| Rubrik: | Regionales Radwandern, Eintagestour |
|---|---|
| Start: | Bahnhof Wilhelmshaven |
| Streckenverlauf: | Hooksiel, Wilhelmshaven |
| Ziel: | Wilhelmshaven |
| Länge: | 58,55 km |
| Kartenmaterial: | Kartenmaterial ist erhältlich. Regionalkarte 1:100.000, RC4 |
| Kontakt: | Fritz Oeltermann ADFC Kreisverband Wilhelmshave kontakt@adfc.de www.adfc.de |
Radtour ins Wangerland

Streckenbeschaffenheit: Eben, alle Wege befestigt. Geeignet für: Familien mit Kindern ab 8 J., Naturfreunde, Heimatkundler. Am Wegesrand: Freizeit- und Badeeinrichtungen, Nordseestrände, historische Dörfer, Burgen, Wurten, Kirchen. Ausrüstung: Normales Tourenrad (wegen der Windverhältnisse an der Küste sind sieben Gänge oft hilfreich), Fernglas, evtl. Badezeug. Vom Bahnhof Wilhelmshaven/Nordseepassage wenden wir uns zunächst auf der Ebertstraße nach Osten, überqueren die beampelte Kreuzung Virchowstraße und lenken nach 100 Metern links in den Friedrich-Wilhelm-Park. Wenige Meter weiter steht der Namensgeber der Stadt, Kaiser Wilhelm, als Statue auf einem Sockel. Wir folgen der Radroutenbeschilderung nach Norden und queren die Marktstraße Gegenüber erblicken wir die Statue des Prinzen Adalbert von Preußen und rechts das historische Werfttor 1. Dieses war einst die Hauptzufahrt zur ehemaligen Kriegsmarinewerft, heute Marinearsenal. Im Torbogen findet sich noch ein Briefkasten mit der Aufschrift "Kaiserliche Werft". Weiter geht es durch die Adalbertstraße (die Peterstr., Viktoriastr. und Bremer Str. werden gekreuzt), wo wir den Parkmittelweg und die östliche Seite des Kurparks erreichen. Am Ende des Parkmittelweges weist uns die Routenbeschilderung nach links in den Kurpark (Hannes-Toben-Weg), den wir bis zur Mozartstr. durchqueren. Hier geht es nach rechts und mit Ampelhilfe über die Bismarckstraße. Bei der Kopperhörner Mühle, die z.Zt. restauriert wird, queren wir den Mühlenweg und radeln auf dem Paul-Wulf-Weg durch das sog. Brommygrün bis zur Kirchreihe. Hier weist uns der Wegweiser nach rechts zum Ölhafen und damit zur Wasserlinie. Doch vorher müssen wir noch die Gökerstr. queren und schräg gegenüber in die Schellingstr. einbiegen. An deren Ende biegen wir nach rechts in die Freiligrathstr. und 200 m weiter nach links in den Mühlenweg. Dieser endet am alten Heppenser Seedeich, den wir nach links über einen kleinen Anstieg erklimmen. Auf dem Deich wenden wir uns nach rechts und fahren bei der Ampelkreuzung in Richtung Marinestützpunkt auf der Alfred-Eckardt-Straße. Wir passieren die Zufahrt zum Marinegelände und gleich darauf das Marinematerialdepot. Wenige Meter weiter führt ein Pfad nach rechts, dem wir konsequent folgen. Am Ende durchradeln wir ein kleines Gehölz und gelangen gleich darauf zum Rüstringer Berg. Der Rüstringer Berg ist mit seinen 13,5 m die höchste Erhebung Wilhelmshavens. Es handelt sich hierbei um eine mit Sand abgedeckte gesprengte Geschützstellung aus dem Zweiten Weltkrieg. Das pavillonartige Kupferdach auf den Betonstützen zierte einst das Paketpostamt in der Ebertstraße. Auf dem Hügel informieren einige Hinweistafeln und Reliefs über das Jadefahrwasser, die Küstenradarkette und den Ölhafen. Ab hier folgen wir konstant der Wasserlinie, passieren das Maade-Wasserschöpfwerk und das Kohlekraftwerk mit seiner etwas entfernten Niedersachsenbrücke (hierüber wird die Importkohle angeliefert) und den Geniusstrand, Wilhelmshavens beliebter Badestrand. Ab hier wünschen wir uns den im Titel erwähnten Südost(-wind), der uns am Wassersaum bis nach Hooksiel geleitet. Wenn gerade das Schleusentor geöffnet ist, genießen wir die kleine Zwangspause und widmen uns dem geschäftigen Treiben der zu schleusenden Segelboote. Andererseits ist auch eine kurze Verschnaufpause am Vorhafen oder bei der kurz danach zu passierenden Wasserskianlage (Beschilderung an der Bäderstraße) empfehlenswert. Weiter geht`s auf der ausgeschilderten Radroute durch den Grüngürtel am Hooksmeer/Hooksieler Binnentief. Dabei passieren wir die Bucht der Windsurfer, die Seesegelschule (links im Hintergrund) und bald einige Marinas mit zahlreichen Booten verschiedener Clubs. Auf der Straße vor den Sportanlagen und der Pferderennbahn lenken wir nach rechts und erreichen bald darauf die Bäderstraße. Links geht`s durch das Deichtor. Gleich wieder rechts folgen wir dem Radweg innendeichs (landseitig) in Richtung Horumersiel. Wenige hundert Meter weiter "erklimmen" wir die Deichkrone, werfen einen Blick auf die Hooksieler Campinganlagen (Camping und auch FKK-Camping) und überwinden das meist (wegen der Schafe) verschlossene Tor über eine Holzstiege/-brücke. Wiederum erreichen wir ein paar hundert Meter weiter die gleiche Toranlage. Auf der Straße fahren wir nun westwärts Richtung Crildumersiel und bei der nächsten Straßengabelung nach Norden Richtung Horumersiel/Sankt Joostergroden. Dort, wo rechts der alte Deich nahe an die Straße rückt, biegen wir links in den Feineburger Weg ein. Zahlreiche Windräder in der näheren und weiteren Umgebung zeugen von umweltfreundlicher Energiegewinnung. Der breite Wasserzug, den wir alsbald überqueren, ist das Hohenstief / Crildumer Tief. Dessen Wasserpegel wird durch das Wangerländer Schöpfwerk (bei Horumersiel) gesteuert. Der bald darauf hörbare Geräuschpegel verrät uns, daß wir die L 810, die Verbindungstraße von Wilhelmshaven nach Horumersiel, erreichen. Ohne hier die Straße überqueren zu müssen, lenken wir nach links auf den begleitenden Radweg. Für Genießer oder solche, die einfach nur etwas müde sind von der letzten Etappe, bietet sich eine Einkehr in das historische Gasthaus "Zum Alten Krug" an (donnerstags Ruhetag!). Dazu muß allerdings die meist vielbefahrene L 810 überquert werden. Wenige Pedalumdrehungen weiter biegen wir nach rechts in den Nauenser Weg ein und folgen bei der ersten Abzweigung dem Richtungspfeil nach links. Nauens: Nachweis frühgeschichtlicher Siedlung, Ausgrabungen. Durchs "freie Feld" führt uns die etwas holprige Straße über die ehemalige Burganlage Gut Oldeborg (oder auch Oldeborch), deren Entstehung man im 14. Jahrhundert vermutet und die am Ende des 16. Jahrhunderts abgebrochen wurde. (Das Wohnzimmer des heutigen Guthofes steht nach Kenntnis des Verfassers unter Denkmalschutz). Wir verlassen das Gelände über eine schöne Allee. Bevor wir am Ende der Allee nach rechts in die Wüppelser Straße einschwenken, werfen wir einen Blick nach links: Zwischen den hohen Baumwipfeln, die einst eine Reiherkolonie beherbergten, können wir vielleicht die Turmspitze der Burg Fischhausen erkennen, einst Sitz der Häuptlinge von Vischhusen. Die Anlage ist in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden, das Gebiet steht unter Naturschutz. Über die Wüppelser Straße gelangen wir direkt in das historische Wurtendorf Wüppels. Die hohe Backsteinkirche des Ortes stammt aus dem 13. Jahrhundert. Angehörige des Häuptlingsgeschlechts von Fischhausen sind hier beigesetzt. Weiter geht die Route nach Süden bis zur L 812 in Richtung Haddien. Am Ortseingang fahren wir links in den Tünnenser Weg und folgen diesem bis in die Ortsmitte von Hooksiel. Wer mag, macht auf dem Weg noch einen kleinen Abstecher zur romanischen Granitquaderkirche von Pakens. Dem Heimatforscher Hans Ney aus Hooksiel ist es zu verdanken, daß die Inschriften auf den zahlreichen Grabstelen wieder lesbar gemacht wurden. Der Ort lädt zu einer kurzen und besinnlichen Pause ein. Ab Hooksiel (am alten Hafen hinter der hohen Klinkermauer finden wir übrigens öffentliche Toiletten) folgen wir dem Radweg an der L 810 bis Sengwarden. Hier lohnt eine Besichtigung der St.Georgs-Kirche aus dem 12./13. Jh. Über die Voslapper Straße, Utterser Landstraße und Flutstraße kehren wir zu unserem Ausgangspunkt zurück. Auf dieser letzen Teilstrecke passieren wir zur Linken die Testanlagen des Deutschen Windernergie Instituts (DEWI). Gleich darauf entdecken wir zur Rechten das historische Wurtendorf Utters, dessen acht Höfe früher kreisförmig angeordnet waren. Die Straße führt uns nun über das Industriestammgleis nach Alt-Voslapp. Ab hier ist die Route in die Stadtmitte/Bahnhof (ca. 8 km) wieder optimal ausgeschildert.
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Urheber: © Fritz Oeltermann, ADFC Kreisverband Wilhelmshaven