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Auf halbem Weg nach Bremen

Rubrik:Regionales Radwandern, Eintagestour
Start:Delmenhorst
Streckenverlauf:Delmenhorst, Stickgras, Gut Varrel, Delmenhorst
Ziel:Gut Varrel
Länge:17,54 km
Dauer:1 Tag
Kartenmaterial:Kartenmaterial ist erhältlich. Regionalkarte 1:100.000 |4|
Großraum Bremen
Radwanderkarte 1:75.000 |RC29|
Bremen und Umgebung
Kontakt:ADFC

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www.adfc.de

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Informationen zur Tour

Tour zum "Gut Varrel"

Wir beginnen unseren Fahrradausflug am Bahnhofsvorplatz in Delmenhorst, in dem wir nach links in die Koppelstraße einbiegen. Bereits nach kurzer Zeit erreichen wir das "Haus Coburg", eine vom bekannten Bremer Architekten Stoffregen im Jahre 1906 erbaute Jugendstilvilla. Er hat auch die Pläne für das Delmenhorster Rathaus entworfen. Das "Haus Coburg" wurde im Jahre 1972 von der Stadt erworben und zu einer städtischen Galerie mit Vortragsräumen umgebaut.

Ein paar Meter bis zum Beginn der Orthstraße müssen wir unsere Fahrräder nun schieben. Gleichzeitig überqueren wir den Fluss "Delme", der dieser Stadt den Namen gab. Nach der Orthstraße wird die Fahrt über die Rosenstraße und Johann-Schmidt-Straße fortgesetzt. Am Ende der Straße fällt eine kleine Holzbrücke auf, die wir überqueren und nach links dem "Hoyersgraben" folgen.

Der nächste Streckenabschnitt trägt den Namen "Tiefes Moor" oder "Tiefer Weg". Doch jegliche Vorfreude auf eine geruhsame Abfahrt ist verfrüht. Diese Ortsbezeichnungen stammen aus frühen Zeiten, als Delmenhorst noch ein verträumtes Ackerbürgerstädtchen war. Die Besonderheit am "Tiefen Weg" ist eher verkehrstechnischer Art. Er besitzt nämlich eine Durchschlupfmöglichkeit für Radfahrer und Fußgänger zur Berliner Straße/Hermann-Allmers-Schule.

Nach der Schule fahren wir zunächst links und gleich wieder rechts in den Katharinenweg. Hier lässt sich erfahren, wie wohltuend eine Verkehrsberuhigung für Anwohner und Ausflügler sein kann. Es geht dann nach links weiter auf der Straße An der Riede.

Die älteren Fabrikhallen, die wir später rechterhand sehen, erinnern uns an einen Teil der ruhmreichen Industriegeschichte in Delmenhorst, der Korkverarbeitung.

So etwa um die Mitte des vorigen Jahrhunderts, erreichte die Verarbeitung der Korkrinde zu Flaschenkorken ihre Blütezeit. Dabei wurde das "Proppensnieden" zunächst überwiegend in Heimarbeit verrichtet. Ein guter Arbeiter, mit Geschick und einem scharfen Messer als Handwerkszeug ausgestattet, schnitzte aus den rohen Korkstücken bis zu 3000 Pfröpfe am Tag. Nicht zuletzt diese enormen Leistungen sorgten dafür, dass sich Delmenhorst zu einem bedeutenden Lieferanten für Korkprodukte ins Inn- und Ausland entwickeln konnte.

Wir befahren anschließend die Syker Straße stadtauswärts. Nach einer Weile wird uns links ein Gasthof auffallen, der nach dem nahegelegenen Flüsschen "Zur Pultern" benannt wurde. Es lohnt sich auf jeden Fall, einmal einen Blick in den sehr schön angelegten Garten mit Teichanlage zu werfen.

Von der Syker Straße biegen wir bei der Getreidemühle in die Varreler Landstraße ab. Nach ca. 300 Metern geht es rechts ab in den Alten Postweg. Wir folgen daraufhin nacheinander den Straßen Am großen Kampe nach links, dem Schulweg nach rechts und Am Schnakenberg wieder links. Wir treffen wenig später auf einen kleinen Bachlauf, dem wir nach links bis zur "Varreler Graft" folgen. Der beispielhaft mit Sand und Steinen angelegte Radwanderweg führt uns entlang des Ufers direkt zum "Gut Varrel".

Hier angelangt, lohnt es sich die Atmosphäre der alten Hof- und Mühlenanlage auf sich einwirken zu lassen. Seit einigen Jahren bemüht sich ein Förderverein mit sehr viel Einsatz und Erfolg um die Restauration dieser alten Gebäude. Teile des heutigen Gutshauses stammen bereits aus dem 17. Jh.
Nachweislich sind hier vor über 600 Jahren die ersten Grundmauern einer Siedlung gesetzt worden. Die Studie alter Dokumente lässt die Geschichte des "Gut Varrel" bis ins Jahr 1381 zurückverfolgen. Das große Gebäude ist die ehemalige Scheune. Sie ist mittlerweile zu einer Mehrzweckhalle für Kultur-, Sport- und Gemeindefeste umgebaut worden. Zu dem gesamten Komplex gehören noch das Mühlengebäude und eine sehr schöne Fachwerkscheune, die an diesen Ort umgesetzt wurde.

Wir verlassen das "Gut Varrel" wieder, indem wir rechts an den Fischteichen vorbei und dann nach links fahren, bis wir wieder auf die Varreler Landstraße stoßen. Rechts abgebogen, führt uns die Grüne Straße (etwa 300 m) bis zur "Varreler Bäke".

Wenn wir nun auf den Deichweg fahren, der zugleich die Landesgrenze zu Bremen ist, lohnt es sich die Pedalkraft ein wenig zu drosseln, um die schöne Aussicht auf die Wiesen mit den beiden Hofanlagen von "Groß- und Klein-Emshoop" zu genießen. An der Bremer Straße angelangt, wird uns beim Überqueren der Straße wieder höhere Aufmerksamkeit abverlangt. Genau an dieser Stelle gab es noch vor gut 100 Jahren einen Schlagbaum. Nicht etwa als temporeduzierende Maßnahme, sondern zur Erhebung von Zollgebühren.

Bremen gehörte bis zum Jahre 1880 nicht dem "Deutschen Zollverein" an, somit konnten die Waren billiger als im Umland angeboten werden; folglich "blühte" der Schmuggelhandel. Wie in alten Überlieferungen zu lesen ist, gab es wohl immer wieder abenteuerliche Versuche, die Zollstation oder eine andere Stelle entlang der Grenze unertappt zu überwinden. In der nahen Gaststätte ist noch das Amtswappen der damaligen Zollstation zu sehen.

Wir fahren jetzt weiter in Richtung Delmenhorst und biegen nach knapp 1 km links in den Iprumper Dorfweg ein. Im Verlaufe des Weges durchfahren wir ein überwiegend landwirtschaftlich genutztes Gebiet. Es ist durchaus möglich, dass wir den ansässigen Bauern bei Ihrer Arbeit ein wenig "über die Schultern" schauen können. Sollte gerade, wie in den Sommermonaten üblich, eine kleine Rinderherde über den Weg getrieben werden, so geben wir den Weg frei und warten die kurze Zeit ab.

Wenn wir später die "Heidkruger Bäke" überquert haben, taucht auf der linken Seite des Weges das "Gut Langenwisch" auf. Die Hofeinfahrt ist sehr eindrucksvoll; ähnlich einer Allee.

Über die Straße An der Schaftrifft, die gegenüber beginnt, erreichen wir dann wieder die Syker Straße. Diese Straße hat zwar einen Radweg, aber wie empfehlen hier dennoch, die etwas ruhigere Verbindung über den Schollen- und Stickgraser-Damm zu wählen. Wir fahren so lange geradeaus, bis wir wieder die Rosenstraße erreichen. Unser Rückweg führt uns nun so lange geradeaus, bis wir auf den Bahndamm treffen, der uns gleichzeitig nach links zu unserem Ausgangspunkt, den Bahnhof Delmenhorst weist.

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