| Rubrik: | Regionales Radwandern, Eintagestour |
|---|---|
| Start: | Göttingen |
| Streckenverlauf: | Bovenden, Northeim, Salzderhelden |
| Ziel: | Einbeck |
| Länge: | 45,74 km |
| Dauer: | 1 Tag |
| Kartenmaterial: | Kartenmaterial ist erhältlich. Regionalkarte 1 : 100 000 |15| Leinetal Radwanderkarten 1 : 75 000 | RC28| Göttingen/ Kassel Radwanderkarten 1 : 75 000 | RC26| Solling und Umgebung |
| Kontakt: | Hans-Jürgen Don 37574 Einbeck Tel.: (05561) 74283 |
Entlang der Leine zwischen Göttingen und Einbeck

Streckenbeschaffenheit: eben, streckenweise hügelig, überwiegend gut ausgebaute Feld- und Radwege. Geeignet für: Familien, Naturfreunde, Kulturliebhaber. Am Wegesrand: historische Städte, Burgen, Natur- und Landschaftsschutzgebiete. Weitere Bahnhöfe: Nörten-Hardenberg, Northeim, Einbeck-Salzderhelden. Ausgangspunkt unserer Tour ist der Göttinger Bahnhof. Wer nicht mit dem eigenem Rad kommt, kann sich hier im neuen Fahrradparkhaus eines ausleihen, auch eine Fahrradwerkstatt ist vorhanden. Wir überqueren den Bahnhofsvorplatz und radeln auf der Goetheallee und der Prinzenstraße ins Zentrum. Hier lohnt sich ein Abstecher in die schöne Innenstadt, die zum Flanieren einlädt. Die Universitätsstadt Göttingen mit über 130.000 Einwohnern, davon 30.000 Studenten, ist das Zentrum des südlichen Niedersachsens. Das alte Rathaus entstand in den Jahren 1270 bis 1444, mit einer sehenswerten Rathaushalle und dem Gänselieselbrunnen auf dem alten Marktplatz davor - das sollte man gesehen haben. Am Wilhelmsplatz findet man die alte Aula der Universität im klassizistischen Stil. Nach kurzem Schieben des Rades durch die Fußgängerzone verlassen wir die City über die Theaterstraße, den Theaterplatz und die Bühlstraße in nordöstlicher Richtung. Stadtauswärts geht es nun schnurstracks auf der Humboldtallee vorbei am Alten Klinikum zur Linken auf einem gut ausgestatteten, intensiv genutzten Fahrradweg. Bemerkenswert an Göttingen ist auch die vorbildliche Fahrradwegweisung. Nach einiger Zeit passieren wir den gewaltigen Gebäudekomplex der Universitätsklinik und erblicken dann den Uni-Nordbereich. Interessierten sei ein Besuch des neuen botanischen Gartens empfohlen, der sich hinter der Nord-Mensa beim Fachbereich Forstwissenschaften befindet Die Stadt verlassen wir mit leichtem Anstieg in Höhe "Stumpfe Eiche". Hier laden Bänke oberhalb des Ortsteils Weende zu einer ersten Pause außerhalb der hektischen Stadtatmosphäre ein. Immer geradeaus weiter an Weende-Nord vorbei, erreichen wir nach kurzer schlechter Wegstrecke den Ortsrand von Bovenden. Zwischen den Ortschaften kann man immer wieder bei klarer Sicht einen schönen Blick hinunter ins Leinetal werfen. Bei Bovenden tut sich zur Rechten der Blick auf die Burg Plesse auf, die ab dem Jahr 1150 als strategischer Beobachtungsposten der Herren von Höckelheim diente. Durch ihre markante Höhenlage auf einem westlichen Ausläufer des Göttinger Waldes dominiert sie das Leinetal. Ein Abstecher ist nur Geübten zu empfehlen, weil der Anstieg - wenn auch gut ausgebaut - reichlich steil ist. Hinter Bovenden, am "letzten Heller", schwenken wir rechts ein. Wir berühren Eddigehausen, fahren aber gleich wieder ein kurzes Stück links talwärts die Straße von Reyershausen nach Bovenden, um nach Rauschenwasser zu gelangen. Hier biegen wir gleich wieder rechts ab, fahren entlang der ländlichen Heimvolkshochschule, wo gegenüber am Parkplatz die Quelle des Rauschenwassers zu finden ist, und wenden uns schließlich über Kalkmühlengraben auf dem Bielsteinweg nach rechts in den Forst. Nachdem wir diesen Bergrücken überwunden haben, stoßen wir im Rodetal in Höhe von Kläranlage und Forellenteichen auf den parallel zur B 446 auf einer ehemaligen Kleinbahntrasse verlaufenden Radweg. Hier halten wir uns nach links und fahren nach Nörten-Hardenberg hinein. In Nörten-Hardenberg empfiehlt sich bei der Kirche ein Abstecher zur Ruine der Burg Hardenberg und zum Hardenbergschen Vorderhaus (Kornbrennerei) sowie zum Schloß (Hinterhaus), ehe man sich ins Leinetal begibt (alle drei Orte können selbst nicht betreten werden, lohnen aber dennoch die Besichtigung von außen). Am nördlichen Ortsausgang links unterquert man auf einer unscheinbaren Straße die B3 (links halten) und wechselt auf die andere Seite der Leine. Wir biegen nach rechts ab und radeln durch die Feldmark nun nach Norden, wo wir bei Elvese vom Wirtschaftsweg auf die Landstraße wechseln. Am Ortsrand von Hillerse fahren wir rechts in Richtung Sudheim, um hier wieder auf die andere Leineseite zu gelangen. Bevor wir die Bahnlinie erreichen, verlassen wir die Straße wieder nach links und fahren, nach dem Passieren einer ehemaligen Leine-Mühle, an den Gleisen entlang. Wir stoßen auf die B 241 und unterqueren die ICE-Strecke zur Rechten. Falls nicht noch Zeit für einen Abstecher in die Kreisstadt Northeim bleibt, biegen wir schon die folgende Straße links (Sülbendweg) ein, die hier auch als Leineradweg ausgeschildert ist. In Northeim lohnt sich ein Besuch der Altstadt mit dem zum großen Teil noch erhaltenen mittelalterlichen Stadtkern. Dort findet man z.B. die mittelalterliche Hallenkirche St.-Sixti und das Heimatmuseum im früheren Hospital "St. Spiritus", außerdem das Gebäude des ehemaligen Benediktinerklosters "St. Blasii". Nach Überquerung der Rhume erreichen wir hinter der ICE-Trasse die Northeimer Seenplatte und unterqueren an der Straße nach Hollenstedt die Autobahn. Die Northeimer Seenplatte, ein rekultiviertes Kiesabbaugelände, ist ein ideales Areal für alle Wassersportarten. Schwimmern, Seglern, Surfern und Anglern bietet die Seenlandschaft mit bislang neun Seen eine Menge Abwechslung. Für naturkundlich Interessierte lohnt sich ein Abstecher zur anderen Seite der Leine. Wenige hundert Meter rechts hinter der Brücke nach Hollenstedt findet sich eine Plattform zur Beobachtung der hier häufig rastenden Zugvögel. Wir biegen hinter dem Baggersee zur rechten in den Weiße Buden Weg ein, radeln bis zur Bahnstrecke und wenden uns vor der Unterführung nach links in nördliche Richtung. Vorbei an Edesheim verlassen wir die letzten Kiesteiche der Northeimer Seenplatte und fahren an einem Außendeich des Hochwasserrückhaltebeckens entlang. Das Hochwasserrückhaltebecken hat die Aufgabe, bei ansteigendem Wasserstand der Leine und ihrer Nebenflüsse dafür zu sorgen, daß flußabwärts liegende Gemeinden keine "nassen Füße" bekommen. Es besteht aus insgesamt fünf Poldern, die bei Bedarf geflutet werden und dann einen See riesigen Ausmaßes bilden. Bis zu 43,5 Mio. m3 Wasser können hier zurückgehalten werden. Bei Hohnstedt wechseln wir auf die andere Seite des nun in Erscheinung tretenden Deiches und radeln auf dem zum Teil durch Hochwassereinflüsse angegriffenen Wirtschaftsweg weiter an Vogelbeck-Müllershausen vorbei bis nach Salzderhelden. In Höhe des Bahnhofes erreichen wir das Hochwasser-Sperrwerk. Das Sperrwerk mit der dazugehörigen Steuerungszentrale reguliert mit vier Toren die Abflußmenge der Leine aus den Poldern und damit die Höhe des jeweiligen Einstaus. Vom Sperrwerk aus sehen wir vor uns zur Rechten den Ort Salzderhelden mit der darüber tronenden Ruine der Heldenburg, die zeitweilig Hauptresidenz des Fürstentums Braunschweig-Grubenhagen war. Von den Resten dieser mittelalterlichen Burganlage hat man einen guten Blick über das Leinetal. Auf der Deichkrone geht es nun etwas holperig weiter an Salzderhelden vorbei. Während links der Blick in die Weite des Rückhaltebeckens mit seinen Wiesen und zahlreichen alten Apfelbäumen schweift, sehen wir rechts, umgeben von Gärten, das Gebäude der Saline, die dem Ort den Namen gab. Die Saline hatte früher genau wie diejenige im benachbarten Sülbeck erhebliche wirtschaftliche Bedeutung. Noch heute wird hier Salz gewonnen. Wir stoßen auf die L 572, fahren kurz rechts und verlassen diese vielbefahrene Strecke gleich wieder, indem wir links den Weg durch die Feldmark nach Reinserturm nehmen. Dort geht es dann rechts nach Einbeck, dem Endpunkt unserer Tour. Erkennungsmerkmal Einbecks ist das dreitürmige Rathaus aus dem 13. Jahrhundert. Von dieser Hanse- und Fachwerkstadt breitete sich vor über 600 Jahren das Bockbier über das ganze Land aus ("einpöckisch Bier"). Sehenswert auf dem Marktplatz sind auch Eulenspiegelbrunnen, Brodhaus und Ratsapotheke. Auffällig sind die zahlreichen Fachwerkhäuser mit geschnitzten Fassaden, darunter besonders die ehemaligen Bürger-Brauhäuser mit den hohen, rundbogigen Toreinfahrten.
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Urheber: © Hans-Jürgen Don