamm- und Flachwasserzonen besonders für Wasser und Watvögel von Bedeutung ist. In der dichten Ufervegetation brüten Löffel-, Krick- und Knäkenten, Schilfrohrsänger klettern an Schilfhalmen empor, und Bekassinen stochern ruckartig im Schlamm Ein schrilles Quieken lässt auf die Anwesenheit der scheuen Wasserralle schließen und zu Zugzeiten waten Kampfläufer, Grünschenkel und Bruchwasserläufer durch das seichte Wasser, während Zwerg- und Alpenstrandläufer auf den Schlammbänken nach Nahrung suchen. Natürlich sind im Vogelbiotop auch andere Tiere zu Hause: Das Konzert der Moorfrösche ist im Frühjahr schon von weitem zu hören, im Röhricht baut die winzige Zwergmaus ihr kugelförmiges Nest und Ringelnattern jagen im Flachwasser nach Lurchen und Fischen. Während der Rundweg an der verbuschten Westseite des Biotops entlang läuft, führt ein Erlebnispfad zu einem neuen Aussichtsturm, der einen herrlichen Blick auf das Steinhuder Meer bietet - günstiger Punkt, um zu beobachten, wie ein Fischadler mit tiefen Flügelschlägen über der Wasseroberfläche kreist oder seine Mahlzeit auf einem Pfahl verspeist. Zwei weitere Beobachtungshütten erreichen Sie nach ca. 600 m in denen Bestimmungstafeln hängen. Hier kann man den Artenreichtum des Vogelbiotops erleben, ohne die Tiere in ihrem Lebensraum zu stören. Nach rund 1,5 km erreicht man Winzlar, ein beschauliches Dorf, in dem Hofcafés und Restaurants zum Verweilen einladen. Hier befindet sich auch die Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM), die zugleich Naturschutzstation des Landes Niedersachsen und Standort des Regionalen Umweltbildungszentrums ist. In dem Stationsgebäude - einem 150 Jahre alten Bauernhof, der nach ökologischen Gesichtspunkten renoviert und ausgebaut wurde - kann man nicht allein Wissenswertes über die Tier- und Pflanzenwelt des Steinhuder Meeres erfahren, sondern auch durch eine Liveübertragung mitverfolgen, was im Brutkasten einer Schleiereule vor sich geht. Weiter geht es in Richtung Hagenburg. Das Schloss Hagenburg, ehemalige Sommerresidenz der Grafen und Fürsten zu Schaumburg-Lippe, ist heute ein Kunst- und Auktionshaus, das seine Tore nur für Antiquitätenausstellungen und kulturelle Veranstaltungen öffnet. Dennoch gibt es hier Überraschendes zu entdecken. Im Fluchtpunkt einer Rhododendronallee schimmert eine klassizistische Schlossfassade - Zentrum einer weitläufigen Parkanlage, in der neben vielen einheimischen auch exotische Baumarten wachsen. Erst wenn man die Freitreppe mit ihren toskanischen Säulen schon beinahe erreicht hat, erhascht man einen Blick auf den 1686 erbauten Fachwerkflügel, der in scharfem Kontrast zu seinem jüngeren Nachbarn steht. Ein Stück weiter des Weges gelangt man in eine kleinteilige Landschaft mit extensiv genutzten Viehweiden, Fischteichen, Baumgruppen und dichtem Weidengebüsch. Kurz nachdem der Weg den Hagenburger Kanal kreuzt, sollte man die Gelegenheit nutzen und den nur 200 m entfernten Moorgarten besuchen. Auf dem rund 13.000 qm großen Areal kann man nicht nur die für Nieder- und Hochmoore typische Pflanzengesellschaften kennen lernen, sondern auch blauschillernden Libellen keim Tanzen zuschauen, an den rosaroten Blüten des Echten Baldrians schnuppern und aus nächster Nähe erleben, wie ein winziges Insekt an den klebrigen Tentakeln des Sonnentaus kleben bleibt. Oder man genießt bei einer Tasse Kaffee einfach die Vielfalt dieses künstlich angelegten und doch naturtypischen Kleinods. In unmittelbarer Nähe des Moorgartens befinden sich eine weitere Sehenswürdigkeit: Im Findlingsgarten warten steinerne Zeugen der Erdgeschichte darauf, ausgiebig betrachtet und befühlt zu werden. Die in Form, Farbe und Struktur variierenden Findlinge sind vor über 200.000 Jahren durch die Gletscher der Saale-Vereisung von Skandinavien in die norddeutsche Tiefebene transportiert worden. Einige der Jahrmillionen alten Kolosse weisen sogar Spuren auf, die Wind und Eis auf dem Gestein hinterlassen haben. Nehmen Sie sich doch einmal Zeit für die Suche! Nach dem kurzen Abstecher zurück auf der Hauptroute geht es weiter Richtung Steinhude. Auf der rechten Seite säumt ein Bruchwald mit Erlen, Birken und Weiden den Weg, während sich links immer wieder schöne Ausblicke auf das Meer und die Inselfestung Wilhelmstein ergeben. In Steinhude angelangt erreichen Sie das Scheunenviertel von Steinhude an, einem denkmalgeschützten Fachwerkensemble aus dreizehn Längs- und Durchfahrtsscheunen, in denen frührer Getreide, Heu und Stroh gelagert wurde. Heute beherbergen die sorgfältig restaurierten und rekonstruierten Gebäude neben dem Naturpark-Informationszentrum und dem Spielzeugmuseum eine Galerie und gastronomische Betriebe - wie geschaffen, um einen erlebnisreichen Radwandertag in historischem Ambiente ausklingen zu lassen. Von dort sind es nur wenige Meter bis zum Insektenmuseum und zur Uferpromenade, einer Flaniermeile mit maritimen Flair, an der sich Restaurants, Cafés, Fischbuden und Souvenirshops aneinander reihen. Ein letzter Abstecher führt uns zum Mittelpunkt des Steinhuder Strandlebens: Die 35.000 qm große, künstlich angelegte Badeinsel bietet Liegewiesen, Spielplätze und ein mit Sonnenenergie beriebenes Servicecenter. Am Ortsausgang von Steinhude tauchen Sie in einen Naturraum ein, der die Menschen seit jeher ängstigt und fasziniert: Das Moor. Allerdings führt der "Vogeldamm" in eine durch Entwässerung und Torfabbau geprägte Moorlandschaft, aus der die typische Hochmoorvegetation weitgehend verschwunden ist. Dank umfangreicher Schutz- und Pflegemaßnahmen breiten sich in einigen Bereichen zwar wieder Torfmoose und Wollgräser aus, doch beherrschen an vielen Stellen noch immer Pfeifengräser und Moorbirken das Bild. Ihre glatten, schlanken Stämme glänzen im Sonnenlicht und von den offenen Heideflächen dringt das Trillern der Baumpieper und der Gesang der Goldammer herüber. Nach ca. 4 km liegt auf der linken Seite ein Rastplatz, von dem ein schmaler Fußweg zu einem Beobachtungsturm im Naturschutzgebiet "Ostufer Steinhuder Meer" führt. Er liegt inmitten einer breiten, äußerst artenreichen Verlandungszone, dort wo der Bruchwald in einen nährstoffarmen Sumpf übergeht, an den sich wiederum ein buchtenreicher Schilfgürtel anschließt. Zwischen den Schilfhalmen ragen die Fruchtstände des Rohrkolbens hervor - tiefbraune, zigarrenförmige Kolben, die mancherorts auch "Lampenputzer" genannt werden. In den rauen Gesang der Teichrohrsänger mischt sich das langanhaltende Schwirren des Feldschwirls und Kormorane breiten ihre schwarzen Flügel zum Trocknen aus. Auch der Charaktervogel des Steinhuder Meeres, der Haubentaucher, darf nicht fehlen. Seine Balzzeremonie ist ein einzigartiges Schauspiel, das man im Frühling gratis vorgeführt bekommt. Auch Fischezeigen gehört zu dem aus mehreren Posen bestehenden Ritual, von dem man sich nur schwer losreißen kann. Auf dem Rückweg fahren Sie wieder entlang der K 347 bis Neustadt. 2.Tag: Neustadt - Schwarmstedt Heute geht es über Land, wie man bei uns sagt. Sie starten in der Leinstraße und verlassen Neustadt in nördlicher Richtung (Empede). Entlang der L191 radeln Sie mit Blick auf die Leine und erreichen nach 2,5 km den Ort Empede. Folgen Sie weiter dem Routenverlauf der Leine-Route, so gelangen Sie nach 2,5 km in den Ort Mariensee mit seinem berühmten ehemaligen Zisterzienser-Nonnenkloster. Im Pfarrhaus von Mariensee wurde 1748 der Dichter Ludwig Hölty geboren, der als Mitglied des Göttinger Hainbundes mit seinem Lied "Üb immer Treu und Redlichkeit" bekannt wurde. Legen Sie eine kleine Pause ein und spazieren Sie durch die großzügigen Klosteranlagen. Heute wird das Kloster von Konventualinnen bewohnt, die dort Malkurse, Kräutertage sowie Konzerte und Ausstellungen anbieten. Wieder im Sattel geht`s im großen Bogen in den nächsten Ort Wulfelade. Auch hier steht ein Baudenkmal zum Anschauen, das ehem. Fährhaus, das 1796 als Vierständer-Fachwerkgebäude errichtet wurde. Einige Kilometer weiter kommen Sie zum Rittergut nach Evensen. Nehmen Sie sich ein wenig Zeit und erkunden Sie die Gutsanlage mit seinem Hofmuseum und Café. Der Leine-Radweg führt Sie anschließend weiter zum nächsten Ziel Amedorf mit seiner Zehntscheune und der historischen Hofanlage. Die im 16. Jahrhundert erbaute Zehntscheune gehörte zum Vorwerk von Schloss Landestrost in Neustadt. Nur einen Katzensprung entfernt liegt Mandelsloh mit seiner berühmten romanischen Kirche St. Osdag, der einzigen Backsteinbasilika in Norddeutschland. Der gewaltige Turm ist aufgrund seiner Akustik gut geeignet für Konzerte, die hier regelmäßig stattfinden. Schnurgerade fahren Sie danach durchs Neustädter Land bis in die Dörfer Brase und Dinstorf. Genießen Sie ländliche Idylle pur. Niedernstöcken wartet auf mit Kirche, Küsterhaus und Pfarrhaus - ein kulturhistorisches Ensemble der besonderen Art. Kurz vor Esperke endet für Sie die Leine-Route. Sie fahren weiter geradeaus bis zum Ortseingang Esperke und biegen dort links ab Richtung Grindau/Schwarmstedt. Ab Grindau folgen Sie der Ausschilderung Tour G bis Schwarmstedt auf der L193. Die Wegeführung zu Ihrem Hotel entnehmen Sie bitte der beiliegenden Kopie des Ortsplanes Schwarmstedt. In Schwarmstedt erwarten Sie neben Kuriosem (Klingendes Museum, Privatsammlung mechanischer Musikinstrumente) architektonische Sehenswürdigkeiten wie die sog. Alte Burg, ein mehrgeschossiges Fachwerkhaus, der Uhle Hof, ein Vierständerhaus oder die Ev.-luth. St. LaurentiusKirche mit dem spätgotischen Altarschrein und den freigelegten Fresken aus der Zeit um 1500. 3. Tag: Schwarmstedt - Verden (Aller) 1. Teilabschnitt: Schwarmstedt - Ahlden (10 km) Spannung ist angesagt, denn heute an Ihrem 3. Tag, erwartet Sie das Tal der verborgenen Schätze. Sie verlassen Schwarmstedt in nördlicher Richtung. Folgen Sie dem Routenverlauf Tour G entlang dem Radweg der K106 durch Bothmer mit der "Alte Dorfschule", einem alten Schulgebäude aus dem Jahre 1906, in dem heute ein Schulmuseum untergebracht ist. Sie radeln vorbei an der Bothmerschen Mühle, eine Holländer Windmühle von 1823, an deren Stelle sich jahrhundertelang eine Wassermühle befand, die weichen musste, weil sie damals die Schifffahrt behinderte. Ein Abstecher nach Gilten in die St. Paulus Kirche lohnt sich. Das aus dem 18. Jahrhundert erhaltene Kieselmosaik des Fußbodens gibt es sonst nirgends in der Region. Wenn Sie Gilten "links liegen lassen", also nicht besuchen möchten, fahren Sie weiter, überqueren die Bahngleise und biegen kurz danach links ab. An der nächsten Wegkreuzung halten Sie sich rechts und erreichen Grethem. Von Grethem geht`s dann bis Büchten. In Büchten fahren Sie auf die Straße "Im alten Dorf" bis zur nächsten Kreuzung, von dort rechts ab in Richtung Marsch, immer dem gepflasterten Weg folgen (knickt 2 mal links ab) und rechts auf dem Sand-/Schotterweg nach Ahlden (Aller). In Ahlden sehen Sie das Schloss Ahlden, das ehemals als vierflügelige Wehranlage gebaut wurde und heute noch ein Spiegelbild der Epochen ist. Vom Ende des 18. Jahrhunderts bis 1971 beherbergte es das Amtsgericht, ist heute in Privatbesitz und wird als Kunstauktionshaus genutzt. Eine Besichtigung ist leider nicht möglich. Die dramatische Lebens- und Liebesgeschichte der "Prinzessin von Ahlden" machte das Schloss berühmt. Das Schloss war der Verbannungsort der Gattin des Kurfürsten Georg Ludwig von Hannover (später Georg I von England). Die unglücklich Ehe und die daraus resultierende Affäre mit dem schwedischen Grafen Königsmark trugen ihr die lebenslange Verbannung ein. Etwas abseits von (dem Dorf) Ahlden liegt das alte beeindruckende Scheunenviertel, in dem Bauern seit Ende des 18. Jahrhunderts aufgrund der andauernden Brandgefahr ihre Lebensmittel, Futtervorräte und Saatgut unterbrachten. Wenn Sie einen kleinen Abstecher nach Hodenhagen machen möchten, fahren Sie rechts am Schloss Ahlden vorbei, über die Aller, und auf dem Radweg bis Hodenhagen. Sehenswert ist dort die Brinkanlage an der Aller mit einer 1988 erstellten Hofanlage aus 300- und 200-jährigen Gebäuden und der Serengeti-Park, ein Freizeitpark mit Tieren aus aller Welt. 2. Teilabschnitt: Ahlden - Rethem (15 km) Auf dem Radweg E fahren Sie durch Ahlden 1,3 km weiter entlang der L 157 in Richtung Eilte und biegen hinter der Mästerei (diese liegt rechts) links ab und folgen dem Weg durch die Felder in den Ort Eilte. Sie befinden sich jetzt auf Tour B. Ein Besuch des Biohofs Eilte mit Käserei lohnt sich nicht nur wegen des Eilter Bauernkäse, den Sie wochentags hier von 10-13 Uhr erwerben können. Sie radeln zurück zum Ortseingang Eilte, dann links abbiegen und nach ca. 500 m durch den Ort rechts ("Am Kleinen Felde"), an einer Häusersiedlung vorbei. Sie überqueren eine kleine Brücke und fahren links weiter auf dem befestigten Feldweg. Die kleine Straße "An der Gänsewiese" führt Sie in einer abknickenden Vorfahrtsstraße geradeaus wieder auf die L 157. Auf der Landesstraße fahren Sie 1,5 km und biegen dann rechts ab. Auf gut gepflasterten Wegen radeln Sie (1,4 km) bis Bosse. Hier links abbiegen und 500 m durch den Ort radeln. Im Lokal "Der Allerhof" können Sie rasten oder Sie testen das "Shuttle-Bike", ein Fahrrad auf zwei Schwimmkörpern. Wenn dieser Spaß trocken endet, geht`s weiter 1,5 km fast immer geradeaus (das Allerufer liegt hinter Ihnen) bis nach Frankenfeld. Hier sehen Sie das Rittergut Frankenfeld (Campingplatz mit Bootsanleger). Hinter dem Campingplatz geht`s rechts ab (ca. 400 m) und wieder am linken Allerdeich entlang 2,5 km bis zum Ortseingang Rethem. Hier biegen Sie erneut auf die L 157 und fahren in den Ortskern bis zur großen Ampelkreuzung. Bevor Sie in nördlicher Richtung, an der Ampel geradeaus in die "Mühlenstraße", dem Routenverlauf des Aller-Radweges Rethem - Verden folgen, gönnen Sie sich ruhig einen kleinen Abstecher zu den Sehenswürdigkeiten. Direkt an der Aller liegt der Londypark mit der Bockwindmühle. Die Rethmer Bockwindmühle wurde 1594 von Arnd von Honstedt, dem Gutsherr zu Frankenfeld und Burgmann zu Rethem, mit fürstlicher Genehmigung erbaut. Ganz in der Nähe finden Sie das Rathaus (von 1792) mit historischem Burghofgelände. Rund um Rethem lockt ein naturkundlicher Wanderweg, der mit 10 Stationen Einblicke in die eindrucksvolle Marschenlandschaft vermittelt. Außerhalb Rethems, Richtung Lichtenhorst, liegt der Tierpark/Rethem Moor. 3. Teilabschnitt: Rethem - Verden (27 km) Auf der Westseite der Aller verlassen Sie Rethem und erreichen über Wohlendorf kommend Hülsen. Hier stehen einige Schafställe in Fachwerkbausweise aus dem 17./18. Jahrhundert. Weiter geht`s durch die Allerniederungen mit seinen satten Wiesen und Weiden. Hier können Sie den Blick auf das seichte Wasser des kleinen Flusses genießen. In Westen gibt es einiges anzuschauen. Das Amtshaus von 1762 gehören ebenso dazu wie die Backsteinkirche mit einem über 850 Jahre alten Turm und die 1894 errichtete Gallerieholländer-Windmühle. Haben Sie Lust, einmal Solarfähre zu fahren, so können Sie das hier tun - vorrausgesetzt Sie sind am Wochenende unterwegs (Mai - Oktober: Sa. 14-18 Uhr, Sonn- und Feiertag 10-18 Uhr). Wie wär´s mit einem Picknick am Deich? Oder radeln Sie ein wenig weiter bis Barnstedt und kehren Sie ein im Barnstedter Fährhaus. Gut gestärkt geh`s Richtung Ahnebergen. Kurz vor Wahnebergen, biegen Sie rechts ab auf die Kreisstraße 14, überqueren die Bahngleise und erreichen dann den Ortskern Wahnebergen. Wo die Kreisstraße auf die B 215 mündet, biegen Sie rechts ab auf den Radweg und folgen der Ausschilderung bis nach Verden. Halten Sie auf dem Allerdeich einen Moment an und genießen Sie den Blick auf das Stadtpanorama von Verden mit dem gotischen Dom und der St. Johanniskirche (Backsteinkirche aus dem 12, Jahrhundert). Außerdem erwarten Sie das Deutsche Pferdemuseum, Domherrenhaus (historisches Museum), Pferdeausbildungs- und absatzzentrale, Magic Park und Verwell-Erlebnisschwimmbad und vieles mehr. In Ihrem Hotel finden Sie eine Broschüre über die Reiterstadt Verden, mit der Sie die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten entdecken und erleben können. Der Weg zu Ihrem Hotel ist auf der beiliegenden Kopie des Stadtplanes Verden eingezeichnet. 4. Tag: Verden (Aller) - Nienburg 1. Teilabschnitt: Verden - Bücken (Altenbücken) (28 km) Frisch gestärkt und erholt folgen Sie heute der Ausschilderung des Weser-Radweges von Norden nach Süden. Die schöne Reiterstadt Verden wird in westlicher Richtung von Ihnen verlassen. Sie fahren dabei über die kleine Allerbrücke und den Ortsteil Hönisch hinaus in die Marschlandschaft. Sie durchfahren kleine Ortschaften wie Groß Hutbergen, Oiste, Eitzendorf mit ihren alten Fachwerkhäusern und ursprünglichen Dorfstrukturen und Landschaften mit Bächen und idyllischen Kolken. Abkühlung können Sie in Eitzendorf finden, im Alvesersee, einem alten Weserarm. Die hiesige neugotische Backsteinkirche wurde 1867/68 nach Plänen von Conrad Wilhelm Hase erbaut. Ausgedehnte Marschflächen begleiten Sie weiter durch Magelsen und Wienbergen bis Sie kurz vor Hoya wieder direkt am Weserdeich entlang radeln. Halten Sie an in der alten Grafenstadt Hoya und genießen Sie Flair und Sehenswürdigkeiten dieser Stadt am Fluss. Das Kulturzentrum Martinskirche liegt auf einem ehemaligen Weserwerder und bildet mit der 900 Jahre alten St.-Martins-Kirche, dem Pfarrhaus und dem Staffhorst`schen Gutshaus aus dem 18. Jahrhundert ein einmaliges historisches Ensemble. Im Inneren befindet sich u.a. der älteste Grabstein der Grafen von Hoya (Besichtigung auf Anfrage bei der Samtgemeindeverwaltung, Tel. 04251/8150). Die nächste Station lässt nicht lange auf sich warten. Von weitem grüßen schon die Türme der sehenswerten Stiftskirche in Bücken, deren Entstehungsgeschichte auf einer Legende basiert. Demnach haben sich Mönche, die den Standort der Kirche bestimmen sollten, von Gott ein Zeichen erbeten. Dort, wo der mitgeführte Esel sich "bücken" und niederlassen würde, sollte eine Kirche gebaut werden. Als das Tier sich aber in der "Wüsteney" niederlassen wollte, zogen sie es weiter, bis es sich an der Stelle "bückte", wo heute die Stiftskirche steht. Die doppeltürmige Kirche aus dem 9. Jahrhundert beherbergt bedeutende Kunstschätze. Führungen sind täglich auf Anfrage möglich (Mittelweser-Touristik GmbH anrufen, Tel. 05021 / 91763-0). 2. Teilabschnitt: Bücken (Altenbücken) - Nienburg (23 km) Nach reichlich Kultur geht es weiter auf der Route über Altenbücken hinaus in die Wesermarsch. Über Stendern erreichen Sie Schweringen, das im Rahmen des Wettbewerbes "Unser Dorf soll schöner werden das Prädikat "Golddorf" verliehen bekam. Bummeln Sie ein bisschen durch den alten Dorfkern mit der 1922 eingeweihten Backstein-Kapelle im neuromischen Stil. Die hiesige Heimatstube beherbergt eine Ausstellung über frühgeschichtliche Funde, Wohnstube und Küche, landwirtschaftliche Geräte, bäuerliche Kleidung und Handarbeiten. Die Weserfähre fährt täglich zwischen 9-12 Uhr, 13-18 Uhr, Sa: 13-16/18 Uhr, So. und Feiertag: 10-12 Uhr, 13-17/18 Uhr (bei gutem Wetter). In Sebbenhausen, Ihrem nächsten Ort, fahren Sie ein ganzes Stück geradeaus immer am Schleusenkanal entlang. Ein Abstecher nach Balge lohnt sich schon wegen des Kuchens in der kleinen Kaffeediele, aber auch die romanische Pfarrkirche aus dem 12. Jahrhundert ist einen Blick wert. Nun haben Sie die Möglichkeit auf die Alternativstrecke Drakenburg zu wechseln, ans östliche Weserufer. Von Norden radeln Sie dann über Drakenburg mit seinem historische n Ortskern in die Kreisstadt Nienburg. Oder Sie fahren auf der Hauptstrecke weiter an vielen Kiesseen vorbei nach Marklohe. Die romanische Kirche St. Clemens-Romanus wurde im 12. Jahrhundert auf dem Grundriss eines griechischen Kreuzes errichtet. Im Inneren befinden sich wertvolle spätgotische Malereien. Auf der Freilichtbühne Marklohe wird plattdeutsches Theater in den Sommermonaten gespielt. Stillgelegte Kiesteiche bestimmen nun das Landschaftsbild. Sie werden als Angelteiche genutzt und liegen im Landschaftsschutzgebiet, was eine Bademöglichkeit von vorne herein ausschließt. Genießen Sie also Flora und Fauna und den Blick auf die Weser. Auf der westlichen Uferseite erreichen Sie die Kreisstadt Nienburg. Über die Fußgängerbrücke gelangen Sie direkt in die Altstadt mit seinen geschichtsträchtigen Gassen, ehemaligen Burgmannshöfen, Ackerbürgerhäusern und liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern. Der Weg zu Ihrem Hotel ist in dem beiliegenden Stadtplan eingezeichnet. Umfangreiches Infomaterial über die Sehenswürdigkeiten Nienburgs finden Sie in Ihrem Tages-Infopaket auf Ihren Hotelzimmern. 5. Tag: Nienburg - Neustadt 1. Teilabschnitt: Nienburg - Stolzenau (23 km) Sie verlassen Nienburg, das Zentrum der Mittelweserregion und fahren in südlicher Richtung weiter auf dem Weser-Radweg. Folgen Sie dem Routenverlauf bis Estorf. Hier sollten Sie unbedingt eine Pause einlegen und sich das Scheunenviertel anschauen, das aus 7 Scheunen, Ausstellungen landwirtschaftlicher Geräte, Backstube etc. besteht. Die kleine Estorfer Fachwerkkirche mit dem neugotischen Turm von 1878 hat im Inneren sehenswerte Wandmalereien. Anschließend führt Sie die Route nach Landesbergen. Der Mühlenplatz mit Backhaus, Spieker, einer alten Weserfähre und der 1872 erbauten Galerieholländer-Windmühle (Hochzeitsmühle) sind wirklich sehenswert. Nach der Besichtigung wechseln Sie die Weserseite und radeln am westlichen Ufer weiter. Von weitem sehen Sie die riesigen Schornsteine eines Gas- und Laufwasserkraftwerks. Durch ausgedehnte Marschflächen geht es weiter bis Stolzenau. Der schraubenförmig gedrehte, schiefergedeckte Turmhelm der Kirche aus dem Jahre 1679 ist das Wahrzeichen der Stadt. Das Langhaus wurde 1828 im klassizistischen Stil an den Turm gebaut. Sie verlassen Stolzenau in südlicher Richtung, fahren unter der B 441/215 durch und erreichen nach ca. 2 km den Schleusenkanal. Nach weiteren 1,5 km kommen Sie nach Schlüsselburg. Das Scheunenviertel gleich am Ortseingang ist sehenswert. Hier verlassen Sie die Route des Weser-Radweges und folgen der Ausschilderung "Kleine Weserlandroute" oder Radweg Hannover-Dümmer. 2. Teilabschnitt: Stolzenau - Steinhuder Meer (Neustadt) (39 km) In Hoppenberg überqueren Sie das Wehr, biegen nach ca. 500 m rechts ab (Storchenroute/Mühlenroute/Kl. Weserlandroute) und nach ca. 100 m gleich wieder links. Sie queren die Bahnschienen und die B 482, um danach (200 m) gleich rechts ("Werderholz") abzubiegen und dem Radweg Hannover-Dümmer zu folgen. Nach ca. 1 km folgen Sie wieder der Ausschilderung Kl. Weserlandroute, die jetzt auf einen befestigten Waldweg führt. Nach 300 m biegen Sie rechts ab und nach weiteren 400 m links. Der Weg wird wieder Asphaltstraße. Aus westlicher Richtung kommend erreichen Sie Loccum. Sie fahren 3 km immer geradeaus bis zur Wohnsiedlung. Anschließend nach 400 m links ab in den Ortskern. Sie sollten unbedingt eine Pause einlegen, um das bedeutende Zisterzienserkloster aus dem Jahre 1163 zu besichtigen. Es ist eines der besterhaltenen Klöster Deutschlands. Gut ausgeruht geht`s danach weiter auf der Großen Weserlandroute. Folgen Sie einfach der Ausschilderung und genießen Sie das bequeme Radeln. Ab Ortsausgang Loccum/ Altenheim fahren Sie gute 4 km bis zum Dinopark in Münchehagen. Hier sollten Sie sich Deutschlands größtes Dinosaurier-Freilichtmuseum ansehen. Das Naturdenkmal "Saurierfährten" ist einmalig in Europa. Über 250 "Trittsiegel" sind zu bewundern. Wieder im Sattel nähern Sie sich langsam aber sicher den Rehburger Bergen. Im weiteren Verlauf der Strecke erreichen Sie Bad Rehburg mit seinen Königlichen Badeanlagen in der Friedrich-Stolberg-Allee. Nehmen Sie sich ein wenig Zeit und genießen Sie die angebotene Kulturgeschichte. Von der Friedrich-Stolberg-Allee biegen Sie nach ca. 150 m rechts ab in "Zur Tiefenriede". Folgen Sie einfach weiter der Route. Sie verlassen Bad Rehburg und fahren im Landschaftsschutzgebiet ca. 2 km bis Winzlar. Nur 1,5 km hinter Winzlar liegt der Vogelbiotop, ein einmaliges Naturschauspiel der ganz besonderen Art. Hierbei handelt es sich um Feuchtwiesen, bzw. schwimmende Grasflächen. Sie sind ein Beweis dafür, wie sich Tier- und Pflanzenwelt entwickeln, wenn sie sich ungestört entfalten können. Sie verlassen nach ca. 3 km die Große Weserland- und die Dinoroute und bewegen sich in östlicher Richtung auf das Nordufer des Steinhuder Meeres zu. Der Rad- bzw. Wanderweg führt Sie nun ca. 1 km am Wald entlang bis Sie ein wenig später den Ferienort Mardorf erreichen. Machen Sie einen Abstecher zum historischen Ortskern, er ist immer einen Besuch wert. Nach ausgedehnter Pause kehren Sie zurück zum Wasser und radeln immer am Ufer entlang bis zum Ortsausgang Mardorf, unweit der Beobachtungsplattform Neue Moorhütte. Kurz danach biegen Sie links ab und folgen dann rechts ab Richtung Neustadt der Kreisstraße 347. Sie fahren nun durch das Große Moor bis Sie, immer geradeaus ins Zentrum, Ihr Tages- und gleichzeitig Endziel Neustadt erreichen. Wir hoffen, Sie hatten eine erholsame Zeit und haben schöne Eindrücke aus unserer Region mitgenommen. Wir wünschen Ihnen eine entspannte Heimfahrt und würden uns sehr auf ein Wiedersehen freuen. Ihr Team der Mittelweser-Touristik
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