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Durch das Tiefental nach Hermannsburg

Rubrik:Regionales Radwandern, Eintagestour
Start:Eschede (Rathaus)
Streckenverlauf:Marinesiedlung, Starkshorn, Hermannsburg, Rebberlah, Heeseloh
Ziel:Eschede (Rathaus)
Länge:40,98 km
Kartenmaterial:Kartenmaterial ist erhältlich. Regionalkarte 1:100.000, RC12, RC31
Kontakt:samtgemeinde@eschede.de
www.eschede.de

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Informationen zur Tour

Tour durch die Südheide

Ausgangspunkt unserer Tour durch die eindrucksvolle Tiefental-Heidelandschaft nach Hermannsburg ist das Rathaus in Eschede.
Auf der Rückseite des Rathauses gibt es meistens einen freien Parkplatz.
Wir radeln jetzt los durch die kleine Passage zur Bahnhofstraße. An ihr lässt sich Eschedes frühere Bedeutung als "Nabel der Welt" nach dem Bahnbau 1845-47 besonders gut ablesen. In einem verschlafenen Kirchdorf mit 360 Einwohnern begann auf einmal das Leben zu pulsieren; Goldgräberstimmung kam auf.
Bis 1950 verzehnfachte sich die Einwohnerzahl. Die Bahnhofstraße ist nach und nach besiedelt worden von einfachen Eisenbahnern. Alle hatten nebenbei noch etwas Landwirtschaft und einige "Beamten-Kühe", nämlich Ziegen im Stall.

Kurz vor dem Bahnhof biegen wir rechts in die Ortsumgehung (Bergener Straße) und am Ende der Steigung (Radweg links nicht übersehen!) wieder links Richtung Bahnbrücke ein.
Vielleicht donnert gerade ein schlanker ICE auf der wichtigen Hauptstrecke Hannover-Hamburg durch?
Bald ist die Kleinbauernsiedlung "Rahmoorhorst" erreicht und dann rechts die exotisch klingende "Marinesiedlung" aus dem unseligen Dritten Reich (ein großes Rüstungsdepot lag versteckt in den Starkshorner Wäldern).
Leider endet hier zunächst der Radweg (1996 soll er bis Queloh verlängert werden).
Auf dem nun folgenden Abschnitt mit mäßiger Verkehrsdicht wird oft gerast - deshalb bitte Vorsicht!

Hinter den beiden Kurven scheinen bereits die wunderschönen Fachwerkgiebel von Starkshorn durch. Und mit etwas Glück lassen sich kurz vor dem Mini-Dorf Rothirsche in größeren Stückzahlen blicken. Nirgendwo sonst im Naturpark gibt es mehr davon: Starkshorn ist ein Bilderbuch-Biotop für brünftiges Rotwild - nicht immer zur reinen Freude des Naturschutzes und der Jagdbehörden.
Lassen Sie nun einen Moment die historische Kulisse der beiden großen Starkshorner Höfe auf sich wirken. Stolze Bauernfamilien leben hier seit 1450.

Nun geht die Fahrt weiter entlang der Landstraße bis zum ausgeschilderten Parkplatz rechterhand.
Ganz in der Nähe nahm übrigens die Waldbrandkatastrophe 1975 ihren Ausgang. Hier biegen Sie bitte ein auf den Naturpark-Hauptwanderweg Nr. 4 bis zur Schutzhütte.
Hier heißt das Kommando "links". Bald ist die nächst Hütte erreicht am Punkt 103, und jetzt geht`s rechts weiter durch den Wald bis zum Punkt 107. Nun führt uns der Weg links durch das "Hermannsburger Gehege".
Erstmals begegnet uns eine richtige Heidefläche, dann die dritte Schutzhütte und schließlich ein Wanderparkplatz.
Das "Tiefental" und damit eine der schönsten Heidekulissen überhaupt liegt links zu Ihren Füßen. Natürlich bietet sich hier eine Pause besonders an, bevor es dann am Parkplatz rechts den "Eicksberg" hinuntergeht, an der folgenden Schutzhütte links auf einer alten, kopfsteingepflasterten Heerstraße bis zur Hauptstraße Hermannsburg-Unterlüß.
Hier halten wir uns links auf dem Radweg, der uns alsbald am Reitsportzentrum Misselhorn vorbei nach Hermannsburg führt. Was für Eschede die Eisenbahn bedeutet(e), ist in Hermannsburg die weltberühmte Mission.
Als eines der Südheide-Zentren kann Hermannsburg auf eine lange Tradition zurückblicken: um 850 soll eine erst Taufkirche entstanden sein, im 10. Jh. die namensgebende Schutzburg durch das Grafengeschlecht der Billunger, im 11. Jh. eine romanische Basilika ST. Peter-Paul. 1849 gründete der legendäre Heidepastor Ludwig Harms sein Missionswerk und trug den christlichen Ruf dieser Heideperle hinaus in die weite Welt.
Bringen Sie Zeit mit für Hermannsburg, und evtl. auch eine Badehose fürs Hallenbad.
Weil es an Gastronomie hier nicht mangelt, sollten Sie sich genügend für den Rückweg stärken.

Wenn wir zur Heimkehr aufbrechen, benutzen wir zunächst den Hinweg bis zum Ortsausgang Richtung Unterlüß entlang der Hauptstraße. Noch einmal passieren wir dabei die Örtzebrücke im Zentrum und damit den wohl schönsten Heidebach.
An der Abzweigung "Alte Celler Heerstraße" biegen Sie nun auf den Naturpark-Hauptwanderweg Nr. 1 rechts ein und erreichen bald die vermutlich schönste und siedlungsgeschichtlich bedeutendste Einzelhofanlage der gesamten Heide, den "Hiesterhof".
Er soll aus dem 9. Jahrhundert stammen und besetzt u. a. einen 400 Jahre alten Treppenspeicher.
Akzeptieren Sie bitte, dass die heutigen Besitzer keine Freunde großer Touristenschwärme sind.

Auf der Westseite des Tiefentals entlang an einem Ameisenschutzgebiet und kurz darauf an die Hauptstraße Oldendorf-Eschede. Wir werden sie hier überqueren in Richtung Dehnigshof/Alte Fuhrmannsschänke. An dieser Kreuzung lohnt indessen eine Zwischenrast am Angelbecksteich, einem nach der großen Waldbrandkatastrophe von 1975 künstlich angelegten Löschwasser-Reservoir mit freier Heide ringsherum.
Hier ist die zentrale Gedenkstätte an den unvergessenen Heidebrand, der alles in den Schatten stellte, was die Menschen hier je an Naturkatastrophen in der Neuzeit erlebten.

Jetzt heißt es sich zu entscheiden: Hungrige und Durstige oder lediglich Neugierige machen jetzt noch einen Abstecher zur "Fuhrmannsschänke". Dieser historische Einöd-Ausschank hat sich nach professionellen Umbauten vom Insider-Tip zum gefragtesten Ausflugslokal de Südheide entwickelt.
Wie auch immer - am Parkplatz Angelbecksteich führt uns der Heimweg jetzt über den Bätzloh und damit mitten durch die Waldbrandflächen.
Der grob geschotterte Bätzloh-Weg ist nicht in allen Abschnitten komfortabel, dafür sehen wir hier exemplarisch die Bemühungen der Förster, einen feuersichereren und standortgemäßeren Bauernwald zu entwickeln.
Schon liegt hinter dem Wildgattertor, das immer sorgfältig geschlossen werden muss, die "Skyline" von Starkshorn im Blickfeld.
Hier gibt es jetzt zwei Möglichkeiten:

Müde Radler nehmen die kürzere Strecke über Starkshorn, wie auf dem Hinweg. Wer aber noch etwas Puste hat, hält sich an dieser Wegegabelung rechts auf dem idyllischen Naturpark-Radweg Richtung Rebberlah.
Am Rande von Starkshorn, das ebeso wie Rebberlah nur wegen der markanten, feuersicheren Eichenhaine beim Waldbrand vom Untergang gerettet wurde, bemüht man sich um einen neuen Wachholderhain.
Vor uns liegen große ehemalige Heideflächen, nach dem Brand vorübergehend in Acker umgewandelt. Links schimmern die Reste des Rahmoors durch und bald erste rote Dächer des kleinen, aber inzwischen tausendjährigen Dorfes Rebberlah, das sich sein historisches Gesicht besonders gut bewahrte.
Aber auch hier ist natürlich kaum noch heile Welt, wenn man näher hinter die Kulissen schaut. Überall hat der bäuerliche Strukturwandel tiefe Spuren hinterlassen.
Ohne Einnahmen aus der in unserer wildreichen Region besonders lukrativen Jagdverpachtung sähe manches sehr traurig aus.

Jetzt sind es nur noch vier landschaftlich abwechslungsreiche Kilometer auf der kaum befahrenen Kreisstraße bis Eschede, vorbei an Quarmbachtal und Heeseloh.
Die Bahnbrücke ist Ihre letzte kleine Hürde! Geschafft!

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Urheber: © Samtgemeinde Eschede

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