| Rubrik: | Regionales Radwandern, Eintagestour |
|---|---|
| Start: | Eschede (Rathaus) |
| Ziel: | Eschede (Rathaus) |
| Länge: | 13,77 km |
| Kartenmaterial: | Kartenmaterial ist erhältlich. Regionalkarte 1:100.000, RC31 |
| Kontakt: | samtgemeinde@eschede.de www.eschede.de |
Radtour rings um Eschede

Auf geht´ s vom Rathaus Eschede über den schmalen Weg "Am Glockenkalk" und den Marktplatz auf die Bahnhofstraße zu.
Früher einmal war diese schöne, von Linden gesäumte Allee, unsere Hauptgeschäftsstraße. Wir halten uns links und biegen nach ca. 300 m rechts in die Poststraße (im Eckhaus war von der Jahrhundertwende bis 1978 das örtliche Postamt untergebacht) fahren diese ganz hinunter, wenden uns dann an der B 191 links und streben schnellstens das Ortsende Richtung Uelzen an, natürlich den Radweg benutzend.
Endlich - hinter dem Weg "Schneebruch" an der scharfen Rechtskurve der B 191, können wir die Bundesstraße verlassen und fahren geradeaus in Richtung Lohe, den "Loher Weg" (alte Verbindung zwischen Eschede, Lohe und Dalle). Wir passieren Felder und Wiesen und entdecken bald rechts die ersten Fischteiche, zu ""Achauteiche""gehörend - einer Teichanlage, die Anfang dieses Jh. auf Moor- und Sumpfflächen im Niederungsgebiet der Aschau-Quellbäche entstanden ist, und in der Karpfen und Schleie, neuerdings aber mit wachsender Bedeutung Teich- und Wasserpflanzen, z. B. Seerosen, zur Renaturierung von Feuchtgebieten gezüchtet werden.
Es schließt sich ein Waldgebiet an, und wir erspähen nun auch auf der linken Seite vereinzelt Fischteiche. Dies sind schon die "Loher Teiche", angelegt ab 1898. Sie gehören zu Lohe - einem ehemals selbständigen Gutsbezirk von 1907 bis kurz nach dem Ende des 1. Weltkrieges.
In der Ferne schimmert schon - jenseits des abends geschlossenen Wildgattertores - das Gutshaus durch.
Doch wir biegen kurz vorher links in den gekennzeichneten Naturpark-Hauptwanderweg Nr. 10 ein.
Nichts deutet angesichts landschaftszerstörerischer Hochspannungsleitungen auf Kleinode in nächster Nähe hin. Doch gleich hinter der folgenden Kurve gibt es eine Bilderbuch-Kulisse: Lassen Sie sich von der Schönheit der Landschaft inmitten idyllischer Teiche verzaubern!
Ein kleiner Rastplatz mit Schutzhütte bietet günstige Gelegenheit für eine kleine Stärkung, wenn Sie an Verpflegung gedacht haben.
Gleich hinter den Teichen endet das Niederungsgebiet der "Drelle" und wird abgelöst von landschaftstypischen Moränenzügen des Lüßwaldes.
Etwas anstrengend ist das Erklimmen der Bahnüberführung schon (Brückenneubau von 1906 über die 1847 eingeweihte, wichtigste deutsche Nord-Süd-Strecke Hamburg - Hannover), doch dafür entschädigt der Rundblick auf den "Lüßwald" (durch den besseren Boden wachsen hier auch Eichen, Buchen und Fichten, nicht nur Kiefern in Monokultur). Der Forst Lüß ist ein ca. 30.000 hannoversche Morgen (geteilt durch Vier sind das also etwa 7.500 Hektar oder 75 Quadratkilometer) umfassendes Waldgebiet - einst u. a. bevorzugtes Jagdrevier der Celler Herzöge. Noch bis Ende des 2. Weltkriegs gab es nördlich Unterlüß letzte Urwald-Reservate in einem der größten zusammenhängenden Forsten Deutschlands. Wer ein geschultes Auge hat, kann an vielen Detailpunkten erkennen, wie stark sich Privat- und Staatsforstverwaltungen in letzter Zeit um eine naturnähere Forstwirtschaft bemühen.
Wir nehmen nun den linken Weg durch die schöne Waldlandschaft, bis wir zur Bahnunterführung gelangen. Hier geht´ s durch, gleich rechts ab und dann immer längs der Bahn. Der uns begleitende Bahndamm durch morastiges Gelände ist von 1845-47 in reiner Handarbeit von teilweise 5.000 Bauarbeitern aufgeschüttet worden. Noch heute kursieren viele Geschichten vom Pioniergeist der Eisenbahner.
Schon nach kurzer Zeit entdecken wir wieder Fischteiche, die "Bahnteiche". Auch sie entstanden beim Bau der Bahnstrecke, als man für diesen Abschnitt nahe Sandvorkommen für den Bahndamm ausbeutete. Später wurden diese Wasserlöcher von den Bahnbediensteten in ihrer Freizeit zu Fischteichen umgestaltet. 1929 verpachtete die Bahn dieses Gelände, und es entstanden eine Geflügelfarm und ein Gartenbaubetrieb. 1956 erfolgte der Verkauf, und der neue Besitzer betrieb hier Teichwirtschaft mit Schwerpunkt Forellenzucht.
Dieser Bahnseitenweg mündet auf den "Schneebruch". Rechts ein ehemaliger Bahnübergang, der mit Posten besetzt war und benutzt werden mußte, wenn man zum gegenüberliegenden "Heidegut Eschede" - Baubeginn 1892/93 - wollte). Nach Überquerung des "Schneebruches" fahren wir weiter längs der Bahn, am Gewerbegebiet vorbei, bis zum Bahnhof Eschede (jetziger Bau von 1977 - Vorgängerbau von 1847 = damals einziger Bahnhof im Kreisgebiet von Celle), biegen in die Bahnhofstraße ein, überqueren den Marktplatz und haben somit unseren Ausgangspunkt, das Rathaus, wieder erreicht.
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