| Rubrik: | Radfernwege, Eintagestour |
|---|---|
| Start: | Delmenhorst |
| Streckenverlauf: | Ströhen, Schönemoor, Ahnbek |
| Ziel: | Delmenhorst |
| Länge: | 14,78 km |
| Kartenmaterial: | Kartenmaterial ist erhältlich. Regionalkarte 1 : 100 000 |4| Großraum Bremen Regionalkarte 1 : 75 000 |RC 29| Bremen und Umgebung |
| Kontakt: | ADFC kontakt@adfc.de www.adfc.de |
Fahrt nach Schönemoor

Unser Ausflug beginnt damit, dass wir unsere Fahrräder schieben müssen, aber keine Angst, nur durch das Bahnhofsgebäude in Delmenhorst bis zur Weberstraße. Vor uns, das große Einkaufs-Centrum, ist die alte Jutefabrik, die eine der drei traditionellen Industriezweige (Jute, Linoleum, Wolle) von Delmenhorst war und 1870 als Jutespinnerei und - weberei gegründet wurde. Die Jute, eine in Indien und Pakistan wachsende Pflanze, die bis zu 5 m hoch wächst. Sie wird in den Ursprungsländern geröstet, gewaschen, getrocknet und gekämmt und gelangt zu Ballen gebunden in die Industrieländer, wo sie zu Jutegeweben verarbeitet wird, das dann zu Säcken genäht oder in der Linoieumindustrie weiterverarbeitet wird. Auch die Jute baute 1890 Werkswohnungen, die in der Straße mit dem Namen "Jutehäuser" entstanden (siehe Rückweg). Wir fahren nun die Weberstraße nach links und gleich hinter dem Zaun des Juteparkplatzes nach rechts in einen namenlosen Weg, der uns zur "Sporthalle am Wehrhahn" führt. Die Sporthalle trägt diesen Namen, weil die Gebrüder Wehrhahn eine bedeutende eisenverarbeitende Industrie in Delmenhorst gegründet haben, allerdings 1983 ihr Werk wieder schließen mussten. Rechts vom Weg befand sich früher die Bahnlinie, die das Linoleumwerk "Hansa" mit dem Bahnhof verband. Wir fahren hinter der Sporthalle vorbei auf einem Rad- u. Fußwanderweg weiter, der uns zum "Ordemannskanal" bringt, eine Verbindung der Westdelme mit der Welse. Wir nutzen die erste Brücke um den Kanal zu überqueren und befinden uns jetzt in der Gerhart-Hauptmann-Straße. Hinter der Linkskurve folgt nach ca. 50 m rechts ein Rad- und Fußweg, der zur Mühlenstraße führt. Wir überqueren sie an der Ampel, fahren ein kurzes Stück nach links und dann gleich wieder rechts in die Lincrusta- und wieder rechts in die Schanzestraße. Nachdem wir die Welse überquert haben, biegen wir links in die Düppelstraße ein. die uns ein Stück an dem verlassenen Gelände der Deutschen Linoleum Werke "DLW" entlangführt. Weil dieses Werk der "DLW" den Namen "Anker" trug, erklärt es sich, warum die nächste Straße rechts, "Hinter dem Anker" heißt. Am Ende überqueren wir die Landwehrstraße (Vorsicht!) und erreichen nach kurzem Stück den Ströhenweg. Wenn wir am Ende des Ströhenweges nach links in den Hoykampe Weg einbiegen, haben wir die Stadtgrenze erreicht und befinden uns jetzt in der Großgemeinde Ganderkesee. Wir fahren den Sandweg an der Bahn entlang und überqueren die Gleise an der Stelle, wo die Schranken normalerweise geschlossen sind, und wir durch eine Sprechanlage den Schrankenwärter bitten müssen, die Schranken für uns zu öffnen (nicht vergessen, auf der anderen Seite wieder Bescheid zu sagen, wenn der Letzte passiert hat). Vor uns sehen wir nun ein altes, um 1810 erbautes Bauernhaus, den Hof Alfs, vormals Kruse. Heinrich Alfs (1844 - 1922) war Gemeindevorsteher von Ganderkesee und in seiner Eigenschaft als Alterspräsident des 0ldenburger Landtages gut bekannt mit Großherzog Friedrich August von Oldenburg, der ihn auch verschiedentlich hier in Hoyenkamp besucht haben soll. Wir fahren vor dem Hof nach rechts, bis wir auf die Straße "Am Holtze" kommen. Diese Straße fahren wir bis zum Ende, überqueren dabei den Mittelweg und merken plötzlich, dass es bergan geht. Da wir jetzt sowieso langsamer fahren, haben wir Zeit an der rechten Seite, etliche Meter tiefer, sehr idyllisch an einem See gelegene Häuser zu betrachten. Wenn wir den "Hohenborn" überquert haben und geradeaus im Quellenweg noch ein wenig gestrampelt sind, haben wir die höchste Stelle dieser Tour, nämlich 25 m über dem Meeresspiegel, erreicht. Jetzt geht es bergab bis zum Sahrener Weg. Diesen fahren wir nach rechts über die Bahn (Bremen/Oldenburg) und kommen zur Nutzhorner Landstraße, auf deren linken Radweg (er ist in beide Richtungen befahrbar) wir nach links fahren, bis das Richtungsschild "Schönmoor" uns nach rechts in die Straße "Zur Ollen" leitet. Am Ende dieser Straße können wir im "Schönemoorer Dorfkrug" erstmals eine wohlverdiente Pause einlegen. Wir setzen unsere Fahrt auf der Schönemoorer Landstraße in Richtung Delmenhorst fort, und biegen nach ca. 0,5 km gegenüber der Schule nach links ein, fahren am Gemeindehaus vorbei (dort ist vielleicht jemand, der uns die Kirche von innen zeigt) durch eine Eichenallee bis zur Kirche. Die "Schönemoorer Kirche" wurde 1230 erstmals erwähnt, aber 1324 neu erbaut bzw. wesentlich umgebaut. Chor und Altarraum sind wesentlich älter als Schiff und Turm. Es soll die am reinsten erhaltene romanische Kirche Nordwestdeutschlands sein, deren einheitliches Bild lediglich durch die in Fachwerkbauweise an der Nordseite des Chorraumes angebaute Sakristei gestört wird. Das innere der Kirche ist sehenswert, weil der Delmenhorster Kirchenmaler Oetken 1934 bei Renovierungsarbeiten auf mittelalterliche Wandmalereien stieß, die aus der Zeit stammen, als die Kirche noch Wallfahrtskirche war und in der bilderstürmenden Reformationszeit gründlich übertüncht worden war. Es gelang Oetken, die meisten Bilder wieder freizulegen und zu restaurieren. Wir treten die Rückfahrt an, indem wir wieder zurück zur Schönemoorer Dorfstraße fahren, dort links abbiegen und nach ca. 1,7 km an eine Linkskurve kommen, wo geradeaus der Heuweg beginnt. Am Ende des Heuweges geht es links in den Schulweg, und dort sehen wir auch bald, warum der Weg diesen Namen trägt: Die Heider Grundschule und daneben die große neue Sporthalle, die nicht nur für die Schüler (auch Schüler aus Ganderkesee haben hier Sport) sondern auch für den Hoykenkamper Turnverein (seine Handballspieler sind bekannt) gebaut wurde. Hinter der Schule fahren wir rechts in den Ahnbecker Weg und erreichen an der August-Hinrichs-Straße wieder die Stadtgrenze von Delmenhorst. Durch die August-Hinrichs-Straße und den Klaus-Groth-Weg geht es über die Schönemoorer Straße geradeaus weiter in die Scheffelstraße, dann rechts in den Hebbelweg. Wir fahren an einer Grünanlage mit See vorbei. Wo der Hebbelweg eine Rechtskurve macht fahren wir geradeaus weiter in einen Rad- und Fußweg, der uns zur Lessingstraße führt. Diese Straße fahren wir nach rechts, immer geradeaus bis zur Mühlenstraße. Dort fahren wir links bis zur 2. Ampel, überqueren die Straße, und können uns nach wenigen Metern links die schon erwähnten "Jutehäuser" ansehen. Die nächste Straße rechts ist die Richtstraße, die wir hinter dem Ordemannskanal wieder velassen, indem wir rechts den Rad- und Fußweg benutzen, den wir zu Beginn unserer Tour nur bis zur Brücke gefahren sind. Das letzte Stück fahren wir also auf dem bekannten Weg bis zu unserem Ausgangspunkt zurück.
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