| Rubrik: | Regionales Radwandern, Eintagestour |
|---|---|
| Start: | Petershagen |
| Streckenverlauf: | Schlüsselburg, Petershagen |
| Ziel: | Petershagen |
| Länge: | 46,05 km |
| Kartenmaterial: | Kartenmaterial ist erhältlich. Radwanderkarte: 1:75,000, R11, RC22 |
Auf dem Gebiet von Petershagen befinden sich die letzten Storchenvorkommen in Nordrhein-Westfalen.

Im Süden des Weserlandes befindet sich die Stadt Petershagen, die einzig Gemeinde im Weserland, die nicht zu Niedersachsen, sonder zu Nordrhein-Westfalen gehört. Auf dem Gebiet der Stadt Petershagen befinden sich die letzten Storchenvorkommen in Nordrhein-Westfalen, deshalb haben wir diese Route Storchenroute benannt. Die Route führt auf der westlichen Weserseite überwiegend parallel zum Weser-Radweg und der westfälischen Mühenroute. Neben reizvoller Weserauenlandschaft führt die Route Sie zu zahlreichen Sehenswürdigkeiten und durch malerische Dörfer und Kleinstädte.
Etappe 1: Von Petershagen nach Schlüsselburg, 20 km
Ausgangspunkt ist die Kleinstadt Petershagen, die nicht nur aufgrund des schönen Stadtbildes einen Ortsbummel wert ist, sondern auch zahlreiche Sehenswürdigkeiten zum Besichtigen aufzuweisen hat.
An erster Stelle ist das 1306 vom Mindener Bischof Waldeck erbaute Schloss zu erwähnen, das seit 1967 als Hotel genutzt wird. Sehenswert ist darüber hinaus das "Alte Amtsgericht", das heute als Begegnungsstätte mit interessanten Kulturprogrammen fungiert. Für diejenigen, die noch nie im Gefängnis übernachtet haben, bietet Petershagen unter dem Motto "Rast im Knast" die etwas andere Übernachtungsmöglichkeit im umgebauten ehemaligen Stadtgefängnis.
Auf der Route nach Schlüsselburg passieren Sie das Moorbad Hopfenberg, ein typisches westfälisches Bauernbad, das sich mit der Weserlandkurklinik "Bad Hopfenberg" zu einem weithin bekannten Badeort entwickelt hat.
Von Petershagen bis zum nächsten interessanten Etappenpunkt, der Ortschaft Ovenstädt, sind es gerade einmal 5 Kilometer.
In Ovenstädt erwartet Sie das Westfälische Industriemuseum "Glashütte Gernheim", ehemals eine der bedeutendsten Glasfabriken in Nordwestdeutschland. Das Museum zeigt das harte Leben der Glasmacher im 19. Jahrhundert und ist geöffnet von Di. bis So. von 10.00 bis 18.00 Uhr.
Von Ovenstädt aus hat man einen sehr guten Blick über die Weseraue. Weiter geht es durch typische Wesermarschlandschaft, die aufgrund ihrer hohen Schutzwürdigkeit teilweise wie die "Häverner Marsch" kurz6 vor Buchholz als Naturschutzkernzone ausgewiesen ist und nicht betreten werden kann. Es gibt jedoch mehrere Sichtschutzhütten zum Beobachten von Wasservögeln.
Die Ortschaft Buchholz ist ein typisches Haufendorf mit einer sehenswerten Weserkirche aus dem 13. Jahrhundert. Kurz vor Buchholz, in der Ortschaft Großenheerse mit einer schönen Windmühle, stößt die Storchenroute auf unsere Tour "Kirche im Dorf". Beide Routen verlaufen parallel bis nach Schlüsselburg.
Der Besuch des sehenswerten Bauerndorfes Schlüsselburg ist unbedingt zu empfehlen. Das finden im übrigen auch Störche, die regelmäßig den Storchenhorst auf der Burg besetzen, deren Ursprünge bis auf das Jahr 1335 zurück zu datieren sind. Ein bäuerliches Kulturgut von überregionaler Bedeutung ist das Scheunenviertel, eine Ansammlung von 26 Fachwerkbauten. Zu Schlüsselburg gehört als Bestandteil des Besucherprograpmmes auch die Besichtigung eines südlich von Schlüsselburg liegenden Aussichtsturms, von dem aus einen hervorragenden Blick in die Feuchtgebiete der Weserauen mit vielen verschiedenen Vogelarten werfen kann.
Kurz hinter Schlüsselburg passieren Sie die Weser. Dort befinden sich im Unterwasser der Staustufe zwei Aalfängerschiffe, die den letzten Berufsfischern in Nordrhein-Westfalen gehören.
Etappe 2: Von Schlüsselburg nach Petershagen, 26 km
Auf der östlichen Weserseite geht es dann weiter wieder Richtiung Süden / Petershagen. Sie haben jedoch auch die Möglichkeit, über den Ort Wasserstraße auf dem Radfernweg Hannover-Steinhuder Meer-Dümmer weiter nach Rehburg-Loccum zu radeln. Die Storchenroute führt Sie nach wenigen Kilometern zum Gut Neuhof, einer weiteren Attraktion auf der Strecke. Die Barockanlage aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts wird heute als Heim für Psychisch Kranke genutzt, es lohnt sich jedoch, bei der Leitung um Erlaubnis zur Besichtigung insbesondere des sehenswerten Pavillons zu bitten.
Auf dem Streckenabschnitt zur Gemeinde Heimsen können Sie bei einem Blick auf das Stauwehr eine Kopfweidenreihe sehen. Kopfweiden entstehen durch jahrelangen Schnitt der jungen Weidentriebe, die man zum Korbmachen verwendet.
In Heimsen lohnt sich ein kurzer Besuch der Weser-Kirche mit romanischem Saalbau aus dem 13. Jahrhundert und des Heimat- und Heringfänger-Museums (Öffnungszeiten jeden 2. Und 4. Sonntag im Monat, nach telefonischer Anfrage auch Di. bis Sa. Zwischen 9.30 und 16.39 Uhr) über die Geschichte der hiesigen Heringsfänger.
Weiter geht es zur nächsten Ortschaft Ilvese, wo auf einem Telegrafenmast ein Storchenhorst zu sehen ist, der jedoch im Gegensatz zum Weißstorchhorst in Döhren auf dem dortigen Schornstein der ehemaligen Molkerei nicht regelmäßig besetzt ist.
In Döhren haben Sie von einem Beobachtungsturm einen hervorragenden Blick in das Kernnaturschutzgebiet der Wesermarsch. Döhren hat darüber hinaus eine in einem anmutigen Bauernwäldchen gelegene, Mitte des 18. Jahrhunderts errichtete Wassermühle zu bieten. In den Sommermonaten finden dort die beliebten Mahl- und Backtage statt.
Die Gemeinde Windheim ist die nächste Ortschaft auf der Tour, unmittelbar an der Weser gelegen. Dort befinden sich ein Puppenmuseum mit Puppenklinik (Öffnungszeiten Mo., Mi. von 10.00 bis 18.00 Uhr, Sa. Und So. 10. 00 bis 16.00 Uhr), gezeigt werden über 500 liebevoll restaurierte Puppen, sowie ein Storchennest auf einem der Masten an der Fährstelle Angerstraße.
Auch in Jössen brüten seit Ende des letzten Jahrhunderts Weißstörche. Bevor Sie den Ausgangspunkt Petershagen erreichen, passieren Sie auf der östlichen Weserseite noch die Ortschaft Lahde. Im dortigen Rathaus befindet sich das touristische Informationsbüro für das Gebiet der Stadt Petershagen. Auf eine Besichtigung der Klostermühle, einer 1876 erbauten Holländer-Windmühle, sollten Sie nicht verzichten, Besichtigungen sind täglich möglich. In Lahde befindet sich darüber hinaus ein 10 ha großer Freizeitsee mit Gelegenheit zum Baden, Surfen, Paddeln und Angeln.
Sie überqueren die Weser auf der Staustufe Petershagen / Lahde, die vom 15. April bis 15. Oktober für Fußgänger und Radfahrer geöffnet ist (Achtung: steile Treppe). Stromabwärts sieht man wieder Schiffe der Aalfänger.
Auf der westlichen Weserseite befindet sich wenige Kilometer stromabwärts ein Schiffsanleger, der von April bis Mitte Oktober an Sonn- und Feiertagen zweimal täglich von der Mindener Fahrgastschifffahrt (Fahrten nach Minden, dienstags auch nach Stolzenau) angefahren wird.
Gaststätten in Petershagen, Ovenstädt, Großenheerse, Schlüsselburg, Heimsen, Ilvese, Döhren, Windheim und Lahde.
Idyllische Landschaft und reiche Kultur: Petershagen
Auf einer Länge von 30 Kilometern schmiegt sich das Stadtgebiet von Petershagen inmitten grüner Auen dem Lauf der Weser an. Aus der kleinen Siedlung, die im Jahre784 erstmals urkundlich erwähnt wurde, ist mittlerweile eine Stadt mit 29 Ortsteilen und 28.000 Einwohnern geworden. Als modernes Mittelzentrum verfügt Petershagen über eine gute Verkehrsanbindung, zahlreiche Geschäfte und landständige Gastronomie. Darüber hinaus erwarten den Besucher reizvolle kulturhistorische Sehenswürdigkeiten und viele Möglichkeiten zu individueller Freizeitgestaltung. Das direkt an der Weser gelegene Schloss Petershagen ist das beherrschende Bauwerk der Altstadt. Im Jahre 1306 als Festung erbaut, war es lange Zeit Residenz der Mindener Bischöfe. Sein heutiges Aussehen verdankt das Schloss im Wesentlichen dem schwäbischen Baumeister Jörg Unkair, der es 1544-1547 im Stil der Weser-Renaissance umgestaltete.
Heute wird das eindrucksvolle Gebäude als Restaurant und Hotel genutzt, in dem die Gäste in stilvoller Atmosphäre tafeln und nächtigen können.
Wer technisch interessiert ist, bekommt im Westfälischen Industriemuseum Glashütte Gernheim Einblicke in die Kunst der Glasherstellung und- Verarbeitung, die in vergangenen Jahrhunderten zu den am besten gehüteten Geheimnissen gehörte. Das Museum bietet Industriegeschichte zum Anfassen. Die Vorführung alter Glasmachtechniken ist ein Erlebnis besonderer Art und eine Entdeckungsreise in längst vergangene Zeiten. Apropos reisen: Der natürliche Reiz von Landschaft, Stadt und Dörfern erschließt sich am besten auf einer Tour mit dem Fahrrad. Insgesamt 300 Kilometer gut ausgebauter Radweg führen den Besucher zu allen Sehenswürdigkeiten des Stadtgebiets und zu den Naturschönheiten der Umgebung.
Wer sich nach dem Besuch von Heringsfänger oder Puppenmuseum, von historischer Webstube oder den zahlreichen Bau- und Kunstdenkmalen ganz der Natur ergeben will, den erwartet manche längst verloren geglaubte Kostbarkeit.
Die Storchenroute führt durch eines der letzten Refugien für Weißstörche in Nordrhein-Westfalen. Während der Brutzeit gehört ein Blick in die Kinderstube des Klapperstorchs für Naturfreunde zu den schönsten Erlebnissen. Seltene Vogelarten auch bei Schlüsselburg: Vom Aussichtsturm schweift der Blick über ein ausgedehntes Naturschutzgebiet von internationaler Bedeutung.
Petershagen ist die mühlenreichste Gemeinde der Region. Das will etwas heißen im Mühlenkreis Minden-Lübbecke. Die meisten historischen Wind- und Wassermühlen kommen an den traditionellen Mahl- und Backtagen wieder zu neuen Ehren. Plattenkuchen und deftiges Landbrot aus naturreinem Korn lohnen einen Besuch allemal; am besten natürlich mit dem Rad.
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Urheber: © AG Weserland, touristische Arbeitsgemeinschaft