| Rubrik: | Regionales Radwandern, Eintagestour |
|---|---|
| Start: | Marwede |
| Streckenverlauf: | Hagen, Sparkensehl, Räderloh |
| Ziel: | Marwede |
| Länge: | 32,74 km |
| Dauer: | 1 Tag |
| Kartenmaterial: | Kartenmaterial ist erhältlich. Regionalkarte 1 : 100 000 |11| Zentralheide, Südheide Radwanderkarten 1 : 75 000 | RC31| Celler Land |
| Kontakt: | samtgemeinde@eschede.de www.eschede.de |
Radtour rings um Eschede

Radwanderer ab Eschede müssen ca. 16 km hinzurechnen. Zu empfehlen ist dabei: Start über den Kirschweg bis Scharnhorst und dann etwa 500 m hinter dem Ortsausgang, in der Kurve, den Radweg entlang des alten Kirchweges nach Marwede. Die erste Nennung Marwedes ist von 1332 überliefert - wahrscheinlich entstand das Dorf im 9.-10. Jahrhundert. 1438 werden im Schatzregister der Großvogtei Celle fünf Höfe genannt, die bis heute erhalten sind. Im Mittelalter führte die "Brandenburgische Heerstraße" (Celle-Bodenteich) durch Marweden. Weiter geht es auf diesem traditionsreichen Pflaster über die Lutter und an der alten Wassermühle vorbei bis zu Gabelung unter den mächtigen Eichen (Infotafel). Dort halten Sie sich links, Richtung Blickwedel. Damit kommen Sie zum Ausgangspunkt der Tour in Marwede: dem Friedhof. Hinter der kleinen Kapelle können Sie auch Ihren PKW gut abstellen. Leider haben Sie nun bis Blickwedel auch gleich die schlechteste Wegstrecke vor sich. Einige Sandstellen sind zu überwinden, ehe sie an der "Bodenteicher Furt" das "Schmalwasser" überqueren. Noch ein großer Sandberg - und etwas besser geht es weiter. Ca. 1 km vor Blickwedel können Sie rechts am Waldrand die ganz besonders gewachsene "Kerzenfichte" bewundern. Als alternative Strecke für sehr "sandige" Zeiten wäre folgender Weg zu empfehlen: In Marwede an der Gabelung unter den Eichen starten Sie in Richtung Räderloh. Sobald der Asphalt aufhört, ca. 200 m ""bergauf" durch Sand, dann biegen Sie links ab (gestrichelte Linie). Nach 2 km erreichen Sie an den Teichen feste Straße, auf der Sie nach links bequem bis Blickwedel radeln. Ungefähr 800 Jahre als ist dieses idyllische, winzige Dorf. Auf der einen Seite liegt das "Reihertal" und auf der anderen der Komplex des ehemaligen Gutes. Sehr aufwendig und kaum zu bewältigen ist die Instandsetzung der alten Wirtschaftsgebäude. Gleich daneben in dem niedrigen Haus an der Straße war lange Zeit eine Außenstelle des Zuchthauses Celle, deren Bewohner auf dem Gut arbeiten mussten. Nach 1945 durften hier auch die "Schwarzschlachter" einsitzen. Schnell ist nun Hagen erreicht. Wie wäre es mit einem Besuch des Hallenbades? Gleich am Ortsanfang links finden Sie ein entsprechendes Hinweisschild. Aber hier verlassen Sie nun die alte Heerstraße. Kurz hinter dem Abzweig "Hallenbad" fahren Sie rechts ab in Richtung Auermühle. Nach ca. 1 km gelangen Sie an eine Kreuzung. Sie biegen links nach Sprakensehl ab. Dieser Waldweg führt Sie direkt zu einem Schmuckstück Sprakensehls; eine urwüchsige echte Bauernkirche, die vor etwa 1000 Jahren als romanische Wehrkirche gebaut wurde. Das mächtige Mauerwerk des Turmes dürfte dieses Alter haben. Blickwedel, Hagen und Auermühle gehörten zu dieser Pfarrei und hatten somit dem Pastor ihre "Pröven" zu liefern (Korn u.a.). Das geschah mehr oder weniger großzügig. Der Segen von der Kanzel kam dann schon mal als deftiger Konter ..."Gott segne Hagen und Blickwedel, der Teufel hole Sprakensehl und das dicke Mühlenschwein"... Sprakensehl liegt an der "Napoleon-Chaussee", der alten Heerstraße Braunschweig-Hamburg (heute B 4). Auch die um 1800 vom Zoll vorgeschriebene Wegstrecke (mit Zollstationen zum Kassieren) durchquerte den Ort. Viele Nebenwege führten von den großen Straßen ab, auf denen die Frachtfuhrleute trotz der angedrohten Strafen mit Geschick die Weggeldstätten zu umgehen suchten. Für Ihre Radtour bietet sich Sprakensehl als Pausenstation an. Wegzehrung verschiedenster Art finden Sie hier auch in heutiger Zeit. Nach erfolgter Stärkung verlassen Sie das Dorf in der Nähe Ihrer "Einfahrt". Merken Sie sich also wo Sie an der B 4 herauskommen: Sie sind auf dem Blickwedeler Weg in den Ort gefahren, der im spitzen Winkel auf den Auermühler Weg trifft. Diesen müssen Sie nun nehmen. Rechts steht eine Reihe dicker Birken und links sind Felder, dann erreichen Sie schnell wieder den Wald. Ein kleiner Sandhügel, dieses Mal bergrunter, dann folgt ein ganz gut befahrbarer Abschnitt. Lassen Sie sich nicht von Nebenwegen irritieren, bei Gabelungen halten Sie sich immer links! Nach gut 2 km sehen sie die Strommasten, die Sie bis Auermühle begleiten. Von der uralten (Wasser-) Aumühle am Oberlauf der Lachte existiert nur noch der Querbalken, unter dem das Mühlrad lief. Trotz der einsamen Lage wurde der Aumüller reich, denn alle Dörfer ringsum mussten zu ihm kommen. Oft standen die Wagen in langer Reihe - und "wer tauerst kummt, mahlt tauerst!" Besonders beliebt bei den Fuhrmännern war diese Mühle auch, weil sie schon seit undenklichen Zeiten "Kruggerechtigkeit" besaß und daher nicht "dröge" war. Das heutige Gut Auermühle war lange Zeit im Besitz des hannöverschen Familienbetriebs "Pelikan". Nur ein Katzensprung, schon sind Sie in Lüsche. An der Kreuzung biegen Sie ab Richtung Räderloh. Bald liegen die schönen Bauernhäuser auch schon hinter Ihnen und Sie verlassen das freundliche, kleine Dorf (mit dem beliebten Schützenfest) wieder. Der Weg bis Räderloh ist kurz. Ja, und damit befinden Sie sich bereits auf den Spuren des früheren Landbriefträgers. Zu Fuß von Eschede über Marwede bis Lüsche und zurück (32 km) ging seine Tagestour. Wehe, wenn ein Gespann diese "lebende Zeitung" unterwegs nicht mitgenommen hätte! In Räderloh folgen sie der "Lindenstraße". An der holprigen, schönen alten Dorfstraße liegen die großen Höfe. Gastlichkeit und Pferdesport sind hier heute wichtige Wirtschaftszweige. In der Kurve kurz vor dem Ortsausgang bitte rechts abfahren. Es geht nun im Endspurt zurück nach Marwede. Die letzte kleine Kreuzung überfahren Sie geradeaus. Ab Waldanfang noch einmal etwas unbequeme Strecke - Sie kommen an den Räderbachteichen vorüber - und schon sind Sie, kurz vor dem Schmalwasser, wieder auf ebene Weg. Gemütlich können Sie nun bis Marwede rollen und treffen an der Gabelung mit den dicken Eichen wieder ein. Eine Verkürzung der Tour ist über die gepunktete Linie gut möglich: Sie biegen in Blickwedel hinter dem Gut (Wegweiser) nach Auermühle ab. Der Weg ist gut befahrbar und in Abschnitten auch befestigt. Gegen Ende der Strecke gelangen Sie durch hohen Buchenwald und danach durch eine richtige kleine Allee (Kopfsteinpflaster). Sie landen direkt am Eingang zum Gut Auermühle.
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