| Rubrik: | Regionales Radwandern, Eintagestour |
|---|---|
| Start: | Esens |
| Streckenverlauf: | Sillenstede, Wilhelmshaven |
| Ziel: | Bahnhof Wilhelmshaven |
| Länge: | 55,57 km |
| Kartenmaterial: | Kartenmaterial ist erhältlich. Regionalkarte 1:100.000, RC3, RC4 |
| Kontakt: | Fritz Oeltermann, ADFC Wilhelmshaven kontakt@adfc.de www.adfc.de |
Radtour durch eine fast Autofreie Landschaft

Start und Ziel: Bahnhof (mit Nordseepassage) in Wilhelmshaven.
Streckenbeschaffenheit: Fast autofrei, eben, überwiegend asphaltiert.
Geeignet für: Kultur- und Naturfreunde, Kinder ab 10 Jahre (geübte ab 8 J.).
Am Wegesrand: Museen in Esens, Alte Kirchen und Deichzüge, Windmühlen, historisches Wurtendorf, Familien-Freizeitpark, weite Sicht.
Ausrüstung: Normales Tourenrad, evtl. Fernglas
Mit der Regionalbahn der Deutschen Bahn AG*) verlassen wir Wilhelmshaven und erreichen nach einer knappen Stunde die ostfriesische Stadt Esens.
*) Ab Nov. 2000 wird die Bahnstrecke mit neuem Zugmaterial von der Nord-West-Bahn betrieben. Fahrradmitnahme in den Einstiegräumen möglich, Gruppen unbedingt vorher anmelden!
Vom Bahnhof Esens fahren wir nach links in nördlicher Richtung auf der Bahnhofstraße.
In der Linkskurve biegen wir nach rechts in die Straße Drostentor. Wenige Meter geradeaus befinden wir uns in der Steinstraße, die uns direkt in die Fußgängerzone und damit ins Zentrum der Stadt bringt.
Esens ist (nicht ohne stolz) die "heimliche Hauptstadt" des Harlingerlandes und blickt auf eine sehr wechselvolle Geschichte zurück.
Noch heute feiert man alljährlich im August das Balthasar-Fest und erinnert damit an den Junker Balthasar, der 1522 bis 1540 Esens und das Harlingerland regierte, obwohl desssen kriegerisches Wirken den Bürgern wohl mehr Leid als Freud gebracht hat. Balthasar gilt jedoch als der Bewahrer der Freiheit und Unabhängigkeit des Harlingerlandes. Er starb 1540 während der Belagerung durch Bremer Truppen.
In Esens sollten unbedingt die Magnuskirche, das Heimatmuseum (in der alten Windmühle, 5 Gehminuten von der Kirche) und das Holographie-Museum (neben der Kirche) besichtigt werden!
Wer noch einen Tag länger bleiben will, für den lohnt sich vielleicht ein Tagesausflug von Esens-Bensersiel zur Insel Langeoog.
Zur Radtour nach Wilhelmshaven starten wir beim Rathaus, folgen der Marktstraße, biegen nach links in die Butterstraße, nächste rechts in die Jücherstraße, die am Ende des verkehrsberuhigten Bereichs in die Straße "Jüchertor" übergeht.
In einer langgestreckten Linkskurve biegen nach rechts in die Straße "Oberes Juchen", die in den Thunumer Weg übergeht. Auf diesem Weg verlassen wir durch den "heimlichen Hinterausgang" das schöne Esens, folgen dem zunächst unbefestigten Weg, der ab dem Bauernhof "Jaukenburg" nach kurzem Schwenk befestigt ist und uns nach Thunum führt.
Nach dem kleinen Sportplatz halten wir uns links und biegen auf der Hauptstraße nach rechts. Wir passieren die Kirche mit dem Schwan auf dem First und fahren kurz darauf links in den Werdumer Kleiweg.
Wegmarkierung und Beschilderung führt uns nach Werdum.
Wir wenden uns am Ortsrand nach links (hier hat ein Tierfreund einen kleinen "Spielplatz" für Schafe und Ziegen gebaut) in die Schulstraße, fahren rechts um die Kirche herum und unten auf der Dorfstraße wieder nach links. Wenige Meter weiter erreichen wir die Hauptstraße, der wir nach rechts, Richtung Altfunnixsiel, folgen.
Werdum, Ort am Ufer der einstigen Harlebucht, besteht aus mehreren Wurten.
Sehenswert sind die St.-Nikolaus-Kirche (1327). Die Windmühle, ein sogenannter Erdholländer aus dem Jahre 1748, beherbergt ein kleines Heimatmuseum - und ein Café.
Am Ortsausgang liegt die Werdumer Burg, die sog. Schinkenburg.
Auf der Straße "Werdumer Altengroden" nach Altfunnixsiel treffen wir auf mäßigen Autoverkehr. Am Ortseingang überqueren wir die Harle, wenden uns nach links und passieren den Campingplatz. Wo die Straße nach rechts abknickt*), folgen wir halblinks dem Trampelpfad , der an der Bundesstraße 461 endet.
*) Hinter den Bäumen befindet sich der Familien-Freizeitpark "Lütge Land"
Auf der anderen Seite der Bundesstraße folgen wir dem alten Deichzug "Funnixer alte Mitteldeich" und "Berdumer alte Mitteldeich". Nach ca. 3 km biegen wir (zwischen zwei Häusern) rechts ab. Nach weiteren 1,5 km (beim Bauernhof) fahren wir nach links auf dem "Oesterdeich".
Wir passieren Gr.Münchhausen und biegen bei der nächsten Kreuzung rechts in den Triftsweg. Nach ca. 1 km erreichen wir die L 808. Schräg gegenüber (beim Obsthof) führt unser Weg weiter zum Wurtendorf Ziallerns.
Ziallerns, ein ringformig angelegtes, noch voll intaktes Dorf auf einer Wurt von etwa 4 m Höhe und einem Durchmesser von ca. 200 m. Es wird von einer Ringstraße umschlossen. Von Norden und Süden führt eine gepflasterte schmale Straße auf die Mitte der Wurt zu einem kleinen Rastplatz (unbedingt nutzen!). Entlang des Ringweges standen ursprünglich acht bäuerliche Gehöfte. Auf der Wurtmitte besteht eine nicht austrochnende Süßwasserstelle, ein sog. Fething. Vorgeschichtliche Funde stammen aus der Zeit um Christi Geburt.
Wir setzen unseren Tour auf dem Huniburger Weg in südöstlicher Richtung fort.
Nach ca. 1 km quert auf einer früheren Bahntrasse ein Radweg. Wir folgen diesem in südlicher Richtung und kreuzen nach etwa 300 m die Ortsdurchfahrt von Tettens.
Tettens verfügt über eine schöne friesische Granitquaderkirche aus dem 12 Jh. mit bedeutenden Kunstwerken.
Auf der ehemaligen Bahntrasse radeln wir noch etwa 2 km nach Süden.
Als Radweg endet die Trasse in Bussenhausen (kein Ortsschild), wo wir der Asphaltstraße (Zissenhausener Weg) nach links folgen.
Etwa 800 m nach Ortsdurchfahrt Zissenhausen biegen wir rechts ab, passieren Förriesdorf und Westrum (Dorfkirche!) und erreichen die L 812 (Abzweigemöglichkeit rechts nach Jever).
Wir nehmen den Radweg nach links und biegen gleich darauf rechts in die Straße "Tralens" ein. Am Ende dieser Straße fahren wir nach rechts (Vorsicht: Autoverkehr) und erreichen nach wenigen hundert Metern das Wurtendorf Waddewarden.
Waddewarden. Die Wurt reicht wahrscheinlich in die vorgeschichtliche Zeit zurück. In der Nähe wurde 1872 auf dem Boy Berg (Haddien) ein früh-mittelalterliches Gräberfeld aus spät-heidnisch-frühchristlicher Zeit mit Urnen- und Körpergräbern ausgegraben. Die Kirche in Granitbau entstand als Wehrkirche im 13. Jh. Freunde guter Meeresfrüchte finden in der Ortsmitte gute Einkehrmöglichkeiten.
Ab Ortsmitte folgen wir der beschilderten Radroute nach Sillenstede. Auch auf dieser Strecke ist wieder mit etwas Autoverkehr zu rechnen.
Sillenstede. In der Ortsmitte verdient die St.- Florians-Kirche einen Besuch. Sie ist die größte und am besten erhaltenen Granitquaderkirche der Region. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Windmühle in der Straße "Osterpiep". Leider ist die liebevoll restaurierte Mühle nur von außen zu besichtigen.
Nach der Kirche folgen wir rechts der ausgeschilderten Route nach Fedderwarden, dem westlichen Ortsteil der Stadt Wilhelmshaven.
Auch der weitere Verlauf der Strecke nach Wilhelmshaven ist vorbildlich ausgeschildert. Einige hundert Meter nach dem Ortsausgang Fedderwardens passieren wir die Burg Kniphausen. Das Burggelände ist begehbar.
In den Gebäuden sind einige Wohnungen untergebracht, der Ahnensaal wird für künstlerische Zwecke und gegentlich für Trauungen genutzt. Die Wohnung im Torhaus wurden vielfach von Künstlern aus vorübergehendes Quartier verwendet.
In Fortsetzung der Fahrt überqueren wir die Autobahn A 29 und erreichen bei der Gaststätte "Antonslust" die Langewerther Landstraße.
Dieser folgen wir nach links, überqueren etwa beim Ortsschild die Maade und setzen unsere Fahrt nach der Ampelkreuzung auf der Schaarreihe fort.
Schaar, Ortsteil von Wilhelmshaven. Etwa bei der Ampelkreuzung lag früher der Hafen Schaar in der Maadebucht. Die Legende sagt, daß hier schon der Seeräuber Klaus Störtebeker und seine Vitalienbrüdern (Likedeeler) Beute abgeladen haben... .
Auf der Schaarreihe setzen wir unsere Fahrt fort und biegen nach ca. 1 km links in die Straße "Dorfmark" und gleich darauf in die Kirchreihe ab.
Auf dieser historischen Verbindungsstraße fahren wir nun in östlicher Richtung, machen einen kurzen Stop bei der restaurierten Neuender Kirche, die der Straße den Namen gab, ehe wir die Friedrich-Paffrath-Straße unterqueren. Nach der Unterführung befinden wir uns im Ortsteil Siebethsburg.
Wir überqueren die tom-Brok-Straße und gleich darauf die Siebethsburger Straße.
Siebethsburg: Wenn man nach der Siebethsburger Str. von der Kirchreiche rechts in die Edenburger Str. einbiegt, erreicht man nach wenigen Metern rechter Hand das Gelände und die Reste der einstigen Sibetsburg (1383), Burg der Häuptlinge Edo Wiemken d.Ä. und Sibet.
Weiter auf der Kirchreihe, überqueren wir die Berliner Straße und fahren zunächst auf der nun (im sog. Villenviertel) recht breiten Kirchreihe weiter.
Nach etwa 200 m folgen wir dem Armwegweiser in Richtung Zentrum/Nordseepassage/Bahnhof. Dabei fahren wir im sog. Brommygrün zunächst auf dem Paul-Wulf-Weg, queren den Mühlenweg bei der Kopperhörner Mühle (voll funktionsfähig, wird aber z.Zt. restauriert) und kurz danach die Bismarckstraße.
200 m weiter geht es links in den Kurpark.
Auch hier folgen wir wieder dem ausgeschilderten Radweg. Beim Parkmittelweg wenden wir uns nach rechts und fahren ins südlicher Richtung durch die Adalbertstraße, queren die Peterstraße, die Marktstraße und den Friedrich-Wilhelm-Park, bevor wir auf der Ebertstraße bei der Christus- und Garnisonkirche nach rechts zur Nordseepassage mit Bahnhof zu unserem Ausgangpunkt zurückkehren.
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Urheber: © Fritz Oeltermann, ADFC Wilhelmshaven