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Durch Feld und Wald, an Teichen vorbei

Rubrik:Regionales Radwandern, Eintagestour
Start:Eschede (Rathaus)
Streckenverlauf:Unterlüß
Ziel:Eschede (Rathaus)
Länge:32,66 km
Kartenmaterial:Kartenmaterial ist erhältlich. Regionalkarte 1:100.000, RC12, RC31
Kontakt:Samtgemeinde Eschede

samtgemeinde@eschede.de
www.eschede.de

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Informationen zur Tour

Radtour durch ausgedehnte Waldgebiete

Der Start erfolgt in Eschede am Rathaus.
Auf geht`s über den schmalen Weg "Am Glockenkolk" und dem Marktplatz auf die Bahnhofstraße zu. Wir halten uns links und biegen nach ca. 300 m rechts in die Poststraße. Im Eckhaus war von der Jahrhundert-Wende bis 1978 das örtliche Postamt untergebracht - daher die Straßenbezeichnung.
Am Ende der Straße wenden wir uns dann an der B 191 links und streben dem Ortsende zu.

Hinter dem Weg "Schneebruch", an der scharfen Rechtkurve der B 191, können wir die Bundesstraße verlassen und geradeaus in Richtung Lohe fahren. Der Loher Weg war von 1796 bis 1821 die Lüneburger Heerstraße, die als Postweg genutzt wurde.
Nach Feldern und Wiesen entdecken Sie dann rechts die ersten Fischteiche. Diese Teiche gehören zu "Aschauteiche" - eine Anlage, die Anfang dieses Jahrhunderts als eine Art landwirtschaftlicher Bodennutzung für Moor- und Sumpfflächen entstanden ist. Gezüchtet werden hier vor allem Karpfen, Schleie und jetzt auch Forellen, teilweise auch nur Teichpflanzen wie z. B. Seerosen.

Dem schließt sich ein Waldgebiet an und vereinzelt dann wieder Fischteiche. Dies sind die "Loher Teiche". Angelegt bereits 1898 - sie gehören zum Gut Lohe. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Lohe bereits im 14. Jh.
Hinter dem dann folgenden Wildgatter fahren wir geradeaus am Gutshaus vorbei und erreichen nach einiger Zeit eine Wegkreuzung mit Schutzhütte - "Tilemannseiche", benannt nach dem Oberforstmeister Carl Tilemann (1796-1872). Er hat sich um die Pflege dieses Waldgebietes, des "Lüßwaldes", große Verdienste erworben. Dieser Forst Lüß ist mit ca. 8000 ha umfassendes Waldgebiet eines der größten Waldgebiete Deutschlands. Einst war es bevorzugtes Jagdgebiet für die Celler Herzöge, die ihr Jagdschloss im nahen Weyhausen hatten.
Wir setzen unsere Tour geradeaus fort. Nach einiger Zeit gelangen wir an die heutige Landstraße L 280 zwischen Weyhausen und Unterlüß. Auf dem Radweg geht es dann links weiter nach Unterlüß ("unter dem Lüß"). Unterlüß ist noch ein sehr junger Ort, der seine Entstehung dem Bau der heutigen Eisenbahnstrecke Hannover-Hamburg (1845-1847) verdankt. Die Bahnstation liegt auf dem höchsten Punkt der gesamten Bahnstrecke. Diese Bahnlinie zog selbstverständlich industrielle Ansiedlungen nach sich. Um 1860 wurde noch mit dem Abbau von Kieselgur begonnen und 1899 erfolgte die Verlegung des Schießplatzes der Rheinischen Metallwerke (heute Rheinmetall) hierher. Seit den 80er Jahren hat sich schließlich das TZN - Technologie-Zentrum-Nord etabliert.
Hungrig und durstig? Hier im Ort können Sie sich in einem der zahlreichen Restaurants für den Heimweg stärken. Oder vielleicht noch ein wenig Lust auf Kultur? Das Albert-König-Museum in der Alber-König-Straße (sie zweigt links von der Hermannsburger Straße ab) lädt doch geradezu ein. (Öffnungszeiten: außer montags vom 1.05. bis 31.10., von 14.30 bis 17.30 h). Albert König, geboren 1881 in Eschede und 1944 in Unterlüß gestorben, widmet sich in seinen Arbeiten vorwiegend der Landschaftsmalerei seiner Heimat. Besonders al "Baumporträitist" machte er sich einen Namen. In seinen Holzschnitten erreichte er eine außergewöhnliche Perfektion: Nach seinem Tod und dem Tod seiner Ehefrau wurde aus dem ehemaligen Wohnhaus des "Albert -König-Museum". Neben den Werken das Malers werden auch häufig Sonderausstellungen anderer Künstler gezeigt.

Gestärkt treten wir nun unsere Heimfahrt an. Auf dem Radweg der Hermannsburger Straße geht´s zum Ortsende, bis nach einigen hundert Metern links die Abzweigung "Siedenholz-Bahn" erscheint. Entlang dieses Weges gelangen wir wieder in den herrlichen Lüßwald und schließlich nach Siedenholz. Dieser Ort erhielt seinen Namen dadurch, dass hier das Holz geschlagen wurde, das dann u. a. zum Sieden des Salinensalzes der Saline Lüneburg benötigt wurde.
Bei Siedenholz halten wir uns rechts und durchfahren nun eine Gegend, die als "Franzosengrund" bezeichnet wird. Hier soll in der Zeit um 1806 ein Biwak von ca.14000 französischen Soldaten unter Napoleon gewesen sein, das von der Försterei Siedenholz mit Holz beliefert wurde. Im Lüßwald hat es übrigens viele Köhlereien gegeben - der "Theerhof", auch ein einstelliger Hof dieser Gegend, zeugt davon. Auf ihm wurde Holzkohlen-Teer hergestellt.
An dem bald erscheinenden Wegweiser geht es dann weiter Richtung "Försterei Schafstall", die bald darauf auf der linken Seite erscheint. Die heutige Försterei war in der Zeit von 1692 bis 1795 (also bis zum Bau der neuen Lüneburger Heerstraße 1796) eine der Posthaltereien auf dem alten Handelsweg gen Norden. Dieser führte von Celle über Lüneburg nach Hamburg. Da es sich bei diesen Posthaltereien meistens um sehr einträgliche Posten handelte, waren sie auch meist mit Adeligen besetzt.

Unser Weg führt uns nun wieder ein gutes Stück durch den Wald (Lüßwald). Links bemerken Sie dann nach einiger Zeit Hinweisschilder auf ein Sperrgebiet, die Sie sehr ernst nehmen sollten. In diesem Sperrgebiet liegen nämlich bis heute Reste von Munition aus der Zeit des 2. Weltkrieges. Hier, mitten im Wald der "Starkshorner Heide", war ab 1938 ein Marine-Sperrwaffenarsenal betrieben worden. Die Anlagen und Produktionsstätten wurden 1945 in Eigenregie gesprengt.
Radeln Sie also auf dem Naturpark-Hauptwanderweg Nr. 5 weiter durch den Wald, an einer Schutzhütte vorbei, bis Sie zum Haupwanderweg Nr. 10 gelangen. Hier geht es dann rechts ab bis zur Landesstraße L 281, die von Eschede nach Oldendorf führt. Jetzt heißt es: Achtung, Autoverkehr!
Denn jetzt müssen Sie links etwa 1 km die Straße entlang fahren. Bald erreichen Sie dann aber Starkshorn, eine schon 1450 entstandene Siedlung, die noch heute aus nur 2 Einzelhöfen mit schönen Fachwerk-Ensembles besteht. Gleich hinter diesem Ort, in Höhe "Marinesiedlung", beginnt dann aber schon wieder ein Radweg. Zur Zeit des Marine-Sperrzeugamtes befanden sich hier die Dienstwohnungen für die dort beschäftigten Waffenwarte und Offiziere.

Rechts passieren wir schließlich die Kleinbauern-Siedlung "Rahmoorhorst". Etwa nach dem 1. Weltkrieg begann man hier mit der Kultivierung des Moores, des "Rahmoores", in mühsamer Handarbeit. Erst danach konnte eine Besiedlung beginnen.

Hier beginnt auch schon der Endspurt. Also nochmals in die Pedalen treten, damit die Steigung zur Bahnbrücke leichter fällt. Kurz hinter der Brücke rechts ab auf die Bahnhofstraße zu und weiter links hinunter bis zum Marktplatz und Glockenkolk. Unser Ausgangspunkt ist erreicht.

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Urheber: © Samtgemeinde Eschede

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