| Rubrik: | Regionales Radwandern, Eintagestour |
|---|---|
| Start: | Delmenhorst |
| Streckenverlauf: | Delmenhorst, Hasbergen, Brandhöfen, Delmenhorst |
| Ziel: | Delmenhorst |
| Länge: | 15,48 km |
| Dauer: | 1 Tag |
| Kartenmaterial: | Kartenmaterial ist erhältlich. Regionalkarte 1 : 100 000 |4| Großraum Bremen Radwanderkarte 1 : 75 000 |RC29| Bremen und Umgebung |
| Kontakt: | ADFC kontakt@adfc.de www.adfc.de |
Tour zur Gemeinde Hasbergen

Von der Rückseite des Bahnhofs in Delmenhorst fahren wir entlang der Weberstraße, über die Stedinger Straße in die Nordwollestraße und biegen unmittelbar hinter der Brücke über die Delme nach links in den Wollepark ein. Hier befindet sich die "Villa Lahusen", der Wohnsitz der Firmengründer und Eigentümer der ehemaligen Norddeutschen Wollkämmerei (NWK). Seit der Firmengründung vor 100 Jahren, hat sich der damals zur NWK gehörende Wollepark zu einem grünen Schmuckstück entwickelt. Entlang unseres Weges genießen wir seltene Fauna und Flora. Am Ende des Wolleparks steht links ein renoviertes Seniorenwohnheim (ehem. Mädchenwohnheim, ab 1884 waren hier bis zu 150 junge weibliche Arbeitskräfte ab 14 Jahre untergebracht). Durch das Nordtor (mit dem Schafbock) des Betriebsgeländes fahren wir auf der Pappelstraße entlang der Delme, bis wir die Friesenstraße überquerend und auf die rechte Seite der Delme wechseln. Am linken Delmeufer folgen wir dem 1985 angelegten Rad- und Wanderweg. Vorbei am Schlachthof über die Nordenhamer Straße bis zur Mündung der Welse. Über eine der gut in die Landschaft passenden Holzbrücken wechseln wir kurzzeitig auf die rechte Flussseite und kommen etwa nach 0,5 km auf den Brauereiweg. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite steht ein altes, unter Denkmalschutz gestelltes Haus. An dieser Stelle können wir unsere Radtour um ca. 4 km über Neuendeel erweitern. In diesem Falle fahren wir links und später rechts entlang der Bahnstrecke nach Lemwerder und biegen vor der Gaststätte "Lindenhof" rechts ab in Richtung Deich. Auf dem Deich fahren wir nach rechts zurück in Richtung Hasbergen. Von der Deichkrone haben wir einen guten Blick über Ochtum und die Weserniederung. Bevor das Sperrwerk an der Ochtum gebaut wurde, gab es hier bei größeren Sturmfluten regelmäßig Überschwemmungen. Auch die verschiedenen "Braken" (an der Finkens-Brake fahren wir bald vorbei) sind durch Ausspülungen bei Deichbrüchen entstanden. Leider ist der Weg auf dem Deich nicht besonders gut und die Gatter zwischen den einzelnen Weideabschnitten müssen wieder geschlossen werden. In dem Landschaftsschutzgebiet können wir oft Kiebitz und Graureiher beobachten. Wieder auf der Straße angekommen, fahren wir nach links und treffen vor der Wassermühle wieder auf den Hauptweg, der vom Brauereiweg über die Bahn entlang der Bungerhofer Straße direkt nach hier geführt hätte. Bereits 1142 wird der Ort urkundlich genannt. Hasbergen wurde erst 1974 nach Delmenhorst eingemeindet. Früher gehörte sogar Hasport und Annenheide zur Kirchengemeinde Hasbergen. Die vielen Bauernhöfe sind noch im ursprünglichen Baustil erhalten. An vielen Beispielen ist erkennbar, dass viel Wert darauf gelegt wird, den dörflichen Charakter zu erhalten. Wir fahren die Hasberger Dorfstraße bis zur nächsten Abzweigung nach links, den Klosterweg entlang bis zum Delmestau. Wir können hier eine Rast am eingerichteten Picknickplatz mit Grillmöglichkeit einlegen. Wer eine Rast im Lokal machen möchte, hat hierzu im "Alt Hasberger Krug" an der Hasberger Dorfstraße Gelegenheit. Etwa 1 km entfernt vom Delmestau mündet nach 44 km Länge die Delme in die Ochtum. 1982 wurde hier ein Mündungsstein gesetzt. Leider ist der Zugang nicht immer möglich. Zurück fahren wir über die Straße am Delmestau nach links bis zur Hasberger Dorfkirche St. Laurentius. Über 600 Jahre ist die sehenswerte Kirch alt. Auf dem Friedhof befinden sich einige sehr alte Grabsteine. Wer einen besonders schönen Blick auf die Kirche haben möchte, sollte einen Abstecher machen und etwa 100 m nach der Kirche links in den Weg zur Aue einbiegen. Dem Bach folgend, endet der Landwirtschaftsweg bald in den Wiesen, wir müssen also wieder umkehren. Weiter führt unser Rückweg in Richtung Heidkrug/Iprump. Hinter der Brücke über einen Bach fahren wir nach rechts. Zwischen Feldern und Wiesen kommen wir nach Brandhöfen, überqueren die Hauptstraße in den Brandhöfener Weg, und nach einem kleinen Umweg über Uhlenbrocker Weg, kommen wir auf den großen Tannenweg. Kurz vor dem Bahnübergang fahren wir nach rechts in den Heidkruger Weg und nach nur 50 m (noch vor der Heidkruger Bäke) in den Heidkruger Damm. Es geht nun über die Brücke, immer an der Bäke entlang, vorbei an der Sportanlage des TUS Heidkrug, über weitere 2 Holzbrücken bis zum Neuenbrücker Weg. Vom Neuenbrücker Weg geht es über die Hasberger Straße, Delmestraße, entlang "Am Donneresch", bis wir gegenüber dem Klärwerk nach rechts auf einem kleinen Weg wieder an die Delme kommen. Wir fahren wieder über die Brücke und nun links die Wiese entlang, über die Nordenhamer Straße und am Ende des Rad- und Fußweges nach rechts. Nun durchfahren wir das Wohngebiet Tappenort. Bis 1930 entstanden hier etwa 600 Werkswohnungen der NWK. Es war damals in Norddeutschland eine der größten Wohnanlagen dieser Art. Einige der Straßen, so die Heim-, Pappel- und Nordwollestraße stehen deshalb unter Denkmalschutz. In diesem Stadtteil wohnen jetzt viele Gastarbeiter mir ihren Familien. Ein Jugendhaus an der Sachsenstraße hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Freizeit der Jugendlichen und Kinder sinnvoll zu gestalten. Wir durchfahren das Gelände der ehemaligen NWK und bekommen einen Eindruck, welche Ausmaße der damalige Betrieb hatte. Am deutlichsten sieht man dies an der fast 600 m langen Vorderfront an der Nordwollestraße mit dem Turm, in dessen Vorderfront der Schafbock (dem damaligen Firmenzeichen) mit der Jahreszahl 1884 eingearbeitet ist. Delmenhorst und seine Entwicklung ist sehr stark mit der Ansiedlung der Industrie um die Jahrhundertwende verbunden. Es ist ganz interessant sich mit der Stadtgeschichte dieses Gebietes zu befassen, denn viele Familien waren schicksalhaft mit dem Betrieb verbunden. Es ist deshalb nur zu begrüßen, wenn aus dem ehemaligen Kesselhaus ein Industriemuseum entstehen soll.
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